Rad der Zeit

Kinostart: 30.10.2003
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Filmhandlung und Hintergrund

Dokumentarfilm von Werner Herzog, der u. a. anhand von Interviews mit dem Dalai Lama ein buddhistisches Initiationsritual beleuchtet.

Wie jedes Jahr treffen sich am heiligen Berg Kailash in Tibet nach tagelangen Fußmärschen hunderttausende gläubiger Buddhisten, um dem Ritual der Kalachakra-Initiation bzw. der Konstruktion eines gewaltigen „Mandala“ (Rad der Zeit) aus gefärbtem Sand beizuwohnen. Zu den faszinierenden Bildern geheimnisvoller Riten in bizarren Landschaften liefert kein geringerer als der Dalai Lama erklärende, erleuchtende und manchmal gar erheiternde Kommentare.

Werner Herzog

Werner Herzogs neuer Dokumentarfilm erforscht das buddhistische Ritual der Kalachakra-Initiation. Herzog führt Interviews mit dem Dalai Lama, zeigt faszinierende Aufnahmen geheimer Rituale und Bilder der Pilgerreise tausender Menschen zum heiligen Berg Kailash in Tibet.

Zur Feier der Kalachakra-Initiation finden sich etwa 500.00 Menschen in Bodh Gaya im Ganges-Tal ein. Unter Vorsitz des Dalai Lama wird tagelang meditiert, während acht Mönche ein Sand-Mandala anfertigen. Derweil kämpfen sich dick vermummte Gläubige durch die 5000 Meter hoch gelegene Region um den Berg Kailash, um die zwölffache Aufhebung schlechten Karmas für ihr nächstes Leben zu erwirken. Und wenig später wird man Zeuge der ersten Kalachakra-Initiation außerhalb Asiens, die der Dalai Lama in Graz vollzieht.

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Kritikerrezensionen

  • Rad der Zeit: Dokumentarfilm von Werner Herzog, der u. a. anhand von Interviews mit dem Dalai Lama ein buddhistisches Initiationsritual beleuchtet.

    Mit farbsatten, eindrucksvollen Bildern und überlegt eingesetzten Kommentaren entführt Werner Herzog seine Zuschauer in „Rad der Zeit“ auf eine weltumspannende Reise, in deren Verlauf er in die Geheimnisse der buddhistischen Kalachakra-Initiation einführt. In Bodh Gaya (Indien), auf dem Berg Kailash (Tibet) und in Graz (Österreich) ist ein intensives, passioniertes und immer ehrfurchtsvolles Porträt einer Welt voller Demut, Würde und Fröhlichkeit entstanden, das nicht nur die etwa 100.000 deutschen Buddhisten in die Kinos locken sollte.

    Mehr als 300 Millionen Buddhisten zählt man weltweit und doch bleiben Symbolik, Traditionen und Riten dieser 2500 Jahre alten Religion hierzulande breiten Schichten fremd und unergründlich. So auch Werner Herzog („Mein liebster Feind - Klaus Kinski“, „Aguirre, der Zorn Gottes“), der dem Ansinnen der buddhistischen Gemeinde Graz, eine Kalachakra-Initiation in ihrer steirischen Hauptstadt filmisch zu begleiten, zunächst einmal skeptisch gegenüber stand. Doch das Ergebnis, ein intensives Porträt eines unprätentiösen, dafür umso innigeren Glaubens, gewährt nie zuvor gesehene Einblicke in die „exotische“ Welt des Buddhismus.

    Zur Feier der Kalachakra-Initiation finden sich etwa 500.000 Menschen in Bodh Gaya im Ganges-Tal ein. Unter Vorsitz des Dalai Lama wird tagelang meditiert, während acht Mönche ein Sand-Mandala anfertigen, die physische Repräsentation von über 720 - „…die genaue Zahl habe ich vergessen,“ so der Dalai Lama lachend - Manifestationen der obersten Gottheit Kalachakra. Gekonnt wechselt Herzog Bilder (Kamera: Peter Zeitlinger) der tumultartigen abschließenden Geschenkverteilung mit Wüsten-Aufnahmen der anreisenden Pilger ab, beobachtet wuselnde Jungmönche bei der Essensvergabe und zeigt sichtlich bewegt das Nebeneinander von völligem Chaos und versunkener Inbrunst.

    Den indischen Farbrausch kontrastiert der in Dokumentationen versierte Filmemacher mit Aufnahmen aus der kargen, 5000 Meter hoch gelegenen Region um den Berg Kailash. Dorthin reisen dick vermummte Gläubige, die der Höhenkrankheit trotzen, um die zwölffache Aufhebung schlechten Karmas für ihr nächstes Leben zu erwirken. Diese eindrucksvollen Szenen unterlegt Herzog mit entrückten Oberton-Gesängen und seinen eigenen, sparsamen, informativen Kommentaren. Schließlich geht es dann nach Graz, wo der Dalai Lama eine weitere Initiation durchführt.

    Drei Länder, drei Welten und doch ein und derselbe Glaube, der wohl noch nie mit so viel Respekt und Verständnis dargestellt wurde. Es fasziniert mit anzusehen, wie fröhlich und bescheiden Gläubige nach extremsten Strapazen oder jahrzehntelanger Haft ihre Erlebnisse herunterspielen oder der Dalai Lama mit Witz, Routine und Kamerapräsenz in wenigen Worten umfassende Weisheiten zu vermitteln versteht. Ein Religionsstunde der anderen, außergewöhnlichen und sehenswerten Art. geh.

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