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Fakten und Hintergründe zum Film "Powder Girl"

Kino.de Redaktion |

Powder Girl Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

Hätte die englische Produzentin Harriet Rees nicht vor rund drei Jahren einen sogenannten „Pitching“-Wettbewerb beim Festival der Drehbuchautoren im alles andere als winterlichen Cheltenham besucht, würde es heute womöglich POWDER GIRL gar nicht geben. „Damals gewann ein Autor namens Tom Williams, der einige tolle Ideen hatte“, erinnert sich Rees. „Er bombardierte mich mit potenziellen Filmstorys, jeweils zusammengefasst in höchstens drei Sätzen. Eine davon war POWDER GIRL, eine Geschichte über ein Mädchen aus einfachen Verhältnissen, das per Zufall einen Job im Nobel-Skiort bekommt und dort eigentlich völlig fehl am Platz ist. Bis sie auf ein Snowboard steigt!“ Die Produzentin war auf Anhieb begeistert: „Das klingt jetzt vielleicht zu schön, um wahr zu sein, aber ich hatte früher selbst mal so einen Job als Hausmädchen und habe mich um das Chalet einer reichen Familie gekümmert. Allein deswegen war Toms Idee genau mein Ding. Außerdem liebt doch jeder Zuschauer solche Underdog-Geschichten, in denen jemand allen Widerständen zum Trotz am Ende als echter Gewinner dasteht.“

Es dauerte nicht lange, bis sie auch die erfahrene englische Produzentin Pippa Cross von der Sache überzeugen konnte, und so konnte das Ganze schnell Gestalt annehmen.

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Der perfekte Regisseur für die Geschichte war auch bald gefunden. Phil Traill passte zu dem Projekt wie die Faust aufs Auge, denn er hatte nicht nur bereits einen auf der Berlinale prämierten Kurzfilm inszeniert und mit seinem ersten Hollywood-Film jede Menge komödiantisches Talent bewiesen. Sondern vor allem ist er selbst schon seit Langem ein leidenschaftlicher Snowboard-Fan.

Ganz zu schweigen davon, dass er Tom Williams noch von der Newcastle University kannte, wo die beiden Film studiert hatten. Der Drehbuchautor schlug Traill vor, so dass schnell mit der Entwicklung des Films begonnen werden konnte. Was Traill neben der Snowboard-Action an dem Film besonders gut gefiel, war seine positive Botschaft: „Die Geschichte bringt mich immer wieder zum Lachen, und vor allem ist sie – Winter hin oder her – wirklich warmherzig. Kim versucht in ihrem Leben ziemlich vieles und fliegt dabei auch gerne mal auf die Schnauze. Aber sie gibt nie auf, deswegen hat sie es am Ende umso mehr verdient, auch mal auf ganzer Linie abzuräumen. Denn die Botschaft von POWDER GIRL ist auf keinen Fall, dass man als Mädchen nur mit einem Kerl an der Seite glücklich sein kann. Vielmehr geht’s darum, positiv zu denken und sein Leben in die eigene Hand zu nehmen, denn dann kommt der Erfolg fast von selbst. Wenn sich der eine oder die andere im Publikum davon eine Scheibe abschneidet, wäre das ziemlich cool.“

„Dadurch, dass Tom und ich uns schon kannten, hat die Arbeit am Drehbuch doppelt Spaß gemacht“, erinnert sich der Regisseur. „Und es wurde noch besser, als es schließlich darum ging, in den Alpen nach passenden Drehorten zu suchen.“

Parallel zur Suche nach einem geeigneten Drehort musste die Finanzierung des Films vorangetrieben werden. Mit Dietmar Güntsche und Wolfgang Behr von der Neue Bioskop Film aus München kamen in dieser frühen Phase des Projekts zwei deutsche Produzenten mit an Bord, die neben der notwendigen Finanzierung schließlich auch den entscheidenden Hinweis auf ein geeignetes Skigebiet in Tirol geben konnten.Pippa Cross berichtet: „Im zauberhaften St. Anton fanden wir tatsächlich das Chalet unserer Träume. Perfekt als Kims neuer Arbeitsplatz – und trotz Hochsaison für uns verfügbar, weil es längst nur noch als Museum und Restaurant diente.“ Letzte Station dieser mehr als angenehmen Geschäftsreise war schließlich das schöne deutsche Städtchen Garmisch-Partenkirchen, wo nicht nur allerlei Innenaufnahmen, sondern auf der Zugspitze auch einige beeindruckende Bergpanoramen gedreht werden sollten. Strippenzieher hinter diesem Abstecher waren natürlich Dietmar Güntsche und Wolfgang Behr, die inzwischen auch die Bayerische Filmförderung sowie die österreichischen Koproduzenten Novotny & Novotny mit an Bord geholt hatten.

