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Fakten und Hintergründe zum Film "Salt"

Fakten und Hintergründe zum Film "Salt"
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Über die Produktion

Der moderne Spionagethriller SALT mit Angelina Jolie in der Hauptrolle kam ins Rollen wegen einer eher zufälligen Bemerkung, die Jolie vor ein paar Jahren fallen ließ. „Ich saß mit Amy Pascal (Co-Chairman von Sony Pictures) zusammen, als sie mir erzählte, dass sie sich gerade darauf vorbereitete, einen der neuen James-Bond-Filme zu machen“, erinnert sich Angelina Jolie. „Mehr so aus Jux sagte ich: ,Ich will Bond sein!‘ Das war danach unser privater Witz, bis Amy dieses Projekt fand und aus Spaß auf einmal Ernst wurde.“

Drehbuchautor Kurt Wimmer hatte für die Titelfigur ursprünglich einen männlichen Schauspieler vorgesehen. Sein auf eigenes Betreiben verfasstes Drehbuch wurde mit Produzent Sunil Perkash entwickelt. Der machte danach Produzent Lorenzo di Bonaventura und Amy Pascal bei Sony darauf aufmerksam, die wiederum Regisseur Phillip Noyce mit an Bord brachten. Wie das bei eigentlich allen Filmprojekten der Fall ist, durchlief das Drehbuch eine Reihe von Fassungen, aber die einschneidendste Veränderung kam schließlich, als sich die Filmemacher vorzustellen begannen, die Titelrolle mit Angelina Jolie, einer Oscar®-prämierten Schauspielerin und einer der wenigen Frauen auf der Welt, die einen Actionfilm selbst tragen können, zu besetzen. Sehr schnell wurde aus „Edwyn Salt“ eine „Evelyn Salt“. „Wir hatten ein sehr smartes Drehbuch, das wir alle wirklich mochten, mit einer faszinierenden und komplexen Hauptfigur, man musste sich also nicht wirklich anstrengen, sich Angelina Jolie in dieser Rolle vorzustellen“, sagt Perkash. „Sie ist eine unglaubliche Schauspielerin, die eine so unglaublich geheimnisvolle und undurchschaubare Figur mit Tiefe und Realismus erfüllen kann. Dieser Realismus in einer ansonsten doch eher fantastischen Geschichte war sehr wichtig und wir waren mehr als begeistert, als sie auf die Rolle ansprach.“

„Als wir das Geschlecht der Hauptfigur änderten, begannen wir, die Dynamik jeder einzelnen Szene noch einmal zu durchleuchten und zu hinterfragen“, erklärt Produzent Lorenzo di Bonaventura. „Wir überlegten uns nicht einfach, ob eine Frau dieselben Entscheidungen treffen würde, sondern auch wie die anderen Figuren auf sie reagieren oder ob sie anders reagieren würden, weil sie es mit einer Frau zu tun haben. Es war eine gewaltige Veränderung, die Auswirkungen auf das komplette Drehbuch hatte.“

Im Film wird Evelyn Salt, eine CIA-Agentin, beschuldigt, als Schläferspionin für Russland zu arbeiten. Während ihre ganze Welt aus den Angeln gehoben wird, muss Salt bis zum Äußersten gehen, um ihre Unschuld zu beweisen – aber all ihre Versuche, sich dem Zugriff der Behörden zu entziehen, lassen ihre Motive mehr als zweifelhaft erscheinen.

Di Bonaventura sagt, dass die Idee von Schläferspionen absolut keine Spinnerei ist. „Es gibt keine Frage, dass sie wirklich existieren“ betont er. „Die CIA ist fest von ihrer Existenz überzeugt. Die Vorstellung, dass jemand einfach nur wartet, wenn nötig auch mehrere Jahrzehnte, ist sehr geheimnisvoll und auch sexy.“

„Der eigentliche Spaß an dem Film rührt daher, dass es sich um einen Actionthriller handelt, aber eben auch um ein Geheimnis, das mit der Identität der Hauptfigur zu tun hat: ,Wer ist Salt?‘“, sagt Perkash.

