Schimanski muß leiden

Filmhandlung und Hintergrund

„Langsam versteh‘ ich die ganze Veranstaltung nicht mehr“, stöhnt Schimanski irgendwann und spricht damit aus, was dem Zuschauer schon geraume Zeit durch den Kopf geht. „Warum drehen heute alle durch? Was ist anders als sonst?“ Vermutlich gar nichts. Der einzige, der anders ist, ist der Titelheld. „Schimanski muss leiden“ heißt der zweite diesjährige der mittlerweile fast schon Tradition gewordenen Herbstbesuche des...

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „Langsam versteh‘ ich die ganze Veranstaltung nicht mehr“, stöhnt Schimanski irgendwann und spricht damit aus, was dem Zuschauer schon geraume Zeit durch den Kopf geht. „Warum drehen heute alle durch? Was ist anders als sonst?“ Vermutlich gar nichts. Der einzige, der anders ist, ist der Titelheld. „Schimanski muss leiden“ heißt der zweite diesjährige der mittlerweile fast schon Tradition gewordenen Herbstbesuche des einstigen „Tatort“-Stars, und das Drehbuch von Michael Klaus macht sich endlich die Chance dieser Stippvisiten zu Nutze: Schimanski, ohnehin ein Fossil der jüngeren Fernsehgeschichte, hat den Anschluss verpasst; die Welt hat sich weiter gedreht.

    Regisseur Matthias Glasner („Fandango“) lässt den Haudegen kaltschnäuzig in ein aus Schimanskis Sicht hoffnungslos kafkaeskes Szenario stolpern. Eigentlich ist die Geschichte ganz einfach, doch Klaus‘ Perspektive beschränkt sich stur auf die seiner Hauptfigur - und der hat, siehe oben, schon lange den Überblick verloren. Dabei begann sein Tag ganz normal: Zusammen mit Freundin Marie-Claire (Denise Virieux) wollte er sich auf den Weg nach Hamburg machen, um dort mit seinem einstigen Chef Königsberg (Ulrich Matschoss) Geburtstag zu feiern. Schimanski wird dort jedoch nie eintreffen, zumindest nicht rechtzeitig, denn er wird wieder einmal ohne sein Dazutun in die große Politik verwickelt: Eine psychiatrische Anstalt dient als Unterschlupf für Opfer des Konflikts zwischen Türken und Kurden. Eine Kurdin (Jale Arikan), die zwischen die Fronten geraten ist, hat Dokumente schlimmster Foltermethoden nach Deutschland geschmuggelt; ein Pfleger (Alexander Beyer) wittert den großen Coup, klaut das Päckchen und wird nun gejagt. Keine allzu unübersichtliche Geschichte eigentlich, doch in der Inszenierung Glasners wird daraus ein ständiges Rätsel, dessen Lösungen zum Teil auch nie Preis gegeben werden.

    Die auffälligste Rolle - neben Schimanski natürlich - spielt die Tante des Pflegers, die ebenso unfreiwillig vom Sog erfasst wird wie Schimanski. Kein Wunder, dass die beiden vorübergehend ein Paar werden; kein Wunder auch, dass Christiane Hörbiger gewohnt souverän und dank hübscher Dialogsätze („Ich bin ein Magnet für Idioten“) weitaus mehr aus dieser Tante macht, als Autor Klaus ursprünglich geplant haben dürfte. Die Gastrolle zeigt zudem wieder einmal, wie dringend notwendig ein starker Gegenentwurf zu Schimanski ist; der junge LKA-Beamte Hunger (Julian Weigend) bekommt auch diesmal bei weitem nicht genug Raum, um Konturen zu entwickeln. tpg.

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