Filmhandlung und Hintergrund

Raffiniert inszenierte, intelligente Unterhaltung mit großem Schauwert um den berüchtigten Schriftsteller.

1794 lässt Robespierre Köpfe rollen. Auch der Freigeist und Atheist Marquis de Sade soll wegen revolutionsfeindlicher Haltung liquidiert werden. Doch seine bürgerliche Geliebte Marie-Constance sorgt dafür, dass er in ein Gefängnis-Sanatorium kommt, wo er Theateraufführungen inszeniert und schreibt wie ein Besessener und die junge, unerfahrene Emilie kennen lernt.

Paris 1794: Der Französischen Revolution folgt eine Schreckensherrschaft der Jakobiner, die täglich neue Todesopfer unter den Adeligen fordert, die in den Gefängnissen vor sich hin vegetieren. Unter ihnen der Marquis de Sade, dessen skandalöse Schriften, radikaler Atheismus und Anarchie auch die neuen Herrscher beunruhigt. So harrt er in einer Luxuszelle seines Schicksals. Doch als er unter den Mitgefangenen die noch unerfahrene Emilie entdeckt, wittert er die Möglichkeit, vielleicht zum letzten Mal ein großes Schauspiel der Lüste zu inszenieren…

Paris 1794: Der Marquis de Sade fristet sein Dasein im Gefängnis, wo er unter den Mitgefangenen die noch unerfahrene Emilie entdeckt. Er wittert die Möglichkeit, vielleicht zum letzten Mal ein großes Schauspiel der Lüste zu inszenieren… Fiktives Porträt, das den berüchtigten Libertin de Sade als gefühlvollen Menschenkenner und Freund der Frauen präsentiert.

Bilderstrecke starten(4 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu Sade

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

5,0
2 Bewertungen
5Sterne
 
(2)
4Sterne
 
(0)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(0)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

  • Sade: Raffiniert inszenierte, intelligente Unterhaltung mit großem Schauwert um den berüchtigten Schriftsteller.

    Den Namen Marquis de Sade verbindet man gemeinhin mit Sadismus, schockierenden Romanen wie „Justine ou les malheurs de la vertu“, der Lust am Quälen. Nichts von alledem ist in Benoit Jacquots fiktivem Porträt des berüchtigten Franzosen zu finden. Sade ist hier ein abgeklärten Libertin und Freund der Frauen, der selbst der blutigsten Phase der Französischen Revolution mit Gelassenheit begegnet.

    Benoit Jacquot ist ein Meister in der subtilen Darstellung weiblicher Befindlichkeiten, lässt seine Heroinen emotionale Grenzerfahrungen machen, unvergesslich Isabelle Huppert in „Die Schule des Begehrens“. „Sade“ handelt vom berühmten Schriftsteller, der seit 1777 fast 30 Jahre in Gefängnissen und die letzten Jahre seines Lebens in der Irrenanstalt von Charenton verbrachte, und natürlich von den Frauen, von zwei Frauen, die ihm verfallen sind. 1794 schwappt eine Terrorwelle über das Land, die Guillotine arbeitet ohne Unterlass, Robespierre lässt die Köpfe rollen. Der Puritaner sieht in dem Aristokraten einen gefährlichen Freigeist und Atheisten, einen unmoralischen Menschen, den es wegen revolutionsfeindlicher Haltung zu liquidieren gilt. Doch die bürgerliche Marie-Constance Quesnet sorgt dafür, dass ihr zu Tode verurteilter Geliebter nach Picpus kommt, eine Art Gefängnis-Sanatorium, in dem er erst einmal vor Verfolgung sicher ist, auch ein Ort, in dem Repräsentanten des Alten Regimes gegen entsprechende Zahlung ihren Kopf retten können. Sade findet in ihnen Darsteller für eine Theateraufführung, läuft zur Hochform als Organisator und Regisseur auf, schreibt wie ein Besessener und trifft auf Emilie de Lancris - jung, unerfahren, nach Liebe brennend.

    Nach Serge Bramlys Roman „La terreur dans le boudoir“ mischt Jacquot historische Fakten und Fantasie zu einem feingesponnenen Labyrinth von Begehrlichkeiten. Im Gegensatz zu den mordenden und keine Gnade kennenden Jakobinern erscheint Sade wie ein angenehmer Zeitgenosse. Der Mann mit dem zweifelhaften Ruf ist kein Sadist, sondern Objekt der Begierde. Marie-Constance gibt sich einem anderen hin, um ihn zu retten, Emilie will - hin- und hergerissen zwischen Faszination und Abscheu - nur eins, körperliche Liebe mit dem 50Jährigen. Wenn er das Mädchen in einem sinnlichen Initiations-Ritual erste sexuelle Erfahrungen machen lässt (er „dirigiert“, ein junger Mann führt aus), ist das nicht nur ein Moment größter Intimität, sondern auch ein raffiniert inszenierter ästhetischer Genuss. Daniel Auteuil spielt die zynische und zugleich verletzbare Spielernatur als schauspielerisches Kraftpaket mit großer Präsenz und brillant-geschliffenen Dialogen - intelligente Unterhaltung mit großem Schauwert. Ein Arthouse-Publikum sollte dieses exorbitante Kino-Juwel zu schätzen wissen. mk.

News und Stories

  • Fatih Akin in der Jury von Cannes

    Fatih Akin in der Jury von Cannes

    Wim Wenders kämpft für Deutschland um die Goldene Palme und Fatih Akin darf mit entscheiden, ob er sie bekommt.

    Ehemalige BEM-Accounts  

Kommentare