Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

Seit mehr als zehn Jahren kennt Produzentin Christiane Ruff Roman- und Drehbuchautor Tommy Jaud. Im Lauf der Zeit hatte es bereits mehrfach Überlegungen zu gemeinsamen Arbeiten an einer Sitcom gegeben, aber wegen anderweitiger Verpflichtungen war es nie dazu gekommen. Jaud war ein fester Bestandteil der Brainpool-Familie, wo er sich einen Namen mit der Anke-Engelke-Comedyreihe „Ladykracher“ und dem TV-Movie „Zwei Weihnachtsmänner“ gemacht hatte, während Ruff als Geschäftsführerin von Sony Pictures Film und Fernsehproduktions GmbH Deutschland arbeitete und Erfolgsformate wie „Ritas Welt“ oder „Nikola“ auf den Weg brachte.

Und doch hatten die wiederholten Anläufe für eine Zusammenarbeit Konsequenzen. Ruff und Jaud schlossen Freundschaft. Was dazu führte, dass die Produzentin zumindest indirekt bereits mit RESTURLAUB verbandelt war, bevor Tommy Jaud den Roman überhaupt geschrieben hatte. „Das Projekt begleitet mich schon seit mehr als fünf Jahren“, erzählt die Produzentin. „Damals hatte Tommy eigentlich eine Idee für ein ganz anderes Buch gehabt. Parallel dazu hatte es ihn nach Buenos Aires verschlagen, wo er Spanisch lernen wollte. Nach seiner Rückkehr erzählte er mir lustige Anekdoten aus Argentinien. Und ich habe damals zu ihm gesagt: ,Tommy, das riecht nach einem Bestseller. Schreib doch mal diese Geschichte auf!’ Das hat er sich tatsächlich zu Herzen genommen und RESTURLAUB geschrieben.“

Bilderstrecke starten(77 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu Resturlaub

Als Ruff davon erfuhr, ließ sie Jaud wissen, er solle unbedingt an sie denken, wenn er mit dem Gedanken spielt, die Filmrechte zu verkaufen. „Das hat er dann auch getan“, lacht Christiane Ruff. „Gott sei dank haben wir die Rechte erwerben können. Und fünf Jahre später haben wir es tatsächlich geschafft, den Film in so herrlichen Städten wie Bamberg, Köln, Düsseldorf, Bonn und Buenos Aires zu drehen.“

Tommy Jaud erzählt seinerseits, wie er auf die Idee gekommen war, RESTURLAUB zu schreiben. „Der Auslöser war sicher mein Besuch in Buenos Aires. Ein guter Freund hatte mir die Stadt empfohlen, nachdem er selber alleine dort gewesen war und einen Spanischkurs gemacht hatte. Die Stadt sei super, erzählte er mir, alles sei günstig, die Frauen hübsch, man könne so viel machen in der Stadt, da müsse ich hin. Ich bin tatsächlich hingeflogen und habe auch einen Spanischkurs gemacht. Aber der Kurs war scheiße, die Unterkunft war scheiße, und kennengelernt habe ich auch niemanden. Ich hatte eine richtige Krise und bin dann auch frühzeitig nach Hause zurückgekehrt und dachte: Das war jetzt gerade gar nichts.“

Als Jaud sich nach der Rückkehr in die Heimat überlegte, was sein nächstes Buch werden solle, wollte er etwas machen, das Bezug auf seine Erlebnisse in Buenos Aires nimmt. „Ich wollte die Geschichte erzählen von jemand, der Erfahrungen in Argentinien macht, die nicht mit seinen Erwartungen übereinstimmen“, berichtet er. „Erst danach kam ich auf die Geschichte von einem Jungen, der mit seinem Job unglücklich ist, der erlebt, wie ein Freund nach dem anderen seriös wird und Familie gründet, und von seiner Freundin unter Druck gesetzt wird. Er will einfach abhauen. Bamberg als Ausgangsort zu wählen, also meine Heimatstadt, das hat vor allem mit Faulheit zu tun, weil es eine Stadt ist, die ich gut kenne und ein kompletter Gegensatz zu Buenos Aires ist.“

Und nicht zuletzt erzählt Jaud in seinem Buch auch von einem Gefühl, das er selbst nur zu gut kennt: „Mir geht es sicherlich nicht großartig anders als allen anderen Männern in meinem Alter, dass man sagt: Mann, das gibt’s ja gar nicht, ich bin schon 39, aber eigentlich fühle ich mich noch gar nicht so. Auf der Autobahn ertappte ich mich immer bei den Gedanken: Ausfahrt Köln Klettenberg, was wäre, wenn ich jetzt einfach weiterfahre? Einfach weiterfahren – zugegeben, in dem Fall wäre es blöd, weil ich in Holland enden würde, aber vielleicht Richtung Süden? Ich würde sagen, Resturlaub ist die geschriebene und nunmehr auch verfilmte Version von Udo Jürgens’ ,Ich war noch niemals in New York’, in der Extended Version. Der Typ, der Zigaretten holen geht, wiederkommt und nur kurz gedacht hat: Mensch, ich hätte eigentlich gehen können.“

Entsprechend sagt auch Produzentin Christiane Ruff: „Im Herzen ist Tommy immer auch die Figuren, die er in seinen Romanen beschreibt. Er hat sehr viel mit seinen Hauptfiguren zu tun. Ich foppe ihn eigentlich immer damit, dass ich sage, der Tommy Jaud hat eine große querulatorische Energie. Er braucht immer Themen, an denen er sich abarbeiten kann. An denen er sich reiben kann. Seien es seine Wohnungsumbauten, seien es irgendwelche Bestellungen im Internet oder seien es, wie in seinem neuen Roman, Probleme mit Handys und fehlenden Adaptern. Ich glaube, daher rührt diese große Glaubhaftigkeit und Authentizität, die man in den Figuren findet. In ihnen stecken viel gelebtes Leben und gelebte Geschichten.“

