Ähnlich wie im Film war der Horror auch in den Comics von Anfang an dabei. Selbst ganz große Namen wie Marvel oder DC verließen sich lange Zeit auf die Faszination des Monströsen. So kann das „Horror-Comic“ heute auf eine erstaunlich vielschichtige Tradition zurückblicken. Ein ganz besonderes schillerndes Kapitel hat dabei der italienische Comic (Fumetti) mit seinem Pulp-Horror in den 70er Jahren geschrieben. Wir werfen einen erstaunten Blick in diese vergessene Asservatenkammer des erotischen Schreckens.

fumetti

Nachdem Horror-Comics in den 1940er-Jahren eine enorme Beliebtheit erfahren hatten, wurden sie Mitte der 50er-Jahre durch den von konservativen Kräften eingeführten Comics Code massiv in ihren Möglichkeiten beschnitten. Erst in der 70er-Jahren konnte sich Horror-Comics von dieser Zensur wieder befreien, was zu einer echten Renaissance des Horrors im Comic-Mainstream führte. Auch Italien wurden von dieser Entfesselung des Bösen erfasst.

Ende der 70er-Jahre waren die „Fumetti Sexy“, also Erwachsenencomics mit erotischen Elementen, der absolute Renner an den Kiosken. Das was wir heute „Pulp“ nennen, bestimmte nicht nur weite Teile der italienischen Comickultur, sondern war dank enormer Auflagen auch ein sehr sichtbarer Massenmarkt. Vor allem das Horror-Genre spielte dabei eine ganz zentrale Rolle. Die Themen der italienischen Horror-Comics waren dabei recht klar definiert: So viel nackte Haut wie möglich, ein sehr schwarzer, mitunter sadistischer, Humor und maximale Schockwerte. Heute ganz sicher nicht jedermanns Geschmack - damals ungemein beliebt.

Künstler wie Emanuele Taglietti oder Alessandro Biffignandi arbeiten dabei förmlich am Fließband, um die wöchentlich erscheinenden Cover von Comics und Pulp-Romanen wie „Zora the Vampire“, „Cimiteria“, „Lucifera“, „Sukia“, „Mafia“ oder „4 Magnum“ und viele andere mehr mit möglichst kontroversen Bildern auszustatten. Woche um Woche stürzten sich Vampire, Zombies, Mafiosi, Dämonen und Monster auf leicht oder gar nicht bekleidete Frauen. Einige der damals entstandenen Cover waren dann selbst den italienischen Wertewächtern zu viel. Doch die Zensur lief letztlich ins Leere, denn Anfang der 80er-Jahre war der Spuk dann auch schon wieder vorbei. Hier ein paar exemplarische Werke aus dieser untergegangen Ära des gezeichneten Horrors.

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