Dietmar Güntsche führt dazu aus: „Eine große internationale Kinoproduktion wie POWDER GIRL nach Bayern zu holen war auch für die Bayerische Filmförderung, den FilmFernsehFonds Bayern, ein tolles Engagement. So konnten wir unseren Film hauptsächlich in Garmisch-Partenkirchen drehen. Die meisten internationalen Kinoproduktionen der letzten Jahre sind schließlich in Berlin und Brandenburg entstanden. Bei POWDER GIRL passte einfach beides zusammen: ein tolles Projekt sowie die Möglichkeit, es in der schneesicheren Alpenregion zu realisieren.“

Und Wolfgang Behr ergänzt: „Wir haben in der Anbahnungsphase der Produktion zu den verschiedensten Institutionen und Dienstleistern in Deutschland und Österreich enge Kontakte geknüpft und so die Weichen dafür gestellt, dass die Dreharbeiten zügig und reibungslos ablaufen konnten.“

Produktion: Die Besetzung

Die erste Rolle, die wir besetzten, war natürlich Kim, denn schließlich erzählt der Film ihre Geschichte“, sagt Traill mit Blick auf das wirklich spannende Ensemble von POWDER GIRL. „Wir haben viele von Englands angesagten jungen Schauspielerinnen getroffen. Irgendwann kam Felicity, die ich vorher gar nicht kannte, herein, und es dauerte keine zehn Minuten, bis ich wusste, dass niemand anderes infrage kam.“ Die Produzenten sind ganz seiner Meinung. „Als wir Felicity sahen, war die Sache sofort klar“, erinnert sich Rees. Und Cross ergänzt: „Monatelang hatten wir am Drehbuch und an den Figuren gearbeitet, und plötzlich geht die Tür auf und unsere Kim steht vor uns!“

Felicity Jones selbst war auf Anhieb von ihrer Rolle begeistert: „Jemanden wie sie hatte ich noch nie gespielt. Und das Drehbuch war wirklich witzig. Außerdem fand ich es spannend, wie in der Geschichte zwei Welten aufeinanderprallen. Die Madsens auf der einen, Kim auf der anderen Seite; die einen haben Geld im Überfluss, die andere hat gerade mal genug zum Leben. Sie kommen zwar alle aus England, aber trotzdem könnten sie sich kaum fremder sein.“

Entsprechend war auch klar, in welche Richtung Kims Stil gehen mussten: „Ich wollte auch in dieser Hinsicht so überzeugend wie möglich sein, deswegen sollten die Kostüme in erster Linie bequem sein und nicht besonders luxuriös oder cool. Kim ist keine dieser eitlen Tussis, die ständig an ihr Aussehen denken, sondern geht das Thema Klamotten – wie alles in ihrem Leben – vor allem pragmatisch an.“

Dass sie vom Snowboarden absolut keine Ahnung hatte, stellte zu Jones’ Erleichterung für niemanden ein Problem dar. „Die wenigsten unserer Schauspieler hatten in ihrem Leben überhaupt schon mal auf einem Snowboard gestanden“, lacht Rees. „Aber inzwischen heizen sie alle wie die Weltmeister über die Piste“, fällt ihr Cross stolz ins Wort. „Vor allem Felicity und Tamsin haben sich mit so viel Engagement in ihre Rollen gestürzt, dass sie mittlerweile beide hervorragende Boarder und Skifahrer sind.“

Tamsin ist natürlich Tamsin Egerton, die im Film das zweite, Hausmädchen Georgie spielt – und zwar „brüllend komisch“, wie Rees sich freut, „gerade so, als wäre die Rolle nur für sie geschrieben worden“. Egerton genoss es enorm, endlich mal eine richtige Zicke spielen zu können: „Klar ist Georgie ein bisschen arrogant, immerhin hat sie so ziemlich den coolsten Job der Welt: ein Winter in den Alpen in einem luxuriösen Chalet bei einer netten Familie, die noch dazu fast nie da ist. Aber man darf auch nicht vergessen, dass sie gleichzeitig hart arbeitet. Sie ist klug und weiß genau, was sie will. Sie liebt das Skifahren aus ganzem Herzen – aber genauso natürlich auch das Après-Ski!“

