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Über die Produktion

Der Held von RIO ist Blu, ein zahmer Ara – der letzte seiner Art – der nie Fliegen gelernt hat. „Blus Reise, seine emotionalen Veränderungen und all die komischen Dinge, die ihm bei diesem Abenteuer-Trip widerfahren, bilden das Herzstück des Films”, erklärt Saldanha. „Er ist quasi wie ein Fisch auf dem Trockenen, eine Figur, die sich in einer vollkommen neuen, unbekannten Situation befindet.” Jesse Eisenberg, gerade für seine Hauptrolle in THE SOCIAL NETWORK („The Social Network”, 2010) Oscar-nominiert, spricht Blu.

Blus Geschichte beginnt im brasilianischen Urwald, wo er als Jungtier das Gezwitscher von Hunderten von Vögeln genießt, die um ihn herum durch die Luft segeln. Diese Töne inspirieren den kleinen Blu, einen ersten Flugversuch zu wagen, der jedoch ein jähes Ende findet, als er und weitere Vögel von Schmugglern gefangen genommen werden.

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Als nächstes sehen wir Blu, der in einer Kleinstadt in Minnesota mit seiner Besitzerin und besten Freundin Linda, gesprochen von Leslie Mann (KNOCKED UP, „Beim ersten Mal”, 2007), ein angenehmes Leben führt. Vor Jahren hat Linda Blu, der von seinen Entführern in diese kalte Welt geschmuggelt wurde, unter ihre Fittiche genommen. Inzwischen sind Blu und Linda unzertrennlich. In Lindas Haus und in ihrem Buchladen geht es Blu sehr gut – er ist eigentlich eher Mensch als Tier. Er kann das Frühstück zubereiten, sich die Zähne putzen, Kaffee aufbrühen und dient obendrein als Lindas Wecker.

Was er jedoch nicht kann ist das, was Vögel am besten können: Fliegen.

„Blu führt ein überaus geschütztes Leben”, weiß Jesse Eisenberg. „Er ist extrem klug, analytisch und kann alles lesen. Aber all das nützt ihm in punkto Fliegen nichts.” Blu glaubt, dass er dank seiner geistigen Fähigkeiten fliegen kann, aber jedes Mal, wenn er es versucht, legt er eine Bruchlandung hin. „Blu verfügt über eine eigene Checkliste, er besitzt stapelweise Bücher übers Fliegen, Berge von mathematischen Berechnungen über Flugvektoren und Gleitwinkel, selbst die entsprechenden Windströmungen hat er berechnet”, führt Eisenberg aus. „Aber all das nützt ihm nichts, denn er kann die Flugfähigkeiten, die Vögel besitzen, einfach nicht abrufen.” Dieses Geheimnis wird er erst in Rio lösen – indem er sein wahres Herz und seine Wurzeln entdeckt.

Trotz aller Frustrationen, dass er nicht fliegen kann, sind Blu und Linda mit ihrem Schicksal zufrieden. Leslie Mann erläutert: „Sie führen zu Hause in Minnesota ein ruhiges Leben. Linda ist ein häuslicher Mensch und Blu ihr bester Kumpel. Sie sind glücklich.” Mit der Ankunft von Tulio – gesprochen von Rodrigo Santoro –, einem exzentrischen Wissenschaftler, der schon rund um die halbe Welt gereist ist, unter anderem von den USA nach Rio, wird ihr Leben auf den Kopf gestellt. Er offenbart den beiden, dass Blu das letzte männliche Exemplar seiner Art ist und will, dass der Ara ihn nach Rio begleitet, um den letzten weiblichen Ara namens Jewel zu treffen. „Tulio liebt Vögel, er besitzt einen Draht zu ihnen”, sagt Santoro. „Und er möchte den Fortbestand der Aras sichern. So setzt er alles daran, Linda und Blu zu überzeugen, ihn nach Rio zu begleiten.”

Linda und Blu sind nicht sehr scharf darauf, ihrem glücklichen Heim den Rücken zu kehren. „Sie sind nicht die Typen, die alles liegen und stehen lassen, um nach Brasilien zu reisen”, weiß Mann. „Sie sind eher Stubenhocker, Leute, die die Routine lieben und immer gerne dasselbe Restaurant aufsuchen. Blu und Linda verlassen die eigenen vier Wände selten, lange Reisen schrecken sie eher ab.”

