Für Links auf dieser Seite erhält kino.de ggf. eine Provision vom Händler, z.B. für mit oder blauer Unterstreichung gekennzeichnete. Mehr Infos.
  1. Kino.de
  2. Filme
  3. Rock It!
  4. News
  5. Fakten und Hintergründe zum Film "Rock It!"

Fakten und Hintergründe zum Film "Rock It!"

Kino.de Redaktion |

Rock It! Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

„Wir wollten etwas Neues ausprobieren“, sagt Andreas Ulmke-Smeaton und umreißt damit, was den besonderen Reiz von ROCK IT ausmacht: Mike Marzuks zweiter Kinospielfilm ist das erste deutsche Kinomusical seit langer Zeit– und ganz gewiss das erste deutsche Musical überhaupt, das sich mit moderner Rock- und Popmusik gezielt an ein jugendliches Publikum wendet.

„Wir haben natürlich mitverfolgt, dass es in den USA eine Vielzahl von Vorbildern gibt, Filme wie MAMMA MIA! (2008), natürlich die HIGH SCHOOL MUSICAL Reihe, CAMP ROCK (2008) oder HANNAH MONTANA (2009)“, berichtet Ulmke-Smeaton, der mit seiner langjährigen Partnerin bei SamFilm, Ewa Karlström, als Produzent auftritt. „Etwas Vergleichbares mit einer deutschen Identität gibt es bislang allerdings nicht. Das Genre ist zwar uralt, aber wenn man wirklich nach deutschen Beispielen dafür suchen will, geht es bis in die Fünfzigerjahre zurück, zurück zum Revuefilm, zurück zu Peter Kraus und Conny Froboess. In den USA gab es Musicals mit Ausnahme einer Pause in den Neunzigern im Kino immer – sie waren dann auch bei uns zum Teil sehr erfolgreich, wie GREASE (GREASE - SCHMIERE, 1979) oder DIRTY DANCING (DIRTY DANCING, 1987).

Ausgangspunkt für ROCK IT ist dennoch die neue Musical-Welle der letzten Jahre – und nicht zuletzt die Tatsache, dass Musikevents wie „The Dome“ oder auch die Castingshows „DSDS“ und „Popstars“ Jugendlichen einen neuen Zugang zu getanzter Musik gegeben haben und Teil dieses Lebensgefühls haben werden lassen. „Das ist uns schon beim Casting aufgefallen“, meint Regisseur Mike Marzuk. „Unsere Kandidaten mussten singen, tanzen, schauspielern… und ganz viele davon waren richtig gut. Es liegt einfach in der Luft, dass unser Experiment funktionieren wird. Wir arbeiten schon so lange mit den Tänzern und Schauspielern – die machen das einfach prima. Da kommt ein tolles Gefühl rüber. Das macht Spaß. Und ich glaube und hoffe, wir machen das richtig.“

„Unbedingt wollen wir vermeiden, muffig und alt zu wirken, wie Musicals das lange waren“, gibt Ulmke-Smeaton zu Bedenken. „Wir sind also sehr gespannt, ob ein Film wie ROCK IT in Deutschland funktionieren kann, weil wir die Songs auch auf Deutsch bringen und eine Geschichte erzählen wollen, die glaubhaft und greifbar ist. Die US-Musical-Vorbilder sind doch sehr amerikanisch, sehr auf die US-Erlebniswelt zugeschnitten, clean, sauber. Unser erklärtes Ziel ist: Wir wollen eine eigene Identität hinzumischen und etwas Eigenes daraus machen.“

Auf die Ursprünge des Projekts angesprochen, sagt Ulmke-Smeaton: „Mit der Geschichte erfindet man das Rad nicht neu. Sie rockt aber sicher mehr als die US-Vorbilder. Wir haben ziemlich lang gebraucht, bis wir mit den Autoren Peer Klehmet und Sebastian Wehlings ein Konzept hatten. Für uns ist es einfach absolutes Neuland. Aber genau das hat uns an der Geschichte gereizt. Uns war klar: Es muss Deutsch sein, mit Musik für ein ganz junges Publikum – ein Film für Kids, die die Musik verstehen. Das hat sehr schnell auch Disney überzeugt, die uns ermutigt und den Rücken gestärkt haben.“

Klehmet und Wehlings sind keine Unbekannten im Universum von SamFilm. Ulmke-Smeaton beschreibt sie als „Freunde. Sie haben für uns bereits SOMMER und GANGS geschrieben. Sebastian, der früher Redakteur bei der SZ war, schreibt auch Texte für Songs von Tobias Kuhn, was sich als sehr praktisch für ROCK IT erwies. Er kennt sich also richtig aus, weil er ein guter Texter ist und Songs schreiben kann.“

Regisseur Marzuk ist überzeugt: „Nach meinen bisherigen Erfahrungen kann ich nur sagen: Natürlich sind wir gespannt – das ist man vor jedem Film. Aber ich bin mir sicher, die Sache mit der Musik wird funktionieren. Am Set wird sich herausstellen, ob das alles klappt, wie wir uns das vorstellen. Unsere Musik ist sehr emotional und berührt einen ganz unmittelbar. Das ist die ideale Voraussetzung, damit dem Zuschauer später im Kino auch das Herz aufgeht. Die Arbeit mit den Musikern und Autoren macht jedenfalls viel Spaß, weil sie so kreativ und ergiebig ist. Man ist zu keinem Zeitpunkt peinlich berührt von den Songs.“

Zunächst wurde das Drehbuch von SamFilm kontinuierlich entwickelt. Parallel dazu entstanden bereits die Songtexte, die direkt ins Skript eingearbeitet wurden. Bald wurde auch Mike Marzuk in das Projekt eingebunden. „Ich kam im Februar dazu“, erinnert er sich. „Und ich hatte von Anfang an Bock drauf, ohne jemals Muffensausen zu bekommen. Bei all dem Druck, den man hat, ist immer Spaß dabei. Das wird man dem Film auch anmerken.“ Ulmke-Smeaton betont, dass ROCK IT ohne Marzuk nie so weit gekommen wäre. „Ich habe Mike schon früh von unserer Idee erzählt, als wir noch mit dem Drehbuch gekämpft haben“, sagt er. „Ich wollte ihm nichts Halbfertiges vorlegen, es sollte schon einigermaßen fertig sein. Aber ohne Mike hätte es nicht funktioniert. Wichtig für mich als Produzent ist es, einen Regisseur zu haben, dem ich vertraue und der ähnlich tickt. Natürlich ist es super, dass er auch als Musiker Erfahrung und entsprechendes Gespür mitgebracht hat. Ich glaube, dass viele andere Regisseure Angst gehabt hätten.“

Gemeinsam verlieh man der Geschichte den letzten Schliff. „Wir erzählen die Geschichte von Julia, die auf ein Musikinternat kommt“, erzählt Andreas Ulmke-Smeaton. „Sie hat einen vorbestimmten Weg, wird von ihren Eltern in die richtigen Bahnen als klassische Pianistin geführt und stellt fest, dass das nicht ihr Leben ist. Sie lernt ihre große Liebe kennen und beschließt, ihre Pianistenkarriere aufzugeben. Die Botschaft dahinter: Du musst selbst entscheiden, was du willst - niemand anders.“ Und Marzuk fügt hinzu: „Es geht darum, seine eigene Identität zu finden und seinen Träumen zu folgen. Ein klassischer Selbstfindungsprozess also, aber eben sehr unterhaltsam und witzig und fetzig erzählt.“

Bei der Besetzung der Rollen war es wichtig, dass die Darsteller nicht nur gute Schauspieler sind. Sie mussten auch musikalisches Talent und rhythmisches Gespür mitbringen. Denn früh hatte man sich entschieden, dass jeder Schauspieler seine Rolle eben nicht nur spielen, sondern auch selbst singen und tanzen musste. „Damit haben wir es uns selbst schwierig gemacht“, erinnert sich Mike Marzuk. „Ich war dann aber doch erstaunt, wie viele junge Leute singen und tanzen können. Und mehr noch: Sie besitzen auch den Mut, das vor der Kamera zu bringen und aus sich herauszugehen. Das ist nicht selbstverständlich. Dennoch war es ein langer Castingprozess.“

Bei der Reihenfolge orientierte man sich an der Bedeutung der Rollen. Zunächst musste eine Darstellerin für Julia gefunden werden. „Sie stammt eigentlich aus gutem Hause und muss selbst merken, wer sie ist. Dass mehr in ihr steckt, als gedacht. Ich würde sie als Blume beschreiben, die sich öffnet“, charakterisiert Ulmke-Smeaton die Figur. Schnell kristallisierte sich Emilia Schüle als Favoritin heraus. „Sie spielt auch in unserem Film GANGS die weibliche Hauptrolle, steht da aber natürlich ein bisschen im Schatten der Ochsenknecht-Brüder“, weiß der Produzent. „Wir trauten uns zunächst gar nicht richtig, ihr die Rolle anzubieten, weil wir dachten, dass sie nicht zusagen kann, weil sie bereits so viel gedreht hat in diesem Jahr. Als Jugendlicher darf man ja nur eine bestimmte Tagesanzahl arbeiten. Aber jetzt hat sie die Mittlere Reife am Gymnasium in der Tasche und hat daher mehr Freiheiten. Ihre Schule erwies sich als sehr entgegenkommend. Deshalb hat’s geklappt. Ein Riesenglück für uns.“ Und Mike Marzuk merkt trocken und bestimmt an: „Wir haben alles mobilisiert, um Emilia zu bekommen. Für die Rolle gibt es keine Bessere.“

