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Fakten und Hintergründe zum Film "Reine Fellsache"

Kino.de Redaktion |

Reine Fellsache - Jetzt wird's haarig! Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

Wie beinahe jedes Jahr, brannten auch 2004 im Süden Kaliforniens wieder zahlreiche großflächige Buschfeuer. In diesem Jahr hatten die Feuersbrünste wenigstens ein Gutes: Sie brachten die Autoren Michael Carnes und Josh Gilbert auf die Idee, aus der sich später REINE FELLSACHE entwickeln würde. Angesicht der angerichteten Zerstörungen fragten sich Carnes und Gilbert, was wohl passieren würde, wenn all die Tiere, die ihren Lebensraum durch von Menschen verursachte Feuer verloren hatten, an den Verursachern Rache nehmen würden. Aus dieser Grundidee wurde schließlich eine gagreiche Komödie über einen Grundstücksspekulanten, der sich den falschen Wald für seine finsteren Pläne aussucht. „Unsere Idee war es von Anfang an, dass sich die Tiere denjenigen vornehmen, der ihnen Unrecht getan hat“, sagt Carnes. „Dass die Natur Rache an Menschen nehmen könnte, eröffnet einem so viele verschiedene Möglichkeiten der Umsetzung.“

Die Botschaft gegen Umweltzerstörung, die das Herzstück des Films ist, beeindruckte den Produzenten Keith Goldberg, der mit den beiden schon bei deren erstem Filmdrehbuch Mr. Woodcock (Mr. Woodcock, 2007) zusammengearbeitet hatte. „Wir haben uns das Drehbuch sofort gesichert“, sagt Goldberg. „Dass Tiere gegen einen Grundstücksspekulanten kämpfen, der ihnen ihre Heimat stiehlt, war für uns eine tolle Filmidee. Das Thema gab es schon in Horrorfilmen, aber dies war das erste Mal, dass es als Familienkomödie behandelt wurde. Wir wussten gleich: Dies wird eine wirklich aufregende Geschichte.“

Dank der regen Phantasie der Drehbuchautoren entstand so die Geschichte des Bauleiters Dan Sanders, der von seiner Firma losgeschickt wird, um einen unberührten Wald zu planieren, um dort eine Luxus-Wohnsiedlung und ein Einkaufszentrum entstehen zu lassen. „Es stellt sich aber heraus, dass die Tiere gar nicht daran denken, sich aus ihrer Heimat vertreiben zu lassen“, erklärt Produzent Goldberg. „Dan merkt schon bald, dass er sich auf etwas eingelassen hat, das ihm aus dem Ruder läuft, und er muss schließlich einen hohen Preis für seine Taten zahlen – und das auf eine sehr komödiantische und spaßige Art und Weise.“

Produzent Bob Simonds heuerte Roger Kumble als Regisseur an, der u. a. COLLEGE ROAD TRIP („College Road Trip“, 2008) und THE SWEETEST THING („Super süß und super sexy“, 2002) gedreht hatte. „Es ist ein tolles Drehbuch und genau die Art von Projekt, die ich gerne machen wollte”, sagt Kumble. „Übersteigerte Realität in der Kombination mit viel Slapstick ist genau mein Fall; es ist doch schließlich so, dass man so einen Film letztendlich auch für sich selber macht. Seit ich selber Kinder habe, zieht es mich sowieso hin zum Familienfilm, aber das Material aus der Frühzeit meiner Karriere, das sicher mehr Ecken und Kanten hatte, schätze ich deswegen nicht weniger. Auf gewisse Art und Weise vereint dieser Film beides.“

Kumble, der sowohl Drehbuchautor als auch Regisseur ist, arbeitete mit Carnes und Gilbert zusammen, als sie sich daran machten, das Skript in seine endgültige Form zu bringen. Als eine der ersten Grundsatzentscheidungen beschlossen sie, dass die im Film vorkommenden Tiere so realistisch wie möglich aussehen müssten. „Wir haben alle schon genug Familienfilme gesehen, in denen es von niedlichen kleinen Tierchen wimmelt“, sagt Kumble. „Die Tiere können immer sprechen oder sie sind gleich von vornherein animierte Charaktere. Ich fragte mich, wie man sich davon lösen und sich so auch vom ganzen Rest abheben könnte. Die Lösung war für mich, es ganz traditionell zu machen, als ob die Tiere Darsteller in einem Stummfilm wären. In den Treffen mit den Studioleuten war das für mich der Punkt, an dem es keine Kompromisse geben durfte“, so Kumble weiter. „Die Tiere durften nicht sprechen. Natürlich: Wenn wir ihnen Stimmen gegeben hätten, wäre immer ganz klar gewesen, was sie sagen, aber wenn man das der Phantasie des Zuschauers überlässt, ist es noch viel lustiger, wie ich finde.“