Nach langem Hin und Her beschließen sie, nach Rio zu reisen, wo Blu sein weibliches Pendant treffen soll. Blu und Jewels erstes „Date ist allerdings alles andere als glücklich. Der Funke der Liebe will einfach nicht überspringen, denn die beiden sind total gegensätzliche Charaktere. Blu ist vollkommen domestiziert und verbringt seine Zeit gerne im Käfig. Jewel hingegen geht die Freiheit über alles, sie hasst es, eingesperrt zu sein. „Sie kann es gar nicht leiden, wenn ihr irgendwelche Grenzen gesetzt werden”, weiß Anne Hathaway, die Jewel ihre Stimme leiht. „Sie will stets ihren Kopf durchsetzen. Sie ist die letzte ihrer Art und das hat sie das Überleben gelehrt – und sie will, dass alles so bleibt wie es ist. Blue repräsentiert all das, was Jewel ablehnt. Sie verachtet in gewisser Weise seinen Lebensstil und sie sieht auf ihn herab, weil er nicht fliegen kann. Sie geht hart mit ihm ins Gericht.“

„Aber mit Beziehungen hat Jewel auch so ihre Probleme”, fährt Hathaway fort. „Sie muss erst lernen, dass man anderen auch vertrauen kann. Sie lehnt Blu auch ab, weil sie verhindern möchte, dass man ihr weh tut. Tief in ihrem Inneren ist sie überaus verletzlich.”

Blus erste Reaktion gegenüber Jewel ist laut Jesse Eisenberg eine Mischung aus „Verschüchterung und Entzücken“. Aber je besser er Jewel kennen lernt, desto mehr ist er von ihr angetan. Jewel ist all das, was er nicht ist. „Jewel ist ein Freigeist, sie trägt ihr Herz auf der Zunge und agiert zudem äußerst heldenmutig.”

Blu ist so etwas wie ein Fisch auf dem Trockenen – oder, besser noch, einem Vogel auf dem Boden. Und so war er schon vor dem heiklen Treffen mit Jewel. Rio überfordert ihn vollkommen. Die Farben, der Trubel, die Geräusche, das Umfeld – alles ist hier ganz anders als im heimeligen Minnesota. Blu, dessen Heim ein Käfig ist, schließt in Rio erstmals Freundschaften: Mit Nico, einem Kanarienvogel, den Jamie Foxx spricht, und mit dem Kardinalsvogel Pedro, dem will.i.am seine Stimme leiht. Das Treffen mit diesen hochfliegenden Zeitgenossen stellt für Blu einen weiteren echten Kulturschock dar, andererseits ist er von deren selbstbewussten Persönlichkeiten überaus angetan. Nico und Pedro sind im Gegenzug neugierig und interessieren sich auch für Blu. „Nico liebt das Leben und die Musik”, sagt Foxx. „Er ist ein kleiner Kerl, der große Ideen hat. Für Blue verkörpern Nico und Pedro das wilde Leben in Rio und die fragen sich wiederum, warum dieser Kerl in einem Käfig steckt.”

Foxx genoss besonders die Gelegenheit, erstmals mit seinem langjährigen Freund will.i.am zusammen zu arbeiten. „Es war toll, sich hier mit Will kurz schließen zu können und zu beobachten, wie er als Musiker und Schauspieler arbeitet.” Die Kooperation der beiden Musiker und Schauspieler ist sicherlich eines der vielen Highlights des Films. Besonders die Szene, die in einem brasilianischen Club angesiedelt ist, ist hier zu erwähnen. Nico und Pedro bringen die Menge mit dem Musikstück „Hot Wings (I Wanna Party)” zum Kochen, das der Frontmann der The Black Eyed Peas mitverfasst hat. „Meine Figur, Pedro, verbindet gerne Samba, HipHop und Elektro, außerdem mixt er gerne Techno mit klassischen Rhythmen”, erläutert will.i.am.

Glaubt man Produzent Bruce Anderson, war die Kombination Nico/Pedro eine der vielen positiven Überraschungen des Films. „Man hat förmlich diese komische und musikalische Energie gespürt, wenn Jamie und will zusammen ihre Stücke einspielten”, erinnert er sich.

