Filmhandlung und Hintergrund

Götz George in großartiger Spiellaune in einem "Schimanski"-Film, der viel mehr ist als "nur" ein Krimi und einer Liebeserklärung an seinen Schauplatz gleicht.

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Kritikerrezensionen

  • Schimanski: Schicht im Schacht: Götz George in großartiger Spiellaune in einem "Schimanski"-Film, der viel mehr ist als "nur" ein Krimi und einer Liebeserklärung an seinen Schauplatz gleicht.

    Ein würdiger Film zum 70. Geburtstag Götz Georges, der mehr denn je für seine Paraderolle brennt.

    Geradezu poetisch beginnt dieser Jubiläums-„Schimanski“ mit einer Traumsequenz: Schimmi schwebt in einem Flugdrachen über ein Ruhrgebiet, das von vergangenen Zeiten kündet, denn in der beeindruckenden Industrielandschaft dampft und qualmt es aus allen Schloten, die Hochöfen laufen auf Hochtouren.

    Darin spiegelt sich eine Wehmut, die sich durch den ganzen Film zieht. Dass für den Bezirk Duisburg-Rheinhausen „Schicht im Schacht“ sei und es keine Perspektiven gebe, kommt in Jürgen Werners Geschichte nicht nur einmal zur Sprache. Der frühere Bergmann Budarek (Walter Gondermann) steht sinnbildlich für den Zeitenwandel, als Rentner führt er heute Touristen durch das leerstehende Stahlwerk. Doch der Geist von früher bleibt erhalten, nach wie vor wird an die „Stahlkocherehre“ appelliert. Und in Schimanski findet Budarek natürlich einen Verbündeten. Gleichzeitig taugt Schimanski, obwohl inzwischen Ruheständler, keineswegs als Symbol für die stillgelegten Hütten und Bergwerke.

    Eigentlich wollte er mit seinem alten Weggefährten „Hänschen“ (Chiem van Houweninge) in den Angelurlaub, doch als er den früheren Kollegen von einem Tatort abholen will, wird Schimanski mit der Vergangenheit konfrontiert. Der Mord an einer jungen Frau, weist deutliche Parallelen zu einem sechs Jahre alten Fall auf, den Schimanski seinerzeit nicht aufklären konnte. Sofort ist „Schimmi“ wieder im Element und obwohl ihn sein früherer Assistent, der jetzige Ermittlungs-Chef Hunger eindringlich mahnt, die Finger davon zu lassen, reißt er den Fall immer mehr an sich. Und wie er das macht, ist herrlich anzusehen. Zunächst macht er sich einfach Hänschens Handy zu eigen, übernimmt anstelle des kauzigen Holländers ein Verhör und ab einem gewissen Zeitpunkt realisiert selbst Hunger nicht mehr, wie er Schimanski fast selbstverständlich in die Ermittlungsarbeit einbezieht.

    Götz George - scheinbar mehr denn je Feuer und Flamme für seine Paraderolle - merkt man die Spielfreude geradewegs an. Zwar immer noch rau und manchmal rabaukenhaft, streift er inzwischen wie ein Social-Worker durch sein Duisburg, bewahrt hier einen Junkie vor dem Drogentod und versucht dort eine in flagranti ertappte Kleindealerin wieder in die Spur zu bringen. „Du bist nicht für jedes Verbrechen in Duisburg zuständig“, sagt Hänschen einmal und weiß dabei genauso wie der Zuschauer, dass Schimanski da ganz anderer Ansicht ist.

    Regisseur Thomas Jauch ist ein sehr schöner „Schimanski“ gelungen, der ohne großes Spektakel eine zwar sehr traurige Geschichte erzählt, aber auch sehr viel über die Menschen und wie eine Liebeserklärung an seinen Schauplatz wirkt. Von den vielen guten Schauspielern bleibt einem Anne Ratte-Polle als nur vermeintlich unberührbare Geheimnisträgerin ganz besonders in Erinnerung. fra.

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