5 Gründe, warum ihr „Scary Stories to Tell in the Dark“ nicht verpassen dürft

Sarah Börner |

André Øvredal und Guillermo del Toro haben gemeinsam einen Horrorfilm produziert, der, obwohl für Jugendliche deklariert, allen Horrorfans das Fürchten lehrt.

Pünktlich zu Halloween dieses Jahres erscheint der neue Horrorfilm „Scary Stories to Tell in the Dark“ von André Øvredal und Guillermo del Toro. Der Coming-of-Age-Film handelt von Stella (Zoe Colletti), Auggie (Gabriel Rush), Chuck (Austin Zajur) und dem später dazugestoßenen Ramón (Michael Garza), die in einem Geisterhaus ein mysteriöses Buch finden, das buchstäblich Geschichte schreibt. Darin tauchen plötzlich wie von Geisterhand Texte über jeden Einzelnen auf, in denen ihnen Schlimmes widerfährt. Das Problem an der Sache: Diese Dinge passieren den Jugendlichen wirklich. Die Aufgabe von Stella und ihren Freunden besteht schließlich darin, die Wurzel allen Übels zu finden und dabei nicht selbst von dem Buch verschlungen zu werden.

Wir nennen euch im Folgenden fünf Gründe, warum der Film nicht nur für Jugendliche, sondern für jeden Fan des Horror-Genres geeignet ist.

„Scary Stories to Tell in the Dark“: Mehr als nur ein Teenie-Horrorfilm

1. Enge Verbindung zum Buch

Wer auf zwielichtige steht, wird an „Scary Stories to Tell in the Dark“ seine Freude haben. Der Film basiert auf dem 1981 veröffentlichten von Alvin Schwartz, dessen Geschichten einem einen wahren Schauer über den Rücken laufen lassen. In den USA wurde der Roman lange Zeit verboten, da ihn viele Eltern eher als Gefahr als ein Vergnügen für ihre Kinder empfanden, auch aufgrund der ursprünglichen Illustrationen von Stephen Gammell. Dennoch fand Alvin Schwartz unter den jungen Lesern viele Fans, was für ihn Grund genug war, zwei Fortsetzungen zu seinem Buch zu schreiben, die sich hinsichtlich des Gänsehaut-Faktors in nichts nachstehen.

Mit einer solchen haarsträubenden Vergangenheit bietet der Roman die perfekte Grundlage für eine Verfilmung. Für den Film wurden nicht nur einzelne Geschichten aus dem Buch entnommen und zum Leben erweckt, sondern bei der Gestaltung der Monster wurde sich auch an den Zeichnungen von Gammell orientiert. Der Film ist somit eine gelungene Hommage auf den Roman.

2. Überzeugende Zusammenarbeit von del Toro und Øvredal 

Doch so angsteinflößend die Erzählungen von Alvin Schwartz auch sind — das Buch, das für Guillermo del Toro zu gruselig ist, muss wohl erst noch geschrieben werden. Der mehrfach ausgezeichnete Regisseur besitzt ein großes Herz für Bücher, weswegen es wohl nur eine Frage der Zeit war, bis er sich an ein Drehbuch für „Scary Stories to Tell in the Dark“ heranwagte. Schon in seinen Filmen wie „Pans Labyrinth“ und „Shape of Water — Das Flüstern des Wassers“ sticht hervor, dass der Regisseur mit dem Fantasy-Genre spielen kann wie kein zweiter.

Aber nicht nur Guillermo del Toro hat seinen ganz eigenen Filmstil entwickelt. Auch André Øvredal, ein Newcomer unter den Regisseuren, macht sich immer mehr im Horror-Genre einen Namen. In seinen Filmen schafft er es, mit wenigen Mitteln eine so intensive Spannung zu erzeugen, dass die Sehgewohnheiten des Zuschauers regelrecht durchbrochen werden. Auch in „Scary Stories to Tell in the Dark“ setzt Øvredal weniger auf Jumpscares, als vielmehr auf das gesamte Potenzial, das die Bildsprache zu bieten hat. Mit ungewohnten Kameraeinstellungen, grauenerregenden Masken, einer passenden Akustik und nicht zuletzt dem unübersehbaren del-toroschen Einfluss, wird eine Atmosphäre geschaffen, die in dem Horrorfilm sogar Elemente des Psycho-Horrors erkennen lässt.