Für Blu bedeutet es einen echten Glücksfall, Nico und Pedro an seiner Seite zu wissen. Es ist sogar so, dass er gar nicht genug Freunde in Rio haben kann, denn ein paar Ganoven wollen ihn und Jewel entführen und die beiden seltenen Vögel für viel Geld verkaufen. Der Chef der Schmuggler ist ein australischer Kakadu namens Nigel, den Jemaine Clement, bekannt aus der TV-Serie „Flight of the Conchords”, spricht. „Eine Geschichte ist immer nur so gut wie ihr Bösewicht”, sagt Saldanha, „und wir wussten, dass Nigel ein großartiger Fiesling würde.” Der Regisseur und seine Drehbuchautoren statteten Nigel mit einer ebenso spannenden wie ungewöhnlichen Vorgeschichte aus, was den Kakadu zu einer wirklich interessanten Figur macht. „Nigel ist ein ehemaliger Seifenopern-Star, der immer noch darunter leidet, dass er vor Jahren eine Rolle an einen sehr viel jüngeren und ‚hübscheren‘ Vogel verloren hat”, präzisiert Saldanha. „Nigel ist sehr dramatisch, trocken und sehr, sehr witzig.” Clement fügt hinzu: „Nigel ist verbittert. Er war einmal ein erfolgreicher, attraktiver Vogel. Aber sein Aussehen hat sich geändert, seitdem er als Bösewicht unterwegs ist – sein Äußeres hat sich quasi seinem Inneren angepasst. Und glauben Sie mir, Nigel ist echt kein guter Kerl. Wenn ihm die Gelegenheit dazu geboten wird, tut er Böses. Er isst sogar Hühnchen! Welcher Vogel macht das schon?”

Die Filmemacher sind sich einig, dass es dem Schauspieler und Sänger Jemaine zu verdanken ist, dass seine Figur auf der Leinwand so facettenreich rüberkommt. Clement leiht dem Kakadu nicht nur seine Stimme, er hat auch an der Musiknummer mitgeschrieben, mit der Nigel eingeführt wird. Saldanha und die Autoren hatten die Idee für den Song „Pretty Bird”, aber die Melodie und die Art wie sie dargeboten wird, basieren auf Clements Einfällen. „Unseren Nigel verdanken wir voll und ganz Jemaine”, gesteht Produzent Bruce Anderson. „Von ihm stammen all diese wunderbaren Alliterationen, die Ecken und Kanten seiner Figur sowie dessen Persönlichkeit und Attitüde.” Der ganze Rest ist der technischen Mannschaft respektive dem Designteam von RIO geschuldet, die dem Bösewicht seinen verschlagenen Look verpassten – inklusive der Flicken an den Stellen, wo die Federn fehlen und seinem charakteristischem, expressivem Kamm.

Trotz Nigels hinterhältigen Anstrengungen können Blu und Jewel fliehen. Der kriminelle Kakadu beschließt daraufhin sich Hilfe zu holen, um die beiden flüchtigen Aras wieder einzufangen. Er besorgt sich „affige“ Unterstützung und rekrutiert ein paar Seidenaffen, die die brasilianische Kampfsportart Caporeira beherrschen und all seinen Befehlen bedingungslos folgen – denn er kann sehr überzeugend sein! Saldanha vergleicht die Seidenaffen mit den Eichhörnchen, die im New Yorker Central Park herumflitzen. Unterschied: „Die Affen sind kampfsporterprobt und können sogar singen und tanzen.“

Blu and Jewel flüchten vor Nigel und seinen Seidenaffen quer durch Rio. Dabei sind sie ihren Häschern immer nur knapp einen Schritt voraus. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte lautet: Kurz vor ihrer Flucht hat Nigel Blu und Jewel aneinander gekettet. Das macht dem bodenverhafteten Blu und der Himmelsstürmerin Jewel das Leben extrem schwer. Irgendwie müssen sie kooperieren, wollen sie Nigel nicht wieder in die Klauen fallen.

Auftritt Rafael: Der hilfsbereite Tukan beschließt, Blu unter seine Fittiche zu nehmen. Der ehemalige Karnevalskönig kennt in Rio alle und jeden, inklusive jenen Autowerkstattbesitzer namens Luiz, der Blu und Jewel möglicherweise von ihren Fesseln befreien könnte. George Lopez, der Rafael spricht, nennt den Tukan „Die Stimme von Rio“. Und weiter: „Er ist eine schillernde, wirklich große Persönlichkeit, aber zwischenzeitlich ist er häuslich geworden. Er ist verheiratet und hat 17 Kinder. Rafael ist ein bisschen zum Heimchen geworden – sein Herz schlägt jedoch immer noch für den Karneval.”

