Rumba

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   2008

Rumba: Komödie, die mit liebenswerter Bosheit die Leidensfähigkeit eines Paares prüft und dabei Tati und Keaton ihre Referenz erweist.

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Filmhandlung und Hintergrund

Rumba: Komödie, die mit liebenswerter Bosheit die Leidensfähigkeit eines Paares prüft und dabei Tati und Keaton ihre Referenz erweist.

Grundschullehrer Dom (Dominique Abel) und Fiona (Fiona Gordon) frönen stets nach Feierabend ihrer Leidenschaft für die Rumba und gewinnen locker jeden Tanzwettbewerb. Doch auf dem Heimweg von einer Tanzveranstaltung stellt sich ihnen das Schicksal in Person eines tollpatschigen Selbstmörders in den Weg. Um ihn vor dem Freitod zu bewahren, fahren sie mit dem Auto gegen eine Wand. Und ihr Leben ist nicht mehr wie es vorher war. Fiona wacht in einem Ganzkörpergips auf, und Doms Gedächtnis leidet fortan unter Systemausfall. Als sich Dom nicht mehr an den Heimweg erinnern kann und stattdessen in einer Imbissbude mit Meerblick landet, begibt sich Fiona auf eine abenteuerliche Suche nach ihm.

Eine Clowneske, zu deutsch: Eine heiter-bittere Tragikomödie ungewöhnlichen Stils präsentiert das Kreativ-Trio Gordon-Abel-Romy. Sie berufen sich bei ihrer haarsträubend komischen Geschichte über Liebe und Leidensfähigkeit auf die Legenden Buster Keaton und Jacques Tati („Trafic„).

Tagsüber lehren Fiona und Dom an einer Grundschule, nach Feierabend tanzen sie leidenschaftlich Rumba. Ein Autounfall wegen eines Selbstmörders macht sie zum körperlichen Krüppel und ihn zu einem Mann ohne Gedächtnis. Sie verlieren Job und Wohnung und schließlich auch noch einander, als er überfallen wird. Sie hält ihn für tot, dabei ist er vom Selbstmörder von damals aufgenommen worden.

Tagsüber lehren Fiona und Dom an einer Grundschule, nach Feierabend tanzen sie leidenschaftlich Rumba. Als ihnen ein Selbstmörder vors Auto läuft, können sie gerade noch ausweichen – und krachen in eine Mauer. Mit fatalen Folgen: Der Unfall macht Fiona zum körperlichen Krüppel und Don zu einem Mann ohne Gedächtnis. Sie verlieren Job und Wohnung und schließlich auch noch einander, als Don überfallen wird. Fiona hält ihn für tot, dabei ist er von dem Selbstmörder von damals aufgenommen worden.

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Kritikerrezensionen

  • Eine Szene des Films zeigt Fiona und Dom nach vielen Tiefschlägen gänzlich verstummt vor einer Mauer sitzend, als sich hinter ihnen ihre Schatten zum Tanz erheben. Die entflammte Leidenschaft der Schattentänzer hat in der Realität allerdings nichts mehr verloren und so unterbricht Fiona das unbemerkte Treiben an der Wand mit einem kurzen kräftigen „Bon“ und sie und Dom machen sich – allen Widrigkeiten zum Trotz – wieder auf den Weg, einer ungewissen Zukunft entgegen.

    Schon dieser kurze Ausschnitt zeigt, dass „Rumba“ ein sehr eigenwilliger und poetischer Film ist, der sich schwer mit anderen Filmen vergleichen lässt. In seinem Mittelpunkt stehen zwei hagere Clowns, die so selbstverloren in die Welt und so zärtlich aufeinander blicken, dass man sich ihrer Einzigartigkeit stets bewusst bleibt. Die Leinwand wird dabei zur Kleinkunstbühne, auf der sich vor statischer Kamera burleske Situationen aneinanderreihen und bewusst künstlich gehaltene Spezialeffekte das Medium Film sichtbar machen.

    Reden würde hier nur stören und daher tun es die beiden auch nur, wenn es absolut notwendig ist. Als schweigsam kann man sie deshalb aber trotzdem nicht bezeichnen, denn da sind ja noch ihre Körper. Die winden sich nicht nur in ebenso humorvollen wie professionellen Tänzen, sondern verbiegen sich auch, um gegen die Widrigkeiten des Alltags anzukämpfen. Schicksalsschläge werden nicht wahr- sondern hingenommen, denn ändern lassen sie sich so oder so nicht.