„In SALT finden sich viele verschiedene Versatzstücke“, berichtet di Bonaventura. „Es ist ein Thriller, ein Actionfilm, ein Spionagekrimi, eine dramatische Liebesgeschichte und es gibt ein paar wirklich spektakuläre Verfolgungsjagden und Stunts.“

In dem Film muss Evelyn Salt untertauchen, um ihre Unschuld beweisen zu können, als ein Überläufer sie bezichtigt, ein Maulwurf zu sein, der auf den Tag X wartet, an dem russische Schläferspione geweckt und in den Krieg gegen die Vereinigten Staaten geschickt werden. „Tag X wird innerhalb der CIA immer noch kontrovers diskutiert“, erzählt Angelina Jolie. „Manche halten die Idee für absoluten Nonsens. Andere wiederum sind überzeugt, dass sie nicht nur wahr ist, sondern dass Schläferagenten in Einzelfällen längst aktiviert wurden. Als wir uns mit derVorstellung auseinanderzusetzen begannen, gingen wir davon aus, dass es sich um eine Fantasterei handelt. Aber je mehr Informationen uns zugänglich gemacht wurden, desto offenkundiger wurde es, dass es sich um ein Konzept handelt, das wahrhaftiger ist, als man es sich vermutlich wünschen würde. Die Wahrheit ist wirklich merkwürdiger als Fiktion.“

Es gibt zum Beispiel Verfechter der Theorie, dass zuerst die Sowjetunion und später Russland in den Achtziger- und Neunzigerjahren verdeckte Agenten als ganz normale Bürger in westliche Länder einschleusten, als Teil eines Netzwerks von Geheimagenten, die unter falschem Namen 15 oder 20 Jahre oder sogar länger ein ganz normales Leben führen. Nach ihrer Aktivierung sollten diese Schläfer dann den „Tag X“ orchestrieren, eine Kette von Sabotageakten und terroristischen Angriffen innerhalb der Vereinigten Staaten, die Auslöser für einen groß aufgezogenen Krieg mit Russland sein würden. Derartige russische Schläfer wurden in den vergangenen Jahren in Estland und Kanada aufgedeckt. Und der Giftmord an dem ehemaligen FSB-Offizier Alexander Litvinenko in London im Jahr 2006 ist bis heute unaufgeklärt. Gerade erst wurde eine Gruppe von Menschen, die seit Jahren friedlich und unauffällig an der Seite ihrer Freunde und Nachbarn ganz normale Existenzen geführt hatten, von US-amerikanischen Gesetzeshütern verhaftet und beschuldigt, Angehörige eines Spionagerings zu sein, der verdeckt unter falscher Identität lebte, um Aufträge für Russland ausführen zu können.

„Für mich besteht kein Zweifel, dass es Schläferagenten gibt“, sagt Phillip Noyce, der Regisseur des Films. „Diese Praktik gehört von jeher zu den Grundlagen des Spionagegeschäfts. Selbst bevor ich das Drehbuch von Kurt Wimmer gelesen hatte, war ich fasziniert von der Frage, was wohl passieren würde, wenn lange inaktive Schläfer plötzlich auf den Plan gerufen werden würden.“

Für Schauspieler Liev Schreiber waren die faszinierenden Fragen, die im Mittelpunkt der Geschichte standen, sogar einer der Gründe, warum er für SALT zusagte. „Was ist nach dem Fall des Eisernen Vorhangs mit all den Spionageagenturen geschehen, die es einst gegeben hatte?“, fragt Schreiber. Die Strukturen mögen sich vielleicht aufgelöst haben, mutmaßt er, aber die Menschen selbst, die Agenten, hätten damit ja nicht aufgehört zu existieren. Was würde passieren, wenn eines Tages ein enger Freund und Arbeitskollege als solch eine Person enttarnt werden würde? „Diesen Agenten wurden systematisch Gedankenmuster eingetrichtert, die im aktuellen politischen Klima längst aus der Mode gekommen sind“, fährt er fort. „Ich denke, das ist die Frage, die Phillip spannend fand. Mir zumindest geht es so.“

Angelina Jolie beschreibt ihre Figur der Evelyn Salt als einen Menschen, der „ein verständliches Widerstreben dagegen hatte, andere nahe an sich heranzulassen. Eine Ehe ist für sie lange nie in Frage gekommen, weil sie es nicht ertragen konnte, einen geliebten Menschen in Gefahr zu bringen.“ Und doch ist sie mittlerweile mit einem Mann verheiratet, der sich der Risiken, mit einer CIA-Agentin verheiratet zu sein, voll bewusst ist und sie akzeptiert.