Rafael möchte, dass Blu seinen eigenen Herzschlag, den Herzschlag eines Aras spürt, denn das ist seiner Überzeugung nach die einzige Möglichkeit, das Fliegen zu lernen. „Rafael erklärt Blu, dass das Gefühl fürs Fliegen mit dem Rhythmus des Herzschlags zusammen hängt”, sagt Lopez. „Blu muss sein Herz mit seinem Kopf in Einklang bringen, nur so wird er fliegen und den Helden in sich entdecken können.” Davon abgesehen, dass Rafaels Freund Luiz am anderen Ende der Stadt wohnt, wäre es viel schneller, dorthin zu fliegen als sich durchs Chaos der Straßen dorthin zu begeben. Aber das geht ja nicht – Blu hat seine Mitte noch nicht gefunden und alle Flugversuche sind bislang schmerzlich gescheitert. Also müssen sich Blu und Jewel konventionell – und langsam – zur Werkstatt durchkämpfen und dabei unterwegs immer wieder Nigel und seinen Seidenaffen ausweichen. Dabei erinnert sich Blu an ein wichtiges Detail aus seiner Vergangenheit und ganz langsam beginnt auch die Liebe zu erwachen.

Zu Blus und Jewels großer Überraschung stellt sich dann heraus, dass Luiz kein gefiederter Freund ist, sondern eine Bulldogge – der aber im Gegensatz zu den anderen Vertretern seiner Spezies der Jagd auf Federvieh widerstehen kann. Er ist Rafaels guter Kumpel und freut sich, wenn er dem Tukan und anderen Freunden eine Freude bereiten kann. Neben dem einnehmenden Wesen, das Rafael auszeichnet, fällt er jedoch auch noch durch den Früchtekorb auf, den er als Kopfschmuck trägt, sowie durch anhaltendes geifern. Der Hund ist ein Weltklasse-Sabberer. „Mir war noch Monate später ganz komisch zumute, nachdem ich in den Mustern Luiz samt seines Früchtehuts gesehen hatte“, lacht „30 Rock”-Star Tracy Morgan, die den Vierbeiner spricht – „von den endlosen Strömen von Speichel, die aus Luizs Maul tropfen, einmal ganz zu schweigen“. Was vielleicht auch besser ist. Denn genau dieses Geifern stellte für das Kreativteam der Blue Sky Studios eine Riesenherausforderung dar. Diesen schleimigen Glibber realitätsnah „herzustellen”, erforderte sehr viel Aufmerksamkeit und High-Tech-Rendering.

Am Ende ihrer Reise stürzen sich Blu, Jewel, ihre Freunde und auch Linda, die nach ihrem Ara gesucht hat, nachdem der von den Schmugglern entführt worden war, kopfüber in den spektakulären Karneval von Rio. Das heißt Musik, Farben, Paraden, Festwagen und schwebende Vögel sind angesagt, die zusammen mit 50.000 menschlichen „Statisten” ein Stadion bevölkern – alles bewegt sich auf das episches Finale einer Geschichte zu, in der endlos gefeiert wird.

Produktion: Die Musik

Mit derselben Sorgfalt mit der man die Schauspieler für RIO gesucht hatte, ging man jetzt an das Casting der Musiker und Sänger – und manchmal überschnitten sich die Berufsgruppen dabei sogar. Zu den Musiktiteln, die von Weltklasseinterpreten beigesteuert wurden, zählen unter anderem „Hot Wings (I Wanna Party)”, ein Originalsong von will.i.am als roter Kardinalsvogel Pedro, den er im Duett mit seinem „Sidekick“ Jamie Foxx alias Kanarienvogel Nico zum Besten gibt. R&B-Star Taio Cruz schrieb das Originallied „Telling the World”, das den Herzschlag des Films perfekt einfängt. Sergio Mendes hat für RIO seinen klassischen Bossa-Nova-Hit „Mas Que Nada” neu eingespielt, der ihn und seine Band Brasil ’66 einst weit über die Grenzen Brasiliens hinaus berühmt gemacht hatte. Mendes, der obendrein als Ausführender Musikproduzent des Films verantwortlich zeichnet, verpflichtete zudem Carlinhos Brown, der sich um die Feinabstimmung von Musik und Sound kümmern sollte.

