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Filmhandlung und Hintergrund

Romeo: West-Ost-West-Vergangenheit ohne erhobenen Zeigefinger, mit reichlich Rückblenden, ironisch erzählt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • 18 Jahre lang hat sie ihr Land verraten. Was immer auch für das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) von Interesse sein konnte: Lotte, Sekretärin im bayerischen Innenministerium, hat es heimlich kopiert. Weil sie glühende Sozialistin war? Weil sie das imperialistische System stürzen wollte? Mitnichten; Lotte war Spionin aus Liebe.

    In der Zeit des kalten Krieges bis zum Fall der Mauerfall ist es MfS und KGB gelungen, mindestens vierzig Frauen wie Lotte anzuwerben: allein stehend, aus einfachen Verhältnissen stammend, von Minderwertigkeitsgefühlen belastet. Sie erhielten eine Ausbildung und bewarben sich dann als Sekretärin in einem Ministerium. Doch es war nicht die große Politik, die sie motivierte, sondern das große Gefühl: Nach allen Regeln der Kunst war ihnen von einem Liebesagenten der Kopf verdreht worden. Einmal fixiert bis zur Hörigkeit, waren sie bereit, alles zu tun, um die vermeintliche Liebe ihres Lebens nicht wieder zu verlieren.

    „Romeo“ schildert einen solchen Fall: Lotte (Martina Gedeck) fällt aus allen Wolken, als sie eines Morgens verhaftet wird; Stasi-Akten, aus den USA re-importiert, bieten eine lückenlose Liste ihrer verräterischen Taten. Doch der große Schock soll erst noch folgen: Erst jetzt erkennt sie, dass sie Jahre lang getäuscht worden ist, ja dass selbst die Hochzeit mit ihrem „Romeo“ Hermann (Sylvester Groth) nur fingiert war.

    Geschickt wechselt das Drehbuch von Ruth Toma („Gloomy Sunday“) zwischen den Zeitebenen; erst im Lauf des Prozesses gegen Lotte – Hermann ist nicht angeklagt, er handelte ja nach gültigem Recht der DDR – offenbart sich nach und nach in Rückblenden, wie systematisch und hocheffizient die Stasi in derartigen Fällen gearbeitet hat. Regisseurin Hermine Huntgeburth verlässt sich bei ihrer Inszenierung ganz auf Tomas kraftvolle Vorlage und die ausgezeichnete Darsteller. Toma wiederum beschränkt sich nicht auf die tragische Romanze. Ebenso viel Gewicht haben die Konflikte zwischen Lotte und ihrer Tochter (Katrin Bühring), der ständigen Erinnerung an Hermann. Der schließlich denkt heute vor allem mit Ärger an die gemeinsame Zeit zurück: weil ihm die sieben Jahre „under cover“ nicht für die Rente angerechnet werden. tpg.

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