Auch das Singen stellte kein Problem für sie dar. Eher im Gegenteil, wie Mike Marzuk sagt: „Sie hatte absolut Lust drauf. Das macht doch auch den ganz besonderen Reiz der Rolle aus. Das Singen ist keine Hürde, sondern das Gegenteil. Es ist die Visitenkarte unseres Films - auch wenn Gesangs-Coaching harte Arbeit ist.“ Ulmke-Smeaton meint: „Wir haben bei der Auswahl gesagt: Das Schauspielern ist das Wichtigste. Zum Singen hat man mehr Zeit, die wichtigen Aufnahmen werden erst im Herbst stattfinden. Und wenn alle Dämme brechen, kann man kann mit diversen Programmen viel verschönern. Ich glaube aber nicht, dass das nötig sein wird: Alle haben den Ehrgeiz, das richtig gut und natürlich selbst zu machen.“

Im Film verliebt sich Julia in Nick. „Er will seinem Vater beweisen, dass er mit der Musik Zukunft hat, aber er will ihn auch nicht enttäuschen“, berichtet Ulmke-Smeaton. „Der setzt ihn unter Druck, weil er nicht will, dass sein Sohn enttäuscht wird. Aber Nick gibt seinen Traum nicht auf und wird dafür auch belohnt. Und er lernt, zu seinen Gefühlen zu stehen.“ Für den Part wählte man mit Daniel Axt einen relativen Newcomer. „Daniel haben wir gecastet und waren begeistert“, erinnert sich der Produzent. „Vor allem Mike war von ihm überzeugt. Er ist auch optisch ein echter Gewinn. Aber er hat auch gut gesungen und Gitarre gespielt. Daniel passt hervorragend altersmäßig in die Gruppe. Und er hat Riesenschritte gemacht seit dem Casting und entwickelt sich fantastisch. Er ist sehr ehrgeizig.“

Als Julias Gegenspielerin am Amadeus-Internat erweist sich Betty, eine verwöhnte Göre, die es gewohnt ist, das zu bekommen, was sie will, auch wenn sie dafür die Ellbogen ausfahren muss. „Sie ist das sprichwörtliche blonde Biest, was sehr klischeeartig kling - und auch ist, wenn man ehrlich ist“, sagt Mike Marzuk. „Sie ist maßlos eifersüchtig und neidet Julia ihren Erfolg.

Gleichzeitig will sie die Konkurrentin auch benutzen, um selbst besser dazustehen.“ Für die Rolle fiel die Wahl auf Vivien Wulf, die in ROCK IT ihr Kinodebüt gibt. Andreas Ulmke-Smeaton erzählt: „Sie hat sofort vom Optischen und allem Anderen gepasst. Wir waren uns schnell einig. Das Tolle ist, dass sie kratzbürstig sein kann und Krallen zeigt und man schnell glaubt, dass sie auch privat so ist. Dabei stellte sie sich als ungemein nett und lieb heraus.“

Francesca schließlich ist Julias beste Freundin, die ihr auch bei der Verwandlung vom braven Mädchen zum Rock-Girl behilflich ist. „Sie ist von Haus aus sehr kreativ und hat eine wichtige Funktion, weil sie Julia hilft, aus sich selbst rauszukommen“, sagt Mike Marzuk. „Gleichzeitig hat sie aber auch ihre eigene Story: Sie ist eine begnadete Sängerin, leidet aber schrecklich unter Prüfungsangst. Wenn sie Lampenfieber hat, bekommt sie sofort Schluckauf und kann nicht mehr singen. Diese Angst muss sie überwinden.“ Maria Ehrich erhielt den Zuschlag. „Es war sehr schwer, jemanden zu finden, der dieses Lebensgefühl transportieren kann. Wir sind happy, dass wir sie gefunden haben“, merkt Ulmke-Smeaton an.

Das wichtigste Element ist allerdings die Musik. Dafür konnten die Filmemacher den renommierten Musiker Tobias Kuhn gewinnen, der als Sänger der Band Miles bekannt wurde und mittlerweile mit seinem Soloprojekt Monta für Furore sorgt, aber eben auch seit einigen Jahren mit ROCK IT-Drehbuchautor Sebastian Wehlings ein perfekt aufeinander eingespieltes Songwriterteam stellt, das Hits u. a. für Udo Lindenberg geschrieben hat.

„Ich besitze eigentlich keine große Affinität zu Musicals“, gesteht Kuhn freimütig. „Was ich mag, sind gute Songs. Und ich habe Lust darauf, dass junge Leute, Teenager in einem Film wie ROCK IT auch gute Songs zu hören bekommen. Filme sind ein ideales Medium, junge Leute an neue Musik heranzuführen.

Vor meinem geistigen Auge sehe ich einen Film wie ROCK'N'ROLL HIGH SCHOOL mit den Ramones oder die Serie „Fame“ vor mir. Wenn der Weg bei der Umsetzung ein bisschen in diese Richtung geht, fände ich das ganz toll.“ „Ich gehe nicht sehr systematisch vor“, beschreibt Kuhn seine Herangehens-weise. „Ich kann einschätzen, was eine gute Melodie ist, und folge meiner Eingebung. Oft beginnt dann aber erst die Arbeit. Wir haben die meisten Songs immer wieder umgeschrieben und neu bearbeitet, Texte wie Melodien, bis wir wirklich zufrieden waren und das Gefühl hatten, dass sie perfekt in den Film passen. Es war ein ausgesprochen langwieriger Layout- und Kompositionsprozess. Wir konnten das ja nicht einfach nur unter uns verhandeln, sondern mussten auch den Ansprüchen einer Reihe anderer Beteiligten genügen. Das war neu für mich.“

Als ideal erwies sich bei der Zusammenarbeit, dass Sebastian Wehlings zuvor bereits gemeinsam mit Peer Klehmet das Drehbuch geschrieben hatte. „Da waren die Texte und ihre Inhalte erst einmal grob umrissen“, erklärt Tobias Kuhn. „Dazu habe ich mir mit Sebastian die Musik einfallen lassen und je nach Entwicklungsstadium umgeschrieben oder verfeinert. Das unterschied sich ein wenig von unserer üblichen Herangehensweise, bei der wir uns im Grunde gegenseitig die Bälle zu spielen, bis daraus ein Song erwächst, ganz klassisch eigentlich.“

„Mir gefällt die Vielfältigkeit der Musik bei ROCK IT“, betont er. „Wir haben richtige Tanznummern, klassische, nach vorne losgehende Rocksongs, triefende Balladen. Das hat großen Spaß gemacht, sich die Songs auszudenken. Leicht sind mir die Rock- und Popsongs gefallen. Da komme ich her, und da kenne ich mich auch gut aus. Aber ich habe auch einen gewissen Ehrgeiz entwickelt, die R&B-Teile entsprechend zu stemmen. Ich vertraue auf Musikalität und glaube, dass man mit Bauchgefühl und Instinkt ans Ziel kommt. Der Dreh findet zunächst einmal mit den Layouts statt. Die richtige Produktion folgt im Anschluss.“

Insgesamt finden sich neun Songs in ROCK IT. Tobias Kuhn beschreibt die Lieder und ihre Bedeutung: „Den Anfang macht die ,Amadeus-Hymne’, eine Tanznummer, zu der es eine große Choreographie geben wird. ,Flieg mit mir’ ist ein Rocksong mit einem hymnischen Refrain, mit dem die Band ROCK IT vorgestellt wird. ,Rock It’ schlägt danach in die selbe Kerbe, ein wenig punkig angehaucht. Dazu wird es eine Szene geben, in der man die Kids mit dem Skateboard durch die Stadt fahren lässt. Dann gibt es zwei Lieder für die Hauptfigur Julia, ,Du fehlst mir so’ und ,Ich will hier raus’, die man eher als R&B-angehauchte Balladen bezeichnen könnte. Auch im R&B-Stil, aber etwas danciger sind die jeweiligen Songs von Julias Gegenspielerin Betty und Julias bester Freundin Francesca. ,Wie die Welt leuchtet’ ist schließlich der klassische Themensong, mit dem später auch das Finale bestritten wird. Hier singen Nick und Julia im Duett. Und abschließend gibt es noch einen gut gelaunten Song, ,Die Musik’, der den Film beschließt.“