Die von der CIA bereitgestellte technische Beraterin des Films, Melissa Boyle Mahle, arbeitete 16 Jahre als Agentin für den Geheimdienst. „Die CIA verlangt von uns Angestellten, dass unsere Ehepartner darüber Bescheid wissen, womit wir unser Geld verdienen“, sagt sie. „Im Verlauf der Jahrzehnte hat die Agency herausgefunden, dass die Menschen kein normales Leben führen können, wenn es nicht eine ihnen nahestehende Person gibt, der sie sich zumindest bis zu einem gewissen Grad mitteilen können. Aber nur weil ein Ehepartner weiß, wo man angestellt ist und welchen Beruf man ausübt, heißt das ja noch nicht, dass er ahnen kann, was man täglich zu tun hat – sie wissen nicht, woran man arbeitet, ob man sich gerade in Gefahr befindet, wohin man gereist ist, wenn man auf Reisen geschickt wird.“

Angelina Jolie sagt, dass es für einen CIA-Agenten nicht ungewöhnlich ist, verheiratet zu sein. Sie räumt aber auch ein, dass es im Wesen des Berufs liegt, dass diese Ehen einer ungewöhnlich großen Belastung ausgesetzt sind. „Ich habe mich mit einer Frau unterhalten, einer ehemaligen Agentin, die mir erzählt hat, was für eine Befreiung es für sie war, als sie die CIA schließlich verließ – in all den Jahren, in denen sie nicht kommunizieren konnte, was sie tat oder wohin sie reiste, hatte sich ihr Verhältnis mit ihrem Mann grundlegend verändert. Ihr war gar nicht bewusst gewesen, wie sehr der Beruf sie voneinander trennte, wie schwierig all das war, bis sie ein neues Leben begann.“

„Die Arbeit ist wie ein schwarzes Loch, sie treibt einen Keil in jede Beziehung“, meint Mahle. „Es ist sehr wichtig, eine normale und gesunde Beziehung zu haben, aber wenn man in einer Ehe nicht in der Lage ist, sich einander anzuvertrauen, dann ist es schwierig.“

Um sich auf ihre Rolle vorzubereiten, stürzte sich Angelina Jolie in ihre Recherchearbeit. „Wir haben uns mit vielen Frauen in der CIA unterhalten“, sagt sie. „Jede einzelne von ihnen entpuppte sich als absolut liebenswerte, sympathische Person. Man kann sich einfach nicht vorstellen, dass sie sich freiwillig in Todesgefahr begeben würden. Aber das ist es, was sie wirklich machen.“

Durch die Kontakte zu Mahle und anderen ehemaligen Spioninnen fand Jolie heraus, was eine Agentin wirklich machen würde, wenn man sie beschuldigte, ein Schläferspion zu sein, berichtet Phillip Noyce: „Sie lernte, wie Spione immer unter höchster Anspannung funktionieren, was sie machen, wenn man sie enttarnt, wie sie sich der Entdeckung entziehen.“

Mahle ergänzt: „Angelina interessierte sich für die kleinen Details in ihrer Rolle und ob es nachvollziehbar ist, wie sich die Geschichte entwickelt. Natürlich handelt es sich um ein frei erfundenes Drehbuch, aber wir arbeiteten hart daran, es in einer wahrhaftigen, realen Welt zu verankern. Das betraf vor allem ihre Figur – Evelyn Salt musste unbedingt glaubhaft sein. Wir haben uns sehr spezifisch darüber unterhalten, wie sich jemand fühlt und wie er reagiert, wenn man ihn beschuldigen würde, ein Schläfer zu sein. Wie würden die Optionen aussehen?“

Die Besetzung von Angelina Jolie gab den Filmemachern die Sicherheit, sich bei der Action des Films nicht zurückhalten zu müssen. „Salt geht an Nahkämpfe sehr aggressiv heran“, merkt sie an. „In manchen Filmen, die ich gemacht habe, gab es die Versuchung, die Action nett aussehen zu lassen, weil ich eine Frau bin.“ Und nett, merkt sie an, entspricht nicht gerade der Art und Weise, wie eine Agentin kämpfen würde, die man gerade beschuldigt hat, ein Maulwurf des Feindes zu sein.

