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Autorenstatement

Vor vier Jahren habe ich die Idee entwickelt, einen Film über Depression zu drehen und mit den ersten Arbeiten daran begonnen. Nun bin ich sehr stolz darauf, einen Film fertig gestellt zu haben und präsentieren zu können, der genauso geworden ist, wie ich es vor Drehbeginn gehofft hatte. Ein Film, der ein Tabuthema in Deutschland in den Mittelpunkt rückt und gegen diese Tabuisierung angeht, der versucht aufzuklären und eine andere Sichtweise auf diese Krankheit und die Psychiatrie aufzuzeigen.

Entstanden ist ein Film, der aus Sicht der Erkrankten erzählt - Ihnen eine Stimme gibt - sich Zeit lässt und dabei auch den Protagonisten Zeit gibt sich mitzuteilen. Das Besondere an meinem Film ist, dass er nicht nur dokumentiert, sondern beschreibt, dass er nicht beurteilt, sondern begleitet und in Bildern erzählt. Dieser Aspekt ist mir besonders wichtig, daher habe ich auch bewusst auf einen kommentierenden Sprecher verzichtet. Es ging mir darum, die Atmosphäre der Krankheit und die Stimmung der Erkrankten in Bilder zu übersetzen, was wir durch viel Ruhe und Geduld geschafft haben. Deswegen haben wir auch bewusst auf Super 16mm Film gedreht, um den Film auch visuell auf eine andere Ebene zu heben und um überhaupt die Atmosphäre in Bilder übersetzen zu können.

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Es ist die erste Langzeitbeobachtung über das Thema Depression aus Sicht der Betroffenen, die über ihre Krankheit reden und ihre individuelle Erfahrung in der psychiatrischen Klinik beschreiben. Noch nie gab es solche Einblicke, die selbst vor der Auseinandersetzung mit verschiedenen umstrittenen Behandlungsmethoden wie EKT (im Volksmund auch Elektroschocktherapie genannt) und DBS (engl. deep brain stimulation, Tiefenhirnstimulation), die in diesem Film gezeigt werden, nicht Halt macht.

Schattenzeit ist ein Dokumentarfilm über schwerste Depressionen, ihre Erscheinungsformen und die verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten. Ich wollte zeigen, wie schwere Depressionen heutzutage behandelt werden und was die Erkrankten alles auf sich nehmen, um Heilung zu erfahren. Der Film begleitet exemplarisch drei Patienten auf ihrem Weg mit der Krankheit und deren unterschiedliche Verläufe.

Der Film lässt den Zuschauer am Erfolg genauso teilhaben wie an den Misserfolgen und der Enttäuschungen. Auf diese Weise kann der Film beim Zuschauer mitfühlendes Interesse und Verständnis für die betroffenen Patienten und deren Erkrankung wecken.

Im Mittelpunkt steht die Sicht der Protagonisten mit ihren Wünschen, Hoffnungen und Ängsten. Ich bin sehr stolz auf meine Protagonisten, die mir und damit den Zuschauern die Möglichkeit geben, diese Krankheit und die Erkrankten besser zu verstehen und einen Einblick in ihre Innenwelt zu bekommen. Das halte ich für besonders wichtig, da grundsätzlich jeder an dieser Krankheit erkranken kann und die Häufigkeit depressiver Erkrankungen in den westlichen Ländern in den letzten Jahrzehnten zuzunehmen scheint.

Vielen ist nicht bewusst, dass jeder an Depressionen erkranken kann. Dies liegt weder an persönlicher Schwäche oder schlechter Lebensorganisation. Es ist eine Krankheit, eine sehr schwere noch dazu, die heute zwar immer besser behandelt werden kann, zu der es jedoch noch sehr vieles zu erforschen gibt. Entscheidend ist, dass die Erkrankung und die Aufklärung darüber enttabuisiert werden. Denn Depression ist behandelbar. Und, je früher man sich Hilfe sucht, desto besser verläuft die Behandlung.

Bei meinen Dreharbeiten habe ich nichts inszeniert oder nachgestellt, sondern versucht, das Situative hervorzuheben und damit so authentisch wie möglich die Welt widerzuspiegeln, über die wir augenscheinlich so viel wissen, die wir jedoch mit Worten so schwer fassen können.

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  • Fakten und Hintergründe zum Film "Schattenzeit"

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    Kino.de Redaktion  

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