Die Nähe zu den Figuren und Identifikation mit seinen Inhalten erwies sich schließlich auch als eine der Hürden, die es bei der Umwandlung des Romans in ein verfilmbares Kinodrehbuch zu bewältigen gab. Noch mehr machte Jaud allerdings die Struktur seiner Vorlage zu schaffen. „Der Roman mag filmisch wirken, aber hat überhaupt keine Filmstruktur“, berichtet Jaud. „Zum Beispiel fehlt einfach ein dritter Akt. Das waren Probleme, die es für den Film zu lösen galt. Ein Film ohne dritten Akt? Geht nicht. Film ist ungleich brutaler. Dinge, die einem der Leser im Roman noch durchgehen lässt, gehen im Kino einfach nicht. Ich habe bei dieser Arbeit wahnsinnig viel dazugelernt. Mal links vorbei, mal rechts vorbei, und dann letztendlich mit viel Hilfe und viel Nachdenken haben wir eine Geschichte gefunden, die zum einen ganz nah am Buch dran ist, aber auch noch für alle, die das Buch gelesen haben, einiges an Überraschungen bereit hält. Der Film ist nicht der abgefilmte Roman.“

„Wenn man mit Tommy zusammen arbeitet, muss man eigentlich immer davon ausgehen, dass sich von Buchfassung zu Buchfassung viel ändert“, beschreibt Christiane Ruff die Arbeit mit dem Autor und räumt ein: „Manchmal viel mehr, als man will oder auch erwartet. Weil er auch zu seinem eigenen Amüsement immer wieder neue Sachen schreibt und neue Sachen erfindet, damit es ihm immer noch selber Spaß bereitet. Selbst jetzt, wenn ich ihn treffe und mit ihm rede, merke ich, dass er schon wieder unheimlich viele neue Ideen im Kopf hat. Für neue Geschichten, für neue Bücher, vielleicht auch für neue Drehbücher. Wir können uns also darauf freuen, dass da noch einiges auf uns zukommt von Tommy Jaud.“

Produktion: Der Regisseur

„Den Roman Resturlaub hatte ich schon vor Jahren gelesen“, erinnert sich Regisseur Gregor Schnitzler. „Damals habe ich mir schon gedacht: WOW, das ist ja wirklich ein sehr, sehr lustiger Stoff, sehr authentisch, man kann sich extrem mit der Hauptfigur identifizieren. Einen so unterhaltsamen Stoff findet man eigentlich eher selten. Eines Tages erhielt ich einen Anruf von Isabel Hund, die als Director of Production bei der Deutsche Columbia Pictures Filmproduktion arbeitet. Sie fragte mich, ob ich das Buch kennen würde und ob ich an der Verfilmung interessiert sei. Ich habe sofort ja gesagt und las dann erst einmal die verschiedenen Drehbuchfassungen, die Tommy schon geschrieben hatte. Je mehr ich mich in die Geschichte einarbeitete, desto mehr war ich sicher: Ja, ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn ich den Film machen dürfte. Gemeinsam mit Tommy habe ich mir dann das Drehbuch vorgenommen, das damals noch sehr nah am Roman dran war. Zusammen haben wir es Stück für Stück komprimiert, bis wir ein wahnsinnig tolles Drehbuch zur Hand hatten.“

Produzentin Christiane Ruff hatte sofort ein gutes Gefühl und war überzeugt, dass man mit Gregor Schnitzler den Richtigen gefunden hatte, der die großen Gags inszenieren konnte, ohne dabei den durchaus ernsten Rahmen der Geschichte aus den Augen zu lassen. „Bei dem ersten Treffen in Berlin war sofort ein gutes Verständnis füreinander da“, erinnert sich die Produzentin. „Gemeinsam haben wir auch sofort erkannt, wo das Buch noch Arbeit braucht, wo die Geschichte noch Arbeit braucht, waren aber auch einer Meinung, was den Spaß an der Komödie anbetraf. Gregor ist ein Typ, der sich sehr auf Sachen einlässt. Er hat eine kindliche Seite, eine große Entdeckerfreude. Er hat große Lust auf die Arbeit mit den Schauspielern und will immer das Beste, aber auch das Lustigste rausholen.“

Bereits zwei Jahre hatte Jaud zu diesem Zeitpunkt mit den Produzenten an dem Drehbuch gearbeitet. Mit Gregor Schnitzlers Ankunft wurde der ganze Stoff noch einmal kräftig durchgewirbelt. „Als Romanautor hat man selbstverständlich Schwierigkeiten, sich im Drehbuch von Augenblicken und Passagen zu lösen, die man schon beim Schreiben des Romans ungemein mochte“, erzählt Schnitzler. „Natürlich versucht man, all seine Lieblingsmomente unterzubringen. Aber dann hätten wir einen dreistündigen Film machen müssen – und nicht die 90-minütige, rasante Komödie, die wir uns vorstellten. Das Drehbuch war schon sehr gut, aber zusammen haben wir die Geschichte eingedampft und komprimiert. Nicht alles, was sich lustig liest, ist auch dann noch lustig, wenn man es sieht. Zum Glück ist Tommy ein nicht enden wollender Quell neuer Ideen und Einfälle, so dass wir uns schnell die Bälle zugespielt haben. Wenn man einen Film vorbereitet, muss man damit rechnen, jeden Tag einen kleinen Tod zu sterben. Aber es hat sich gelohnt: Das Ergebnis ist sehr gut und immer noch unverkennbar Tommy Jaud.“

Der Stoff sagte dem Regisseur zu. Ihm gefiel die Universalität der Geschichte und ihrer Aussage. „Erst mal sagt der Titel schon wahnsinnig viel: Es geht um Pitschis Resturlaub. Das ist also im Prinzip die Zeit, bevor etwas anderes beginnt. Pitschi Greulich steht vor der Wahl: Jetzt Familie, Haus, Kiesauffahrt, 5er-BMW vor der Tür? Und er spürt einfach, dass er das in diesem Moment nicht will. Er findet sein Leben eingefahren. Ihm fehlt da was. Er hat etwas noch nicht erlebt. Und das passiert in dem Film. Er wird eine große Reise machen. Und er wird etwas erleben und kann dann mit einer Erfahrung und Erkenntnis zurückkommen und sagen: Also, ich brauche nicht die große weite Welt. Ich will das Leben in Deutschland. Aber vielleicht nicht ganz so wie alle Anderen auch.“

