Schatten der Zeit Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Schatten der Zeit: Regiedebüt von Oscarpreisträger Florian Gallenberger mit berührender Lovestory und indischer Exotik.

Im Indien der Kolonialära schuftet der kleine Ravi (Prashant Narayanan) von frühester Kindheit an in einer Teppichweberei und findet Trost bei seiner gleichaltrigen Leidensgenossin Masha (Tannishtha Chatterjee). Um irgendwann die Freiheit genießen zu können, spart Ravi jede Rupie vom kargen Lohn über die Jahre auf. Als der Fabrikbesitzer Masha an einen Mädchenhändler verkaufen will, opfert Ravi jedoch all sein Geld für die Freundin, um ihr die Freiheit zu schenken. Jahre später kommt es zu einem Wiedersehen unter veränderten Umständen.

Bayerische Filmpreise für den besten Erstlingsfilm sowie die beste Bildgestaltung gab’s für das exotische Liebesdrama und Langfilmdebüt von Oscar-Preisträger Florian Gallenberger (“Quiero ser”). Helmut Dietl produzierte.

Indien vor der Unabhängigkeit. Als Kinder arbeiten Ravi und Masha in einer Teppichfabrik. Als sie sich trennen müssen, versprechen sie einander, sich an einem vereinbarten Treffpunkt regelmäßig zu suchen. Jahre später finden sie sich, sind aber in Ehen mit ungeliebten Partnern gebunden. Für kurze Zeit scheint diese große Liebe eine Chance zu bekommen, bis Ravi eine verhängnisvolle Entscheidung fällt.

Ravi und Masha ackern in einer indischen Teppichfabrik. Als Ravi erfährt, dass Masha an einen Mädchenhändler verschachert werden soll, opfert er selbstlos alle Ersparnisse, für Mashas Versprechen, jedes Mal bei Vollmond im Shiva-Tempel auf ihn zu warten. Jahre vergehen, bis Ravi endlich die Fabrik verlassen kann, doch wegen eines dummen Zufalls verpasst er die inzwischen berühmte Tänzerin Masha im Tempel. Weitere Jahre ziehen ins Land, bis sich die beiden inzwischen anderweitig Verheirateten zufällig wieder begegnen.

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Kritikerrezensionen

  • Zwei Bayerische Filmpreise für den besten Erstlingsfilm und die beste Kameraarbeit, die Präsentation auf der Berlinale und das Langfilmdebüt eines Regisseurs, der für seinen Kurzfilm “Quiero ser” 2001 mit dem Oscar ausgezeichnet wurde – all das wird Florian Gallenbergers “Schatten der Zeit” nicht nur Aufmerksamkeit bringen, sondern auch in die Beweisführung für den Aufwind des Deutschen Films aufgenommen werden. Dabei ist das Originäre und Außerordentliche an dieser bemerkenswerten melancholischen Lovestory, dass sie eben nicht als Deutscher Film identifizierbar ist, dass sie keine deutsche Identität verrät und universelle Themen weit entfernt von nationalen Realitäten anspricht. Es ist ein Film von allgemeingültiger Sensibilität und internationaler Qualität, der viele Zuschauer verdient und bei zu erwartender guter Mundpropaganda hoffentlich auch bekommen wird.

    Bereits in “Quiero ser”, der auf den Straßen von Mexiko City spielte, schaute Gallenberger über den Tellerrand hinaus und in das Herz einer fremden Welt hinein. Manches aus diesem 30-Minüter hat Gallenberger variiert übernommen – etwa die Rückblendenstruktur oder das Motiv zweier Menschen, die sich einmal sehr nahe standen, dann trennten, sich im Alter wiederbegegnen, aber nicht zu erkennen geben.

    Gedreht wurde an Originalschauplätzen und in Breitwand – mit sehenswerter Bildaufteilung, plastischer Fotografie und einem Licht, das bei aller Härte des gezeigten Lebens immer auch Wärme findet. Es ist ein ruhiger, ernster, aber nicht betonschwerer Film – exotisch in seinem Schauplatz, aber ganz vertraut in seinen Gefühlen. Ein Liebesmelodram, produziert von Helmut Dietl und seiner Diana Film, geschrieben von Gallenberger und wohl auch inspiriert von Mira Nairs “Salaam Bombay”.

    Eine Gegenwartsklammer am Anfang und Ende des Films rahmt die Zentralhandlung ein, die in Indien, vor der Entlassung des britischen Kolonialreichs in die Unabhängigkeit, spielt. Der kleine Ravi arbeitet in einer Teppichfabrik, in der Kinder wie Sklaven gehalten werden und sich den Weg in die Freiheit mit Geld erkaufen müssen. Der Junge mit der Nummer 23 (eine kleine Hommage an Hans-Christian Schmid?) investiert sein Erspartes in die Freiheit seiner jungen Freundin Masha, bewahrt sie davor, in die Hände eines Mädchenhändlers zu fallen. Beim Abschied versprechen sie sich – die Variation eines Motivs aus Leo Mc Careys “Die große Liebe meines Lebens” – bei jedem Vollmond im größten Shiva-Tempel Kalkuttas nach dem anderen zu suchen. Jahre später ist Masha in der Prostitution gelandet, weil sie in dieser Welt, in der viele Kinder nur Ware sind, nicht einen Menschen fand, der ihr Vertrauen nicht missbrauchte. Ravi hat sich mittlerweile bei einem alten Teppichhändler in Kalkutta unverzichtbar gemacht, wird geliebt von der Enkelin seines Chefs, die in einer Vollmondnacht im Tempel, nach Fastbegegnung und Falschinterpretation, verhindert, dass Ravi und Masha zusammenfinden. Beide füchten sich in Ehen, in der sie geliebt werden, aber selbst nicht lieben können. Als sie sich Jahre später erneut begegnen, entwickelt sich eine kurze Affäre, findet Ravi aber nicht den Mut, sich für immer zu Masha zu bekennen und seine Frau zu verlassen. Ein weiteres Mal, zum Ende ihres Lebens hin, führt das Drehbuch beide zusammen, findet einen weisen, realistischen Abschluss für eine Geschichte, in der nicht nur die beiden Liebenden, sondern auch ihre Partner tragische Figuren sind. kob.

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