Was dabei herauskam, war eine Komödie ganz in der Tradition klassischer Slapstick-Filme, allerdings mit ökologischen Zwischentönen. „Um den Film Leuten verständlich zu machen, die das Drehbuch nicht kannten, habe ich immer gesagt. „Es ist wie ein Looney-Tunes-Cartoon als Realfilm“, sagt der ausführende Produzent Ira Shuman. „Nur dass wir keine der Looney-Tunes-Figuren drin haben, dafür aber die Botschaft, dass wir die Umwelt schützen müssen. Aber dabei ist es eben dennoch eine ganz schön witzige Familienkomödie – besonders dann, wenn die Tiere schließlich Rache an den Menschen nehmen, die ihre Heimat zerstören wollen.“

Brendan Fraser stieß schon sehr früh zu dem Projekt – in einer Doppelfunktion als Hauptdarsteller und ausführender Produzent. Fraser war sehr stark in die Entwicklung der Geschichte involviert und arbeitete eng mit Kumble zusammen, um die Story zu einer runden Sache zu machen. „Für mich war es ein echtes Privileg, als Produzent mit dabei zu sein“, so Fraser. „So konnte ich in allen Phasen mitarbeiten, von den ersten Vorbereitungen bis zur Postproduktion.“

„Brendan war ein großartiger Kollege“, sagt Kumble. „Als wir das Drehbuch entwickelten, kamen von ihm unglaublich viele Ideen. Bob Simonds und ich berieten uns mit ihm auf Schritt und Tritt, auch als es um die Besetzung und um die Crew ging. Er las das Drehbuch und sagte nur: „Wilson – die Rolle muss Toby Huss spielen“. Die Idee war mir nicht gekommen, und dabei kenne ich Toby seit Urzeiten. Und auch die kurze Sequenz, in der man sieht, dass sich schon frühere Generationen von Waldtieren gegen Eindringlinge zur Wehr gesetzt haben, war eine von Brendans Ideen. Er bringt einfach sehr viel mit und er ist ein guter Teamplayer. Ihm ging es immer um den Film und niemals darum, nur sich selbst ins beste Licht zu rücken.“

Als langjähriger Komödiendarsteller kann Fraser beurteilen, ob jemand den Dreh raus hat, ein Publikum zum Lachen zu bringen – und er ist voll des Lobes für Kumble. „Roger Kumble ist ein absoluter Experte und bringt immer genau das auf den Punkt, was an einer Situation das Komische ist. Das Drehbuch war anfangs eher ein sehr schwarzhumoriger Horrorfilm, aber Roger sorgte dafür, dass wir nicht vergaßen, auch genügend Witze unterzubringen. Wir wollten keine halben Sachen machen und sind volles Risiko gegangen. Für mich hieß das, dass auch immer ausreichend Eisbeutel bereit stehen mussten. Ich finde, was wir hier geschaffen haben, ist ein Film, der einfach danach schreit, immer und immer wieder geguckt zu werden.“

Kumble war klar, dass er beim Dreh Freiraum brauchte, um auch einmal experimentieren zu können. Zu diesem Zweck entschied er sich dafür, mit einer „Red“-Digitalkamera zu drehen. „Die Red ist ein sehr leistungsfähiger Computer, der quasi nebenbei auch eine Kamera ist und Bilder produziert, wie sie auch eine hochleistungsfähige Filmkamera erzeugen kann“, sagt Fraser. „Und man kann mit ihr viel länger am Stück filmen, als es mit herkömmlichen Kameras möglich ist. So konnte Roger Anweisungen geben, ohne dass er dafür jedes Mal „Cut!“ rufen musste. Er ging in die Szenen rein und spielte alle Rollen vor – das war ganz großes Kino! Wir anderen gingen alle am Stock, weil wir ständig von Mörderbienen und Moskitos attackiert wurden, aber Roger war ganz in seinem Element. Von allen Regisseuren, mit denen ich jemals gearbeitet habe, hat er die meiste Energie!“