Die Musik wird unter Kuhns Leitung mit ausgewählten Musikern eingespielt. Die Schauspieler nehmen danach den Gesang auf. Seit ersten gemeinsamen Proben arbeiten sie mit Vocalcoaches. Emilia Schüle wird von Artemis Gounakis betreut; für die anderen Darsteller ist Jane Comerford, Sängerin von Texas Lightning, zuständig. Als Choreograph wurde Selatin Kara gewonnen. „Er hat lange in den USA gearbeitet, u.a. auch mit Michael Jackson und Kenny Ortega, dem Macher von HIGH SCHOOL MUSICAL“, sagt Andreas Ulmke-Smeaton. „Wir hatten ein paar Kandidaten eingeladen, aber er hat den mit Abstand besten Eindruck hinterlassen. Er hat die Leute im Griff und kann mit den Tänzern gut umgehen. Die Choreographien hat er anhand der vorliegenden Songs selbst entwickelt. Sofern ich es beurteilen kann, sieht alles richtig gut aus.“ Und Mike Marzuk merkt an: „Die Tanznummern sind das Herzstück und machen in der Umsetzung am meisten Spaß, weil es gute Laune bringt. Ich bin sehr stolz drauf zu sehen, wie sich das entwickelt. Selatin war ein richtiger Glücksgriff.“

Gedreht wird in Passau und Umgebung. Insgesamt sind 35 Drehtage veranschlagt. „Ein sportliches Programm“, wie Marzuk zugibt. „Aber ich bin zuversichtlich. Alle Beteiligten bringen viel Energie und Leidenschaft mit. Das ist entscheidend, da kann man das schaffen. Wir wollen einfach gut unterhalten, mit einer Geschichte, in der viel von dem vorkommt, was das Lebensgefühl der jungen Generation ausmacht: Liebe, Musik, Gefühle. Wir nehmen das ernst und wollen vor allem ein gutes Gefühl hinterlassen.“ Tobias Kuhn sieht es ähnlich: „Einfachheit und Naivität sind die Zauberworte für gute Popmusik. Wenn zuviel nachgedacht wird, verliert man die Frische. Für einen Film wie ROCK IT ist auch das wichtig – Einfachheit, Frische, Naivität. Ich mag, wie die Produzenten und der Regisseur an das Projekt herangehen. Da herrscht eine große Euphorie, sie stecken ihr ganzes Herzblut rein. Das ist ein gutes Team, in dem ich mich sehr wohl fühle.“

Und Andreas Ulmke-Smeaton meint abschließend: „ROCK IT richtet sich an ein Publikum, dass sich gerne in eine Welt entführen lässt, die neu ist, die anders ist als das, was man aus dem Kino kennt. Es ist der richtige Film, wenn du Musik und große Gefühle magst.“

Produktion: Die Vorbereitung

„Disney und SamFilm wollten etwas Neues ausprobieren“, sagt Produzent Andreas Ulmke-Smeaton und umreißt damit, was den besonderen Reiz von ROCK IT ausmacht: Mike Marzuks zweiter Kinospielfilm ist das erste deutsche Kino-Musical seit langer Zeit und ganz gewiss das erste deutsche Musical überhaupt, das sich mit moderner Rock- und Popmusik gezielt an ein jugendliches Publikum wendet. „Wir haben natürlich mitverfolgt, dass es in den USA eine Vielzahl von Vorbildern gibt, Filme wie MAMMA MIA! (2008), natürlich die HIGH SCHOOL MUSICAL-Reihe, CAMP ROCK (2008) oder HANNAH MONTANA (2009)“, berichtet Ulmke-Smeaton. „Etwas Vergleichbares mit einer deutschen Identität gab es bislang allerdings nicht. Disney hat die Idee an uns herangetragen und wir fanden es ist das richtige Thema zur richtigen Zeit. Das Genre ist zwar uralt, aber wenn man wirklich nach deutschen Beispielen dafür sucht, muss man bis in die 50er Jahre zurückgehen, zurück zum Revuefilm, zurück zu Peter Kraus und Conny Froboess. In den USA gab es mit einer Pause in den 90ern im Kino immer Musicals sie waren dann auch bei uns zum Teil sehr erfolgreich wie GREASE (1979) oder DIRTY DANCING (1987).“

Ausgangspunkt für ROCK IT ist dennoch die neue Musical-Welle der letzten Jahre und nicht zuletzt die Tatsache, dass Musikevents wie „The Dome“ oder auch die Casting-Shows „DSDS“ und „Popstars“ Jugendlichen einen neuen Zugang zu Tanz und Musical gegeben haben. „Das ist uns schon beim Casting aufgefallen“, meint Regisseur Mike Marzuk. „Unsere Kandidaten mussten singen, tanzen, schauspielern… und ganz viele davon waren richtig gut. Es liegt einfach auf der Hand, dass unser Experiment funktionieren wird. Wir arbeiten schon so lange mit den Tänzern und Schauspielern die machen das einfach prima. Da kommt ein tolles Gefühl rüber. Das macht Spaß. Und ich glaube und hoffe, wir machen das richtig.“

„Unbedingt wollten wir vermeiden, muffig und alt zu wirken, wie Musicals das lange waren“, gibt Ulmke-Smeaton zu: „Wir sind also sehr gespannt, ob ein Film wie ROCK IT in Deutschland funktioniert, weil wir die Songs auch auf Deutsch bringen und eine Geschichte erzählen wollen, die glaubhaft und greifbar ist. Die US-Musical-Vorbilder sind doch sehr amerikanisch, sehr auf die US-Erlebniswelt zugeschnitten, clean, sauber. Unser erklärtes Ziel ist: Wir wollen eine eigene Identität hinzumischen und etwas Eigenes daraus machen.“

Auf die Ursprünge des Projekts angesprochen, sagt Ulmke-Smeaton: „Mit der Geschichte erfindet man das Rad nicht neu. Sie rockt aber sicher mehr als die US-Vorbilder. Wir haben ziemlich lange gebraucht, bis wir mit den Autoren Peer Klehmet und Sebastian Wehlings ein Konzept hatten. Für uns war das einfach absolutes Neuland. Aber genau das hat uns an der Geschichte gereizt. Uns war klar: Es muss deutsch sein, mit Musik für ein ganz junges Publikum – ein Film für Kids, die die Musik verstehen. Das hat sehr schnell auch die Leute bei Disney überzeugt, die uns ermutigt und uns den Rücken gestärkt haben.“

Klehmet und Wehlings sind keine Unbekannten im Universum von SamFilm. Ulmke-Smeaton beschreibt sie als „Freunde“. „Sie haben für uns bereits SOMMER und GANGS geschrieben. Sebastian, der früher Redakteur bei der SZ war, schreibt auch Texte für Songs von Tobias Kuhn, was sich als sehr praktisch für ROCK IT erwies. Er kennt sich also richtig aus, weil er ein guter Texter ist und Songs schreiben kann“, so Ulmke-Smeaton.

Regisseur Marzuk ist überzeugt: „Na-türlich waren wir gespannt das ist man vor jedem Film. Aber ich war mir sicher, die Sache mit der Musik wird funktionieren. Unsere Musik ist sehr emotional und berührt einen ganz unmittelbar. Das ist die ideale Voraussetzung, damit dem Zuschauer später im Kino auch das Herz aufgeht. Die Arbeit mit den Musikern und Autoren hat jedenfalls viel Spaß gemacht, weil sie so kreativ und ergiebig war.“

Zunächst wurde das Drehbuch von SamFilm kontinuierlich entwickelt. Parallel dazu entstanden bereits die Songtexte, die direkt ins Skript eingearbeitet wurden. Bald wurde auch Mike Marzuk in das Projekt eingebunden. „Ich kam im Februar dazu“, erinnert er sich. „Und ich hatte von Anfang an Bock drauf, ohne jemals Muffensausen zu bekommen. Bei all dem Druck, den man hat, ist immer Spaß dabei. Das wird man dem Film auch anmerken.“ Ulmke-Smeaton betont, dass ROCK IT ohne Marzuk nie so weit gekommen wäre. „Ich habe Mike schon früh von unserer Idee erzählt, als wir noch mit dem Drehbuch gekämpft haben“, sagt er. „Ich wollte ihm nichts Halbfertiges vorlegen, es sollte schon einigermaßen fertig sein. Aber ohne Mike hätte es nicht funktioniert. Wichtig für mich als Produzent des Films ist es, einen Regisseur zu haben, dem ich vertraue und der ähnlich tickt. Natürlich war es super, dass er auch als Musiker Erfahrung und entsprechendes Gespür mitgebracht hat. Ich glaube, dass viele andere Regisseure Angst gehabt hätten.“

Gemeinsam verlieh man der Geschichte den letzten Schliff. „Wir erzählen die Geschichte von Julia, die auf ein Musikinternat kommt“, erzählt Andreas Ulmke-Smeaton. „Sie hat einen vorbestimmten Weg, wird von ihren Eltern in die aus deren Sicht richtigen Bahnen für eine Karriere als klassische Pianistin geführt und stellt fest, dass das nicht ihr Leben ist. Sie lernt ihre große Liebe kennen und beschließt, ihre greifbar nahe Pianistenkarriere aufzugeben. Die Botschaft dahinter: Du musst selbst entscheiden, was du willst – niemand anders.“ Und Marzuk fügt hinzu: „Es geht darum, seine eigene Identität zu finden und seinen Träumen zu folgen. Ein klassischer Selbstfindungsprozess also, aber eben sehr unterhaltsam, witzig und fetzig erzählt.“

