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Schnee, der auf Zedern fällt

Kinostart: 23.03.2000

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Filmhandlung und Hintergrund

Impressionistische und herausragend fotografierte Verfilmung von David Gutersons Bestseller.

Als ein junger Fischer in den 50er Jahren vor einer Pazifikinsel im amerikanischen Nordwesten tot aufgefunden wird, vermuten Polizei und Behörden ein Verbrechen. Ein japanischer Berufskollege wird als Verdächtiger vor Gericht gestellt. Ishmael, dem der Zweite Weltkrieg nicht nur einen Arm gekostet hat, muß sich als Reporter vor Ort seiner eigenen Vergangenheit stellen.

Die Insel San Piedro vor der nordamerikanischen Küste kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Ein junger Fischer wird tot aufgefunden, sein Kollege des Mordes angeklagt. Der vermeintliche Täter ist Amerikaner japanischer Abstammung - und das macht die Angelegenheit vielschichtiger als es auf den ersten Blick scheint. Um so mehr, als auch der junge Gerichtsreporter Ishmael, den der Krieg nicht nur einen Arm gekostet hat, persönlich in die Angelegenheit verstrickt ist…

Als ein Fischer kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges vor einer Pazifikinsel im amerikanischen Nordwesten tot aufgefunden wird, vermuten Polizei und Behörden ein Verbrechen. Ein japanischer Berufskollege wird des Mordes angeklagt. Für den jungen Gerichtsreporter Ishmael ein schwieriger Fall, zumal er persönlich in die Angelegenheit verstrickt ist… Impressionistische Verfilmung von David Gutersons Bestseller.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Schnee, der auf Zedern fällt: Impressionistische und herausragend fotografierte Verfilmung von David Gutersons Bestseller.

    In der impressionistischen Verfilmung von David Gutersons Bestseller aus dem Jahr 1997 erweist sich der Australier Scott Hicks („Shine“) als Stilist und Erzähler obersten Ranges. Ausgehend von einem konventionellen Krimigerüst, bewegt er sich im Zickzack-Kurs durch 20 Jahre einer amerikanischen Gemeinde, um nicht nur einen tragischen Todesfall aufzuklären, sondern auch das Leben der beteiligten Menschen und ein dunkles Kapitel amerikanischer Geschichte zu beleuchten. Blendend besetzt und von Robert Richardson herausragend fotografiert, zielt diese komplexe Meditation über die tonnenschwere Last der Erinnerung gleichermaßen auf Verstand und Emotion, wobei die ambitionierte Erzählstruktur den Zugang zwar erschwert, letzten Endes aber Wunder wirkt.

    Wie David Gutersons majestätischer Erstlingsroman folgt auch Hicks‘ prächtig anzusehende Adaption nach einem der besten Drehbücher von Vielschreiber Ron Bass („Die Hochzeit meines besten Freundes“) zunächst den Gesetzen eines klassischen Whodunit-Krimis. Ein junger Fischer wird in den 50er Jahren nach einer nebligen Nacht in den Netzen seines Bootes vor einer Pazifikinsel im amerikanischen Nordwesten gefunden. Polizei und Behörden vermuten ein Verbrechen: Ein gleichaltriger Japaner - Jugendfreund, Berufskollege und womöglich Rivale des Toten - wird als Verdächtiger vor Gericht gestellt. Für den Film Ausgangspunkt für zahlreiche ineinander verschachtelte Ausflüge in die Vergangenheit von Beteiligten und Gemeinde, in der Amerikaner und angesiedelte Japaner von jeher im Zustand eines fragilen, von rassistischen Ressentiments geprägten Waffenstillstands nebeneinander existieren. Der wird mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs erschüttert. Nach Pearl Harbor werden die japanischen Siedler ihres Besitzes beraubt und in Internierungslager deportiert. Die jungen Amerikaner müssen in den Krieg ziehen. Unter ihnen ist der Sohn des ansässigen Zeitungsherausgebers, Ishmael, mit großer Kontrolle gespielt von Ethan Hawke.

    Für Hicks ist er, der den Mordprozeß als neutraler Journalist verfolgt, die zentrale Figur der Geschichte. Die fragmentarischen Flashbacks in seine Erinnerungen, assoziativ und vermeintlich ungerichtet wie das Gedankensprungkino von Oliver Stone, lyrisch und atmosphärisch wie bei Terrence Malick, offenbaren, daß er kein Unbeteiligter ist. Je tiefer der Film in den Kopf Ishmaels eindringt, desto deutlicher wird, daß er als Heranwachsender eine geheime Liebesbeziehung zu einem japanischen Mädchen hatte, das mittlerweile mit dem Angeklagten verheiratet ist. Ishmaels Verbitterung und Orientierungslosigkeit im Leben wird zum Dreh- und Angelpunkt für die langsam sich zuspitzenden Ereignisse. Während im Gerichtssaal der lange vor sich hinlodernde Rassismus offen zum Vorschein kommt, muß sich Ishmael seiner Vergangenheit stellen: der immer noch starken Gefühle für das Mädchen und der Last des Erbes seines übermächtig erscheinenden Vaterfigur - letzteres eine klare Fortführung eines der zentralen Themen von „Shine“. In der Bewältigung seines Dilemmas liegt schließlich auch der Schlüssel für die Aufklärung des Todesfalls. Viel Zeit nimmt sich Hicks in seinem wunderschönen Film über die oftmals fatale Vernetzung von Privatem und Politik, Vergangenheit und Gegenwart und gibt der Atmosphäre klar Vorzug vor Spannung. Immer wieder verweilt die Kamera auf der verschneiten Landschaft, taucht in Nebelbänke und schummrig beleuchtete Räume ein, auf der Suche nach der Wahrheit - wie der Film, der sich durch Schichten verdrängter Erinnerungen kämpft und so nur langsam seine Geheimnisse preisgibt. Ein eindringliches Drama, das über den Kopf das Herz berührt, wenn man es an sich heranläßt. ts.

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