Scar 3D (2007)

Originaltitel: Scar
Scar 3D Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Scar 3D: Horror um eine Heldin, die 13 Jahre, nachdem sie einem Mörder entkommen konnte, an den Ort des Geschehens zurückkehrt und dort erneut mit einer Entführungs- und Mordserie konfrontiert wird, der auch ihre Nichte zum Opfer fällt.

Joan hat als Jugendliche den Folterkeller eines psychotischen Killers überlebt und ist seitdem sowohl psychisch als auch physisch gezeichnet. 13 Jahre später kehrt sie an den Ort ihres Traumas zurück, und prompt beginnt eine neue Mordserie. Dabei ist der Originalkiller damals gestorben. Als schließlich Joans Nichte, Olympia, entführt wird, fällt der Verdacht auf die labile Joan, die noch einmal allen Mut zusammennehmen muss.

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Kritikerrezensionen

  • Viehisch brutale „Saw“-/“Hostel“-Exploitation in 3D, die jenseits ihrer effektiven Splatterszenen kaum triftige Argumente für einen Kinobesuch liefert.
  • Dreidimensionale Impressionen aus dem Folterkeller verschafft uns dieser blutige B-Thriller mit Genrestar Angela Bettis (“Die Prophezeiung”).

    2007, also lange vor der populären 3D-Welle, nutzte der Independent-Filmer Jed Weintrob die 3D-Technik der Firma RealD, deren Kamerasysteme später für “Avatar” und Co. zum Einsatz kamen. Weintrob kann damit für sich in Anspruch nehmen, den ersten Torture Porn in 3D erstellt zu haben. Ferner fand er mit Angela Bettis, die sich seit ihrer Rolle in “May” einen klangvollen Namen bei Genrefans erarbeitet hat, und der aus der “Hannah Montana”-Serie bekannten Kirby Bliss Blanton zwei klingende feminine Namen. Dass sein Kleinstadt-Slasher dennoch erst nach drei Jahren ins Kino gelangt, hat seinen Grund. Denn ohne die makellose 3D-Optik wäre “Scar” eher ein klassischer Fall fürs Videoregal.

    Ohne sonderliche charakterliche Vertiefungen entspinnt sich ein typischer Plot, mithin das übliche, was dem Fan auf diesem Niveau zustößt. Die traumatisierte Heldin Joan (Bettis) hat als Jugendliche den Folterkeller überlebt und ist seelisch wie körperlich gezeichnet. Die “Saw” entliehene Wolfsmentalität – würde man seine beste Freundin opfern, um zu überleben? – dient nicht als Denkanstoß wie etwa in “WAZ”, sondern nur als Entschuldigung für ausgewalzte Sadismen on screen. Was nun nichts Schlechtes bedeuten muss, aber der Leerlauf zwischen den Thrill-Szenen – Joans Nichte Olympia (Kirby Bliss Blanton) soll in der verschlafenen Kleinstadt zur Prom Queen gewählt werden – stört das Ekelvergnügen. Anders als “Piranha 3D” wird das Treiben der partywütigen Schüler ohne Ironie präsentiert, denn Weintrob nimmt sein Werk ernst. Den Genre-Konventionen nach hebt bei Joans Rückkehr an den Ort ihres Traumas erneut eine Mordserie an, die entweder der eigentlich vor 13 Jahren gestorbene Original-Killer oder ein Copy-Cat verantwortet. Als Olympia entführt wird und der Verdacht auf die psychisch labile Joan fällt, ist ihr Heldenmut gefragt.

