Schade um das schöne Geld

  1. Ø 0
   2007
Schade um das schöne Geld Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Schade um das schöne Geld: 50 Millionen Euro, die die Tippgemeinschaft eines Seebades an der Nordseeküste gewinnt, sorgen für Turbulenzen.

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Kritikerrezensionen

  • Es gibt Filme, die erzählen mit wenigen großen Figuren eine große Geschichte; andere bieten viele Protagonisten auf diversen kleinen Handlungsebenen, die sich unmerklich zur großen Geschichte verdichten. „Schade um das schöne Geld“, eine Provinzdramödie von Lars Becker („Nachtschicht“), ist irgendwas dazwischen: Die Figuren sind ausnahmslos interessant genug, um Hauptfigur einer eigenen Geschichte zu sein. Aber Becker (Buch und Regie) gestaltet die Handlung als Abfolge vieler übersichtlicher Episoden, die nach einem roten Faden suchen. Deshalb dauert es fast eine Stunde und damit – ähnlich wie zuletzt in Beckers Drama „Die Weisheit der Wolken“ – viel zu lange, bis er endlich zur Sache kommt.

    Dabei ist die Geschichte in ihrem Kern eigentlich übersichtlich: Mehrere Einwohner eines friesischen Dorfes bilden eine Lottogemeinschaft. Als die Gruppe tatsächlich den Jackpot knackt und 25 Millionen Euro gewinnt, beginnt prompt ein großes Hauen und Stechen, weil keiner dem anderen seinen Anteil gönnt; erst recht nicht jene, die nichts vom großen Kuchen abbekommen. Der Reiz der Handlung liegt allerdings weniger im Sozialneid: Der Film lebt in erster Linie vom kunterbunten Personal. Zur Tipptruppe beispielsweise gehören nicht nur der örtliche Bürgermeister (Armin Rohde), der größte Arbeitgeber (Uwe Ochsenknecht) und der Besitzer des Lottoladens (Gustav Peter Wöhler), sondern auch die Arbeiterinnen aus der Fischfabrik (Heike Makatsch, Cosma Shiva Hagen) und ein Bademeister (Marc Hosemann).

    Schon allein die vortreffliche Besetzung (ergänzt um Ingo Naujoks und Catrin Striebeck) verdeutlicht die Bedeutung der einzelnen Figuren. Die prominenten Schauspieler überhöhen die Rollen allerdings automatisch; prompt wirken ihre kleinen Geschichten viel zu nichtig für diesen darstellerischen Aufwand. Abgesehen davon kann ohnehin keiner Christian Ulmen das Wasser reichen. Er spielt den heimlichen Helden des Films, den braven Busfahrer Bruno Karras, der dank seines großen Herzens drauf und dran wäre, Busfahrer des Jahres zu werden, wenn er nicht dauernd zu spät käme, weil er ständig außerplanmäßig hilfreich anhält. Bruno liebt die vom Bademeister geschwängerte Mirabel (Makatsch), die kurzfristig aus der Tippgemeinschaft ausgestiegen ist. Da sich ihre Freundin Gloria (Hagen) an den Vater ihres Kindes rangeschmissen hat, bringt sie die beiden dank Brunos Wandlungsfähigkeit ziemlich clever um einen erklecklichen Teil ihres Gewinns.

    Aber das ist schon das Finale der Geschichte. Bis dahin braucht Becker viel zu lange, um die Figuren allzu umständlich einzuführen. Trotzdem bekommen sie kaum Tiefe; alle bleiben einigermaßen eindimensional, weshalb auch die überraschenden Handlungswendungen eher überschaubar sind. Die verblüffendsten Momente gehören daher dem unverwechselbaren Martin Brambach in zwei Gastauftritten als Bankangestellter, der sich gar nicht mehr einkriegt, als der Bademeister an seinem Schalter auftaucht. tpg.

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