    In ihrem Spiel zeigen die Hauptdarsteller mit einer großen Portion Selbstironie ihr Können. Immerhin arbeiten Fiona Gordon und Dominique Abel – die gemeinsam mit Bruno Romy auch für Drehbuch, Regie und Produktion zuständig waren – schon lange als Clowns für das Theater. Diese jahrelange Erfahrung sieht man ihren durchtrainierten Körpern an. „Rumba“ ist ihr zweiter Langfilm und dürfte – ebenso wie ihr erster – das Publikum in zwei Hälften spalten. Es wird diejenigen geben, die sich auf den eigensinnigen Humor und die ungewöhnliche Handschrift der beiden talentierten Clowns einlassen und solche, die das Fehlen von Tempo und flotten Dialogen beklagen. Am Ende gilt aber für beide Seiten: „Rumba“ ist ein Film, den man nicht so schnell vergisst.

    Fazit: Ein tragischer, komischer und eigenwilliger Film über zwei tanzende Clowns, deren zärtliche Liebe zueinander von einem Unglück ins nächste gejagt wird.
  • Die verschüttete Tradition von Buster Keaton und Jacques Tati reanimiert eine unverfrorene französische Komödie, die mit liebenswerter Bosheit die Leidensfähigkeit eines Paares prüft.

    Tagsüber lehren Fiona (Fiona Gordon) und Dom (Dominique Abel) an einer Grundschule, nach Feierabend tanzen sie leidenschaftlich Rumba und räumen auf Wettbewerben jeden Preis ab. Wer nun einen Tanzfilm erwartet, darf sich überraschen lassen, denn das gemeinschaftliche Werk von Gordon, Abel und Bruno Romy (der als rabiater Schokocroissant-Dieb auftritt) ist die ungewöhnlichste und bezauberndste Komödie der Saison.

    Als ihnen ein glückloser Selbstmörder (Philippe Martz) bei der Heimfahrt vor das Auto läuft, können sie gerade noch ausweichen – und krachen in eine Mauer. Mit fatalen Folgen: Fiona erwacht als einbeinige Gipsskulptur im Krankenhaus, Dom leidet nach einem Schädeltrauma am „Memento“-Syndrom und vergisst nach wenigen Sekunden, was gerade geschehen ist.

    Diese Tragödie wird mit den Mitteln einer Komödie erzählt, die von vollendet unschuldiger Bösartigkeit und gnadenloser Konsequenz ist. Kaum entlassen, erweisen sich die beiden als nicht überlebensfähig im Alltag: In kurzer Folge arbeits- und obdachlos geworden, lösen die ungeschickten Tölpel eine Katastrophe nach der anderen aus, an der vor allem sie selbst zu leiden haben. Dom wird überfallen und schließlich ausgerechnet von dem Selbstmörder aufgenommen, der ob seiner Schuld in Tränen ausbricht. Fiona indes wähnt Dom tot und kehrt nach einem Jahr zu seinem vermeintlichen Sterbeort an der Küste zurück.

    Das alles erzählt das Regie-Trio als vorwiegend bühnenhaftes Clowns-Stück, das fast jede Szene als Vignette entfaltet, in der sich die Naivlinge mit der Tücke des Objekts oder den Unzulänglichkeiten des eigenen Handicaps herumschlagen. Zwischenzeitlich glaubt man, der unvergessene Jacques Tati sei auferstanden, so ungerührt, ernsthaft und dialoglos wird der Humor zelebriert. Dazwischen blitzt der halsbrecherische Slapstick eines Buster Keaton auf. Liebevolle Details und eine klasse Mise-en-Scène bieten das Podium für ein Lustspiel, das fast ausschließlich durch das Spannungsverhältnis von Komik und Tragik funktioniert. Die stilvolle Posse fällt in jeder Hinsicht aus der Zeit, denn nicht nur der Retro-Look mit seinen betont grellen Farben und Formen, sondern die gesamte Machart ist untypisch für zeitgenössisches Kino und nicht nur deshalb ein Genuss. Ganz große Kunst.

    tk.

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