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Sakuran - Wilde Kirschblüte

Kinostart: 30.08.2007
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Filmhandlung und Hintergrund

Explodierende Farben, Kostüme, Ornamente und musikalische Themen verbinden sich zu einem opulenten Bild- und Klanggewitter in einem japanischen Lustdamendrama.

Als das Küstendorf Edo - das heutige Tokio - im 18. Jahrhundert zur Metropole aufsteigt, ist die rebellische Kurtisane Kiyoha (Anna Tsuchiya) mitten drin. Als Geisha im Rotlichtviertel der Stadt ist sie künstlerisch gebildet und formvollendet erzogen - und kann sich ihre Kunden selbst aussuchen, wäre aber viel lieber frei. Doch seit ihrer Kindheit endet jeder Fluchversuch bei Seiji (Masanobu Ando), der rechten Hand ihrer Meisterin Shohi (Miho Kanno). Aus Liebe zum jungen Sojiro (Hiroki Narimiya) riskiert sie ihren vollständigen Ruin.

Im üppig bebilderten Luxusgewand erzählt der Japaner Mika Ninagawa „Die Geisha“ aus genuiner Sicht: Keine Entertainerin, sondern eine „oiran“, eine Prostituierte, ist das Zentrum des auf einem Manga basierenden Dramas, das ganz modern von Intrigen und Ambitionen handelt.

Im Amüsierviertel Yoshiwara beginnt Kiyoha als achtjährige Zofe eine Ausbildung zur Geisha. Das widerspenstige Mädchen ist mit 17 längst zum Superstar avanciert, die es sich erlauben kann, unter ihren zahlreichen Kunden, denen sie die Herzen reihenweise bricht, auszuwählen. Statt Chefin zu werden, verfolgt Kiyoha andere Zukunftspläne.

Kiyoha wird als Kind an ein Bordell verkauft. Das Mädchen hat einen eigenen Kopf, doch dank ihrer Schönheit versucht man, sie dennoch zur Geisha auszubilden. Allein ihr Blick macht die Männer verrückt. Und so steigt sie von der Zofe zur Oiran, zum Star des Bordells, auf. Als sie von ihrer Liebe, einem jungen Kunden, enttäuscht wird, ergibt sie sich endgültig ihrem Schicksal, den Bordellbezirk niemals verlassen zu können. Dabei hatte sie sich als Kind geschworen, zu fliehen, wenn der Kirschbaum im Hof blüht.

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Darsteller und Crew

  • Anna Tsuchiya
  • Masanobu Ando
  • Kippei Shiina
  • Yoshino Kimura
  • Hiroki Narimiya
  • Miho Kanno
  • Masatoshi Nagase
  • Renji Ishibashi
  • Mari Natsuki
  • Mika Ninagawa
  • Yuki Tanada
  • Yoshinori Fujita
  • Mitsuru Uda
  • Yasushi Shiina
  • Takuro Ishizaka
  • Hiroaki Morishita
  • Ringo Shiina

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Form ist alles in diesem Film, der unbedingte Wille zum Ästhetischen, die durchgängige Stilisierung von Farben und Formen. Bunt dominiert, kräftiges Bunt aus Primärfarben, insbesondere Rot: in Goldfischen, Kleidern, Lampions: im Rotlichtviertel eben, wo Kiyoha zur perfekten Prostituierten ausgebildet wird. Ein Bildungsroman mit starker formaler Künstlichkeit, die Lehrjahre eines kleinen Kindes, die zur höchsten Hure des Hauses wird.

      Die Regisseurin Mika Ninagawa ist Fotografin, die Bilder ihres Debütfilms sind dementsprechend ganz, ganz stark; eine Symphonie von Farben, Formen, Gegenständen, verbunden mit Musik verschiedener Provenienz: Japanische Tradition, Tangoklänge, Bigband-Sound: ein beinahe synästhetisches Erlebnis ist dieser Film, ein Ineinanderfließen verschiedener sinnlicher Empfindungen.

      Leider kann der Inhalt nicht ganz mithalten, die Handlung ist einem populären Manga nachempfunden, aber eigentlich kaum mehr als eine Seifenoper, die im Bordell spielt. Intrigen und Neid der Kolleginnen, die unerwiderte Liebe zu einem Kunden, der Liebeskummer, die sehnsüchtigen Blicke voller Romantik in den Mond: Hier, wenn die Handlung zu stark wird, verfließt sie fast zu Kitsch. Der Kunde, der Kiyoha (die dann, als Oiran, den Namen Higorahi führt) liebt und sie freikaufen will, die Schwangerschaft, die Fehlgeburt, eine heimliche, uneingestandene Liebe: das alles wird äußerlich erzählt, ohne wirkliche innere Anteilnahme zu erzeugen.
      Aber dann sind da wieder Momente ganz over the top, voll Ironie und Komik, stark wie die Farben, in denen sie präsentiert sind…

      Es ist ein durch und durch japanischer Film, das Spiel der Darsteller ist geprägt von Overacting, das das Innere ganz direkt auf die Mimik überträgt. Kiyoha ist gefangen in einem hierarchischen System von Unterdrückung und Gehorsam, gefangen von Regeln und Ritualen – und sie ist so trotzig! Als sie zur Oiran wird, ein Teenager noch, ist sie in der Position, ihre Launen auszulassen, ihre Kunden dazu zu bringen, ihre Gunst ganz, ganz teuer erkaufen zu müssen; nicht nur mit Geld, auch durch Gefälligkeiten für ihren Trotzkopf, ihren sprunghaften Stimmungen entsprechend. Auf merkwürdige Weise passt sie nicht in ihr Milieu, der Prostitution wie der japanischen Regelhaftigkeit – dabei, und das wird klar gesagt, ist ihre Position im Hause die eines schönen Goldfisches, der im Glas bleiben muss, weil er im Fluss zu einem gemeinen Karpfen würde.