Er fährt fort: „Das kennt jeder, es ist ein sehr universelles Thema, das alle um die 30 mehr und mehr beschäftigt: Willst du Kinder, ja oder nein? Willst du da bleiben, wo du jetzt wohnst? Wie soll der nächste Schritt aussehen, denn der könnte die Weichen für den Rest deines Lebens stellen? Ich habe festgestellt, dass diese Situation bei Frauen noch intensiver ist. Das ist in unserem Film auch so: Pitschis Freundin Biene sagt einfach ja zu dem nächsten Schritt. Sie will Kinder haben. Sie will nicht mehr in der studentischen Bude wohnen. Pitschi fällt diese Entscheidung nicht so leicht. Ich persönlich bin als Regisseur ständig unterwegs und habe das Privileg, unentwegt neue Dinge an neuen Orten zu erleben. Deshalb werde ich nicht von allen Aspekten der Geschichte unmittelbar angesprochen. Andererseits gibt es schon Momente, in denen ich mich frage, ob das, was ich jetzt mache, auch wirklich das Richtige ist. Oder ist der nächste Schritt richtig? Oder muss da was ganz Anderes sein? Ja, muss es die große weite Welt sein? Habe ich schon etwas aufgegeben, wovon ich immer geträumt habe? Letztendlich ist es wichtig, nie seine Träume aufzugeben.“

Schnitzler freute sich darauf, nach seinem letzten, überaus dramatischen Kinofilm Die Wolke (2006), wieder eine Komödie realisieren zu können. „Wenn man ehrlich ist, liegen Komödie und Drama doch sehr nah beieinander“, sagt der Regisseur. „In einem Drama wird automatisch der Witz provoziert, der das Drama auflösen kann. Deswegen mag ich auch Komödie. Man hat eigentlich mit wirklich schwerwiegenden Themen zu tun, die aber auf eine lustige Art und Weise behandelt werden. Ein Drama zu drehen, ist um ein Vielfaches einfacher, weil man sich einfach in Gefühlswelten versenken kann. In einer Komödie ist es die komische Perspektive, aus der die Figur heraus arbeitet. Und da müssen viele Elemente ineinander greifen, damit es funktionieren kann. Das Timing muss stimmen, die Worte müssen stimmen und die Figur muss passen. Man inszeniert auch wesentlich mehr als eine Variante, um nachher im Schneideraum die Auswahl zu haben und sagen zu können: Okay, das war jetzt zu viel, wir müssen jetzt einfach weniger machen. Oder ich brauch' eine extrem große Reaktion darauf. Das ergibt sich oft erst im Schneideraum.“

Produktion: Die Besetzung

„Sie sind mein Pitschi Greulich!“ Mit diesem Satz sprach Produzentin Christiane Ruff im Februar 2009 auf der Berlinale den Schauspieler Maximilian Brückner an. Er reagierte verblüfft, nicht zuletzt, weil er die Erfolgsproduzentin überhaupt nicht kannte. „Als ich die erste Drehbuchfassung im August 2008 gelesen hatte, habe ich vor meinem inneren Auge sofort Maxi Brückner gesehen. Für mich war es also logisch, ihn anzusprechen“, erzählt Christiane Ruff, räumt aber auch ein: „Klar, das war ein verdutzender Appell für ihn. Aber ich war immer davon überzeugt, dass Maxi als Person und natürlich auch als Schauspieler eine große Authentizität in sich trägt. Etwas, worin sich viele Zuschauer wiederfinden können. Deswegen war ich mir auch sicher, dass er die Reise, die Pitschi Greulich, der Held von RESTURLAUB, antritt - und das ist ja nicht nur eine äußere Reise, die ihn von Bamberg nach Buenos Aires führt, sondern auch die innere Reise eines Helden – und einen gewissen Reifungsprozess perfekt verkörpern kann.“

Tommy Jaud jedenfalls war sehr angetan von der Besetzung seiner Hauptfigur – als er sich endlich daran gewöhnt hatte, dass sein Alter ego Pitschi Greulich von einem Anderen gespielt werden würde – und nicht von ihm. „Maximilian hatte ich überhaupt nicht auf dem Bildschirm“, gesteht er. „Er kam zwar relativ früh an Bord, aber da war das Drehbuch bereits in der elften oder zwölften Fassung. Ich muss gestehen: Letztendlich habe ich immer mich gesehen. Natürlich nicht als Darsteller im Film, weil ich wusste, dass ich es nicht spielen werde. Ich hatte keine Vorstellung, wie Pitschi aussehen könnte. Jetzt kann ich mir keinen anderen mehr vorstellen als Maxi Brückner, er hat genau das richtige unauffällige, sympathische Wesen. Mit ihm geht man gern auf diese Reise. Zusammen mit Mira Bartuschek, die Biene spielt, funktioniert das perfekt. Man will von Anfang an, dass sie wieder zusammen kommen.“

Gerade, weil es so entscheidend war, die Hauptrolle perfekt zu besetzen, war es für Brückner nicht einfach damit getan, dass die Produzentin ihn sofort zum Favoriten für den Part erkoren hatte. Er musste erst auch noch Regisseur Gregor Schnitzler überzeugen: „Ich kannte Gregor zwar, musste aber trotzdem beim Castingtermin vorspielen. Es fiel mir nicht schwer, im Gegenteil: Es machte mir Spaß und ging auch ganz schnell. Im Gegensatz zu den meisten Kollegen liebe ich Castings, weil ich da gleich ein Gespür dafür kriege, wie der Regisseur drauf ist und was er verlangt. Natürlich war ich begeistert, als ich schließlich endgültig den Zuschlag für die Rolle erhielt. Eine Figur wie den Pitschi Greulich, die will man natürlich spielen. Das ist eine tolle Rolle, weil man hier so viel zeigen kann wie sonst nur ganz selten.“

