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Schneewittchen und der Zauber der Zwerge

  

Filmhandlung und Hintergrund

Die Weihnachtsmärchen im ZDF geraten mitunter allzu konservativ, davon kann diesmal keine Rede sein. „Schneewittchen“, „Dornröschen“, „Rotkäppchen“: Fast jedes Kind kennt die berühmten Märchen der Gebrüder Grimm. Gerade die Geschichte von „Schneewittchen“, dessen Schönheit den Neid der bösen Stiefmutter weckt, ist dutzendfach verfilmt worden. Der Reiz einer neuen Adaption muss darin bestehen, der bekannten Handlung...

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die Weihnachtsmärchen im ZDF geraten mitunter allzu konservativ, davon kann diesmal keine Rede sein.

    „Schneewittchen“, „Dornröschen“, „Rotkäppchen“: Fast jedes Kind kennt die berühmten Märchen der Gebrüder Grimm. Gerade die Geschichte von „Schneewittchen“, dessen Schönheit den Neid der bösen Stiefmutter weckt, ist dutzendfach verfilmt worden. Der Reiz einer neuen Adaption muss darin bestehen, der bekannten Handlung neue Seiten abzugewinnen. Ein Fantasy-Spektakel à la „Snow White and the Huntsman“ kam für das ZDF naturgemäß nicht in Frage, und das nicht allein aus Kostengründen: Der Sendeplatz am Nachmittag des Heiligen Abend im „Zweiten“ ist eher konservativ ausgerichtet. Davon kann bei „Schneewittchen und der Zauber der Zwerge“ zum Glück keine Rede sein. Der flotte Auftakt wirkt im Gegenteil, als hätten Autor Max Honert und Regisseur Ngo The Chau schon gleich zu Beginn sämtliche Bedenken erledigen wollen: Die Heldin wird eingeführt wie ein Supergirl. Das Drehbuch hält sich zwar bis hin zum vergifteten Apfel an den Handlungskern der Vorlage, aber ansonsten gibt die moderne Anmutung der ersten Szenen den Tonfall vor, in dem der renommierte Kameramann Ngo The Chau seinen ersten eigenen Film inszeniert: mit vielen Anleihen beim Fantasy-Genre, mit überzeugenden Spezialeffekten und mit Figuren, die gegen den klassischen Märchenstrich gebürstet sind.

    Dass Schneewittchen (Tijan Marei) schön, stark und mutig ist, versteht sich beinahe von selbst; die Zeiten, in denen die Heldinnen solcher Geschichte vor allem attraktiv zu sein hatten, sind zum Glück vorbei. Ein Knüller sind allerdings die Zwerge, eine Ansammlung verwegener Burschen, die zu einer gewissen Streitlust neigen, aber ansonsten ein verschworener Haufen sind. Einzig die böse Stiefmutter entspricht dem Grimm’schen Entwurf, und Nadeshda Brennicke verkörpert die Frau exakt so, wie sie zu sein hat: eitel, machtgierig und entsprechend skrupellos, als sie ihre Macht in Gefahr sieht.

    Ngo The Chaus Regiedebüt ist von ohnehin einer bemerkenswerten Qualität, und das nicht allein wegen seiner exzellenten Bildgestaltung. Die Lichtsetzung lässt die Königin gern in güldenem Glanz erstrahlen und ist auch sonst vorzüglich. Für Schauwerte sorgt neben der liebevollen Ausstattung (Colin Taplin) unter anderem die Auswahl der interessanten Bildmotive. Dass der Kameramann nicht nur sein ursprüngliches Handwerk versteht, zeigen die flott geschnittenen Actionszenen, der Einsatz von Zeitlupe im stets richtigen Moment sowie die Arbeit des Sounddesigns, das im nächtlichen Wald für wohliges Gruseln sorgt. Ganz ausgezeichnet und gar nicht zeitgenössisch ist außerdem die gern auch mal rockige Musik (Michael Beckmann, Tom Stöwer).

    Neben Handlungsreichtum und Kurzweiligkeit imponiert „Schneewittchen und der Zauber der Zwerge“ vor allem durch die Arbeit mit den Darstellern. Tijan Marei ist längst kein Teenager mehr, aber jederzeit überzeugend als jugendlicher Wildfang wie auch als attraktive junge Frau, der Prinz Kilian umgehend verfällt. Die junge Schauspielerin war zuletzt als Filmtochter von Maria Furtwängler in „Nachts baden“ zu sehen und hat vorher unter anderem als Titeldarstellerin der witzigen Tragikomödie „Ellas Baby“ (beide ARD) nachhaltig auf sich aufmerksam gemacht. Ludwig Simon wiederum, Sohn von Maria Simon und Devid Striesow, ist ein schmucker Held, der ebenfalls in Erinnerung bleibt. Die heimlichen Stars des Films sind jedoch die Zwerge, deren Darsteller offenkundig großen Spaß an ihren Rollen hatten. Im Grunde ist der Film fast zu schade, um die Wartezeit aufs Christkind zu verkürzen; mit seinem opulenten Erscheinungsbild würde er sich auch im Kino gut machen. tpg.

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