Schlaraffenland

  1. Ø 0
   1999
Schlaraffenland Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Schlaraffenland: Wilde Mischung aus Teenager-Drama und Psycho-Thriller um Jugendliche, die nachts in einem Einkaufszentrum eine Fete feiern wollen.

Sieben Kids lassen sich nachts in einem riesigen Einkaufscenter einsperren, um die Party des Jahrhunderts steigen zu lassen und es einem korrupten Bullen so richtig zu zeigen. Die Party eskaliert, als Junkiegirl Lana einen tödlichen Unfall verursacht. Und auch noch eben der verhaßte Sicherheitsbeamte am selben Abend mit drei Kollegen den dortigen Tresor ausräumen will. Da kann er keine Zeugen brauchen.

Sieben Kids lassen sich eines Nachts in einem gigantischen Einkaufszentrum einsperren. Dort wollen sie eine Party der Extraklasse feiern. Doch die Jugendlichen haben die Rechnung ohne Pops gemacht. Denn der gerissene Schwarze Sheriff hat es ausgerechnet in jener Nacht auf den Tresor des Konsumtempels abgesehen. Als Pops und seine Helfershelfer zufällig auf die Bande stoßen, sieht er dies als willkommene Gelegenheit, den Kids den Raub in die Schuhe zu schieben. Doch so leicht lässt sich die „Young Generation“ nicht aufs Kreuz legen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Fersehregisseur Friedemann Fromm inszenierte mit "Schlaraffenland" sein professionelles Debüt fürs Kino, eine Art deutsches "Stirb langsam". Leider schafft es das Skript nicht, die gängigen Jugendklischees zu umschiffen. Und so sind seine Protagonisten alles Außenseiter, Punker, Arbeitslose, eben die Klischees einer Generation von Kleinkriminellen mit seltsamen Spitznamen.

    Und damit hat man wieder das typisch deutsche Problem eines Films, der verzweifelt versucht, amerikanisch zu sein. Und mit den Figuren - zumindest im Ansatz - mal eben Tarantino zu kopieren. Hat ja schließlich bei "Knockin' on Heaven's Door" auch geklappt.Hier klappt es aber nicht.

    Figurenzeichnungen wie Dialoge können nicht überzeugen. Zum Glück ist das Skript wenigstens so konsequent, auch Beinahe-noch-Kinder hemmungslos über die Klinge springen zu lassen, so dass der Zuschauer schnell versteht, dass nicht viele der Protagonisten diese Nacht überleben werden und zumindest ein lustiges Rätselraten stattfinden kann, wer den nun als Nächstes den Löffel abgibt.

    Reduziert auf die Action funktioniert der Film, an der Story hapert es aber einfach zu sehr. Im Kino macht der Film keinen Spaß, auf Video lässt es sich ganz passabel ertragen. Für Franka Potente-Fans gibt es leider nichts zu lachen, viel Freiraum wird ihr nicht gelassen, dafür überzeugt Heiner Lauterbach als miesester aller Schurken und das Talent einiger der Jungschauspieler ist auch erkennbar.

    Fazit: Wieder mal ein deutscher Film, der verzweifelt versucht, amerikanisch zu sein und dabei an seinen Klischees hängen bleibt.
  • Nicht auf dem Campus wie in amerikanischen Teenie-Filmen, sondern im Kaufhaus herrscht bei Friedemann Fromm Mord und Totschlag. Im glitzernden Konsum-Paradies kommt es zum Showdown zwischen einer Jugendclique und einigen Schwarzen Sheriffs mit Heiner Lauterbach als Oberfiesling.

    Das Gewaltpotential bei Jugendlichen steigt. Von diesem Faktum aus entwickelt Friedemann Fromm das irritierende Porträt einer Jugend ohne Orientierung auf der Suche nach dem ultimativen Kick. Sieben Kids machen sich keinen Kopf über die Zukunft. Sie wollen Fun, hier und jetzt nach der Devise „buy now, pay later“ und lassen sich in ein Einkaufscenter (beeindruckend das aufwendige Produktionsdesign) einsperren, um eine Nacht lang mit jeder Menge Drugs die Party ihres Lebens zu feiern. Die anfängliche Hochstimmung zwischen Videospielen, Designer-Klamotten und CDs findet ein jähes Ende, als ein Mädchen zu Tode stürzt und plötzlich vier Privat-Cops auftauchen, die unter Leitung ihres skrupellosen Anführers den Tresor leerräumen wollen. Die Youngster glauben, sich mit den Erwachsenen anlegen zu können , ein fataler Irrtum, der zu einem brutalen Kampf ausartet, bei dem nur wenige überleben. Friedemann Fromm verwischt in seinem Kinodebüt die Grenzen zwischen Gut und Böse, die Menschen sind Opfer ihrer selbst und der Umstände. Er erzählt in schnellem Rhythmus, atemlosen Beat und schockierenden Bildern von der Entstehung von Gewalt und dem Aufbau von Gegengewalt. Dabei geht er drastisch nach dem Prinzip der „zehn kleinen Negerlein“ vor. Wie Schießbudenfiguren wird einer nach dem anderen liquidiert, Freundschaft und Liebe gelten nichts mehr. Unter Druck lösen sich zivilisatorische Strukturen auf, fallen die letzten Hemmungen, in diesem „Krieg aller gegen alle“ wirken alle Beteiligten wie Bilderbuch-Protagonisten des Philosophen Thomas Hobbes. Um das Lebensgefühl von Jugendlichen kurz vor dem Millennium aufzuspüren, führten Regisseur und sein Bruder Christoph, der das Drehbuch schrieb, zahlreiche Gespräche in Szene-Treffs und Clubs. Auf dieser Grundlage schufen sie sieben künstliche Charaktere, mit denen sich jedoch wohl die wenigsten identifizieren können. Eine weitere Schwierigkeit liegt in der hohen Anzahl von elf Hauptfiguren, die eine Hinwendung und Konzentration auf einen wirklichen (hier fehlenden) Sympathieträger erschweren. Friedemann Fromm hat sich in seiner Kompromisslosigkeit zuviel vorgenommen, die Mischung aus Psychogramm, hartem Krimi, blutigem Action-Movie und karthatischer Gewaltexplosion ist wenig ausbalanciert, Heiner Lauterbach als „bad guy“ erinnert an eine Karrikatur. Die Jugendlichen gehen durch die Hölle. Der Zuschauer auch. mk.

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