Für Mendes war die Mitarbeit an RIO ein besonderer Genuss: „Carlos’ Leidenschaft für diesen Film war eine echte Inspiration, es war ein Vergnügen, ihm dabei zuzusehen, wie er das Projekt auf die Leinwand brachte. Ich habe viel Zeit meines Lebens damit verbracht, die musikalischen Wunder unserer Welt zu erforschen – und RIO war definitiv eine weitere spannende Station auf dieser Reise.”

Die Schauspieler und Filmemacher fanden es gleichermaßen inspirierend, mit Mendes und anderen Musikgrößen zu kooperieren. Anne Hathaway: „RIO besitzt einen total modernen Sound und es war eine echte Erfahrung, beobachten zu dürfen, wie all diese verschiedenen Stile miteinander verschmolzen. Die ‘fusion music’ gibt unserer Geschichte eine zusätzliche wunderbare Struktur.”

Die Zusammenarbeit der Schauspieler und Musiker erforderte eine enge Abstimmung der Zeitpläne. Bei den meisten Animationsfilmen nehmen die Darsteller und Musiker ihre Dialoge bzw. Liedzeilen alleine auf. Aber bei der „Hot Wings”-Club-Szene waren will.i.am und Foxx gemeinsam im Studio – wie später dann auch will.i.am und Hathaway (sie gibt hier ihr Kino-Gesangsdebüt) bei der Einspielung ihres Duetts. Bei diesen beiden Paarungen entschied man sich fürs „Doppel”, um die Stimmung und den Rhythmus der Szene besser einzufangen.

Produktion: Die 3D-Animation

Für die Wissenschaftler, Animatoren, Künstler, Modellbauer und 3D-Effektleute der Blue Sky Studios war es eine große Herausforderung die magische Welt von RIO nebst ihrem bunten Personal zu kreieren. Der Fokus lag darauf, den gefiederten Hauptdarstellern das richtige Aussehen zu geben und sie sich möglichst realistisch bewegen zu lassen. „Wir wollten, dass Blu, Jewel, Nico, Pedro, Rafael und die anderen Vögel auch ’richtig’ fliegen und sich ‚richtig‘ fortbewegen”, sagt Saldanha. In der Vorbereitungsphase zur Produktion besuchten viele der Filmemacher den berühmten New Yorker Zoo in der Bronx, um zu studieren wie die Vögel sich bewegen, ihr Gefieder nutzen und ihre Köpfe drehen – kurz: es wurde studiert, was aus Vögeln Vögel macht.

Diese Ausflüge brachten Erstaunliches zu Tage: nämlich menschenähnliches Verhalten. So besitzen Vögel eine Schwäche fürs Liebkosen – zumindest erwidern sie gerne die Liebesbezeugungen ihrer Trainer. Die Vögel und ihre Trainer arbeiteten auch hart daran, einander zu verstehen – woraus vielleicht die Ideen für die Freundschaft zwischen Blu und Linda entstanden.

Bei Blue Sky entwickelte man eine neue Art, Federn darzustellen, die man ’Ruffle Deformer’ nannte. Sie ermöglichte es den Animatoren die Federn in bislang ungeahntem Ausmaß zu bewegen. Dies machte die Vögel wesentlich ’realistischer’ und genau das wollte Saldanha, der für die Vögel in RIO höchste Authentizität forderte. Man sollte verschiedene brasilianische Vogelarten sofort wiedererkennen, sie aber auch modellieren können, um damit die verschiedenen Charaktereigenschaften der Figuren zu verdeutlichen.

Die Fachleute der Blue Sky Studios ‘bläuten’ Blu ein – jede einzelne Feder wurde zunächst koloriert, dann kamen die Details hinzu: die Oberflächenstruktur, Farbverläufe, die Dellen und Kratzer im Schnabel.