Produktion: Die Besetzung

Bei der Besetzung der Rollen war es wichtig, dass die Darsteller nicht nur gute Schauspieler sind. Sie mussten auch musikalisches Talent und rhythmisches Gespür mitbringen. Denn früh hatte man sich dafür entschieden, dass jeder Schauspieler eben nicht nur seine Rolle spielt, sondern auch selbst singen und tanzen muss. „Damit haben wir es uns selbst schwer gemacht“, erinnert sich Mike Marzuk. „Ich war dann aber doch erstaunt, wie viele junge Leute singen und tanzen können. Und mehr noch: Sie besitzen auch den Mut, das vor der Kamera zu bringen und aus sich herauszugehen. Das ist nicht selbstverständlich. Dennoch war der Casting-Prozess lang.“

Bei der Reihenfolge der Besetzungen orientierte man sich an der Bedeutung der Rollen. Zunächst musste eine Darstellerin für die Rolle der Julia gefunden werden. „Sie stammt eigentlich aus gutem Hause und muss selbst merken, wer sie ist. Dass mehr in ihr steckt als gedacht. Ich würde sie als Blume beschreiben, die sich öffnet“, charakterisiert Ulmke-Smeaton die Figur. Schnell kristallisierte sich Emilia Schüle als Favoritin heraus. „Sie spielte auch in unserem Film GANGS die weibliche Hauptrolle, stand da aber natürlich ein wenig im Schatten der Ochsenknecht-Brüder“, weiß der Produzent. „Wir trauten uns zunächst gar nicht, ihr die Rolle anzubieten, weil wir dachten, sie kann nicht zusagen, weil sie bereits so viel gedreht hat in diesem Jahr. Als Jugendlicher darf man ja nur eine bestimmte Anzahl von Tagen im Jahr arbeiten. Aber jetzt hat sie die mittlere Reife am Gymnasium in der Tasche und hat daher mehr Freiheiten. Ihre Schule erwies sich als sehr entgegenkommend.

Deshalb hat’s geklappt. Ein Riesenglück für uns.“ Und Mike Marzuk merkt trocken und bestimmt an: „Wir haben alles mobilisiert, um Emilia zu bekommen. Für die Rolle gibt es keine Bessere.“

Auch das Singen stellte kein Problem für sie dar. Eher im Gegenteil, wie Mike Marzuk sagt: „Sie hatte absolut Lust darauf. Das macht doch auch den ganz besonderen Reiz der Rolle aus. Das Singen ist keine Hürde, sondern das Gegenteil. Es ist die Visitenkarte unseres Films – auch wenn Gesangs-Coaching harte Arbeit ist.“ Ulmke-Smeaton meint: „Wir haben bei der Auswahl gesagt: Das Schauspielern ist das Wichtigste. Zum Studium der Gesangs-Parts hat man mehr Zeit, die wichtigen Aufnahmen werden erst im Herbst stattfinden. Alle hatten den Ehrgeiz, das richtig gut und natürlich selber zu machen.“

„Ich hatte mit Andreas Ulmke-Smeaton und SamFilm bei GANGS sehr gute Erfahrungen gemacht“, erinnert sich Emilia Schüle. „Er war es, der mir den Part der Julia in ROCK IT angeboten hat. Ich fand das sehr spannend, weil es eben nicht nur um Schauspielerei ging, sondern auch um Gesang und Tanz. Das war eine völlig neue Herausforderung für mich und ein doch sehr gewagtes Projekt. Ich musste nicht lange überlegen und habe zugesagt.“

Über ihre Figur Julia sagt sie: „Julia ist ein wohlbehütetes Mädchen, das unter den Fittichen seiner Eltern aufgewachsen ist. Sie spielt seit langem Klavier, weil es einer der Wünsche ihres Vaters ist, dass sie einmal Pianistin wird. Tatsächlich hat sie niemals wirklich darüber nachgedacht, dass es auch anders sein könnte. Auf dem „Amadeus“ ist sie zum ersten Mal von ihren Eltern getrennt. Da erst erkennt sie, dass es auch eine andere Welt gibt, die jenseits des ihr vorbestimmten Wegs liegt.

Und sie muss entscheiden, welches denn nun ihr eigener Weg ist.“

Um eine Chance zu haben, als Keyboarderin in die Band Rock it aufgenommen zu werden, verkleidet sich Julia mit Hilfe ihrer Freundin Francesca als cooles Rockgirl Toni. „Beim Dreh hat mir die Toni tatsächlich mehr Spaß gemacht“, sagt Emilia Schüle. „Aber das war auch die schwerere Rolle, weil in Toni natürlich auch Julia steckt, die sich verstellt. Wenn ich Julia gespielt habe, dann war ich nur Julia. Bei Toni durfte ich nie vergessen, dass sie eigentlich Julia ist. Sie will zwar cool und souverän sein.

Das funktioniert nicht richtig und sie tritt immer wieder in ein Fettnäpfchen. Es war schwierig, das Aufgeregte und Tollpatschige und das Bemühen, als coole Rockgöre rüberzukommen, zu-sammenzubringen. Aber es hat auch viel Spaß gemacht, weil ich mächtig viel Spielraum bei der Gestaltung der Figur hatte.“

Um bestens vorbereitet an den Set zu kommen, gab es für Emilia eine intensive Probenphase. „Die Vorbereitung erwies sich als sehr aufwändig – das war volles Programm“, erzählt sie. „Wir haben zunächst einmal mit Gesangstrainern gesungen, um zu sehen, was sich mit unseren Stimmen überhaupt anstellen lässt. Im Anschluss sangen wir vorläufige Fassungen der Songs, mit denen wir während des Drehs gearbeitet haben. Es gab eine dreiwöchige Probenphase, zu der ich erst eine Woche später als die anderen kommen konnte, weil es meine Termine nicht anders zuließen. Da gab es Tanztraining, wir arbeiteten intensiv vier Stunden am Tag mit den Schauspielcoaches, ich lernte die Grundzüge des Skateboardfahrens. Das war ungemein anstrengend, aber es hat sich gelohnt. Auch weil man langsam ein Feeling für den Stoff bekam. Am Ende fühlten wir uns gewappnet für alles, was auf uns zukam.“

Im Film verliebt sich Julia in Nick, den Sänger von Rock it. „Er will seinem Vater beweisen, dass er mit der Musik eine Zukunft hat, aber er will ihn nicht enttäuschen“, berichtet Ulmke-Smeaton. „Sein Vater wiederum setzt Nick unter Druck, weil er der Meinung ist, dass sein Sohn an der Musikkarriere scheitern wird, und ihn vor dieser Enttäuschung bewahren will. Aber Nick gibt seinen Traum nicht auf und wird dafür auch belohnt. Und er lernt, zu seinen Gefühlen zu stehen.“ Für den Part wählte man mit Daniel Axt einen Quasi-Newcomer. „Daniel haben wir gecastet und waren begeistert“, erinnert sich der Produzent. „Vor allem Mike war von ihm überzeugt. Er ist op-tisch ein echter Gewinn. Aber er hat auch gut gesungen und Gitarre gespielt. Daniel passt hervorragend altersmäßig in die Gruppe. Und er hat Riesenschritte gemacht seit dem Casting und entwickelt sich fantastisch. Er ist sehr ehrgeizig.“

„Mein großer Wunschtraum war es immer, etwas zu machen, was all die Dinge vereint, die mir viel Spaß machen: zum einen natürlich die Schauspielerei, zum anderen Musik“, berichtet Daniel Axt. „Deshalb war ich begeistert, als ich von ROCK IT erfuhr. Ich wollte unbedingt dabei sein, weil ich den Film als optimale Gelegenheit ansah, mich zu beweisen. Das hat in mir eine große Entschlossenheit geweckt: Ich wollte die Rolle des Nick unbedingt haben. Ich war völlig vermessen und dachte mir: Wenn nicht ich, wer dann? Zuhause habe ich zuerst einmal mit einem Freund vier Stunden lang eine Hiphop-Choreographie erarbeitet. Ich habe Gitarre gespielt und gesungen. Ich habe die Szenen einstudiert. Alles andere habe ich beiseitegeschoben, weil mir das unheimlich wichtig war.“ Den Moment, nach mehreren Casting-Runden den Zuschlag für die Rolle des Nick zu erhalten, empfand Daniel als „surreal. Ich bin nur noch strahlend durch die Gegend gerannt. Und erst dann wurde mir bewusst, was für ein großer Film das wirklich werden würde.“