Fraser war von Anfang an überzeugt, dass der Slapstickhumor in Verbindung mit einer Öko-Botschaft ein großes Publikum finden könnte. „Wir wollen die Zuschauer ja nicht von oben herab belehren, sondern unterhalten. Und zwar alle Altersgruppen. Dass die Eltern ständig auf die Uhr schauen, während ihre Kinder sich kaputtlachen – das wird bei uns nicht vorkommen. Der Film verfügt eben auch über eine gewisse Selbstironie und bezieht das Publikum so noch viel stärker mit ein. Und außerdem können wir von uns behaupten, dass wir keinen Gag ausgelassen haben. Wir haben jede Menge lustige Missgeschicke und wir haben pelzige Waldbewohner mit ihren diversen Körperfunktionen, aber es steckt eben auch eine Umweltbotschaft in all dem. Wir kommen ohne den erhobenen Zeigefinger aus und fragen unser Publikum nicht, ob es denn auch brav sein Gemüse gegessen hat.“

Die Balance zwischen diesen beiden Elementen zu finden, stellte die größte Herausforderung dar, so der Regisseur. „Einen Film zu machen, der Erwachsene und Kinder gleichermaßen anspricht, ist die große Bewährungsprobe für jeden Regisseur, der sich an Familienfilme traut. Das zu lösen, ist ganz schön knifflig. Die Kinder sollen natürlich voll auf ihre Kosten kommen, aber ohne dass die Erwachsenen dauernd die Augen verdrehen müssten, weil es sie langweilt. Ich denke, dass Eltern Spaß daran haben werden, und die Kinder kriegen auch noch etwas über die reine Unterhaltung hinaus mit. Als Vater von drei kleinen Kinder denke ich dabei: Gut, dann lernen sie auch gleich noch etwas!“

Letzten Endes ist Kumbles Ziel, was den Film betrifft, aber schnell erklärt: „Ich hoffe einfach, dass die Zuschauer finden, dass dies der lustigste Film aller Zeiten ist. Das war jedenfalls meine Absicht.“

Produktion: Die Besetzung der Tiere

Von Beginn an war den Filmemachern klar, dass sie echte Tiere als Darsteller der Waldbewohner verwenden wollten. „Es gibt inzwischen eine Vielzahl von erfolgreichen Filmen mit computeranimierten Tieren“, sagt Produzent Ira Shuman. „Aber animierte Tiere bewegen sich nicht so, wie echte Tiere es tun, und meistens kriegen sie dann auch noch menschliche Gewohnheiten und Handlungsweisen verpasst. Unser Ansatz war es, ihnen so viel wie möglich von ihren natürlichen Verhaltensweisen zu lassen. Natürlich mussten wir um der Story willen einige Dinge anpassen, aber auch das sollte nicht völlig gegen ihre Natur sein. Im Grunde genommen sind unsere Tiere nach wie vor echte Tiere.“

Mit dieser Leitlinie im Hinterkopf entschieden sich die Filmemachen dafür, Computereffekte so weit wie möglich zu reduzieren und im wesentlichen nur dann einzusetzen, wenn es darum ging, durch kleine Anpassungen das Spektrum der Gesichtsausdrücke der Tiere zu erweitern und ihnen so zu erlauben, mehr Gefühle zu zeigen. „Auch wenn sie nicht sprechen, mussten sie zum Beispiel grinsen können, und das ist nun einmal etwas, wozu Tiere nicht in der Lage sind“, sagt Kumble. „Die Technologie ist inzwischen so gut geworden, dass es reicht, ganz kleine Veränderungen vorzunehmen, um einen bestimmten Gesichtsausdruck zu erzeugen. Wir mussten nur noch dafür sorgen, dass sie in die richtige Richtung liefen.“

Kumble, der in seiner Karriere bereits Erfahrung mit nicht-menschlichen Stars gesammelt hat, wusste, dass er die Hilfe der besten Tiertrainer der Branche brauchte, um seine Vorstellungen umzusetzen. „Bei Tieren kann man nichts erzwingen“, sagt er. „Man bereitet sich so gut wie möglich vor und plant noch ein Zeitpolster ein. Und dann wartet man auf das Zeichen vom Tiertrainer. Wenn der irgendwann sagt ‚Das war’s‘, dann war’s das eben – Feierabend. Das, was man am Ende sieht, ist oft das Resultat vieler glücklicher Zufälle.“