„Angelina ist voll und ganz Profi“, sagt Produzent Lorenzo di Bonaventura. „Ob es sich nun um eine dramatische Szene handelt oder um eine lustige oder um eine Actionszene, sie gibt immer alles. Es macht wirklich Spaß, mit jemandem zu arbeiten, der immer über die Grenzen hinausgeht.“

Für die Inszenierung fiel die Wahl der Produzenten schon früh auf Phillip Noyce, ein Meister auf dem Parkett des Politthrillers, zu dessen Filmen die Klassiker Clear and Present Danger (Das Kartell, 1994) und Patriot Games (Stunde der Patrioten, 1992), beide mit Harrison Ford in der Rolle des CIA-Analysten Jack Ryan, zählen.

„Manchmal kommt es vor, dass die Action den Rest eines Films überwältigt, aber Phillip hat den Dreh heraus, wie man die Balance hält“, erzählt di Bonaventura. „Ihm ist es wichtig, dass das Innenleben jeder einzelnen Figur gut ausgearbeitet ist. Man muss verstehen können, was sie macht und warum sie es tut.“

„Es gibt einen einfachen Grund, warum ich SALT machen wollte. Nachdem ich das Drehbuch gelesen hatte, war es ein Film, den ich sehen wollte. Ich würde Eintritt dafür bezahlen“, berichtet Noyce. „Als ich durch Kurts Drehbuch blätterte, war ich überwältigt von der berauschenden Mischung aus historischen Fakten und Popcorn-Fiktion. Mir erschien das wie das perfekte Rezept für einen Film, der sowohl das Gehirn beschäftigt als auch die Sinne kitzelt, ein Abenteuer, das einen packt und fesselt, der den Erwachsenen in jedem Teenager erfreut und das Kind in jedem Erwachsenen.“

Tatsächlich beschäftigt das Thema des Films Noyce bereits seit Jahren – er ist damit geboren worden. „Mein Vater hat für die Z Special Force gearbeitet. Das war sozusagen die australische Version der OSS, der Vorläufer der CIA. Ich wuchs auf, fasziniert von den Geschichten meines Vaters, dem Spion. Ich war noch sehr jung, da begann ich anderen Menschen in meiner Kleinstadt in den australischen Outbacks zu folgen, ich spionierte sie für ein oder zwei Stunden aus. Ich wollte für mein Leben gern ein Spion werden, habe es dann aber doch nie gemacht.“

Mahle, die technische Beraterin des CIA, sagt: „Ich war wirklich beeindruckt von dem Einsatz des Regisseurs, einen unterhaltsamen, spannenden und intensiven Film zu machen, die Realität dabei aber nicht aus den Augen zu verlieren. Wenn es um Spionage geht, haben Filme aus Hollywood keinen Bezug zur Realität. Phillips Ansatz dagegen war: ,Ja, genauso könnte es wirklich passieren.‘ Die kleinen Details waren ihm genauso wichtig wie die großen Handlungsbögen der Geschichte.“

Jolie berichtet, dass Noyce intensivste Nachforschungen zu den Einzelheiten des Lebens der Figuren all seiner Filme unternimmt. „Er recherchiert ohne Unterlass. Und die kleinen, minutiösen Kleinigkeiten sind es, die uns helfen, uns in unsere Figuren versetzen zu können“, erklärt sie. „Wenn er einen intelligenten Thriller macht, dann ist er die Intelligenz hinter dem Thriller.“

„Phillips Rhythmus ist ganz spezifisch auf die Schauspieler abgestellt“, fügt Lorenzo di Bonaventura hinzu. „Er konzentriert sich voll und ganz darauf, was sie machen, was in jedem einzelnen Moment passiert, und er windet sich auf seinem Stuhl, während er die Szene beobachtet. Und man bekommt ein Gefühl dafür, wie er sich das Crescendo für die einzelnen Darstellungen vorstellt.“

Für Liev Schreiber, der als Ted Winter zu sehen ist, Salts Boss bei der CIA, war es wie der Besuch einer Meisterklasse, Noyce bei der Arbeit zuzusehen. „Phillip ist ein Mann, den ich als Filmemacher wie als Schauspieler immer bewundert habe“, sagt Schreiber, der erst unlängst seinen ersten Film inszeniert hat. „Die Gelegenheit, ihn aus allernächster Nähe beobachten zu können, war für mich den Eintrittspreis allemal wert.“

