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Fakten und Hintergründe zum Film "Rumpe und Tuli"

Kino.de Redaktion |

Rumpe & Tuli Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über den Film

Wer beim nächsten sonntaglichen Spaziergang am Rhein von einer aufgekratzten Sockenpuppe namens Tuli auf die Gefährlichkeit von illegalen Maikäferrennen angesprochen wird, kann sich sicher sein, dass Stefan Silies (33) dahinter steckt. Der Ehrenfelder und seine zwei Kollegen Till Nachtmann (35) und Samy Challah (30) produzieren mit Pandora Film einen Kinofilm. Einen Kinofilm über Sockenpuppen. Wie man auf so was kommt? Nun, außergewöhnliche Ideen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. „Während unseres Kunststudiums in Münster mussten Till Nachtmann und ich im Jahr 1999 einen Beitrag für eine Ausstellung auf die Beine stellen. Als wir drei Tage vor geplantem Beginn immer noch keine Idee hatten, beschlossen wir, uns für die Zeit bis zur Eröffnung in der Ausstellungshalle einzuschließen und einfach mal zu schauen, was dabei rauskommt. Am zweiten Tag stülpten wir uns aus Langeweile Socken über die Arme und haben mit denen rumgealbert. Letztendlich hat uns das dann die Ausstellung gerettet.“ Nachtmann und Silies filmten kurzerhand den Entstehungsprozess ihrer Sockenpuppen-Idee und eröffneten die Ausstellung mit diesem Film.

Das sei der Startschuss für den Sockenpuppenbau gewesen, mit dem sie sich nun schon viele Jahre beschäftigen, erzählt Stefan in seiner und Tills „Puppenwerkstatt“ in Ehrenfeld, welche die ungewöhnlichen Arbeitsmethoden der Kölner ideal widerspiegelt: An den Wänden hängen neben halbfertigen Puppengrimassen Bilder von halb nackten Frauen. Den einzigen Orientierungspunkt in dem von oben bis unten mit Krimskrams vollgestellten Raum stellt ein großer alter Kicker da.

Abgerundet wird die stimmige Atmosphäre durch die Klänge eines emsigen Schlagzeugers, der nebenan probt. Stefan scheint diese Reizüberflutung nicht sehr abzulenken. Ausführlich berichtet er, wie nach und nach immer mehr Sockenpuppen mit komplexen Charakterzügen und wilder Vergangenheit entstanden, mit denen das Duo Kurzfilme drehte und sich auf Festivals vorstellte.

„So eine Puppe dann zum Leben erwecken zu lassen, ist schon ein emotionaler Vorgang, da wir selber die Puppen spielen und sie uns somit auch in gewisser Weise repräsentieren“ erklärt der 33-Jährige. „Unsere Filme sind so einzigartig, weil wir mit den Puppen rausgehen und sie als Teil der Menschenwelt sehen. Sie haben als Puppen natürlich auch Ängste und Vorurteile.

Till und Stefan quatschen mit ihren Puppen einfach frech Leute an, in türkischen Männer Cafés,

Spielcasinos und an Karneval mitten auf dem Heumarkt. Die skurrilen Momente halten sie mit der Kamera fest. „So eine Puppe wirkt einfach harmlos, da haben die Leute weniger Hemmungen, etwas über sich zu erzählen. So kann ich als Puppenspieler praktisch hinter meiner Puppe verschwinden und die Leute erzählen mir Sachen, die sie sonst nicht erzählen würden. An Karneval standen wir mit unserer Sockenpuppe auf einmal vor jemandem, der als Riesenpuppe verkleidet war. Allein der Moment, sich dann sozusagen von Puppe zu Puppe unterhalten, war den ganzen Dreh wert“, schildert Stefan lachend. Die Puppen bestehen größtenteils aus handelsüblichen Kniestrümpfen, die je nach Charakter mit Vollbart und Brille oder mit Glubschaugen und Hasenzähnchen dekoriert werden. Die fertige Socke wird dann über den Unterarm gezogen und ihre Gesichtszüge können mit den Fingern gesteuert werden.

Nicht immer war es für ihn leicht, an dem Projekt festzuhalten, denn leben kann er von seinen Sockenpuppenfilmen nicht. „Acht Jahre lang habe ich damit überhaupt nichts verdient. Ab und zu haben wir mal Puppenkurse an Schulen gegeben, aber so was kann man nie einplanen. Über Wasser habe ich mich durch Filmschnitt und meine Lichtkunstprojekte gehalten. Und man muss eben auch mal eine schlechte Zeit überstehen.“

Erst seit zwei Jahren lohnen sich die Sockenpuppen auch finanziell. Bei der „Sendung mit dem Elefanten“ des WDR, wo die Puppen den kleinsten Zuschauern beispielsweise spielend Englisch beibringen, sind sie in jüngster Zeit häufiger im Einsatz gewesen. Jetzt kommt also der Kinofilm „Rumpe und Tuli“ - der durch das Aufeinandertreffen zweier Puppen entstand. An der Kunsthochschule für Medien lernten sich Stefan und Samy Challah kennen. Challah beschäftigt sich ebenfalls seit vielen Jahren mit Puppenfilmen. Der ängstliche und aufgedrehte Tuli ist die Lieblingssockenpuppe des Duos Nachtmann und Silies. Der behäbige und neunmalkluge Rumpe ist eine Puppe von Samy Challah. „Es ist alles sehr spontan, aber wir sind schon sehr gespannt auf das, was dabei rauskommt“ grinst Stefan zufrieden.

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