3. „Scary Stories to Tell in the Dark“ ist kein Klischee-Horrorfilm

„Scary Stories to Tell in the Dark“ spielt mit dem Unerwarteten: Während anfänglich die wohl klischeehaftesten Motive genutzt werden, die das Horror-Genre zu bieten hat, ob die beliebte Grusel-Vogelscheuche oder das allzu bekannte Horrorhaus, gelingt dem Film nicht nur aufgrund der überragenden Arbeit von Øvredal und del Toro, sondern gerade auch durch die verschieden eingestreuten Emotionen die Flucht vor der Klischeehaftigkeit. Obwohl er vorrangig ein Horrorfilm ist, werden den Zuschauer*innen immer wieder Atempausen gegönnt, die jedoch nicht immer humorvoller Art sein müssen. Es ist das Spiel mit den Stimmungen, die den Film zu mehr machen, als einem stupiden 08/15-Grusel.

4. Fiktionalität trifft auf Realität

Die Produktion von André Øvredal und Guillermo del Torro stellt sich als eine Verknüpfung mehrerer Metaebenen heraus. Die damalige Angst der Eltern vor dem Einfluss von Schwartz‘ Werk auf das Wohl ihrer Kinder wird zum Thema des Films erhoben. Wie der Roman wurde auch das grauenerweckende Buch vor der Öffentlichkeit versteckt, aufgrund der Gefahren, die es in sich birgt. Doch während in der Realität für die damaligen jungen Leser*innen deren Fantasie zu ihrem Feind wurde, werden die Jugendlichen in dem Film mit den real gewordenen Kreaturen konfrontiert, jedoch diesmal auf der Ebene der Fiktionalität. Der Film ist somit eine kluge Verflechtung von Wahrheit und Einbildung, was den Punkt des Psycho-Horrors sogar noch einmal mehr unterstreicht.

5. Der Film spricht nicht nur ein Coming-of-Age-Publikum an

„Scary Stories to Tell in the Dark“ richtet sich mit einer PG-13-Einstufung an ein jugendliches Publikum, was sich auch in dem Film widerspiegelt. Wir erleben die Entwicklung der Jugendlichen hin zu Erwachsenen, wobei die Gruppe der Außenseiter an den Club der Verlierer aus „ES“ erinnert, da jeder von ihnen ebenfalls seine Lasten zu tragen hat. Die Vergangenheit und Gegenwart eines jeden einzelnen Charakters ist dafür so ausführlich ausgearbeitet, dass man regelrecht mitgerissen wird. Durch die präzise Charaktergestaltung können sich zwar gerade jüngere Zuschauer*innen mit den Protagonist*innen identifizieren, aber man merkt schnell, dass die vermeintlichen Jugendlichen schon längst die Schwelle zum Erwachsenenalter überschritten haben und sich Problemen stellen müssen, die sich nicht nur in Form der Monster offenbaren. Im Zusammenspiel mit den Horror-Elementen spricht der Film ein Publikum jeden Alters an.

In einem Interview hat uns der Regisseur André Øvredal auch viel über die Produktion des Films verraten und viele weitere Fragen zu „Scary Stories to Tell in the Dark“ beantwortet. Das Interview könnt ihr euch hier anschauen:

Fazit:

Mit „Scary Stories to Tell in the Dark“ haben André Øvredal und Guillermo del Toro das gleiche Ziel erreicht wie Alvin Schwartz. So wie er mittels seines Romans seinen Leser*Innen die erste Berührung mit Horror bieten wollte und konnte, gelang dies auch mit der gleichnamigen Verfilmung. Die PG-13-Warnung sollte einen Horror-Fan nicht abschrecken, diesen Film zu schauen, da er allen Zuschauer*innen das Fürchten lehrt und an keiner Stelle weder an Spannung noch an Emotionalität verliert. Also falls ihr am 31. Oktober 2019 noch nichts vorhabt, ist der Film genau das Richtige für euch. 

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