„Nick ist ein supercooler Skatertyp, der für seine Rockmusik lebt“, beschreibt Daniel Axt seine Figur. „Aber er hat auch Charme, auch wenn er noch nicht viel Erfahrung mit Mädchen hat. Ich glaube, er stellt sich ganz geschickt an, weil er lernt, sich zu öffnen.“ Nick in all seinen Facetten zu spielen, entpuppte sich als große Herausforderung für Axt: „Zuerst einmal fiel es mir sehr leicht, Nick zu spielen: Ich konnte mich sehr gut in ihm wiederentdecken. Aber das war auch schon die Schwierigkeit: Ich wollte ja nicht mich selbst spielen, sondern eine Figur. Und da musste ich mich sehr konzentrieren, ihm ein Eigenleben zu verschaffen. Das war besonders schwierig, wenn Nick zum Heulen zumute ist, er es aber unterdrückt. Ich musste mir dann erst einmal sein Innenleben vergegenwärtigen und mich selbst in die richtige Stimmung bringen. Ich saß dann vor der Szene da und habe Rotz und Wasser geheult, damit ich zwar die Emotion hatte, aber nicht in Tränen ausbrechen musste.“

Als Julias Gegenspielerin am „Ama-deus“-Internat erweist sich Betty, eine verwöhnte Göre, die es gewohnt ist, das zu bekommen, was sie will, auch wenn sie dafür die Ellbogen ausfahren muss. „Sie ist das sprichwörtliche blonde Gift, was sehr klischeeartig klingt und auch ist, wenn man ehrlich ist“, sagt Mike Marzuk. „Sie ist maßlos
eifersüchtig und neidet Julia ihren Erfolg. Gleichzeitig will sie die Konkurrentin auch benutzen, um selbst besser dazustehen.“ Für die Rolle fiel die Wahl auf Vivien Wulf, die in ROCK IT ihr Kinodebüt gibt. Andreas Ulmke-Smeaton erzählt: „Sie hat sofort vom Optischen und allem anderen her gepasst. Wir waren uns schnell einig. Das Tolle ist, dass sie kratzbürstig sein kann und Krallen zeigt und man schnell glaubt, dass sie auch privat so ist. Dabei stellte sie sich als ungemein nett und lieb heraus.“

Francesca schließlich ist Julias beste Freundin, sie ist ihr bei der Verwandlung vom braven Mädchen zum Rock-girl behilflich. „Sie ist von Haus aus sehr kreativ und hat eine wichtige Funktion, weil sie Julia hilft, aus sich selbst herauszukommen“, sagt Mike Marzuk. „Gleichzeitig hat sie aber auch ihre eigene Story: Sie ist eine begnadete Sängerin, leidet aber schrecklich unter Prüfungsangst. Wenn sie Lampenfieber hat, bekommt sie sofort Schluckauf und kann nicht mehr singen. Diese Angst muss sie überwinden.“ Maria Ehrich erhielt den Zuschlag.

„Es war sehr schwer, jemanden zu finden, der dieses Lebensgefühl transportieren kann. Wir sind happy, dass wir sie gefunden haben“, merkt Ulmke-Smeaton an.

Produktion: Die Songs

Das wichtigste Element des Films ist allerdings die Musik. Dafür konnten die Filmemacher den renommierten Musiker Tobias Kuhn gewinnen, der seit einigen Jahren mit ROCK IT-Drehbuchautor Sebastian Wehlings ein perfekt eingespieltes Songwriter-Team darstellt, das u.a. für Udo Lindenberg Hits geschrieben hat.

„Ich besitze eigentlich keine große Affinität zu Musicals“, gesteht Kuhn freimütig. „Was ich mag, sind gute Songs. Und ich habe Lust darauf, dass junge Leute in einem Film wie ROCK IT auch gute Songs zu hören bekommen. Filme sind das ideale Medium, um junge Leute an neue Musik heranzuführen. Vor meinem geistigen Auge sehe ich einen Film wie ROCK ‚N‘ ROLL HIGH SCHOOL mit den Ramones oder die Serie „Fame“ vor mir. Wenn der Weg bei der Umsetzung im Herbst/Winter ein bisschen in diese Richtung geht, fände ich das ganz toll.“

„Ich gehe nicht sehr systematisch vor“, beschreibt Kuhn seine Herangehens-weise. „Ich kann einschätzen, was eine gute Melodie ist, und folge meiner Eingebung. Oft beginnt dann aber erst die Arbeit. Wir haben die meisten Songs immer wieder umgeschrieben und neu bearbeitet, Texte wie Melodien, bis wir wirklich zufrieden waren und das Gefühl hatten, dass sie perfekt in den Film passen. Es war ein ausgesprochen langwieriger Layout- und Kompositionsprozess. Wir konnten das ja nicht einfach nur unter uns verhandeln, sondern mussten auch den Ansprüchen einer Reihe anderer Beteiligter genügen. Das war neu für mich.“

Als ideal erwies sich bei der Zusammenarbeit, dass Sebastian Wehlings zuvor bereits gemeinsam mit Peer Klehmet das Drehbuch geschrieben hatte. „Da waren die Songtexte und ihre Inhalte erst einmal grob umrissen“, erklärt Tobias Kuhn. „Dazu habe ich mir mit Sebastian die Musik einfallen lassen und sie je nach Entwicklungsstadium umgeschrieben oder verfeinert. Das unterschied sich ein wenig von unserer üblichen Herangehensweise, bei der wir uns im Grunde gegenseitig die Bälle zuspielen, bis daraus ein Song erwächst, ganz klassisch eigentlich.“

„Ich mag die Vielfältigkeit der Musik bei ROCK IT“, betont er. „Wir haben richtige Tanznummern, klassische, nach vorn

losgehende Rocksongs, triefende Balladen. Es hat großen Spaß gemacht, sich die Songs auszudenken. Leicht sind mir die Rock- und Popsongs gefallen. Da komme ich her, und da kenne ich mich auch gut aus. Aber ich habe auch einen gewissen Ehrgeiz entwickelt, die R&B-Teile entsprechend zu stemmen. Ich vertraue auf Musikalität und glaube, dass man mit Bauchgefühl und Instinkt ans Ziel kommt. Der Dreh fand zunächst einmal mit den Layouts statt. Die richtige Produktion folgte im Anschluss.“

Insgesamt finden sich neun Songs in ROCK IT. Tobias Kuhn beschreibt die Lieder und ihre Bedeutung: „Den Anfang macht die ,Amadeus-Hymne’, eine Tanznummer, zu der es eine große Choreographie gibt. ,Flieg mit mir’ ist ein Rocksong mit einem hymnischen Refrain, mit dem die Band Rock it vorgestellt wird. ,Rock it’ schlägt danach in dieselbe Kerbe, ein wenig punkig angehaucht. Dazu wird es eine Szene geben, in der man die Kids mit dem Skateboard durch die Stadt fahren sieht. Dann gibt es zwei Lieder für die Hauptfigur Julia, ,Du fehlst mir so’ und ,Ich will hier raus’, die man eher als R&B-angehauchte Balladen bezeichnen könnte. Auch im R&B-Stil, aber etwas danciger sind die jeweiligen Songs von Julias Gegenspielerin Betty und Julias bester Freundin Francesca. ,Wie die Welt leuchtet’ ist schließlich der klassische Themensong, mit dem später auch das Finale bestritten wird. Hier singen Nick und Julia im Duett. Und abschließend gibt es noch einen ganz munteren Song, ,Die Musik’, der den Film beschließt.“

„Die Musik hat mir sofort gefallen“, erzählt Daniel Axt, der als Nick zu sehen ist. „Alle Lieder sind ungeheuer eingängig. Ich musste mich erst einmal an die deutschen Texte gewöhnen, weil ich privat in erster Linie englische Musik höre. Aber je öfter ich sie gehört habe, desto mehr haben sie mich begeistert. Mir gefällt die ungewöhnlich große Vielseitigkeit: Da sind Balladen, aber auch total schnelle Rocknummern. Mein Lieblingslied war ,Flieg mit mir’; das ging Ben und Jan, die mit mir zusammen in der Band Rock it spielen, ebenso. In jeder freien Minute haben wir den Song geträllert oder gespielt. Er macht wahnsinnig gute Laune. Das geht mir jetzt immer noch so, obwohl ich das Lied bestimmt mehrere hundert Mal gehört habe. Das ist ein gutes Zeichen.“

Und Julia-Darstellerin Emilia Schüle findet: „Besonders schön war ,Du fehlst mir so’, ein Song, den wir im Regen gedreht haben. Da stand ich drei Stunden im Regen das war ein tolles Gefühl. Viel Spaß hat außerdem ,Ich will hier raus’ gemacht, gerade der erste Teil, bei dem meine Eltern einfrieren und dabei die ganze Zeit ihre Augen offen lassen müssen. Dann war da noch die Casting-Szene, in der ich mich der Band vorstelle. Ich weiß nicht, warum, aber davor war ich ebenfalls sehr nervös und aufgeregt. Es war schön, dass es dann so viel Spaß gemacht hat, sie zu drehen.“