Dabei empfindet sich Brückner selbst als deutlich geerdeter als die Figur, die er in RESTURLAUB zu spielen hatte. „Pitschi ist ein Typ, der immer glaubt, dass es anderswo besser ist als da, wo man gerade ist“, überlegt er. „Ich selbst fühle mich Zuhause immer ausgesprochen wohl und bin froh, wenn ich mir nicht überlegen muss, wie es woanders ist. Aber Pitschi hat immer Angst, er könnte etwas verpassen. Er stellt sich vor, in Buenos Aires wäre alles besser, aber blendet dabei immer den Alltag aus. Da hängt nicht immer der Himmel voller Geigen. Klar, das ist eine tolle Stadt, aber wenn man da leben will, muss man auch arbeiten und sein Leben auf die Reihe kriegen. Es ist da auch nicht einfacher, eher im Gegenteil, wenn man keine genaue Vorstellung davon hat, was man eigentlich machen will. Das ist die Lektion, die er lernen muss. Aber vorher muss er erst einmal richtig in die Kacke rennen.“

Brückner war nicht mit der Vorlage vertraut. „Ich wusste, dass es das Buch gibt, weil mein Bruder es besitzt und gelesen hat“, erklärt der Schauspieler. „Aber ich wollte es dann auch ganz bewusst nicht kennen. Ich mache das eigentlich immer so. Wenn man irgendetwas liest, dann ist man irgendwie befangen und festgelegt. Ich brauche aber immer meine eigene Fantasie. Ich lese den Roman, wenn der Film fertig ist. Aber ich weiß jetzt immerhin schon, wie es ungefähr ausgeht.“ Die nötige Überzeugungsarbeit hatte ohnehin schon das Drehbuch geleistet. „Es ist eine Komödie, die unheimlich viele Facetten hat“, sagt Brückner. „Das gefiel mir. Ich kann mir nichts Schwereres vorstellen, es ist die Königsdisziplin. Komödie hat ganz viel mit Musik zu tun, mit Takt und Rhythmus. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, eine Szene zu spielen. Wenn man zu lange wartet oder zu schnell ist, dann ist es nicht witzig. Es ist eine gewaltige Herausforderung, das gefällt mir an Komödien. Schade, dass sie immer unterschätzt werden, weil sie so einfach und leicht aussehen. Aber es ist richtig harte Arbeit.“

Ein Regisseur war also gefunden, das Drehbuch auf Vordermann gebracht, mit Maximilian Brückner stand nun auch der Hauptdarsteller fest. Um alsbald mit der Produktion beginnen zu können, musste nun auch der Rest des Casts besetzt werden, den man immer mit Blick darauf, dass die Schauspieler zu Brückner passen mussten, auswählte.

Für die Rolle der Biene, Pitschis Freundin, die nach acht Jahren gemeinsamen Zusammenlebens endlich unbedingt den nächsten Schritt in ihrer Beziehung machen will, wurde Mira Bartuschek gewonnen, die sich in den letzten Jahren vor allem in Fernsehen als Darstellerin von Format empfohlen hat, aber auch im Kino in Filmen wie Finnischer Tango (2008) überzeugen konnte.

„Ich war unglaublich nervös vor dem Casting“, gesteht Mira Bartuschek. „Mein Glück war, dass ich den Maxi schon aus der Schauspielschule kannte. Deshalb war gleich eine Chemie da, und das Zusammenspiel hat unheimlich gut funktioniert. Ich hatte ein sehr gutes Gefühl. Die Wartezeit, bis dann feststand, dass ich die Rolle bekommen hatte, habe ich als sehr anstrengend erlebt, weil ich immer mehr überzeugt war, dass es nicht geklappt hat. Als die Zusage kam, saß ich gerade im Café in Köln. Das war ein großer Glücksmoment.“ Dabei war Bartuscheks Familie stets der Meinung gewesen, dass es keine bessere Darstellerin für die Figur der Biene gäbe. „Mein Freund hat auch das Buch gelesen und meinte dann: Das bist du doch“, erinnert sich die Schauspielerin. „Mein Sohn meinte ebenfalls: Mama, du bist die Biene. Und ich muss gestehen, ich selbst habe mich auch von Anfang an wiedergefunden in der Figur. Deswegen habe ich mich auch so gefreut, dass das geklappt hat. Oft genug spielt man auch gerne Sachen, die sind sehr weit von einem weg. Aber wenn es dann einmal genau stimmt, dann ist das eine Herzensangelegenheit.“

Sie fügt hinzu: „Bei Biene ist viel aus der Situation heraus komisch. Das ist Komik, die gar nicht mal ich selbst steuern kann. Manchmal ist es ganz gut, wenn ich einfach ich bin und mich darauf verlasse, dass Text und Buch komisch sind, und mich auch reinfallen lasse, dass die Leute dann über mich lachen, über das, wie ich bin. Wenn ich dagegen sage: Jetzt bin ich mal lustig, dann klappt es meistens nicht.“ Natürlich war der Humor schon in der Romanvorlage vorgegeben. „Ich mag den Humor, auch wenn ich finde, dass es eher ein Buch für Männer ist“, meint Bartuschek. „Mein Vater fand das zum Beispiel sehr lustig. Von Tommy Jauds Büchern mag ich aber ,Hummeldumm’ am liebsten, das habe ich jetzt zur Vorbereitung noch mal gelesen. Das ist ein großartiges Buch, und es hat Spaß gemacht, selbst in die Welt des Tommy Jaud einsteigen zu können.“

Maximilian Brückner war angetan, mit seiner einstigen Kommilitonin vor der Kamera stehen zu können. „Ich habe sie noch genau von der Schauspielschule in Erinnerung, sie ist mir damals schon aufgefallen“, sagt er. „Jetzt haben wir auch miteinander gespielt, als würden wir uns echt schon ewig kennen. Das war beim Casting schon super. Ich find es ja eigentlich schlimm, wenn du in solchen Sachen immer sagst, alles ist toll, alles ist super. Aber das ist es auch. Punkt.“ Bartuschek gibt das Kompliment postwendend an ihren Leinwandpartner zurück: „Er macht das großartig, man merkt ihm einfach an, dass er ein Vollprofi ist – und dabei auch immer noch ein sehr zurückhaltender, bescheidener Mensch. Man wächst naturgemäß immer mehr rein in eine Rolle, und er war schon sehr früh an einem Punkt, dass er den Pitschi mit absoluter Selbstverständlichkeit spielte. Das ist wie so ein Berg, der sich auftürmt, den man besteigen muss. Und das hat er gemeistert.“

