Filmhandlung und Hintergrund

Regisseur Loncraine nahmen sich die Freiheit, den Text des zweitlängsten Stücks von Shakespeare radikal zu kürzen und die Handlung in die 30er Jahre zu verlegen und damit Parallelen zum Faschismus zu ziehen.

Richard, Herzog von Gloucester, hat nur einen Traum: Er will König von England werden. Dafür geht der skrupellose Intrigant während eines Bürgerkriegs in England auch über Leichen und riskiert ein Blutbad innerhalb seiner Familie. Als alle Hindernisse beseitigt sind und er endlich den Thron besteigt, verläßt Richard III das Glück: Alle Feinde vereinigen sich gegen ihn.

England, in den 30er Jahren dieses Jahrhunderts. Nach dem Ende eines schrecklichen Bürgerkriegs bekommt die Monarchie einen neuen König. Edward IV. hat drei Kinder, was die Thronfolge auf lange Zeit sichert. Sein machthungriger Bruder Richard möchte jedoch selbst die Krone. Nacheinander tötet er alle, die ihm auf dem Weg zur Macht im Weg stehen - sogar seine eigene Ehefrau. Endlich gekrönt, mordet Richard III. weiter. Im Ausland stellt der junge Henry Richmond daraufhin eine Armee zum Sturz des tyrannischen Monarchen zusammen.

Herzog Richard möchte König werden. Dafür nimmt er ein Blutbad, auch innerhalb der eigenen Familie, in Kauf. Richard Loncraines Shakespeare-Verfilmung versetzt „Richard III“ in die 30er Jahre und wahrt dennoch seine Essenz.

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Kritikerrezensionen

  • Richard III: Regisseur Loncraine nahmen sich die Freiheit, den Text des zweitlängsten Stücks von Shakespeare radikal zu kürzen und die Handlung in die 30er Jahre zu verlegen und damit Parallelen zum Faschismus zu ziehen.

    In den Iden des März (14. 3. 96) duellieren sich zwei berühmte Antihelden Shakespeares um des Zuschauers labile Gunst. Dabei kämpft der manipulierte „Othello“ in beschaulich-traditionellem, der manipulierende „Richard III“ in dynamisch-verfremdeten Ambiente. Ein wahrlich gewagter Akt, Aufstieg und Fall Richards vom Ende des 15. in die dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts zu verlegen. Der Lohn ist ein lebendiger, temporeicher, exzentrischer Film, dessen innovativer Ansatz das Interesse an Shakespeares maßlosestem Machtmenschen wiederbeleben dürfte.

    Zumal „Richard III“ von Beginn an ganz Kino ist - mit einer fast ausschließlich von Cinemascope-Bildern und Musik getragenen Ouvertüre der Gewalt, die Richard sogleich als eiskalten Mörder einführt. In einem fiktiven England der dreißiger Jahre liegen die Rosenkriege zwischen den Häusern York und Lancaster in den letzten Zügen. Nach der Ermordung des Königs herrscht nun ein York, Edward IV (John Wood), über das Reich. Sehr zum Mißfallen seines Bruders Richard, einem körperlich und moralisch verkrüppelten Machtmenschen. Mit Menjou-Bärtchen und verschlagenem Grinsen spielt Ian McKellen (zuletzt als alkoholisiertes Faktotum in „Jack & Sarah“ zu bewundern) diese durchtriebene Schlange, die Freunde wie Feinde durch Schmeicheleien und Lügen in Sicherheit wiegt, um ihnen dann für immer die Luft zu nehmen. Brüder, Neffen, Ehefrau (Kristin Scott-Thomas) - alle landen auf Richards Schlachtbank, bis Königin Elizabeth (Annette Bening) den intriganten Metzger zur Rechenschaft zieht. McKellen, der in dieser Rolle schon auf der Bühne brillierte und für die Verfilmung mit Regisseur Loncraine („Der Missionar“) das Drehbuch schrieb, gewinnt seinem paranoiden intelligenten Monster zwar nicht sympathische, wohl aber witzige Seiten ab. Die Folge? Perfides Amüsement über einen Diktator mit unstillbarem Blutdurst. Die etwa in Dekor (Uniformen, Architektur) und Handlung (Säuberungswellen) gemachten Verweise auf das Nazi-Regime verringern die historische Distanz, machen den Schrecken greifbarer. Die Mahnung vor diktatorischem Terror bleibt intakt, obwohl die aufs Handlungsgerüst reduzierte, sprachlich sanft angepaßte Tragödie Verluste in der Figuren-Charakterisierung hinnehmen muß. An der Qualität der Inszenierung ändert dies freilich nichts. Der unbedingte Kinowillen macht „Richard III“ zu einer der bislang zugänglichsten Shakespeare-Interpretationen. Und wenn am Ende Richard, wie Sigourney Weaver in „Alien 3“, dämonisch lachend der Flammenhölle entgegensegelt, begleitet von Al Jolsons „I’m Sitting on Top of The World“, grüßt nicht nur James Cagneys Klassiker „White Heat“, sondern auch der ironische Witz des verstorbenen Dennis Potter. Eine schöne Hommage an den Autor von Loncraines vierten Film „Brimstone und Treacle“ (1982). kob.

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