Schreiber kennt man durch seine ernsten dramatischen Rollen in Filmen wie The Manchurian Candidate (Der Manchurian Kandidat, 2004) oder Defiance (Unbeugsam – Defiance, 2008), doch letzthin hat er in Filmen wie X-Men Origins: Wolverine (X-Men Origins: Wolverine, 2009) auch erste Gehversuche in Richtung Action unternommen. „Liev ist ein politisch aufmerksamer und sehr nachdenklicher Mensch. Es ist also großartig, an seiner Seite zu arbeiten“, sagt Angelina Jolie. „Er nimmt die Rolle sehr ernst, und trotzdem ist er mit Spaß dabei.“

Als man Schreiber das Drehbuch zugeschickt hatte, las er es auf einen Rutsch durch, sagt er: „Die Seiten blätterten sich wie von selbst. Ich habe es rasend schnell gelesen. Es machte richtig viel Spaß.“

Schreiber war ebenfalls fasziniert von dem Konzept der Jagd nach einem Schläfer, der lange Zeit unentdeckt mit einer neuen Identität lebte: „Man hat mir so viele Geschichten von Geheimpolizisten erzählt, die jahrelang verdeckt ermitteln mussten und sich irgendwo in ihren Rollen verloren. Sie hatten völlig aus den Augen verloren, wo ihre eigentlichen Allianzen lagen und mussten regelrecht deprogrammiert werden, als man sie von ihren Posten abzog. Dies ist genau das Dilemma, mit dem Winter in SALT fertig werden muss: Soll er Salt helfen? Oder soll er sie jagen und fangen? Kann die Person, die er so gut kennt, tatsächlich jemand völlig anderes sein?“

Jolie beschreibt Schreiber als einen jener „Schauspieler, die sich nicht zurückhalten. Er steckt viel Arbeit in einen Dreh. Und wir wussten, als er zu uns stieß, dass die Figur durch ihn besser und stärker werden würde.“

Gleichzeitig suchten die Filmemacher nach einem hochenergetischen Schauspieler, der die Intensität von Peabody verkörpern können würde: jener Mann, dessen Job es ist, Salt ausfindig zu machen und zurückzubringen. Er ist ein Produkt der Gegenspionageabteilung der CIA, kein sonderlich sympathischer Typ. „Sie entscheiden nicht über die Politik, sie sind die Waffen, die die Politik durchsetzen“, sagt Angelina Jolie. Sie war besonders erfreut, dass der mit einem Olivier Award prämierte britische Schauspieler Chiwetel Ejiofor, den man in Filmen wie 2012 (2012, 2010), Talk to Me (Talk to Me, 2007) oder American Gangster (American Gangster, 2007) gesehen hat, für diesen Part besetzt wurde. „ Chiwetel ist ein starker Mann“, meint sie. „Er ist sehr hart. Ein wirklich unglaublicher Schauspieler.“

Ejiofor fand, dass das Drehbuch wesentlich mehr zu bieten hatte als nur Action. „Es ist ein pfeilschneller, sehr aufregender Film“, erklärt er. „Es ist eine Mischung aus allem Möglichen, das man sich nur vorstellen kann – ein politischer Thriller, ein paranoider Thriller, und die Figuren sind sehr spannend.“

Als der mit dem Fall betreute Gegenspionageagent ist es Peabodys Aufgabe herauszufinden, ob der Überläufer lügt oder ob er die Wahrheit über Salt sagt. „Es ist zunächst eine doppelte Fahndung nach ihr. Zum einen will man sie körperlich schnappen und in Gewahrsam bringen und dann muss man noch herausfinden, ob es wirklich einen Maulwurf gibt und ob es sich bei diesem Maulwurf um sie handelt“, berichtet Ejiofor. „Und das ist die eigentliche Katz-und-Maus-Geschichte.“

„Peabodys Einstellung ist es, dass er Salt aufspüren wird, koste es, was es wolle“, ergänzt Lorenzo di Bonaventura. „Chiwetels Darstellung hat eine intensive Note, die ich als regelrecht anmutig bezeichnen würde. Ich glaube, dass die Leute um Evelyn Salt Angst haben werden, wenn sie sehen, wie er Jagd auf sie macht.“

Da er ihren Gegenspieler verkörpert, war es Angelina Jolie besonders wichtig, dass die Arbeitsbeziehung zu Ejiofor ausgezeichnet war. „Ich denke, dass es wichtig ist, mit der Person, die deinen Erzfeind im Film spielt, gut auszukommen, weil man sich dann bei den Auseinandersetzungen einfach mehr traut“, meint sie. „Er und ich hatten eine gute Zeit.“