Die Filmemacher heuerten Ken Beggs an, einen der führenden Tiertrainer in Hollywood. Beggs hat mit seiner Firma The Wild Bunch in den letzten neun Jahren hunderte von Tieren in über 60 Filmen zum Einsatz gebracht. Aber als er das Drehbuch las, dachte er zunächst, er hätte es aus Versehen zugeschickt gekriegt. „Ich war mir völlig sicher, dass das ein Animationsfilm werden sollte“, sagt er. „Dieser Film ist anders als das, was ich sonst zu sehen bekomme. Es gibt ja viele Filme mit sprechenden Tieren, aber hier machen sie alles Mögliche, außer eben zu sprechen. So wirken sie natürlicher, aber das Ganze stellt eben auch eine weit größere Herausforderung dar.“

Beggs beteiligt sich schon weit vor Drehbeginn an der Vorbereitung; er beriet das Team, welche Szenen im Drehbuch realistischerweise umsetzbar waren und machte auch einige Änderungsvorschläge am Skript und an der Besetzung der Tierrollen. „Wir haben in manchen Fällen bestimmte Handlungen von einer Tierart zu einer anderen, die vom Körperbau besser geeignet war, gewechselt“, sagt er. „Zum Beispiel sind Stinktiere in ihrem Repertoire ziemlich eingeschränkt, also haben die Waschbären einen Teil ihrer Arbeit übernehmen müssen. Und wir haben noch ein paar Tiere wie Otter und Truthähne hinzugefügt, die für einen bestimmten Zweck die Idealbesetzung waren.“

Nachdem die tierische Besetzungsliste feststand, setzte Beggs eine Reihe von Castings an. „Ich habe drei Wochen lang mit Tiertrainern gesprochen und mir Tiere angeschaut, um auch wirklich die richtigen zu erwischen, die das konnten, was sie für den Film zu tun hatten. Am Ende kamen wir auf 25, 30 Tiere, die wir an den Set brachten.“

Aber selbst mit einer noch so sorgfältigen Vorbereitung gibt es keine Garantien für das, was die Tiere am Set dann wirklich anstellen. „Ken hatte seine Menagerie zusammen und alle Tiere waren darauf trainiert, ihren bestimmten Part zu spielen“, so David Goldberg, der Visual Effects Supervisor. „Und dann drehten wir die Szenen – immer und immer und immer wieder. Das sind alles einfach unberechenbare Individuen. Aus 20 Minuten Film von einem Waschbären konnten wir vielleicht fünf oder sechs Sekunden verwertbares Material ziehen.“

Die meisten der mitwirkenden Tiere waren eher klein, aber das war kein Garant dafür, dass sie sich leichter handeln ließen. „Kleinere Tiere stellen tatsächlich eine größere Schwierigkeit dar als Löwen, Bären oder Tiger“, sagt Beggs. „Man kriegt sie niemals wirklich unter Kontrolle. Eichhörnchen und Erdhörnchen sind nun einmal Beutetiere, und so entspricht es auch nach Jahrmillionen der Evolution ihrem Instinkt, bei Gefahr wegzulaufen. So ein Tier dazu zu kriegen, einfach in Ruhe sein Futter zu genießen, während man mit einem Auto direkt an ihm vorbeifährt, ist nicht ganz einfach.“

„Das eigentliche Problem mit Stinktieren oder anderen Spezies, die eine ganz bestimmte einzigartige Fähigkeit entwickelt haben, ist, dass die normalerweise ausreicht, um ihnen das Überleben zu sichern“, fügt er hinzu. „Solche Tiere sind nicht besonders helle, und man kann sie auch nur schwer motivieren. Die Schwierigkeit besteht darin, ihre Aufmerksamkeit zu erlangen, um überhaupt mit dem Training beginnen zu können.“

Wie sich herausstellte, ist nicht nur bei menschlichen Darstellern die Motivation der entscheidende Faktor für eine überzeugende Leistung vor der Kamera. „Der Fuchs zum Beispiel war hochmotiviert“, sagt Biggs, „und auch der Otter wollte unbedingt sein Bestes geben. Die Truthähne kamen dazu, weil auch sie ganz eifrig waren. Aber die ehrgeizigsten von allen waren die Waschbären.“