Über das Thema des Films sagt Bartuschek: „Es geht um einen Mann im Alter zwischen 30 und 35, der sich entscheiden muss zwischen Familie und dem, was er als Freiheit ansieht. Das ist ein Punkt im Leben, den jeder kennt oder an dem sich jeder Mann und jede Frau einmal befindet. Seine Freundin will Kind und Haus und er aber noch nicht so richtig. Um ihn herum wird geheiratet, und er flieht dann nach Argentinien, lebt sich da noch ein bisschen aus und merkt schließlich, wo er hin gehört.“

Als Pitschis bester Kumpel Arne, der als einziger über dessen überstürzte Flucht nach Argentinien eingeweiht wird und sich als echter Freund in der Not erweist, wurde Stephan Luca besetzt, der gerade in dem RTL-Eventmovie „Visus – Expedition Arche Noah“ in der Hauptrolle zu sehen gewesen war. „Ich spiele einen wirklich ehrlichen und guten besten Freund“, bestätigt Luca. „Ihn zeichnen zwei große Qualitäten aus: Er sagt die Wahrheit, wenn es darauf ankommt. Und er ist da. Für seinen Freund. Er hat eine recht positive Lebenseinstellung. Anders als Pitschi liebt er Bamberg, und er ist auch nicht in diesem Gedankenstrudel, der seinen besten Freund fertig macht. Pitschi stellt sich viele Fragen und ist völlig unsicher, was sein Leben anbetrifft. Arne ist ihm da einen Schritt voraus.“

Von großer Hilfe für Luca war es, dass Tommy Jaud bei den Dreharbeiten immer dabei war und den Filmemachern mit Rat und Tat beiseite stand. „Er hat mir ziemlich schnell klar gemacht: ,Scheufela’ endet mit ,A’ und nicht mit ,E’“, lacht der Schauspieler. „Ich lebe zwar seit zwölf Jahren in Hamburg, aber als gebürtiger Schwabe geht es bei mir natürlich immer Richtung ,-le’. Solche Kleinigkeiten sind Tommy absolut wichtig. Und ich verstehe ihn auch. Für ihn ist die Verfilmung eines seiner Stoffe ein spannender Moment, dann soll es auch richtig gemacht werden. Tommy war immer für uns da und hat uns ein gutes Gefühl gegeben. Das war eine wichtige Unterstützung.“

Besonders begeistert war Luca von der Zusammenarbeit mit Maximilian Brückner, mit dem er kurz zuvor bereits in dem ARD-Bergsteigerdrama „Die Route“ vor der Kamera gestanden hatte: „Er ist unaufgeregt und uneitel und bescheiden. Ich bezeichne ihn als Freund, obwohl wir uns aufgrund des Nord-Süd-Gefälles – er wohnt in Bayern, ich in Hamburg – nicht so oft sehen können, wie ich mir das wünschen würde. Aber dieses gemeinsame Kennen und das Vertrauen, das beim Dreh im Berg entstanden ist, haben durchaus geholfen, auch jetzt hier bei RESTURLAUB im Vorspieltermin. Wir kennen uns einfach. Ich spiele wahnsinnig gern mit ihm, und wir merken, wir kommen gut miteinander aus und verstehen uns blind – wir haben da viel, viel Spaß.“

Arnes Lebensgefährtin Biggy ist Pitschi ein ewiger Dorn im Auge – es ist eine Antipathie, die auf Gegenseitigkeit beruht. Pitschi will nicht wahrhaben, dass sie Arne glücklich macht und die Frau seines Lebens ist. Lieber schaltet er auf stur und lässt keine Gelegenheit aus, sich über sie lustig zu machen und sie wegen ihrer schnatternden Art zu reden immer nur „Ente“ zu nennen – ganz zum Missfallen Arnes. Die Filmemacher besetzten die großartige Komödiantin Martina Hill, bekannt aus „Switch Reloaded“, in der nicht immer ganz schmeichelhaften Rolle. Ihr kam zu Gute, dass sie mit den Büchern von Tommy Jaud bestens vertraut war: „Super. Super. Totaler Fan. Und ich kann nicht von mir behaupten, dass ich eine Leseratte bin, aber die Bücher von Tommy Jaud habe ich regelrecht verschlungen.“

„Ich dachte ganz am Anfang, dass eigentlich nur Pitschi Biggys Gequäke so extrem wahrnimmt“, erinnert sich Hill an ihr erstes Treffen mit Regisseur Gregor Schnitzler. „Dann sagte mir aber der Regisseur, dass Biggy in der Tat hardcore quäkig sprechen darf. Wir haben viel geprobt, bis wir den richtigen Biggy-Ton gefunden hatten. Immer den richtigen Ton zu treffen, ist gar nicht so einfach. Auf Dauer geht einem das Gequäke nicht nur auf die Stimmbänder, sondern auch auf die Nerven, aber das soll’s ja auch…“

Eine mindestens ebenso schräge Figur ist Pitschis Kumpel Checko, der in Bamberg als Angestellter des Ordnungsamts Strafzettel verteilt und im Grunde völlig in seiner eigenen Welt lebt. Oder wie es der vielbeschäftigte Charakterdarsteller Antoine Monot Jr. beschreibt, der als Checko besetzt wurde: „Der hat einen an der Klatsche. Ich spiele den wahnsinnig gerne, weil er einerseits einen furztrockenen Humor hat, ich aber andererseits als Schauspieler wahnsinnig viel zu spielen habe, weil er so komisch ist. Checko lebt in Bamberg und ist eigentlich noch nie aus Bamberg rausgekommen. Er hatte auch nie das Bedürfnis. Nur seinen jährlichen Mallorca-Urlaub nimmt er mit. Ansonsten ist schon ein Ausflug nach Nürnberg eine richtige Weltreise für ihn. Er wüsste gar nicht, was er da soll. So nach dem Motto: Was soll ich dort, das kenn' ich nicht. Und so lebt er ganz gemütlich, hat sich das ein bisschen eingerichtet, freut sich, schreibt seine Strafzettel. Ihm reicht das. Er ist glücklich, auch wenn er keine Freundin hat.“