    Wenn schon die Handlungsversatzstücke kaum sonderlich kunstvoll aneinander gereiht werden, so entschädigt der plastische, genuine 3D-Look allemal dafür. Und außerdem offenbart Weintrob gewaltpornographische Folter-Exkurse, die im Gegensatz zum überkandidelten Funsplatter Alexandre Ajas eine echte Mutprobe bedeuten. Vor allem das Finale sucht an Drastik und Härte seinesgleichen, was zumindest für hiesige Kinoverhältnisse ein hervorstechendes Alleinstellungsmerkmal bedeutet. tk.
  • Schon 2007 drehte B-Filmer Jed Weintrob im „Hostel“-Fahrtwasser diese Mischung aus Teenie-Slasher und Torture Porn. Inzwischen konzipiert man fast alle Horrorremakes in 3D, damit Körperteile und Blutfontänen recht effektvoll auf den Zuschauer zustürzen können. Zumindest darf man Weintrob nicht vorwerfen, er hätte bei ähnlichen Werken abgekupfert. Wie in „Bloody Valentine 3D“ findet nach langer Zeitspanne eine längst vergessene Mordserie bei Rückkehr der Schlüsselfigur ihre unerwünschte, blutige Fortsetzung. Wie im drastischen Polizeithriller „WAZ“ werden Entführungsopfer unter Folter zur Entscheidung gezwungen, entweder unmenschliche Schmerzen zu ertragen oder den Tod eines vertrauten Menschen zu delegieren. Dabei stellt sich für den Betrachter bald die moralische Frage, wie er selbst reagieren und ob er den Tod eines anderen zur eigenen Sicherheit billigen würde.

    Obwohl Weintrob inhaltlich und in Sachen Einsatz der digitalen Hi-Definition 3D-Technologie der Firma RealD Vorreiter sein mag, muss er sich heute doch den Vergleich mit der Konkurrenz gefallen lassen, und da sieht es für „Scar 3D“ weniger positiv aus. In Rückblenden wird die Vorgeschichte der gepeinigten Joan aufgerollt, die sich mit ihrer Freundin unvorsichtigerweise vom Barett tragenden Leichenbeschauer Bishop in dessen abgelegene Arbeitsstätte locken ließ, wo die Mädchen ausgiebig dessen Folterinstrumente zu spüren bekamen. Allerdings weiß der Zuschauer von Beginn an, dass Joan die furchtbare Nacht überlebte, während ihr Angreifer dabei offenbar unschädlich gemacht wurde. Deshalb wirkt die Flashback-Technik im Grunde überflüssig.

    Als die erfolgreiche Immobilienmaklerin Joan später in ihr Heimatstädtchen von Colorado zurück kehrt, verschwinden erneut mehrere Teenager. Es stellt sich die Frage, wer die perfiden Entscheidungsspiele um Folter und Mord in Bewegung setzt, bei denen auch Joans Nichte Olympia, gekürt zur „Homecoming Queen of Fish“, bedroht wird. Etwa die traumatisierte Joan selbst? Oder Bishops Widergänger? Gar sein finsterer Amtsnachfolger oder ein bizarrer, vom Irak-Einsatz psychisch geschädigter US-Offizier? Geschickt führen Jed Weintrob und sein Autor die Zuschauer zunächst auf falsche Fährten, wobei man angesichts des zunehmend dezidierten Personals gegen Ende doch die Identität des selbst ernannten Herren über Leben und Tod erraten kann. Doch dies genügt nicht, um die Spannung aufrecht zu halten.

    Durchschnittlich in Dramaturgie, Kameraarbeit und 3D-Effekten, hätte Weintrob besser ebenso viel Sorgfalt für die Darstellerführung wie für die Metzeleinlagen verwenden sollen. Während die seit dem makaber-sarkastischen „May“ auf ähnliche Rollen festgelegte Angela Bettis und ihr „Filmbruder“, Komödiant Chris Titus, überzeugen können, überziehen einige Nebenakteure ihre Parts. An den oft zu grell fotografierten Hintergründen erkennt man deutlich den Low-Budget-Anstrich des Projekts. Mehr Akribie verwendete man, besonders im harten Finale, für die derben Goreeinlagen, aber es ist fraglich, wie viel davon noch in der deutschen Fassung übrig blieb, zumal der Verleih die Länge mit nur 76 Minuten angibt.

    Fazit: Mittelmäßiger Indie-Schocker mit bescheidenen 3D-Einlagen, aber zumindest überraschender Auflösung.
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