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„Rings“ – die Kritik

Christoph Koch |

Rings Poster

Samara ist zurück! Nach „Ring 2“ aus dem Jahre 2005 kehrt das schwarzhaarige Grusel-Mädchen mit dem dritten Teil „Rings“ wieder auf die große Leinwand zurück und will euch nach 12 Jahren Abwesenheit wieder das Fürchten lehren.

Im Jahre 1998 kam mit „Ringu“, dem japanischen Original, ein sehr sehenswerter Horrorfilm in die Kinos, der 2002 prompt von Gore Verbinski ein US-Remake erhielt und mit gruseliger Atmosphäre, einer schaurigen Samara und gelungenen Schock-Momente überzeugen konnte. „Rings“ hätte jetzt als softes Reboot daherkommen und der „Ring“-Reihe mit unverbrauchten Ideen und einer frischen Herangehensweise neues Leben einhauchen können, doch leider schießen die Macher am Ziel vorbei und liefern eine etwas uninspirierte Standard-Fortsetzung ab, der es leider nicht gelingt, die Reihe weiterzuentwickeln oder ihr einen neuen und mordernen Anstrich zu verpassen.

Samara ist zurück!

Der Prolog dient dem Zuschauer als kleine Erinnerungsstütze: Ein schwitzender junger Mann sitzt in einem Flugzeug und erzählt seiner Sitznachbarin sichtlich nervös, dass er nur noch 5 Minuten zu leben habe, nachdem er ein Video sah und er danach einen Anruf erhielt, dass er nur noch 7 Tage zu leben habe. Das er das Video nur hätte kopieren und jemand anderen zeigen müssen, um sich vom Fluch zu befreien, bringt dem armen Kerl jetzt leider auch nichts mehr. Bienenschwarm, schwarze Flüssigkeit und Samara kriecht aus dem Cockpit-Monitor des Flugzeugs. Cut. Zwei Jahre später.

College-Professor Gabriel (The Big Bang Theory-Star Johnny Galecki) entdeckt den alten Videorekorder des besagten jungen Mannes auf einem Flohmarkt. Bei der Reparatur des Vintage-Wiedergabegeräts findet er das mysteriöse Video-Tape mit der Aufschrift „Watch Me“. Gesagt, getan und schon kurz danach erhält auch Gabriel einen Anruf und eine gruselige Stimme haucht „nur 7 Tage“ in den Telefon-Hörer. Gabriel möchte herausfinden, was hier vor sich geht und gründet eine Forschergruppe, um dem Geheimnis rund um Samara und dem Killer-Video auf den Grund zu gehen.

Holt (Alex Roe) hat grade erst seine Freundin Julia (Matilda Lutz) schweren Herzens in seiner Heimatstadt zurückgelassen, um am College zu studieren, da wird er auch gleich Mitglied im ominösen Samara-Selbstmord-Forscherkreis. Nachdem ihr Freund nicht mehr auf Anrufe und Textnachrichten reagiert, macht sich Julia auf den Weg zum College, nur um herauszufinden, dass ihr Freund das verstörende Video ebenfalls gesehen hat. Nachdem Julia und Holt herausfinden, was mit Menschen passiert, die das VHS-Tape zu Gesicht bekommen haben, machen sie es sich zur Aufgabe, den Fluch zu stoppen, sodass niemand mehr von Samara heimgesucht wird.

Wo ist der Grusel?

„Rings“ hat auf jeden Fall sehenswerte und mitunter recht gruselige Passagen, doch leider sind diese Momente viel zu rar gesät und dazwischen herrscht, pardon, etwas viel Langweile. Der Film verheddert sich in einer umfangreichen Exposition und versucht ein Mysterium um Samara aufzubauen, das dem Zuschauer aber weitestgehend egal bleibt. Genau wie die Charaktere: Keiner der Helden ist interessant oder sympathisch genug, um dem Publikum eine Identifikationsfigur zu bieten, mit der man mitleidet oder an deren Schicksal man interessiert ist. Alles bleibt leider recht flach und unausgegoren. Dem Film gelingt es weiterhin nicht die Prämisse des gruseligen VHS-Videos in die Neuzeit zu überführen und die Drehbuch-Autoren schöpfen bei weitem nicht das Potenzial moderner Technologie, wie Clouds oder Youtube, aus.

Regisseur Francisco Javier Gutiérrez und seinem Drehbuch-Team gelingt es leider nicht, neue, moderne und frische Akzente zu setzen wodurch leider Spannung und Stimmung eingebüßt wird. Wo Grusel, Schrecken und Schock herrschen sollte, fühlt sich der Film recht zäh und einfallslos an. Wer auch nur einen einzigen Horrorfilm in den letzten Jahren gesehen hat, weiß ganz genau, wann die Schock-Effekte einsetzen und wie sich die Geschichte entwickeln wird.

„Rings“ schafft es zumindest (auch durch eine geschickte Marketing-Kampagne) das Franchise wieder ins Gespräch zu bringen und beinharten Fans werden ihren Freude haben. Doch alle anderen könnten enttäuscht werden, denn „Rings“ kann als frischer und moderner Horrorfilm kaum überzeugen und ernüchtert mit einem vorhersehbaren Skript, wenig Spannung und einfallslosen Ideen. Sehr schade!

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