So kam ein Waschbär zu der Ehre, die Rolle des Generals der Truppen des Waldes einzunehmen. „Scooby war unser Waschbär-Actionheld“, sagt Goldberg. „Wir hatten noch ein paar andere in Reserve, aber er hatte ein besonders ausdrucksstarkes Gesicht. Mit der Zeit kriegten wir ganz genau heraus, was wir mit ihm anstellen konnten und was nicht. Das war zunächst ein ziemlich frustrierender Lernprozess, weil er an einigen unserer Ideen überhaupt nicht interessiert war, sondern nur an seinem Futter.“

„Als wir zu drehen begannen, war er verrückt vor Aufregung“, so Goldberg. „Aber im Lauf der Zeit fand er richtig in seine Rolle als Schauspieler hinein. Am Ende konnten wir mit der Kamera sogar ganz nah an ihn herankommen, und er schaute ganz entspannt zurück und machte seinen Job.“

Der Schnell-Lerner Scooby kriegte es tatsächlich fertig, längere Strecken nur auf seinen Hinterbeinen zurückzulegen, Elektrokabel aus der Steckdose zu ziehen, gezielt mit Eicheln zu werfen und viele weitere menschliche Verhaltensweisen nachzustellen. Dennoch war Goldberg bewusst, dass es doch einige Ähnlichkeiten zwischen der Filmhandlung und dem, was sich hinter den Kulissen abspielte, gab. „Im Film wollen die Menschen die Tiere vertreiben, aber am Ende sind die Tiere die Sieger“, sagt er. „Und so war es auch bei uns. Wir haben versucht, die Tiere zu zwingen, dies oder jenes zu tun, aber sie sagten einfach ‚Nö‘. Also haben wir uns dem angepasst, und ich bin überzeugt, dass wir auf diese Weise ein besseres Ergebnis erzielt haben. Wir haben noch viel lustigere Sachen eingefangen, nachdem wir erst einmal verstanden hatten, zu welchen schauspielerischen Leistungen die Tiere in der Lage waren.“

Ein Großteil der Sicherheitsvorkehrungen am Set war der Sorge um das Wohlergehen der Tiere geschuldet. „Die Kleintiere können niemanden verletzen“, sagt Beggs. „Aber sie können sich in Situationen bringen, in denen sie selbst zu Schaden kommen könnten. Was das betrifft, gab es eigentlich nur eine einzige Ausnahme – den Bären.“

Als größtes und gefährlichstes Tier am Set spielte der Bär ausgerechnet in einer Schlüsselszene, in der die Waldbewohner ausgiebig Rache an Dan nehmen, seinen entscheidenden Part. „Er war motiviert, aber ein Bär bleibt ein Bär“, sagt Beggs. „An manchen Tag war er sanft wie ein Teddy, an anderen wiederum nicht.“

Der beste Ratschlag, den sie bekamen, sagt Shuman, war, den Bären gleich zu Beginn einzusetzen, als Nachtszenen zu drehen waren. „Eigentlich ganz einfach zu verstehen“, sagt Shuman. „Man möchte ja nun wirklich keine schlafenden Bären wecken.“

Als das größte Problem mit dem Bären stellte sich aber seine Größe heraus. „Ich hatte mir eigentlich einen Grizzly vorgestellt“, sagt Kumble. „Aber wir konnten nur einen kleineren Bären auftreiben. Brendan ist über 1,90 Meter groß, der Bär war noch nicht einmal 1,80 Meter – Brendan war also größer und es war klar, dass das niemals funktionieren würde. Aber der einzige Grizzlybär, der entsprechend ausgebildet war, hatte sich ein Fußgelenk gebrochen und war noch in Oregon in der Reha. Also haben wir uns mit einem uralten Filmtrick beholfen. Anstatt einen größeren Bären zu nehmen, haben wir alle Requisiten kleiner nachgebaut und Brendan separat aufgenommen und später ins Bild eingefügt.“

Weil sich alles andere als nicht sicher genug und wenig praktikabel herausstellte, wurden Tiere und Menschen fast immer extra gefilmt und erst in der Postproduktion zusammengefügt – eine ausdrückliche Vorgabe der Produzenten. „Mit Tieren zu arbeiten, verschlingt viel Zeit“, sagt Shuman. „Wir wollten natürlich nicht, dass unsere Hauptdarsteller stundenlang herumstehen und darauf warten, dass ein Tier endlich einmal das tut, was es tun soll. Manchmal haben wir uns mit Schuss/Gegenschuss beholfen, manchmal mit einer Green Screen oder mit einem gesplitteten Bild gearbeitet.“

