Schattenkinder

  1. Ø 2
   2007
Schattenkinder Poster
Alle Bilder und Videos zu Schattenkinder

Filmhandlung und Hintergrund

Schattenkinder: TV-Drama: Eine psychoneurotisch gestörte Mutter gefährdet das Leben ihrer Töchter...

Darsteller und Crew

Bilder

Kritiken und Bewertungen

So werten die User Ø
(3)
5
 
Stimme
4
 
Stimme
3
 
Stimme
2
 
Stimme
1
 
Stimme
So werten die Kritiker (1 Stimmen)
5
 
Stimme
4
 
Stimme
3
 
Stimme
2
 
Stimme
1
 
Stimme

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • Wenn Mutterliebe krank macht: „Schattenkinder“ ist ein vorzüglich gespieltes Drama, dessen Fallhöhe sich erst durch die ausgezeichnete Kameraarbeit ergibt.

    Der Hypochonder ist zwar eine dankbare Figur für Humoresken, im Alltag aber eher lästig: weil einem sein ständiges Buhlen um Aufmerksamkeit rasch auf die Nerven geht. Auch Sandra, die im Grunde genommen tragische Hauptfigur dieser Geschichte von Bernd Lange, hat eine Art an sich, die sie alsbald um alle Sympathien bringt. Sie leidet, wenn man so will, unter stellvertretender Hypochondrie: Sandra ist kerngesund, aber ihre kleine Tochter Agnes hat ständig eine neue Krankheit. Tatsächlich bricht sie irgendwann zusammen und stirbt kurz drauf im Krankenhaus.

    Schon allein der enorme Grad an Antipathie, den Sandras Verhalten unwillkürlich hervorruft, deutet an, wie groß die Leistung der erfahrenen Theaterschauspielerin Beata Lehmann ist. Dabei wirkt Sandra wie eine vorbildliche Mutter, die ihr Leben ausschließlich auf ihre beiden Töchter ausgerichtet hat. Deshalb teilt ihre Schwester (Karoline Eichhorn) auch Sandras Wut auf die Ärzte, die sich über die mütterliche Intuition hinweggesetzt und ihre Bedenken nicht ernst genommen haben. Erst recht empört reagiert sie auf die Andeutung, Sandra selbst sei an Agnes‘ Tod nicht unschuldig; doch dann muss auch Therese, die bislang kerngesunde zweite Tochter, ins Krankenhaus.

    „Münchhausen by proxy“, klärt eine Ärztin am Ende auf, ist der Name der Krankheit, unter der Sandra leidet. Proxy heißt Stellvertreter, und das trifft es recht gut: Mütter misshandeln ihre Kinder, um auf diese Weise selbst in den Genuss gesteigerter Aufmerksamkeit zu kommen; eine gruselige Vorstellung. Abgesehen von einer raffiniert gestalteten Schlüsselszene, in der Sandras Wahn auch optisch manifest wird, haben Claudia Prietzel und Peter Henning aber keinen Horrorfilm gedreht. „Schattenkinder“ erzählt zunächst die Geschichte einer Heimkehrerin: Christiane war offenbar eine halbe Ewigkeit weg, versucht nun, daheim wieder Fuß zu fassen, und nistet sich bei ihrer Schwester ein. Die bemerkenswerte Bildgestaltung von Ngo the Chau sorgt allerdings dafür, dass man sich bei der passiv aggressiven Sandra („Oder willst du, dass es mir schlecht geht?“) nie wohlfühlt: Seine Kameraarbeit lässt einen regelrecht frösteln, so unterkühlt wirken die gern leicht blaustichig und ansonsten farbarm-freudlos gestalteten Bilder. Immer wieder zeigt er die Protagonisten aus einer extremen Draufsicht, und so wird „Schattenkinder“ durch die Arbeit mit der Kamera dann doch noch, was die Erzählung ansonsten tunlichst vermeidet: eine Fallstudie. tpg.

Kommentare