Checko ist eine Figur, wie sie typisch ist für Tommy Jaud, betont Monot: „Was Tommys Humor ausmacht, ist Timing, Rhythmus und Trockenheit. Was er wahnsinnig gut kann - und das ist der Unterschied zwischen Humor und einem Witz -, ist, dass die Figuren alle ein ganz ernsthaftes Bedürfnis haben. Pitschi zum Beispiel, den Maximilian hervorragend spielt, merkt, das geht hier nicht mehr, das funktioniert nicht mehr und er muss weg. Und erst daraus, dass die Figuren und ihre Beweggründe so ernst genommen werden, ergibt sich die Komik. Das macht Tommy Jaud auf eine unglaubliche Art und Weise. Jeder hat ein Bedürfnis und wenn die Bedürfnisse aufeinander prallen, dann wird’s richtig komisch. Mir persönlich macht Komik viel mehr Spaß als Drama. Ich hab tolle dramatische Filme gemacht, bei denen ich wahnsinnig viel Spaß hatte, ich will auch gar nicht das eine gegen das andere ausspielen. Aber Komödien sind schon eine große Herausforderung.“

Einen der komischsten Auftritte im Film hat der beliebte Comedian Dave Davis, der als Ersatzpfarrer Bouba dafür sorgt, dass Arnes Hochzeit mit Biggy gehörig aus dem Ruder läuft. Davis gibt sein Filmdebüt. „Ich find’s super klasse, es macht totalen Spaß“, kommentiert Davies seinen Leinwandeinstand. „Man unterschätzt das ja total als normaler Konsument, was das für’n Aufwand ist. Und wie lange man zum Beispiel auf einem Stuhl sitzen und Sachen immer wieder reproduzieren muss, aber ich find das total spannend.“

Davis verbindet eine lange Zufallsbekanntschaft mit Tommy Jaud. „Tommy kam auf mich, weil ich eigentlich ein klassischer Stand-Up-Comedian bin“, erinnert sich Davis. „Ich spiele ja die Rolle des Motombo Umbokko. Bei einer Weihnachtsfeier meiner Agentur war Tommy anwesend und wir kamen ins Gespräch. Er fand das alles ganz super und hat mir von dem Buch erzählt, an dem er gerade arbeiten würde und dass er da diese Idee hätte. Das ist lange her, und ich hatte das auch total vergessen. Dann kaufte sich meine Freundin das Buch, ich hab’s gelesen und dann fiel mir das auch wieder ein mit Tommy. Und dann dachte ich: Wow, wäre natürlich super, wenn ich dabei bin, und siehe da: Jetzt bin ich tatsächlich dabei.“

In Argentinien lernt Pitschi in seiner Sprachenschule die umwerfende Latina Luna (MELANIE WINIGER) kennen – und schon ist es um ihn geschehen. Er kann sein Glück nicht fassen, als sie tatsächlich Interesse an ihm zeigt, ahnt aber nicht, dass sie ihn wegen seines großspurigen Auftretens für wohlhabend hält und mit ihm nur ihren aufwändigen Lebensstil finanzieren will. Als Luna wurde die Schweizerin Melanie Winiger ausgewählt. „Ich fand die Rolle für mich super, weil ich mal was spiele, was ich sonst nicht spiele“, lacht Winiger. „Bin so ’ne richtige Zicke, Goldgräberin… völlig auf Geld aus und sehr unselbstständig, ihr Ziel ist einfach, einen reichen Mann zu kriegen… Für mich ist das natürlich lustig, etwas zu spielen, was ich sonst nicht bin. Als Schauspieler wird man so schnell festgelegt und in eine Schublade gesteckt, da tut es gut, einfach einmal etwas anderes machen zu können.“

Sie charakterisiert ihre Figur noch etwas genauer: „Sie ist eine schöne Frau und weiß das auch. Sie arbeitet mit ihrer Schönheit. Sie hat gecheckt, dass sie auf Männer wirkt und mit ihrem Aussehen das kriegt, was sie will. Und das spielt sie völlig aus – was ich nicht unbedingt verurteilen will. Sie ist einfach ein anderer Typ. Ich gehöre eher zu denen, die sich durch andere Sachen zu beweisen versuchen. Mir war es wichtig, eine Ähnlichkeit zu ihr zu finden, damit ich sie akzeptieren und mögen kann, weil ich sie ja doch spielen musste. Schlussendlich sucht sie Respekt und Akzeptanz, dadurch konnte ich mich annähern, weil es mir ja nicht anders geht. Sie ist Argentinierin und die sind ja sehr stolz… sehr stolze Frauen.“

Die verbleibenden wichtigen Rollen wurden mit Schauspielern wie Matthias Matschke, Manuela Wiesbeck, Lina Beckmann, Leonardo Nigro und Jeffrey Burell besetzt. Und Produzentin Christiane Ruff fasst zusammen: „Team und Cast passten absolut harmonisch zusammen. Natürlich war der Dreh auch anstrengend, waren die Tage lang. Aber das wird sich bei Dreharbeiten nie vermeiden lassen. Umso besser, wenn das gut läuft, wenn die Leute viel Spaß und Vergnügen miteinander haben. Hier gab’s jetzt aber auch viele Geschichten, sozusagen hinter den Kulissen, das heißt zum Beispiel Mira Bartuschek, unsere Biene, und Maxi Brückner waren zusammen auf der Schauspielschule. Die kennen sich schon zehn Jahre. Mira und Lina Beckmann, die im Film Bienes beste Freundin Steffi spielt, haben in einer WG zusammen gewohnt. Stephan Luca, der Arne, und Maxi haben im Jahr davor zusammen einen Film gemacht. Antoine Monot Jr. und Maxi haben zusammen gearbeitet. Fast alle Leute hatten schon irgendwelche Bezüge miteinander und untereinander. Es war ganz erstaunlich und auch ganz erfreulich, dass da so eine private Ebene auf die Berufliche trifft. Das verlieh dem Ganzen natürlich auch ein sehr familiäres Gefüge und Gefühl. Das ist perfekt! Kann man nicht Planen, hat sich aber auf schöne Weise so ergeben.“