Mike Marzuk wiederum hat einen eigenen Favoriten: „Ich liebe den Song ,Rock it’. Er ist ein ganz großes Moment in dem Film, weil mir gefällt, wie intuitiv richtig die Schauspieler reagieren, weil er ein Lebensgefühl transportiert, das sehr wichtig ist für unseren Film. Und es wird geskatet. Das gefällt mir auch, weil es eine echte Herausforderung war, das zu drehen. Morgen würde ich auf eine entsprechende Frage wahrscheinlich einen anderen Song nennen. Wenn ich darüber nachdenke, sind alle Songs meine Babys. Und ich liebe sie alle.“ Und Produzent Andreas Ulmke-Smeaton meint dazu: „,Wie die Welt leuchtet’: Das Lied ergreift mich immer total. Aber auch mir geht es so: Es wechselt. Jede Woche habe ich ein neues Lieblingslied. Entscheidend für mich ist: An keinem habe ich mich bislang sattgehört. Und ich habe jedes einzelne OFT gehört.“

Die Musik wurde von Tobias Kuhn produziert. Die Schauspieler nahmen danach den Gesang auf. Nach dem Dreh kam es erst zur eigentlichen, endgültigen Musikproduktion. Seit den ersten gemeinsamen Proben arbeiteten die Schauspieler mit Gesangscoaches. Emilia Schüle wurde von Artemis Gounakis betreut; für die anderen Darsteller war Jane Comerford, Sängerin von Texas Lightning, zuständig.

Produktion: Die Choreographie

Als Choreograph wurde Selatin Kara gewonnen. „Er hat lange in den USA gearbeitet, u. a. mit Michael Jackson und Kenny Ortega, dem Macher von HIGH SCHOOL MUSICAL“, sagt Andreas Ulmke-Smeaton. „Wir hatten ein paar Kandidaten eingeladen, aber er hat den mit Abstand besten Eindruck hinterlassen. Er hatte die Leute im Griff und konnte mit den Tänzern gut umgehen. Die Choreographien hat er anhand der vorliegenden Songs selbst entwickelt. Das sieht alles verdammt gut aus.“ Und Mike Marzuk merkt an: „Die Tanznummern sind das Herzstück und machten bei der Umsetzung am meisten Spaß, weil so etwas gute Laune bringt. Ich bin sehr stolz darauf. Selatin war ein richtiger Glücksgriff.“

„Ich hatte vor längerer Zeit eine E-Mail an Andreas Ulmke-Smeaton von SamFilm geschickt und mich einfach mal beworben, für Choreographien in einer Musical-Filmproduktion zur Verfügung zu stehen“, erinnert sich Selatin Kara. „Ich hatte einfach so ein Bauchgefühl, dass ein solcher Film wie ROCK IT in der Luft lag. Und mir war klar, dass dafür eigentlich nur die Produktionsfirma in Frage kommen würde, die sich mit den DIE WILDEN KERLE-Filmen und SOMMER als Spezialist für moderne Teenagerfilme hervorgetan hatte. Offenbar habe ich mich nicht getäuscht: Andreas hatte die Mail aufgehoben und sprach mich an, als er mit der Vorbereitung für ROCK IT begann. Ich war natürlich sofort mit dabei.“

Für Kara war es die Erfüllung eines lang gehegten Traumes: „Wir haben etwas versucht, was hier noch keiner gemacht hat: ein Musical für Teenager. Ich könnte mir vorstellen, dass ROCK IT für Deutschland das wird, was GREASE und FAME für Amerika waren. Gleichzeitig liegen wir total im

Trend: Nach HIGH SCHOOL MUSICAL ist auch bei uns eine neue Lust auf Musicals spürbar.“ Und Kara brachte die nötigen Em-pfehlungen mit, um ge-nau der Richtige für den Job des Choreographen zu sein: „Ich habe mein Handwerk in Amerika gelernt, unter anderem bei maßgeblichen Choreographen wie Kenny Ortega, der ja nicht nur den aktuellen Michael-Jackson-Film verantwortet, sondern auch als Regisseur von HIGH SCHOOL MUSICAL den aktuellen Boom ausgelöst hat. Ich sehe mich durchaus in dieser Tradition und freue mich, diese Professionalität und diese Leidenschaft für das Showbiz in einen deutschen Film zu tragen.“

Auf Anhieb lag er mit Regisseur Mike Marzuk und Produzent Ulmke-Smeaton auf einer Wellenlänge: „Wir waren ein perfektes Team und haben gemeinsam die Ideen für die Choreographien zu den Liedern ausgearbeitet. Sie haben mir erklärt, was sie sich für die einzelnen Songs vorstellten. Darauf basierend habe ich dann Ideen für Choreographien ausgearbeitet. Als ich die ersten Layouts für die Musik erhielt, konnte ich das dann immer weiter verfeinern.“ Zur Vorbereitung gab es eine mehrwöchige Probenphase, die Kara als essenziell für den Erfolg seiner Arbeit ansieht: „Wir haben fast vier Wochen geprobt. Weil die Schauspieler in dieser Zeit aber auch ihre Rollen einstudierten, in Gesang geschult wurden und obendrein noch Kostümanproben dazukamen, war das zeitlich schon sehr eng. Wichtig war, dass ich nie aus den Augen verlieren durfte: Das sind keine ausgebildeten Tänzer, sondern Schauspieler, die auch tanzen können. Die einzelnen Choreographien mussten dann immer dem Einzelnen und seinem Können angepasst werden, damit auf der Leinwand alles super aussieht.“

Er fährt fort: „Bei jedem Schauspieler fange ich bei null an, egal ob das nun ein Tom Cruise ist, mit dem ich bereits gearbeitet habe, oder ob das die Kids von ROCK IT sind auch wenn Emilia Schüle zum Beispiel bereits über zehn Jahre an Tanzerfahrung verfügt. Entscheidend ist: Die Rolle ist neu, die Kostüme sind neu, die Songs sind neu, die Choreographien sind neu. Das muss man sich erarbeiten. Nur so ist es möglich, die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. Und darum ging es. Jedes Detail ist wichtig: Man muss sich genau ansehen, mit welchen Typen man es zu tun hat, wie ihr Temperament ist. Man muss sich überlegen, was sie in den einzelnen Szenen anhaben, ob die Mädchen gerade High Heels oder Turnschuhe tragen. Alle Unwägbarkeiten müssen einbezogen werden. Nur so konnten wir ROCK IT auf internationalem Niveau realisieren. Das ist die Mindestanforderung, wenn man nicht wie eine billige Kopie wirken will. Man muss mit den Besten mithalten können. Auch weil sich künftige deutsche Musicals an ROCK IT messen lassen müssen. Da muss die Latte sehr hoch liegen.“

Mit seinem unermüdlichen Enthusiasmus und großer Geduld ging Kara stets als gutes Vorbild voran: „Wenn ich etwas in den USA gelernt habe, dann ist es: Man muss sich immer sicher sein, dass man auch die höchstgesteckten Ziele erreicht. Man hat es selbst in der Hand. Wenn es nicht gut wird, kann man niemand anderem die Schuld dafür geben als sich selbst. Ich weiß, was ich kann, und habe schon so manche Schwierigkeit gemeistert. Deshalb gab es auch keinen Moment, an dem mir Zweifel kamen, wir könnten unsere Vorgaben verfehlen. Wer gut vorbereitet ist, der kommt auch nicht ins Schleudern.“

Ihm war es auch zu verdanken, dass sich keiner der Schauspieler unsicher fühlen musste. Auch wenn so mancher sich vor den Szenen so seine Gedanken machte, wie Daniel Axt freimütig gesteht: „Ich lerne seit ein paar Jahren Standardtänze, aber das hilft einem beim Dreh eines Musicals auch nicht weiter. Vor den Tanzszenen hatte ich also großen Respekt. Aber ich hatte mir vor Beginn der Produktion fest vorgenommen, so viel wie möglich aus dem Dreh mitzunehmen, so viel zu lernen wie möglich. Ich kann da ziemlich zielstrebig sein. Entsprechend habe ich mich beim Tanzcoaching ins Zeug geschmissen und geübt wie ein Verrückter. Ich wollte unbedingt so gut werden wie die Mädchen, die deutlich mehr Tanzerfahrung hatten als ich. Unser Choreograph Selatin und auch die anderen Tänzer haben es mir sehr leicht gemacht, das gewünschte Pensum zu absolvieren. Sie haben eine Atmosphäre geschaffen, in der man sich einfach wohl fühlte und das Beste aus sich herausholen konnte. Man hat immer Lust gehabt, weiterzumachen.“