Produktion: Die Dreharbeiten

Die Dreharbeiten begannen mit den frühen Szenen, in denen Evelyn Salt aus dem CIA-Gebäude in Washington DC flieht, in dem sie arbeitet und in dem sie von einem russischen Überläufer beschuldigt wird, als Schläferin für den russischen Geheimdienst zu arbeiten. L’Enfant Plaza, Constitution Avenue, das Navy Memorial und die New York Avenue nur einen Block entfernt vom Weißen Haus wurden als Locations für Salts erste Flucht ausgewählt. Regisseur Noyce wählte diese Außenmotive nicht, weil es sich um typische Postkartenansichten der US-amerikanischen Hauptstadt handelt, sondern weil sie die alltägliche Umwelt der gewaltigen Behördengebäude, wie sie von typischen Bürokraten bevölkert werden, reflektieren.

Szenenbildner Scott Chambliss hatte bereits umfassende Erfahrungen im Designen von Spionagegeschichten, bevor er für SALT unterschrieb. „Ich habe in meiner Karriere mit viel Material zu tun gehabt, in dem es um Spionage und Regierungsgebäude ging“, sagt Chambliss, der mehrere Jahre für den Look der Erfolgsserie „Alias“ zuständig gewesen war. „Weil sich bei mir bereits so viel Information für diese Art von Material angesammelt hat, kann ich weniger ausgetretene Pfade gehen, um neue Motive zu finden. Ich finde das sehr aufregend.“

Nach einer Woche in Washington zog die Produktion weiter nach New York, wo sich der größte Teil der Geschichte abspielt. Nachdem sie dem CIA entkommen ist, reist Evelyn Salt nach Manhattan. Der russische Überläufer hatte behauptet, dass hier bei einem Staatsbegräbnis ein Mordanschlag auf den amerikanischen Vizepräsidenten verübt werden soll.

Das Byzantine-Gebäude der St. Bartholomew’s Church an der Park Avenue ist eine ausgewiesene New Yorker Sehenswürdigkeit, die für Innen- und Außenaufnahmen während der Beerdigungsszenen zur Verfügung stand, eine Schlüsselsequenz in der Geschichte von SALT. An mehreren Tagen kleideten Kostümdesignerin Sarah Edwards und ihr Team mehr als 700 Statisten für den gewaltigen Trauermarsch voller Trauernder, Mitgliedern der militärischen Ehrengarde und der New Yorker Polizei, Dudelsackbläsern sowie Agenten des Geheimdienstes, die den US-Präsidenten umgeben, und russischer Sicherheitsbeamter, die den russischen Präsidenten beschützen sollen, der eine Trauerrede für den verstorbenen Vizepräsidenten halten soll.

New York bot den Filmemachern eine große Vielfalt an Originalschauplätzen, an denen man drehen konnte. „Es bereitet mir eine Riesenfreude, Locations zu finden, die perfekt zum Verlauf der Geschichte passen und ihn unterstreichen“, sagt Chambliss. „Das war so großartig an diesem Film: Die Auswahl war wunderbar. New York bietet ein nahezu unerschöpfliches Angebot für Filmemacher.“

Chiwetel Ejiofor genoss seine Zeit in New York ebenfalls. „Wie kann man nicht begeistert sein, in New York drehen zu können?“, ruft er aus. „Ich bin immer völlig aus dem Häuschen, wenn ich in einem Drehbuch lese: ,Außenaufnahme New York, Tag.‘ Das macht ein Projekt für mich von vornherein spannend“, lacht er.

Die Produktion filmte an einigen ikonischen New Yorker Locations, darunter der New York Botanical Garden in der Bronx, der Hauptzweig der New York Public Library an der Fifth Avenue und die 59th Street Bridge. Aber genauso fiel die Wahl auf eher ungewöhnliche Drehorte wie das Floyd Bennett Field in Brooklyn und das Coler-Goldwater Hospital auf Roosevelt Island oder industrielle Plätze wie der Donjon Iron and Scrap Yard auf Staten Island und die Newtown Creek Water Plant in Greenpoint, Brooklyn. Aber auch unter der Erde wurde gedreht, in der New Yorker Untergrundbahn. „Wir kennen die Unterseite der Stadt mittlerweile ziemlich gut“, meint Angelina Jolie.