Als eines Tages Kim auftaucht, sieht Georgie ihre perfekte Skisaison in Gefahr. „Plötzlich ist da dieses abgerockte Skater-Mädel, das in den Alpen eigentlich nichts verloren hat. Das muss Georgie doch wie ein schlechter Scherz vorkommen“, beschreibt Egerton den Konflikt. „Sie ist wahnsinnig trocken, sarkastisch und haut ständig knappe, bissige Sprüche raus. Dafür liebe ich sie. Ich vergleiche sie immer mit Emily Blunts Figur aus „The Devil Wears Prada“ (DER TEUFEL TRÄGT PRADA, 2006), denn die war auch so eine Zicke mit Herz. Georgie will einfach ihren Job so perfekt wie möglich machen, dabei stört die Neue nur, denn sie hat noch überhaupt keine Peilung.“

Anders als auf der Leinwand verstanden sich die beiden Schauspielerinnen beim Dreh auf Anhieb bestens. „Die Arbeit mit Felicity war einfach nur klasse, denn sie ist eine unglaublich liebenswürdige Person“, berichtet Egerton. „Trotzdem fiel es mir vor der Kamera nicht schwer, so zu tun, als sei sie hier vollkommen fehl am Platz. Sie stand da in Jeans, T-Shirt und Wollmütze, während ich in voller Alpen-Montur daherkam. Tatsächlich war ich es aber, die am Anfang richtig Schiss hatte. Diese Skiszene dort in den Bergen wirkt erst einmal wie eine eingeschworene Gemeinschaft, zu der man selbst nicht gehört.“

Doch natürlich sorgte Regisseur Traill sofort dafür, dass alle sich am Set wie zu Hause fühlten, wie die Schauspielerin erzählt: „Phil ist fantastisch! Er war zu uns wie ein echter Kumpel und hat es schnell geschafft, dass wir uns alle gut verstanden haben. Außerdem war er immer offen für unsere Ideen. Es gibt ein paar Sätze im Film, auf die ich besonders stolz bin, weil sie meine Idee waren.“

Auch auf Georgies Garderobe hatte Egerton Einfluss: „Mit meinen Rollen und deren Gefühlen verbinde ich immer Farben, und bei Georgie war das Blau. Das durfte ich umsetzen, deswegen trägt sie jetzt tatsächlich ziemlich viele blaue Klamotten. Aber auch Pelz, wie zum Beispiel bei diesem abgefahrenen Skianzug in Orange und Khaki. Daran erkennt man schon, was für eine typisch englische Exzentrikerin sie ist. Ihr ist es vollkommen egal, was die Leute denken, deswegen trägt sie lächerlich große Pelzmützen ebenso wie die alten Kaschmirpullis ihres Papas und dazu eine Perlenkette. Ihre Garderobe war wie eine einzige große Verkleidungskiste, was natürlich unglaublich viel Spaß gemacht hat.“

Mit einem ausgefallenen Modegeschmack kennt sich natürlich auch Ed Westwick aus, schließlich spielt er in der Serie „Gossip Girl“ mit großem Erfolg den flamboyanten Chuck Bass. „Dass wir Westwick für die Rolle des Jonny gewinnen konnte, war in der Entstehungsphase des Films ein echter Trumpf“, sagt Rees über ihren männlichen Hauptdarsteller. „Durch ihn wurde aus dem Projekt endlich eine runde Sache, denn nun hatten wir das perfekte Paar für die Liebesgeschichte im Zentrum des Films. Da kam einfach alles zusammen: Ed suchte eine Rolle, in der er endlich mal wieder einen Engländer spielen konnte, hatte gerade Drehpause bei ‚Gossip Girl‘ und war obendrein noch ein begeisterter Skifahrer. Er hatte kaum das Drehbuch bekommen, da kam schon seine Zusage.“