      Fazit: Wer Freude hat an herrlichen Bildern, wer auch hineingeworfen werden will ins durch und durch japanische System der Gefolgschaft, der Ästhetik, des Stilwillens, der wird an „Sakuran“ seine Freude haben – trotz einiger inhaltlicher Schwächen.
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    2. Sakuran - Wilde Kirschblüte: Explodierende Farben, Kostüme, Ornamente und musikalische Themen verbinden sich zu einem opulenten Bild- und Klanggewitter in einem japanischen Lustdamendrama.

      In alle Himmelsrichtungen explodierende Farben, Kostüme, Ornamente und musikalische Themen verbinden sich zu einem opulenten Bild- und Klanggewitter ohne weiterreichenden inhaltlichen Anspruch in einem japanischen Lustdamendrama nach Motiven aus der Edo-Ära.

      Vor noch nicht allzu langer Zeit, im 19. Jahrhundert, hörte Japans Hauptstadt Tokio auf den Namen Edo, und in ihrem Herzen gedieh ein kaum minder berühmtes Amüsierviertel namens Yoshiwara. Dort lockten die Oiran und ihnen unterstellten Hikkomi, kulturbeflissene Kurtisanen und als solche nahe Verwandte der Geishas, Männer auf der Suche nach einem erotischen Abenteuer. Auch die junge Kiyoha (Anna Tsuchiya) beginnt dort als achtjährige Zofe eine Ausbildung, und obwohl das widerspenstige Mädchen wenig Zweifel an seinem Unwillen zur Unterordnung lässt, scheint sein Aufstieg zum neuen Superstar des horizontalen Gewerbes mit jedem weiteren Lehr- und Lebensjahr unvermeidlich. Mit 17 ist Kiyoha immer noch eine Zicke, die sich wählerisch ihre Kunden aussucht und von der Freiheit außerhalb der Sexghettomauern träumt. Zugleich ist sie aber auch der Männermagnet von Yoshiwara, bricht als schönste Hure weit und breit die Herzen am Fließband, und hat längst der eigenen Oiran den Rang abgelaufen. Zeit, die Rebellin selbst zur Oiran zu küren. Kiyohas aber hat andere Zukunftspläne.

      Weniger züchtig und formal streng, dafür optisch um so verspielter, gleicht „Sakuran“ in Stil und Form eher Sofia Coppolas „Marie Antoinette“ als „Die Geisha“. Stil und Form sind es denn auch, die das Werk dominieren, denn Regie-Debütantin Mika Ninagawa ist in ihrer Heimat nicht als Erzählerin, sondern als Fotografin und Illustratorin schwelgerischer Bildbände berühmt. So gerät praktisch jede Szene und Einstellung zu einem Gemälde, Mosaike und Ornamente entstehen aus allem, was Kostüme, Interieur und Computer hergeben, wiederkehrende Motive wie die auch als Metaphern dienenden Kirschblüten und Goldfische im Glas kommt dabei besondere Aufmerksamkeit zuteil. Farben werden künstlich verstärkt, blenden den Zuschauer in ihrer Pracht, und jede Alltagsszene gerät zur Kostüm-Modenschau, bei der die Kamera gleichsam wie die Hand des Betrachters über jede kunstvoll gebundene Kimono-Schleife gleitet. Dazu erklingt ein musikalischer Klangteppich, der sich keinen Deut um zeitgenössische Hörgewohnheiten schert und einen Bogen vom Tango bis zum Punkrock schlägt, was nicht immer mit den dargebotenen Bildern korrespondiert.

      Für inhaltliche Feinheiten bleibt im Schatten solcher Eindrücke nicht viel Platz. Die Heldin verliebt sich unauffällig, zankt mal mit diesem, mal mit jener, politische Geschichte und gesellschaftliche Realität spiegeln sich bestenfalls am Rande. Hauptdarstellerin Anna Tsuchiya ist im Hauptberuf Popstar und keine Schauspielerin, das passt zu diesem Film, zum Manga, der ihm zugrunde liegt, und auch zu „Kamikaze Girls“, mit dem sie bekannt wurde. Ihre Schönheit ist beeindruckend, nicht umsonst zählt sie zu den höher dotierten Top-Models der Erdkugel, und mehr braucht es nicht, um ihrer wortkargen Rolle den letzten Schliff zu verleihen. „Sakuran“ ist ein Fest für die Sinne, keines für den Geist, und erfüllt seinen Zweck tadellos, wenn er Romantiker, Bildästheten und Nippon-Fans für knappe zwei Stunden diese Welt vergessen und einen märchenhaften Prinzessinnentraum mit Erotik, etwas Thrill und Happy End erleben lässt. ab.
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