Emilia Schüle ging es nicht anders: „Vor den Sequenzen mit den Songs hatte ich ein bisschen Bammel. Das waren ja keine normalen Szenen. Am dritten Drehtag kam ,Ich will hier raus’ dran, der erste Song, den wir filmten. Da war ich fürchterlich aufgeregt. Zum Glück hatte ich unseren Regisseur Mike und den Tanzcoach Selatin an meiner Seite. Man muss sich einfach nur klarmachen, dass man im Grunde nichts anderes macht als sonst auch, wenn man vor der Kamera steht: Es gibt vorbestimmte Worte und festgelegte Bewegungen. Man muss sich einfach nur trauen, richtig aus sich herauszugehen. Aber wenn man zum ersten Mal vor 80 Leuten, die man noch nicht so gut kennt, tanzen und singen muss, dann hat man schon Respekt davor. Zum Glück fiel es mir mit jedem neuen Lied leichter. Das Team hat es einem auch leicht gemacht.“ Und sie hatte den entscheidenden Vorteil, über reichlich Erfahrung als Tänzerin zu verfügen: „Ich tanze seit zehn Jahren, habe das auch schon auf der Bühne gemacht. Da lernt man, das Publikum und alles um sich herum auszublenden und sich ganz auf die Bewegung, den Rhythmus und den eigenen Körper zu konzentrieren. Das konnte ich beim Dreh auch wieder abrufen, deshalb fiel es mir im Grunde nicht so schwer.“

Über seine einzelnen Choreographien sagt Selatin Kara: „Die ,Amadeus-Hymne’ ist unsere große Eröffnung: Es ist der erste Schultag, alle Schüler kommen neu in die Schule, man kennt sich noch nicht. Dann beginnt unsere Musical-Traumsequenz: Alle sind da, alle finden es toll an diesem Ort zu sein, sind voller Hoffnungen und Zuversicht. Es ist eine Einführung, ein gemeinsames Kennenlernen, genährt von der Erkenntnis, dass alle an die Schule gekommen sind, um als Künstler etwas zu erreichen. Dann gibt es Balladen, in denen sich die Hauptfiguren kennen lernen, die alle auch private Probleme zu meistern haben. Das sind dann keine großen Gruppenchoreographien. Da geht es um den Körperausdruck der Schauspieler, die auf diese Weise auch zeigen, was für Typen sie sind, wer sie sind. Gleichzeitig wird die Handlung weitererzählt. Wir haben ,Bettys Song’, einen Karrieresong, in dem Betty Julia überzeugen will, dass auch sie ein It-Girl sein könnte. Da sind die Bewegungen ganz anders, die Choreographie ist ihr angepasst, ist etwas sexy und sehr originell. Bei Daniel, der Nick spielt, musste man auf etwas ganz anderes achten: Er ist ein Rocker, spielt in einer Band, aber man muss auch seine Emotionalität herauskitzeln. Immerhin ist er der Junge, in den sich unsere Heldin verliebt. Es gibt eine gemeinsame Choreographie für die beiden, als sie zum ersten Mal spazieren gehen und sich näherkommen. Wir zeigen sie auf einer Tanzfläche, auf der wir sie aus der Menge herausholen. Schließlich haben wir unsere große Abschlussszene mit dem Song, ,Die Musik’, die alle Figuren vereint und zusammen zeigt. Alle halten zusammen, es gibt keine Barrieren mehr. Das ist noch einmal eine große Choreographie für ein Ensemble, aber die Körpersprache ist anders, dominanter als am Anfang.“

Mike Marzuk ist voll des Lobes für seinen Choreographen: „Die Tanzszenen gingen uns verblüffend leicht von der Hand. Klar, das war harte Arbeit, aber es war nicht so, als hätten wir das Rad neu erfinden müssen. Mit Selatin hatten wir einen vorzüglichen Choreographen. Wir hatten alles genau durchgesprochen und geplant und waren entsprechend gewappnet. Und wenn’s mal wirklich schwierig wurde oder im Vorfeld nicht genau durchchoreographiert worden war, dann sind Selatin und ich in die Bresche gesprungen und haben einfach vorgetanzt, auch, um den Kids die Angst zu nehmen. Wenn sich unser Regisseur das zutraut, dann können wir das auch, haben sie sich gesagt. Selatin war ein klasse Vorbild, und die Schauspieler haben ihm blind vertraut, weil sie wussten, dass er immer nur das Beste für sie und den Film wollte.“

Produktion: Die Dreharbeiten

Gedreht wurde in Passau und Umgebung. Insgesamt waren 35 Drehtage veranschlagt. „Ein sportliches Programm“, wie Marzuk zugibt. „Aber alle Beteiligten brachten viel Energie und Leidenschaft mit. Das war entscheidend, nur so konnte man das schaffen.“

Von Anfang an war klar, dass der Film vom Gelingen der Musikszenen abhing. „Wir hatten großen Respekt davor, weil die Musiknummern insgesamt aufwändiger und unübersichtlicher als Spielszenen sind“, erinnert sich Mike Marzuk. „Weil es viele Schnitte und Ortswechsel gibt, kann man sie auch nicht an einem Stück abdrehen, vielmehr haben sie sich über den ganzen Dreh verteilt. Nach den ersten zwölf Tagen hatten wir eigentlich alle Nummern zumindest angespielt. Das erwies sich als unerwartete Hilfe, weil wir so eigentlich buchstäblich von der Musik umgeben waren. So sehr, dass wir schließlich sogar eine Kasse eingerichtet haben, in die jeder einzahlen musste, der eines der Lieder pfiff, die bereits abgedreht waren. Mir konnte man gleich eine Flatrate geben, weil mir die Songs einfach nicht aus dem Kopf gingen.“

Und er fügt hinzu: „Eine besondere Herausforderung bei den Musikszenen war, dass man ungeheuer präzise sein muss. Weil man mit vorgefertigten Songs arbeitet, muss die Szene vom Timing her exakt dazu passen. Alles muss genau stimmen, weil feststeht, wo der Schnitt kommt. Als Regisseur kann man da zwar Anweisungen geben, man muss sich aber auf das Können der Schauspieler verlassen. Doch selbst das war eine Hürde, die wir mühelos genommen haben.“ Ein weiterer wichtiger Aspekt kam hinzu: „Es waren nicht nur Schauspielerei, Gesang und Tanz gefordert, sondern auch musikalisches Können an richtigen Instrumenten. Gewiss spielt die Band Rock it im Film nur Playback. Aber davor musste die Musik ja erst einmal eingespielt werden. Und beim Dreh war es mir wichtig, dass da nicht nur an den Instrumenten rumgehampelt wird: Selbst wenn man nicht viel Ahnung von Musik hat, sieht man sofort, wenn Musiker in einem Film ‚neben der Musik liegen’. Es sollte aber echt wirken bei uns, deshalb mussten unsere Rock its die Songs auch wirklich selbst beherrschen. Das war auch ihr Ehrgeiz: Daniel, Ben und Jan sind richtig gute Musiker alle spielen in ihrer Freizeit Gitarre. Ben hat sich dann das Schlagzeugspielen beigebracht und Jan hat sich auf den Bass verlegt. Das haben sie super gemacht.“

„Ein großer, entscheidender Luxus war, dass wir fast im-mer mit wenigstens zwei Kameras gedreht haben“, sagt Produzent Ulmke-Smeaton. „Bei den großen Tanzszenen kamen teilweise sogar vier Kameras zum Einsatz. Auf diese Weise haben wir zwar irrsinnig viel Material verdreht, aber wir hatten beim Schnitt auch eine entsprechend große Auswahl. Das war eine richtige Materialschlacht. Wir wollten einfach auf Nummer sicher gehen. Wenn wir noch einmal einen solchen Film drehen sollten, wird das vermutlich nicht mehr nötig sein. ROCK IT war eine gute Schule.“

Ein paar entscheidende Pluspunkte kristallisierten sich bereits vor der ersten Klappe heraus, wie der Regisseur anmerkt: „Die Stimmung im Team war gigantisch. Die Schauspieler waren glücklich, weil sie an etwas arbeiten konnten, was keiner jemals zuvor gemacht hatte. Unser Choreograph Selatin war ein Volltreffer: Was er aus allen Beteiligten herausholte, war erstaunlich. Aber eigentlich trifft das auf alle Beteiligten zu: Alle arbeiteten am obersten Limit. Entsprechend gut ist das Ergebnis geworden. So einen schönen Dreh habe ich noch nie erlebt. Nach Drehschluss hatten alle Tränen in den Augen. Das war ein unvergesslicher Anblick: Erfahrene und mit allen Wassern gewaschene Tonmeister zu erleben, die sich nach der letzten Klappe Tränen aus dem Gesicht wischen müssen.“ Und er versichert noch einmal: „Ich kann gar nicht aufhören zu betonen, wie toll unser Cast war. Jede Rolle war ein Volltreffer. Man darf nicht vergessen: Diese Schauspieler sind noch blutjung und mit wenigen Ausnahmen nicht allzu erfahren. Unsere Betty wurde von einer 15-Jährigen gespielt, die zum ersten Mal vor einer Filmkamera agierte! Und dann legen die da los, dass einem die Ohren schlackern: schauspielern, singen, tanzen, alles kein Problem. Ich war beeindruckt. Da hat man als Regisseur leichtes Spiel und einen tollen Job!“