Warum es ausgerechnet zwischen Jonny und Kim knistert, obwohl sie doch kaum unterschiedlicher sein könnten, erklärt sich Westwick wie folgt: „Er mag sie nicht obwohl, sondern gerade weil sie anders ist als die Mädchen, die sonst solche Chalets hüten. Sie passt überhaupt nicht in diese Welt. Genau das fasziniert ihn, denn eigentlich wünscht er sich auch, mal aus dem vollkommen durchgeplanten Leben ausbrechen und wirklich rebellieren zu können. Auf dieser Ebene haben die beiden absolut die gleiche Wellenlänge.“ Wobei Jonny eigentlich längst an Chloe, die hübsche Tochter aus der New Yorker High Society, vergeben ist. „Stimmt, der Schlingel ist tatsächlich schon in festen Händen“, lacht Westwick. „Aber es dauert nicht lange, bis er schnallt, dass Chloe nicht die Richtige für ihn ist.“

Nachdem Felicity, Ed und Tamsin mit an Bord waren, nahm auch der Rest der Besetzung schnell Gestalt an. Sophia Bush wurde als Jonnys Freundin Chloe engagiert. „Von außen betrachtet, wirken sie wie das perfekte Paar“, sagt die Schauspielerin. „Aber irgendwie sind beide in dieser Beziehung ein bisschen gefangen. Es sind vor allem ihre Familien, die sie zusammen sehen wollen. Besonders Jonnys Mutter Caroline ist begeistert von Chloe. Sie haben den gleichen Humor und die gleichen elitären Ansichten. Beinahe ist es so, als seien die beiden ineinander verliebt, nicht Jonny und Chloe.“

Genau wie ihre Kollegen war auch Bush angetan von der Botschaft der Geschichte in POWDER GIRL. „Es ist großartig, wenn ein Film sich auf diese Weise an junge Frauen wendet, sie bestärkt und ihnen Mut macht“, schwärmt Bush. „Immer 100 Prozent zu geben, man selbst zu sein und niemals klein beizugeben – etwas Besseres kann man doch Mädchen nicht beibringen.“

Doch es gab noch einen weiteren Grund, weswegen Bush bei dem Film unbedingt mit von der Partie sein wollte: „Ich hörte nur den Namen Bill Nighy und war sofort Feuer und Flamme. Er ist einfach ein verdammt cooler Typ und ein Hammer-Schauspieler. Dazu kam Brooke Shields, die ich schon seit über zehn Jahren kenne. Endlich auch mal mit ihr zu drehen war ein echter Traum. Sie hat einfach Eleganz und Klasse – und außerdem erzählt sie großartige Geschichten aus ihrer Kindheit, als sie mit Legenden wie Bob Hope oder Frank Sinatra zusammengearbeitet hat. Aber natürlich hat auch die Arbeit mit Felicity, Tamsin und Ed jede Menge Spaß gemacht.“

Nicht erst seit ZWEIOHRKÜKEN (2009) ist Ken Duken dem deutschen Kinopublikum bekannt. In POWDER GIRL ist er als durchgeknallter finnischer Snowboarder Mikki zu sehen, der Kim unter seine Fittiche nimmt und ihr alles beibringt, was er über das Leben auf und abseits der Piste weiß. „Ken und ich kennen uns, seit er 18 Jahre alt ist. Als ich ihn zufällig auf der Berlinale traf, habe ich ihn sofort Pippa vorgestellt und sie war sehr angetan von seiner positiven Ausstrahlung. Als dann auch noch Phil begeistert war, hatten wir eine wunderbare Besetzung für Mikki, die sich absolut ausgezahlt hat. Denn Ken spielt seine Rolle wirklich hervorragend“, freut sich Dietmar Güntsche. Weil Ken Duken nicht nur in Deutschland ausgesprochen viel beschäftigt ist, hätte sein prall gefüllter Terminkalender um ein Haar seine Verpflichtung noch verhindert. Doch Ken war so begeistert von dem Projekt, dass er alles daransetzte, ein paar Wochen in den Bergen dazwischen schieben zu können. Zumal er dadurch auch das Vergnügen hatte, wieder einmal nach Bayern und besonders nach Garmisch-Partenkirchen zurückzukehren, wo er aufgewachsen ist und vor allem das Snowboarden gelernt hat. Und Ken Duken fügt hinzu: „Mit Dietmar Güntsche bin ich schon lange befreundet, wir hatten uns aber längere Zeit nicht mehr gesehen. Auf der Berlinale 2010 sahen wir uns in einem Hotel am Potsdamer Platz wieder und er stellte mich dann auch Pippa Cross vor. Noch am selben Tag mailte Dietmar mir das Drehbuch und es hat mich sofort gepackt. Ich habe daraufhin Phil kennengelernt und mich auch mit ihm auf Anhieb super verstanden. Mir hat es großen Spaß gemacht, Mikki zu spielen. Er ist ja ein finnischer Irrer und ich bin froh, die Herausforderung dieser Rolle angenommen zu haben. Es ist eine der typischen Rollen, bei denen man sich so richtig ausleben kann. Dazu kommt noch, dass ich in meinem Heimatort gedreht habe.“