Die menschlichen Figuren zu kreieren, ihre Gestik und Mimik, war ebenfalls eine große Herausforderung. Bei Blue Sky hatte man seit ICE AGE keine Menschen mehr entworfen bzw. animiert – und die hatten damals weder sprechen noch emotionale Regungen zeigen müssen. Um diese Aufgabenstellung für RIO zu meistern, entwickelte die Lichtabteilung des Studios eine neue Art, Haut zu darzustellen. So sieht diese nun frisch und realistisch aus, ob nun bei den stilisierten Zügen von Linda und Tulio oder den anderen menschlichen Figuren.

Schon früh im Entwicklungsprozess von RIO verpflichtete man den renommierten Live-Action-Kameramann Renato Falcão. Er sollte sicherstellen, dass die Kamera sich möglichst flüssig bewegte und die Bilder höchst realistisch erschienen. Falcão experimentierte dazu mit verschiedenen Kameralinsen, überlegte wie man mit einer herkömmlichen Kamera im Bild Tiefe erzeugt und wie man diese Informationen und Techniken dann für einen Animationsfilm um- und letztendlich einsetzen könnte.

RIO ist der zweite 3D-Spielfilm der Blue Sky Studios nach ICE AGE: DAWN OF THE DINOSAURS und während die Filmemacher darauf hinweisen, dass die Geschichte und ihre Charaktere für sich selbst stehen und der Film dank seiner Geschichte und Figurenzeichnung in 2D und 3D gleich gut funktioniert, ist die stereoskopische Version ein spannendes, hautnahes und so noch nie gesehenes Erlebnis.

Bei RIO hat das Team von Blue Sky von Beginn der Produktion an voll auf 3D gesetzt, die stereoskopische Technik in allen Stadien der Herstellung genutzt und so ein optimales Ergebnis erzielt. „3D gehört bei RIO zur Textur der Geschichte”, erläutert der stereoskopische Supervisor Jayme Wilkinson. „Die Zuschauer dürfen all die Action und Emotionen noch hautnaher erleben. Wir sind bei diesem Film wirklich an die Grenzen des Möglichen gegangen.”

Wilkinson erläutert, wie man diese zusätzlichen Effekte, dieses Mehr an Tiefe erreichte: „Wir entwickelten spezielle Werkzeuge und Techniken, damit wir jede Szene und jede Einstellung von verschiedenen Winkeln aus mit stereoskopischen Kameras einfangen konnten. Wie haben wesentlich ’räumlicher’ gearbeitet und allen Sequenzen Tiefe gegeben. Nichts (er-)scheint mehr zweidimensional. RIO ist ein Film, der ganz in der dritten Dimension stattfindet. Diese Welt sieht ganz gleichmäßig aus, es gibt in punkto Raum zwischen den Sequenzen keine Unterschiede mehr.”

Aber ob man sich RIO nun in 2D oder 3D ansieht, „die Welt hier ist eine ganz besondere, eine ganz neue einzigartige Erfahrung“, weiß George Lopez, „sie steht für sich selbst – wie ein eigener Charakter. Dieses Rio hat man so noch nie gesehen, es weckt ganz eigene Assoziationen.” Saldanha und sein Team fangen diese Eigenheiten der weiten brasilianischen Landschaft ein, sie halten das Besondere der Metropole Rio inklusive ihrer Sehenswürdigkeiten wie dem Corcovado, dem Zuckerhut und dem Sambadome genauso wie den Dschungel, die Villen, die Strände, die Stadtlandschaften und das Meer im Film fest. Doch im Gegensatz zu den fantastischen Welten, die die Blue Sky Studios in ihren ICE-AGE-Filmen, in DR. SEUSS’ HORTON HEARS A WHO („Horton hört ein Hu!”, 2008) oder in ROBOTS schufen, ist RIO in der Realität angesiedelt, es ist eine Stadt, die die Zuseher kennen. So standen die Filmemacher vor der besonderen Herausforderung, eine Weltstadt so zu darzustellen, dass sie immer noch spannend, neu und wunderbar erscheint – und dabei die brasilianische Metropole erkennbar zu lassen und nicht zu verfremden.

Für diese Künstler, Filmemacher, Techniker und den Cast war die Arbeit an RIO eine spannende Reise, die durchaus die der Hauptcharaktere des Films widerspiegelt. RIO handelt davon, über sich hinauszuwachsen, sich nicht selbst im Weg zu stehen. Man muss auch mal mit dem Gewohnten brechen, sich selbst und seine Seele fliegen lassen”, fasst Anne Hathaway zusammen.

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