Produktion: Die Dreharbeiten

Die Dreharbeiten fanden vor Ort in Bamberg und Buenos Aires statt sowie in Locations in NRW, darunter Köln und Düsseldorf. Die Innensets wurden im Studio 34 der MMC Studios errichtet. 20 Tage drehte das Team von RESTURLAUB in Bamberg, neun Tage waren in NRW veranschlagt. Und schließlich ging es für weitere zwölf Tage nach Argentinien.

„Buenos Aires war wahnsinnig spannend und aufregend“, berichtet Produzentin Christiane Ruff. „Wir waren erstmals natürlich im Vorfeld da, um die Locations festzulegen, an denen wir drehen wollen. Ich muss gestehen, der Ausflug nach Argentinien war mit einem großen Maß an Respekt verbunden, Angst und Sorge wäre zu viel gesagt, aber Respekt. Nach Bamberg mit seinen 70.000 Einwohnern war eine Metropole mit 13 Millionen Einwohnern natürlich ein echtes Kontrastprogramm. Es war aber auch ganz schön, weil wir uns alle wahrscheinlich ein bisschen wie Pitschi Greulich fühlten, den es auch als Landei unvermittelt in die Großstadt verschlägt und der da klar kommen muss. Es machte den ganzen Film und die gesamte Erfahrung noch um einiges reicher, dass wir einen so exotischen Schauplatz hatten für die letzten zwölf Tage. Die Motivation aller Beteiligten war gewaltig!“

„Natürlich hatte ich Respekt vor dem Dreh in Argentinien“, bestätigt Regisseur Gregor Schnitzler die Wahrnehmung seiner Produzentin. „Aber wir waren gut vorbereitet und vor allem bereits durch den Dreh in Deutschland optimal aufeinander eingespielt, deshalb war ich auch überzeugt, dass alles gut laufen würde. Klar, die Argentinier sind im Vorfeld meist ein bisschen kompliziert. Aber sie sind auch sehr professionell. Ich hatte grandiose Schauplätze, das machte diesen Teil des Drehs zu etwas ganz Besonderem. Ich habe mich gefreut, diesen Kontrast zu sehen zwischen Bamberg und Argentinien, zwischen eher ländlichen deutschen Fachwerkhäusern und einer explodierenden Großstadt. Interessant war, in den Studios in Köln die argentinischen Innenaufnahmen vorzudrehen, obwohl ich noch gar nicht wusste, was da passieren würde. Das ist auch immer ein Wagnis.“

Zuvor hatte der Löwenanteil des Drehs aber in Bamberg stattgefunden, eine Erfahrung, die die Beteiligten ebenfalls nicht missen wollen. „Ich war zur Vorbereitung zum ersten Mal im Winter in Bamberg und hatte danach, ehrlich gesagt, ein bisschen Manschetten“, erinnert sich die Produzentin Christiane Ruff. „Ich war mir einfach nicht sicher, wie es mir in diesem kleinen Ort ergehen würde. Ich bin Köln gewohnt mit etwa einer Million Einwohnern, Großstadt, immer viel los, Trubel, Jubel, Heiterkeit. Der Dreh fand jedoch im Sommer statt, da war es sofort eine wirklich große Liebe. Am Ende sprachen alle Beteiligten immer von ,Ein Sommermärchen’. Die Stadt ist angenehm, man hat uns mit offenen Armen empfangen. Die Leute waren unheimlich nett, es gab keinerlei Beschwerden über die Dreharbeiten. Das war eine große Erleichterung, weil man als Produzent genau weiß, was man Anwohnern bei einem Dreh zumutet mit gesperrten Straßen und großem Lärm. Weil man teilweise schon störend ist vor Ort. Wir hatten das Glück, dass es ein traumhafter Sommer mit Bombenwetter war. Nicht nur mir, sondern uns allen ist der Abschied von Bamberg schwergefallen, als wir unsere Aufnahmen im Kasten hatten.“

Tatsächlich machte das heiße Wetter den Schauspielern durchaus zu schaffen. „Natürlich leidet man unter der Hitze, ich habe so viel geschwitzt wie ich noch nie in meinem Leben geschwitzt habe“, erzählt Mira Bartuschek, räumt aber sofort ein. „Sowie die Kamera rollt, ist das vergessen. Wenn man spielt, dann merkt man zwar, es wird an einem rumgetupft, aber man ist ganz in dem Gefühl der Szene drin. Und Gregor Schnitzler macht das einfach super, wie er einen unterstützt im Spiel. Dadurch ist man nicht so betroffen von der Hitze. Abends merkt man es dann wieder, weil man dann fix und fertig ist.“

Gregor Schnitzler machte beim Dreh seinem Ruf wieder alle Ehre, ein körperlich ausgesprochen involvierter Filmemacher zu sein. „Das Regieführen ist für mich ein sehr physischer Job“, erklärt Gregor Schnitzler seine Arbeitsweise. „Ich kann beim Dreh einfach nicht anders, ich muss die Sachen mitspielen, um das richtige Gefühl zu kriegen. Gleichzeitig achte ich immer darauf, was im Monitor passiert. Ich will sehen, was das Publikum später auf der Leinwand sieht. Das ist eine anspruchsvolle und sehr anstrengende Herangehensweise. Ich fühle den Film da mit jeder Faser. Nur dann weiß ich auch genau, an welchen Stellen ich es nicht gut fand und an welchen Stellen wir voll ins Schwarze getroffen haben. Es geht mir beim Ansehen von Filmen nicht wirklich anders: Ich erlebe Filme wesentlich intensiver, wenn ich mit den Figuren den Film durchschreite, als wenn ich ihnen nur zusehe.“