Außerhalb der Stadt drehte die Produktion an verschiedenen Drehorten in New York State, darunter das Westchester County Courthouse in White Plains, der Republic Airport in Farmingdale und der Cantiague County Park in Hicksville.

Ein weiteres Set war das Presidential Emergency Operations Center (das auch PEOC oder einfach nur „der Bunker“ genannt wird), wo der amerikanische Präsident Zuflucht sucht, wenn das Land angegriffen wird. Das echte PEOC, ursprünglich errichtet für Franklin Delano Roosevelt während des Zweiten Weltkriegs, befindet sich unterhalb des Ostflügels des Weißen Hauses und kommt im Falle nuklearer Zwischenfälle zum Einsatz.

„Ich kann nicht verraten wie, aber wir haben ein bisschen herausfinden können, wie der Bunker in der Zeit vor 9/11 aussah“, berichtet Phillip Noyce. „Wir waren überrascht. Damals war es nicht sonderlich aufwändig, man kam sogar relativ einfach rein. Wir wissen nicht, wie der Bunker heutzutage aussieht – das ist streng geheim! –, aber wir können spekulieren. Vielleicht hat man den Bunker auf den heutigen Stand der Dinge gebracht, vielleicht hat man noch etwas tiefer gegraben, vielleicht haben sie dafür gesorgt, dass man nicht mehr so einfach reinkommt, vielleicht haben sie etwas moderne Ausrüstung in das Innere geschafft.“

„Ich habe versucht, den Bunker nicht nur authentisch und stabil aussehen zu lassen, sondern auch sicherzustellen, dass jeder, der sich den Film ansieht, denken muss, dass Amerika nichts dem Zufall überlassen hat“, meint Chambliss. „Das Land versteht es, seinen Führer zu beschützen.“

Für die Szenen, die in Russland spielen, drehte die Produktion in der Russian Orthodox Cathedral der Holy Virgin Protection im New Yorker East Village, aber auch ein Trip nach Russland selbst wurde unternommen, für eine Szene, die an der Wolga spielt.

„In einem Film wie diesem finden sich scharfe Kontraste“, merkt Chambliss an. „Die Sterilität der Regierungsbüros steht in krassem Gegensatz zu der wirklich pulsierenden kulturellen Üppigkeit, wie man sie in unseren Russlandszenen findet.“

Produktion: Die Stunts

Mit Angelina Jolie in der Hauptrolle waren die einzigen Grenzen für die Filmemacher ihre Vorstellungskraft, als es um die Ausarbeitung der Action- und Stuntsequenzen des Films ging. „Angelina ist sehr darauf bedacht, so gut wie alle Actionszenen selbst zu drehen“, sagt Simon Crane, der das zweite Drehteam leitete und die Stunts koordinierte. Crane hatte mit Jolie vor SALT bereits an einer Reihe von Filmen gearbeitet, darunter Lara Croft: Tomb Raider (Lara Croft: Tomb Raider, 2001) und Mr. & Mrs. Smith (Mr. & Mrs. Smith, 2005). „Sie ist immer zu allem bereit.“

„Ich denke, es ist toll, wenn ein Filmstar bereit ist, selbst Risiken einzugehen, denn für das Publikum macht es die Actionszenen viel glaubwürdiger, wenn man darin anstelle eines Stuntdoubles den richtigen Schauspieler sieht“, sagt Lorenzo di Bonaventura. „Und Angelina Jolie ist ziemlich furchtlos.“

„Ich liebe es, Actionfilme zu drehen“, erklärt die Schauspielerin. „Ich fand es immer schon toll, rumzulaufen und zu springen. Mir gefällt der körperliche Aspekt.“

Jolie fühlte sich bei der Arbeit mit Crane besonders sicher. Nicht nur während ihrer langjährigen Zusammenarbeit, sondern auch weil Crane ganz einfach einer der Besten im Stuntgeschäft ist. „Er hat als einer der besonders großartigen Stuntmänner angefangen“, sagt Noyce. „In Cliffhanger (Cliffhanger – Nur die Starken überleben, 1993) gibt es eine aufregende Szene, in der eine Figur mitten in der Luft das Fortbewegungsmittel wechselt – das war Simon. Die größte und aufregendste Kriegssequenz, die ich je gesehen habe, die D-Day-Sequenz in Saving Private Ryan (Der Soldat James Ryan, 1998) – die wurde von Simon koordiniert. Die tollste Kampfsequenz, die ich kenne – in Braveheart (Braveheart, 1995) – choreographiert von Simon. Der irrste Schwertkampf, in Troy (Troja, 2003) – Simon. Der Kerl ist eine lebende Legende. Er hat alles schon gesehen und alles schon gemacht. Er reißt das Publikum regelmäßig aus dem Sitz und schleudert es mitten ins Geschehen.“

Crane sagt, er war dankbar für die Gelegenheit, wieder mit Angelina Jolie arbeiten zu können. „Sie versucht, immer neue Wege zu finden oder sich auszudenken, wie man Action gestalten kann“, sagt er.