Der nächste Coup gelang den Produzenten mit der Besetzung von Adam Bousdoukos, der erst vor Kurzem neben Moritz Bleibtreu in der Hauptrolle in Fatih Akins SOUL KITCHEN (2009) in den deutschen und internationalen Kinos zu sehen war. Adam spielt Willy, einen Barmann und Snowboard-Experten, dem im Film eine wesentliche Bedeutung zukommt. Er ist es, der Kim am Ende trösten muss und ihr einen Weg aufzeigt, mit ihren Problemen umzugehen. Wolfgang Behr: „Adam ist ein Sympathieträger. Es war seine erste internationale Rolle und er hat seine Sache unheimlich gut gemacht, obwohl er noch nie vorher auf Skiern gestanden hatte.“ Adam Bousdoukos musste sich auch erst einmal überlegen, ob er bei POWDER GIRL zusagt: „Als ich von Dietmar das Angebot bekam, die Rolle von „Willy“ zu übernehmen war mir anfangs doch ein wenig mulmig zumute. Eine große, internationale Produktion und ein Regisseur der schon einen Hollywoodfilm gedreht hat… Als ich Phil dann am Münchner Flughafen traf und wir uns kennenlernten, dachte ich, der Typ ist cool, mit dem könnte ich auch Fußball spielen. Dann hat mich natürlich auch die Rolle angesprochen. Willy ist in erster Linie ein cooler Typ, ein Barkeeper, der ein Ohr für alle hat, vor allem für die junge Kim. Er liebt die Berge und das Snowboarde und sieht darin eine Art Meditation. Im Morgengrauen ist er immer der Erste, der auf den noch unberührten Pisten seine Kreise zieht, deshalb ist er der große Unbekannte: Der „Yeti“.“

Auch Georgia King gehört zu den Jungstars im Team, sie spielt Jules, ein weiteres Hausmädchen in St. Anton. „Im Grunde ist Jules eine Art Anhängsel von Georgie“, erklärt King. „Sie ist ziemlich fies, aber auch ganz schön trottelig. Die arme Kim fühlt sich am Anfang ziemlich unwohl in dieser neuen Welt, was Jules noch nach Leibeskräften verstärkt. Sie liebt Klatsch und Tratsch und hält sich für verdammt cool, dabei ist sie das gar nicht. Das kann man schon an ihren Kostümen erkennen, die meistens vollkommen übertrieben und total geschmacklos sind. Sie ist einfach nur möchtegern-cool!“

An der Seite all dieser lässigen Jungstars sind mit Bill Nighy und Brooke Shields zwei alte Hasen des Showgeschäfts als Jonnys Eltern Richard und Caroline Madsen zu sehen. „Caroline sieht es überhaupt nicht gerne, dass ihr Sohn sich mit dem Hausmädchen einlässt. Noch dazu mit einem, das nicht aus gutem Hause stammt“, erklärt Cross die Figur der Mutter. „Doch ihre Vorbehalte sind schon allein deswegen heuchlerisch, weil sie selbst ihren Mann kennenlernte, als sie noch Flugbegleiterin war.“

Nighy sagte zu, weil Tom Williams’ Drehbuch ihn beeindruckte: „Ich fand es geradezu perfekt. Es war ein Musterstück einer bestimmten Art von Film, für die ich viel übrig habe. Außerdem versprach das Projekt wegen der vielen jungen und charmanten Kollegen aus England, den USA und Deutschland jede Menge Abwechslung – und tatsächlich hat die Arbeit mit ihnen dann auch sehr viel Spaß gemacht. Und schließlich würde es doch auch kein Mann ablehnen, mit Brooke Shields verheiratet zu sein. Selbst wenn es nur für die Dauer eines Films ist. Denn Brooke ist ein Traum! Sie ist witzig und entspannt und es schien sie noch nicht einmal sonderlich zu stören, jemanden wie mich als Mann zu haben. Zumindest hat sie sich nichts anmerken lassen.“