Letztendlich wurde daraus eine organische Verbindung aus real gedrehtem Material und am Computer erzeugten Elementen. „Insgesamt haben wir an die 250 Einstellungen mit Spezialeffekten im Film“, sagt Goldberg. „Das reicht von relativ simplen Split Screens, mit denen wir Schauspieler und Tiere ins selbe Bild kriegen, bis hin zu ziemlich komplexen Computereffekten. Unser Ziel war es, die Tiere zu glaubwürdigen Charakteren zu machen. Und in den wenigen Fällen, in denen es sich wirklich um komplette Computeranimationen handelt, haben wir uns anhand von Fotos und Filmmaterial immer danach gerichtet, wie die echten Tiere sich benehmen.“

Produktion: Das Design

Ein Großteil der Handlung von REINE FELLSACHE spielt sich im Haus von Dans Familie ab, ein protziger Neubau, der das Musterhaus für die geplante Siedlung in Rocky Springs darstellt. Für den Ort gab es einige ganz spezielle Vorgaben, die die Suche deutlich erschwerten. „Das Ganze spielt am Ende einer Sackgasse in einem Waldgebiet, in dem nur dieses eine Haus steht“, sagt Shuman. Und die umliegenden Wälder mussten alt sein; ein Ort eben, dem man gleich ansieht, dass die Tiere dort schon seit langer, langer Zeit gelebt haben.“

Produktionsdesigner Stephen Lineweaver startete eine großangelegte Suche nach dem perfekten Drehort. „Laut Drehbuch handelt es sich um ein neues, voll ausgestattetes Haus, das auf Rasen am Ende einer Sackgasse mitten im Wald steht“, so Lineweaver. „Wir fingen an uns umzuschauen, aber wir rechneten nicht ernsthaft damit, dass wir ein fertiges Haus in einer Sackgasse in einem Baugebiet finden würden, das auch noch über mehrere Monate brach liegen musste, damit wir es in der Zeit übernehmen könnten. Wir hatten uns schon damit abgefunden, irgendwo in einem Waldstück die Fassade aufzubauen und für die Innenaufnahmen ein richtiges Haus irgendwo anders zu verwenden.“

„Aber nachdem wir hunderte von Neubaugebieten ergebnislos abgesucht hatten, stießen wir auf einen Ort namens Topsfield in Massachusetts, wo es dieses eine fast ganz fertige Haus gab“, sagt er. „Es hatte über 600 Quadratmeter Wohnfläche, was das Drehen im Inneren sehr komfortabel machte, und es stand auch wirklich kein einziges anderes Haus in seiner Nähe.“ Kurzum: der perfekte Drehort. „Um uns herum war nichts außer Bäumen“, sagt Kumble. „Es sah wirklich genau so aus, wie wir es uns vorgestellt hatten. Als ob jemand ein Baugebiet mitten im Wald begonnen hätte. Und dann war es gerade einmal 30 Kilometer von Boston entfernt, so dass wir ganz problemlos die Darsteller und die Crew in der Nähe unterbringen konnten.“

„Es war einfach ideal“, stimmt Lineweaver zu. „Wir brauchten nur noch die Innenräume fertig ausbauen. Und weil es sich um ein Musterhaus handelt, ist alles so künstlich eingerichtet, wie niemand jemals wirklich wohnen würde. Aber genau das war Teil des Witzes, weil die Familie Sanders ja tatsächlich darin wohnt. Schließlich haben wir noch ein paar Kulissen aufgebaut, die so aussahen wie Häuser im Rohbau.“

Zu Lineweavers Aufgaben gehörte es auch, die diversen erfindungsreichen Apparaturen zu gestalten, mit denen die Waldbewohner die Pläne von Dan und den anderen menschlichen Eindringlingen vereiteln wollen. „Die Tiere haben so geniale Vorrichtungen gebaut, die sie seit Jahrhunderten verwenden, um bedrohliche Fremde zu vertreiben“, erklärt er. „Wir haben Vorrichtungen aus rein natürlichen Materialien gebaut, die so aussehen wie das Mausefallen-Spiel. Eine herunter rollende Eichel löst eine Kettenreaktion aus, an deren Ende ein zwei Meter großer Felsblock ein Auto von der Straße schiebt.“