In einer gewaltigen Actionsequenz wird Salt von ihren Verfolgern in eine Ecke gedrängt. Sie wagt einen tollkühnen Sprung von einem Autobahnzubringer und landet auf einem Truck auf dem Highway darunter. Salts Häscher nehmen die Verfolgung in einem SUV auf und errichten eine Straßensperre, womit Salt gezwungen wird, mitten auf einer sechsspurigen Durchgangsstraße zu drastischen Fluchtmitteln zu greifen.

Ausgehend von einem animatronischen Storyboard, das Phillip Noyce in den vorangegangenen Monaten minuziös ausgearbeitet hatte, verbrachten Noyce und sein Team die nächsten Wochen auf den Highways von Albany, New York mit Planung, Probe und Dreh dieser komplexen Sequenz. Das Autobahnkreuz von Route 787 und Route 20 ganz in unmittelbarer Nähe des Stadtzentrums von Albany entsprach den Highways, wie man sie in DC findet. Dort zu drehen, verursachte nur eine minimale Verkehrsstörung, wenn man die Auf- und Abfahrten für den Dreh sperren musste.

Crane, der eng mit Stuntkoordinator Wade Eastwood und Jolies Stuntdouble Eunice Huthart arbeitete, plante die Einstellung. „Oben auf den Autos sieht man wirklich Angelina“, sagt er.

„Ich vertraue ihnen blind mit ihren Vorrichtungen und Geschirren“, meint Jolie. „Man hat überhaupt keine Angst. Es fühlt sich mehr so an, als würde man tagsüber mit dem Zirkus arbeiten und erhielte einen Freibrief zum Spielen. Sie kennen mich, und sie wissen, was man mir zutrauen kann und was ich nicht so gut beherrsche.“ In Hinblick auf eine andere Szene, in der sie barfuß auf einem Sims im zwölften Stock läuft, kommentiert sie: „Rein zufällig mag ich Höhen, also haben wir nach Momenten gesucht, in denen wir das für den Film nutzen konnten.“

Jolie arbeitete mit Crane und seinem Team außerdem, um einen Kampfstil zu entwickeln, der ihrer Figur entspricht. „Weil ich ein Mädchen und sehr flink auf den Füßen bin, boten sich wie von selbst Kampfstile wie Muay Thai an, der sehr schön ist“, berichtet Jolie. Muay Thai fußt auf der „Kunst der acht Glieder“, was so viel bedeutet, als dass zum Schlagen nicht nur Fäuste zum Einsatz kommen, sondern auch Ellbogen, Schienbeine und Knie. „Aber dann stellten wir fest, dass der Stil bei einem Nahkampf nicht besonders praktisch ist und auch nicht sehr aggressiv aussieht“, erzählt sie.

Also brachten Jolie und Crane mit seinem Team auch noch Krav Maga in Salts Kampfpalette ein, eine viel brutalere Kampfform, die in Israel entwickelt wurde und vom FBI und amerikanischen Sonderstreitkräften angewandt wird. „Sie kämpft gegen Leibwächter des Geheimdienstes“, merkt Crane an. „Es darf ihr also nicht zu leicht fallen, sich gegen solche Typen durchzusetzen. Der ganze Film käme dann zu weich rüber. Salt ist sehr effizient – sie will andere Menschen nicht töten.“

„In unserem Film wird ungewöhnlich viel gelaufen, mehr als mir lieb ist zu erwähnen“, lacht Schreiber. „Laufen in Abendschuhen und einem Anzug – bei Harrison Ford sah das immer so einfach aus, aber das ist es nicht. Ich legte die ersten zwei Wochen des Drehs immer Schienbeinschoner an. Und am Ende des Tages sprühte ich meine Und am Ende des Tages sprühte ich meine Beine mit Eisspray ein.“