Mira Bartuschek unterstützt Schnitzlers Einschätzung: „Er ist einfach ganz toll. Ich habe auch zum ersten Mal erlebt, dass ein Regisseur nicht nach jeder Szene ,Cut’ sagt und man immer wieder neu einsteigt. Er ruft einfach in den Take rein, man fängt an zu spielen, er unterbricht, er spielt eigentlich mit. Man sieht es auch an seiner Art, wie lebendig er im Hintergrund mitmacht. Das ist einfach ein tolles Erlebnis, ich finde, das bringt unheimlich viel. Als Schauspieler lässt man sich irgendwann ganz fallen, da man gar nicht mehr nachdenken kann, weil er einem die Zeit dazu nicht lässt. Wenn man an diesem Punkt ist, bringt man die beste Leistung.“ Schnitzlers Inszenierungsstil wirkte sich auf das gesamte Miteinander am Set aus, wie Bartuschek feststellt: „Ich habe den Dreh als sehr positiv in Erinnerung. Es ist zwar eigentlich immer so, dass man bei Produktionen manche Leute findet, mit denen man sich gut versteht. Aber hier ist es wirklich ausnahmslos so, dass man alle mag und ich auch das Team extrem kooperativ finde. Es gab keinen Tag, auf den ich mich nicht gefreut habe.“

Gregor Schnitzlers Arbeitsstil am Set ist zudem davon gekennzeichnet, dass sein Blick immer nach vorn gerichtet ist: „Als Regisseur ist man extrem fokussiert auf das, was als nächstes kommt. Man blickt nicht zurück, das wäre fatal. Welche Szenen kommen noch, was kommt noch auf mich zu? Oft könnte ich am nächsten Tag, wenn man mich fragen würde, gar nicht wirklich sagen, was ich am Vortag gedreht habe. Ich kenne viele Schauspieler, die Theater spielen und am Tag nach der Aufführung den Text vergessen haben. Erst wenn sie ihn wieder parat haben müssen für die nächste Aufführung, ist er wieder da. Die Reflektion über den Dreh, was passiert ist, wie es gelaufen ist, das passiert immer erst im Nachhinein.“

Die abschließenden Worte sollen jedoch Martin Bachmann, Managing Director von Sony Pictures Releasing, gehören. RESTURLAUB ist der zweite Film von der Deutsche Columbia Pictures Filmproduktion. 2010 feierte man mit der ersten Produktion gleich einen durchschlagenden Erfolg: Friendship! war nach Besucherzahlen der erfolgreichste deutsche Kinofilm des Jahres. RESTURLAUB soll dem Vorgänger nun in nichts nachstehen. „Die Bücher von Tommy Jaud sind in den Bestseller-Listen immer ganz oben mit dabei, auch RESTURLAUB war dort lange Zeit die Nummer eins “, erklärt Bachmann den Grund, warum Sony dieses Projekt ausgewählt hat. „Tommy trifft mit seinen Geschichten immer voll den Nerv des Publikums und hat eine große Fangemeinde. Er ist einer der beliebtesten und besten Comedy-Autoren, die wir in Deutschland haben. Wir sind überzeugt, dass wir den Erfolg seiner Romanvorlage auch ins Kino transportieren können und dass RESTURLAUB auch auf der großen Leinwand eine breite Zielgruppe begeistern wird. Mit Maximilian Brückner, Mira Bartuschek, Stephan Luca, Dave Davis und Martina Hill haben wir die perfekte Besetzung für die Hauptrollen gefunden. Und Gregor Schnitzler stellt sein exzellentes Gespür für Tempo und Timing unter Beweis. Nach dem großen Erfolg, den wir mit Friendship! hatten, hoffen wir nun mit RESTURLAUB daran anschließen zu können und ebenfalls die Kinogänger dafür zu begeistern.“

Zu den Kommentaren

News und Stories

  • Fakten und Hintergründe zum Film "Resturlaub"

    Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

    Kino.de Redaktion  
  • Sky: Die Film-Neustarts dieser Woche

    Das Pay-TV-Unternehmen Sky hat auch diese Woche wieder einige Film-Neustarts zu vermelden, die auf dem Sender Sky Cinema starten. Den Anfang macht am Montag, 13. August 2012, der Familienfilm „Marley und ich 2 - Der frechste Welpe der Welt“. Der zweite Teil der Reihe dreht sich um den jungen Bodi, der seiner Mutter und seinem Großvater beweisen will, dass er Verantwortung übernehmen kann. Er beschließt, auf Hundebaby...

    Ehemalige BEM-Accounts  
  • Kinocharts: "Captain America" erobert die deutschen Kinos

    In den deutschen Kinos konnte in dieser Woche die Comicverfilmung „Captain America“ auf Anhieb den ersten Platz der Charts erobern. Dadurch rutscht „Planet der Affen: PRevolution“ auf den zweiten Platz, gefolgt von einem weiteren Neueinsteiger „Crazy, Stupid, Love“ mit Steve Carell, Ryan Gosling, Julianne Moore und Emma Stone in den Hauptrollen. Die Familienkomödie „Die Schlümpfe“ verliert zwei Platzierungen und findet...

    Ehemalige BEM-Accounts  
  • Kinocharts: "Planet der Affen" wird neuer Spitzenreiter

    Nach dem erfolgreichen US-Start erobert der Neueinsteiger der Woche „Planet der Affen: PRevolution“ nun auch die deutschen Kinos und nimmt auf Anhieb den ersten Platz der Charts ein. „Die Schlümpfe“ rutschen damit auf den zweiten Platz, gefolgt von „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2“. Tommy Jauds Romanverfilmung „Resturlaub“ kann sich als Neueinsteiger den vierten Platz sichern, während Pixars „Cars...

    Ehemalige BEM-Accounts  

Kommentare