Lineweaver arbeitete auch eng mit Kostümbildnerin Alexandra Welker zusammen, um die beiden Farbschemata des Films zu entwickeln. Zur Familie gehört eine kältere, städtisch wirkende Farbpalette, während die Waldtiere von wärmeren, erdigen Tönen umgeben sind. „Es ist die Geschichte einer Familie aus der Stadt, die mitten in die unberührte Natur versetzt wird“, sagt Welker. „Stephen und ich haben ausgiebig darüber gesprochen, wie wir am besten rüberbringen können, dass unser Hauptdarsteller und seine Familie nicht wirklich zu dem Ort gehören, an dem sie leben. Dan und seine Familie haben wir farblich ziemlich einheitlich eingekleidet: dunklere, kältere Farbtöne wie blau, grau, lila und lavendel – aber auf keinen Fall in erdigen Tönen.“

Hinzu kam eine weitere Einschränkung der möglichen Farben. „Wir haben nun einmal viel mit Green Screens gearbeitet. Ich konnte also niemandem grüne Kleidungsstücke anziehen, weil alles Grüne einfach vor dem Hintergrund verschwinden würde.“

Ihre vordringliche Sorge galt aber der schieren Menge an Kostümen, die für die Dreharbeiten benötigt wurden. „Als ich das Drehbuch zum ersten Mal las, fielen mir, vom Standpunkt der Kostüme aus gesehen, gleich zwei Sachen auf: Vogeldreck und Matsch. Dies ist kein großer Kostümfilm in dem Sinne, dass aufwendige Sachen für ein großes Ensemble gebraucht wurden. Aber es gibt so viele Szenen, in denen Brendan mit irgendwelchen ekelerregenden Flüssigkeiten beworfen wird, dass wir viele Ausführungen von jedem Kostüm brauchten, damit für jeden Durchgang auch wirklich ein frisches Outfit zur Verfügung stand. Wir mussten überschlagen, wie oft der Regisseur wohl eine bestimmte Szene drehen lassen würde, bevor der Gag auch wirklich sitzt. Die Daumenregel war, dass wir bei allen Szenen mit Vogel- und anderem Dreck sechs Stück von jedem Kostüm anfertigten, und außerdem hatte mein Team am Set noch ein paar Tricks auf Lager, um Flecken sofort zu entfernen.“

Am meisten Spaß machte es Welker aber, mit der Hauptdarstellerin zu arbeiten. „An Brooke Shields sieht alles unglaublich gut aus“, sagt Welker. „Sie war schon als Kind ein Modeidol. Aber das Beste an der Zusammenarbeit mit ihr war, dass es ihr immer um die Rolle geht, sie aber gleichzeitig auch ein sehr großes Stilbewusstsein hat. So kam es, dass wir uns sehr lang über die Figur, die sie spielt, unterhielten. Tammy Sanders ist Lehrerin, aber sie ist eben auch eine stilsichere Städterin aus Chicago. Es war ein reines Vergnügen, für sie die Kostüme zu entwerfen.“

Ganz im Einklang mit dem Umweltschutzthema des Films beauftragte die Produktion die gemeinnützige Film and Entertainment Recycling Initiative (FaERI) damit, so viel wie möglich von den beim Dreh verbrauchten Ressourcen dem Recycling zuzuführen.

Wie Jodi Baldwin, der FaERI-Gründer sagt, ist es das Anliegen der Organisation, „einen Standard für umweltverträgliches Wirtschaften innerhalb der Filmindustrie zu schaffen, ganz einfach indem man auf jedem Filmset und in jedem Büro aller Film- und Fernsehproduktionen in Amerika konsequent recycelt.“ FaERI hat dazu ein effizientes und kostengünstiges Verfahren entwickelt: Jede Filmproduktion hat ihren eigenen Recyclingbeauftragten, der ständig am Set ist und mit örtlichen Einrichtungen, Wohltätigkeitsorganisationen und Schulen in Kontakt steht, um überschüssiges Baumaterial, Lebensmittel, Einrichtungsgegenstände, Kleidung und alles weitere, was weiterverwendet werden kann, zu spenden. FaERI plant, ihr Programm noch zu erweitern, z. B. übrig gebliebene Lebensmittel gleich vor Ort zu kompostieren und weitgehend dafür zu sorgen, dass schon bei der Auswahl der verwendeten Materialen und Produkte der Aspekt der Nachhaltigkeit im Vordergrund steht.

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