Filmhandlung und Hintergrund

Zeithistorischer Fernsehfilm über den deutschen General mit Ulrich Tukur in der Titelrolle.

Bilderstrecke starten(26 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu Rommel

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

5,0
1 Bewertung
5Sterne
 
(1)
4Sterne
 
(0)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(0)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

  • Rommel: Zeithistorischer Fernsehfilm über den deutschen General mit Ulrich Tukur in der Titelrolle.

    Von Bernd Eichinger hat Nico Hofmann gelernt, dass man die Basis eines Erfolgs schon in der Produktionsphase legt. Auf den Rummel um „Rommel“ hätte er gern verzichtet.

    Die Familie des Generalfeldmarschalls hatte bereits während der Dreharbeiten vehement gegen das Projekt protestiert. Ihrer Meinung nach hatte Erwin Rommel schon 1942 starke Zweifel am NS-Regime und nicht erst, wie der Film suggeriere, 1944. Die maßgeblich mit Geldern des SWR entstandene TeamWorx-Produktion konzentriert sich zwar auf das Jahr 1944 und somit Rommels letzte Lebensmonate, legt aber in der Tat die Deutung nahe, Rommels Nibelungentreue zu Adolf Hitler habe erst in dieser Zeit einen gewissen Dämpfer erhalten.

    Gleich vier Berater haben das Drehbuch von Niki Stein unter die Lupe genommen. Der Regisseur hat diesmal womöglich noch akribischer recherchiert als für sein ausgezeichnetes Scientology-Drama „Bis nichts mehr bleibt“ (ebenfalls TeamWorx). Die Faktentreue und der weitestgehende Verzicht auf die sonst übliche Fiktionalisierung von Tatsachen ehrt ihn zwar, hat aber zur Folge, dass „Rommel“ ein vergleichsweise sperriges Werk geworden ist. Wo Hollywood bei „Operation Walküre“ auf konsequente Dramatisierung gesetzt hat, hofft Stein offenbar, dass die Historie allein spannend genug ist. Das ist natürlich nicht falsch, zumal Rommels radikaler Wandel vom Wegseher zum Kritiker Hitlers in der Tat ein ungeheuer fesselnder Prozess ist. Aber der Film will mehr, und das tut ihm nicht gut.

    Damit man die Veränderung Rommels nachvollziehen kann, muss der Kriegsverlauf erläutert werden. Immer wieder konfrontiert Stein seinen Protagonisten daher mit hochdekorierten Offizierskollegen, die man nur deshalb auseinander hält, weil sie ausgesprochen namhaft besetzt sind. Doch so eindrucksvoll diese Herren auch verkörpert werden (unter anderem Hanns Zischler, Klaus J. Behrendt, Tim Bergmann und Thomas Thieme): Vielen Zuschauern wird sich nur mühsam erschließen, welchen Einfluss sie aufs Kriegsgeschehen hatten. Die ständig wechselnden Schauplätze werden jeweils erklärt, aber im Grunde wäre das auch bei den Nebenfiguren nötig gewesen.

    Außerdem verstellt das umfangreiche Personal immer wieder den Blick auf die Hauptfigur. Wer sich nicht für militärische Tradition interessiert, wird für den preußischen Kadavergehorsam des Schwaben Rommel kein Verständnis haben. Dabei macht gerade seine Ambivalenz die Tragödie aus: hier die Loyalität zu Hitler, dort die Erkenntnis der Niederlage und die damit einhergehende moralische Pflicht, den unnötigen Tod zigtausender Soldaten zu verhindern. Ulrich Tukurs Verkörperung der Titelrolle ist allerdings grandios. Der Film wird ohne Frage polarisieren, und allein das macht ihn sehenswert. tpg.

Kommentare