Komplimente, die Shields selbst natürlich nur zu gerne zurückgibt: „Bill würde ich immer und immer wieder heiraten. Er ist das Paradebeispiel für einen echten Gentleman. Seine Arbeit nimmt er sehr ernst, denn er ist ein Vollprofi, aber gleichzeitig eben auch sehr amüsant und allen gegenüber immer respektvoll. Für all die jungen Schauspieler am Set hätte es kein besseres Vorbild geben können, um sich eine Scheibe abzuschneiden. Ich finde, wir beide haben als Ehepaar wunderbar zusammengepasst. Süß, wie er ist, hat er immer wieder gesagt, ich als Partnerin würde seinem Ruf guttun. Dabei ist natürlich das Gegenteil der Fall: Ich kann stolz sein, mit ihm in einem Atemzug genannt zu werden. Denn glauben Sie mir, dieser Mann ist wirklich ein echter Ausnahmekollege.“

Es dauerte nicht lange, bis Nighy und Shields eine gemeinsame Leidenschaft entdeckten: Tee. „Bill ließ mir immer kleine Umschläge mit köstlichem Tee aus Yorkshire bringen, und manchmal kam er sogar mit seinem Kessel rüber, um mir die perfekte Tasse englischen Tee zu brühen“, schwärmt Shields. „Der Mann ist einfach hinreißend! Gelegentlich habe ich ihn ein bisschen aufgezogen, aber er wusste immer, dass ich das nur liebevoll meine. Wenn ich ihn etwas fragte, antwortete er oft sehr ausführlich und lang. Da konnte ich natürlich nicht anders, als zwischendurch so zu tun, als würde ich einschlafen und schnarchen.“

Was das Drehbuch angeht, legte Shields viel Wert darauf, dass Caroline mehr sein würde als bloß das übliche Klischee einer zickigen Tussi. „Sie war eine amerikanische Stewardess, die sich in diesen reichen Briten verliebte und nun schon eine ganze Weile mit ihm verheiratet ist. Aber anders, als die meisten Menschen vermutlich denken, führen Caroline und ihr Ehemann eine gute Ehe“, beteuert die Schauspielerin. „Eine Rolle wie diese geht in einem Film oft unter und es stand auch nicht allzu viel über sie im Drehbuch. Aber so wie Phil sie mir beschrieb, wollte ich sie unbedingt spielen. Zumal er mich ermutigte, auch meine eigenen Ideen mit einzubringen.“

„Caroline ist eine gute Mutter, die sich aber natürlich sehr an ihr privilegiertes Leben gewöhnt hat“, fährt sie fort. „Sie will nur das Beste für ihren Sohn, deswegen setzt sie alles daran, dass er eine gute Partie macht. Aber auch sie muss irgendwann einsehen, dass es das Beste für Jonny ist, mit dem Mädchen zusammen zu sein, das er liebt.“ Genau wie ihre Kollegen war auch Shields beeindruckt von Traills Arbeit hinter der Kamera: „Mit Phil macht es sehr viel Spaß und er ist ein absoluter Teamplayer, aber wenn es darauf ankommt, kann er auch durchgreifen. Obwohl ich älter bin als er, wurde er zu einer echten Autoritätsperson. Bill und ich hatten nichts als Respekt für die Art und Weise, wie er mit uns umgegangen ist.“

Gleichzeitig lobt Traill selbst aber auch Shields sowie ihre junge Kollegin Sophia Bush: „Brooke und Sophia spielen in dieser Geschichte eigentlich die beiden fiesesten Rollen. Aber ich war begeistert, wie viele Ideen sie hatten, um ihre Figuren doch noch ein bisschen komplexer und interessanter zu machen.“

Abgerundet wird das Ensemble von POWDER GIRL durch Bill Bailey, der Kims Vater Bill spielt. Die Beziehung der beiden zueinander gehört zu den emotionalsten des Films und der Brite war hocherfreut, dass auch er eine dreidimensionale Figur und „nicht bloß wieder einen Drogenabhängigen oder Verrückten“, wie in einigen englischen Kultstreifen vorher, spielen konnte. Selbst die Szenen der beiden, die allesamt im heruntergekommenen Londoner East End spielen, wurden übrigens im wunderschönen Garmisch-Partenkirchen gedreht. Dort hinzugelangen entpuppte sich für Bailey allerdings als echte Herausforderung. Weil gerade wegen der isländischen Aschewolke der gesamte europäische Luftraum geschlossen war, kaufte er sich in Spanien einen klapprigen, gebrauchten Citroen und legte den Weg nach Bayern im Auto zurück. Die Energie, in seinen Drehpausen für Phil Traill musikalische Skizzen für den späteren Score zu komponieren, hatte er trotz solcher Reisestrapazen allerdings immer noch.