Um den Schauspielern und der Crew zeigen zu können, dass da ein Film entsteht, auf den man stolz sein kann, stellte Andreas Ulmke-Smeaton mit Cutter Tobias Haas zur Halbzeit der 35 Drehtage ein neunminütiges Medley mit den bisherigen Highlights zusammen. Bei einem gemeinsamen Bergfest auf dem „Amadeus“-Gelände feierte der Clip in der Turnhalle seine Premiere, nachdem man sich zuvor gemeinsam gestärkt hatte. „Ein wahnsinnig schöner Moment für mich“, erinnert sich Mike Marzuk. „Meine Hauptdarsteller haben geweint vor Freude. Die konnten gar nicht glauben, dass unsere Idee wirklich funktioniert, dass sie sich garantiert nicht blamieren. Davor war ROCK IT eine abstrakte Größe gewesen. Danach wussten wir, dass wir an einem tollen Film arbeiten. Das war ein enormer Ansporn.“

Daniel Axt nutzte die Gelegenheit für ein großes Lob: „Beim Bergfest habe ich zu Mike gesagt: Du hast uns immer vermittelt, dass du genau weißt, wie der Film auszusehen hat und wie wir das schaffen. Das fand ich super. Das hat mich unheimlich aufgebaut. Er hat immer die richtigen Worte gefunden, uns zu vermitteln, worauf es genau ankommt. So konnten wir das auch besser umsetzen, weil wir immer Bescheid wussten. Er ist ein cooler Typ, ein guter Regisseur.“ Emilia Schüle war nicht minder begeistert von ihrem Regisseur: „Die Arbeit an ROCK IT war eine durch und durch großartige Dreherfahrung, und Mike hat den Ton vorgegeben. Er ist total lustig, ein ganz toller Typ, dem es immer gelungen ist, eine wunderbare Atmosphäre am Set zu schaffen. Alle waren immer ganz begeistert und voller Tatendrang. Es hat super funktioniert mit ihm, wir hatten sofort einen guten Draht zueinander. Man musste nie Angst haben, wenn man mit Vorschlägen zu ihm kam.“

Dass wirklich alles wie am Schnürchen lief, sorgte für glückliche Gesichter vor und hinter der Kamera. Emilia Schüle berichtet: „Wir sind alle in dieses Projekt gekommen und waren sofort mit ganzem Herzen dabei. Alle wollten unbedingt, dass das ein schöner Film wird, und sind mit entsprechendem Ehrgeiz an die Sache herangegangen. Alle haben ROCK IT auch als eine einmalige Chance verstanden, etwas Neues zu machen. Entsprechend saßen wir immer zusammen, haben Ideen ausgetauscht und uns gegenseitig Tipps gegeben.“ Daniel Axt schwärmt ebenfalls in höchsten Tönen: „Ich bin wirklich dankbar, dass ich bei dieser Reise dabei sein durfte. Ich habe wahnsinnig viel gelernt, menschlich, zwischenmenschlich. Ich habe Altersgenossen kennen gelernt, da hat sofort alles gepasst. Wir haben uns sofort prima verstanden, waren auf einer Wellenlänge. Da sind richtige Freundschaften entstanden. Gerade die Arbeit mit meinen Rock it Band Kollegen Ben und Jan hat mir gut gefallen. Beide spielen auch Gitarre und singen ziemlich gut. Wir haben immer zusammen Musik gemacht, in jeder freien Minute. Das wirkte sich absolut positiv auf den Dreh aus, weil wir den gemeinsamen Spaß 100-prozentig in unsere Szenen legen konnten. Aber es wäre unfair, nur die beiden herauszugreifen, weil mir die Arbeit mit allen unheimlich Spaß gemacht hat. Es war legendär.“

„Das waren die besten Dreharbeiten, die ich jemals erlebt habe“, fasst Andreas Ulmke-Smeaton zusammen. „Und ich kann mir nicht vorstellen, dass das jemals getoppt wird. Das lag an der unglaublichen Energie. Alle empfanden sich als Teil einer großen Familie. Alle waren mit Herzblut dabei und haben die Dreharbeiten geliebt und waren traurig, als alles vorbei war. Das lag sicher auch an dem Genre: Dieses Musical sprach alle ganz unmittelbar an. Alle swingten mit und waren gut drauf. Da lag regelrecht Magie in der Luft.“ Und Mike Marzuk freut sich: „Ich bin stolz, dass ich dabei sein durfte. Nicht, weil ich mir selbst auf die Schulter klopfen möchte, sondern weil es mir imponiert hat, was für eine un-glaubliche Leistung meine Schauspieler erbracht haben. Alle sind über sich selbst hinausgewachsen. Sie sind talentiert und haben keinerlei Allüren: Sie haben ohne Unterlass an sich ge-arbeitet, weil sie das genauso machen wollten. Ich ziehe meinen Hut.“

Entscheidend war die Prämisse: „Wir wollen einfach gut unterhalten mit einer Geschichte, in der viel von dem vorkommt, was das Lebensgefühl der jungen Generation ausmacht: Liebe, Musik, Gefühle. Wir nehmen das ernst und wollen vor allem ein gutes Gefühl hinterlassen.“ Tobias Kuhn sieht es ähnlich: „Schlichtheit und Naivität sind die Zauberworte für gute Popmusik. Wenn zu viel nachgedacht wird, verliert man die Frische. Für einen Film wie ROCK IT ist das auch wichtig Schlichtheit, Frische, Naivität. Ich mag, wie die Produzenten und der Regisseur an das Projekt herangegangen sind. Da herrschte eine große Euphorie, sie steckten ihr ganzes Herzblut rein. Das war ein gutes Team, in dem ich mich sehr wohl gefühlt habe.“

Und Andreas Ulmke-Smeaton meint: „Die größte Herausforderung war es rückblickend, überhaupt ein deutsches Musical zu machen. Ich habe natürlich immer an den Stoff geglaubt, war aber anfangs schon unsicher, ob wir das so gut hinkriegen würden, dass es nicht peinlich ist. Mit jedem Drehtag wurde ich entspannter und sicherer, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Es war irre, sich die Muster anzusehen und zu merken: Es funktioniert, es lebt, es ist gut und wird immer besser.“

Für wen ist ROCK IT gemacht? „ROCK IT richtet sich an ein Publikum, das sich gerne in eine Welt entführen lässt, die neu ist, die anders ist als das, was man aus dem Kino kennt“, sagt Ulmke-Smeaton. „ROCK IT ist der richtige Film, wenn du Musik und große Gefühle magst.“

Und was sollen die Zuschauer aus dem Kino mitnehmen? Emilia Schüle lacht: „Wenn sie ROCK IT sehen, soll der Film ihnen Spaß und gute Laune machen. Das ist ein schöner und süßer Film, der einem in Erinnerung bleiben soll.“ Und Daniel Axt meint verschmitzt: „Ich will, dass die Leute mit einem Lächeln aus dem Kino kommen. Dann wäre ich glücklich.“

News und Stories

  • Fakten und Hintergründe zum Film "Rock It!"

    Kino.de Redaktion05.11.2012

    Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

  • Sky: Die Film-Neustarts dieser Woche

    Ehemalige BEM-Accounts30.05.2011

    Das Pay-TV-Unternehmen Sky hat auch diese Woche wieder einige Film-Neustarts zu vermelden, die auf dem Sender Sky Cinema starten. Den Anfang macht am Montag, 30. Mai 2011 um 20.15 Uhr, der Mystery-Thriller „Possession - Die Angst stirbt nie“ mit Sarah Michelle Gellar. Der Film dreht sich um zwei Brüder, die einen schweren Unfall erleiden. Als Roman aus dem Koma erwacht und sich plötzlich als Ryan ausgibt und auch so...

  • Kinocharts: Scorseses "Shutter Island" erobert US-Charts

    Ehemalige BEM-Accounts22.02.2010

    Die Top Ten der CineStar Kinocharts In den CineStar Kinocharts ist James Camerons „Avatar - Aufbruch nach Pandora“ bereits in der zehnten Woche ungeschlagen auf dem ersten Platz. Das Fantasy-Abenteuer „Percy Jackson: Diebe im Olymp“ kann sich in dieser Woche nach einem kurzen Abstecher wieder auf dem zweiten Platz positionieren. Neu steigt der Action-Thriller “ The Book of Eli“ mit Denzel Washington auf den dritten...

  • Drehbeginn bei deutschem Teenie-Musical "Rock It"

    Ehemalige BEM-Accounts05.08.2009

    Heute haben die Dreharbeiten zu dem deutschen Teenie-Musical „Rock It“ begonnen, das Regisseur Mike Marzuk („Sommer“) inszeniert. In der romantischen Komödie spielt Emilia Schüle („Freche Mädchen“) die 15-jährige Julia, die sich auf einem renommierten Musikinternat mit anderen Jugendlichen für die Aufnahmeprüfung vorbereitet. Dort lernt die Tochter eines Dirigenten und einer Pianistin den 15-jährigen Nick kennen...