Apropos Musik: Einen Live-Auftritt im Film hat darüber hinaus auch noch die erfolgreiche Band „Livingston“ aus Berlin, die unter anderem mit dem Olympia-Song „Go“ in den Charts vertreten war. Der Band-Manager ist ein Freund von Güntsche und so konnten die vier Musiker für einen fulminanten Auftritt im Film gewonnen werden.

Produktion: Die Dreharbeiten

Nachdem diese tolle Besetzung unter Dach und Fach war, konnten Traill und sein Team endlich loslegen, obwohl die Bedingungen teilweise ausgesprochen schwierig waren. Doch es gab in den Bergen noch andere Schwierigkeiten als das Wetter. „Es war verdammt harte Arbeit, ständig die Scheinwerfer, Kameras und den Rest der Ausrüstung von A nach B zu transportieren“, stöhnt Traill heute noch. „Da oben in der dünnen Luft ist man echt viel schneller von so etwas erschöpft als in einem Filmstudio. Außerdem haben wir natürlich oft in Höhen gedreht, wo man mit dem Auto nicht mehr hinkam. Also mussten wir das ganze Zeug in die Seilbahn schleppen und dann weiter mit einem Pistenbully zur Spitze. Und die Schauspieler mussten sich per Schneemobil fortbewegen, also auf so kleinen Flitzern, die aussehen wie Jetskis für den Schnee.“

Glücklicherweise konnten Güntsche und Behr hervorragendes Personal für die Dreharbeiten aufbieten, um den teilweise witterungsbedingten Widerständen zu begegnen. „Deutsche Filmcrews arbeiten durchweg auf hohem internationalem Niveau und es war eine große Bestätigung für uns zu sehen, wie gut die verschiedenen Departments funktioniert haben. Die Dreharbeiten in St. Anton und Garmisch-Partenkirchen waren dennoch eine große Herausforderung. Wir haben den Film innerhalb weniger Wochen vorbereitet. Bisweilen arbeiteten bis zu 80 Filmschaffende an den diversen Drehorten“, erklärt Güntsche.

Wichtig war es auch, möglichst viele Fachleute und Profis am Film zu beteiligen, damit vor allem die Snowboard-Szenen so echt und glaubwürdig wie möglich aussehen. „Weder Pippa noch ich hatten die geringste Ahnung von diesem Sport“, lacht Rees. „Aber wir haben natürlich sofort gemerkt, dass Tom wirklich seine Hausaufgaben gemacht und für das Drehbuch ziemlich viel Recherche betrieben hatte. So ist uns dann auch nicht entgangen, dass Tara Dakides keine Erfindung von ihm ist.“

Die wahrscheinlich berühmteste Snowboarderin der Welt war glücklicherweise sehr begeistert von der Idee, sich im Film selbst zu spielen: „Ich bin es, die in POWDER GIRL, Kims Talent entdeckt und sie ermutigt, an der Snowboard-Meisterschaft teilzunehmen. Denn es ist nicht zu übersehen, dass sie wirklich etwas draufhat und – wie die meisten von uns – einfach nur ein bisschen mehr an sich selbst glauben muss.“ „Vor dem Film dachte ich eigentlich immer, dass ich mich auf einem Snowboard ziemlich gut anstelle“, erzählt derweil Traill. „Aber nachdem ich ein bisschen Zeit mit der besten Boarderin der Welt verbracht hatte, kam ich mir plötzlich wie ein totaler Anfänger vor. Tara hat mir dann aber ein bisschen Nachhilfe gegeben und zum Beispiel beigebracht, dass ich die Knie mehr anwinkeln muss.“

Hauptdarstellerin Felicity Jones musste allerdings ein bisschen mehr lernen, als nur die Knie anzuwinkeln. „Ich wollte immer schon mal Snowboarden oder Skifahren lernen, aber irgendwie hat sich das früher nie ergeben“, berichtet die Schauspielerin. „Durch den Film bekam ich jetzt endlich die einmalige Möglichkeit, mir und meinem Körper etwas vollkommen Neues abzuverlangen. Eine unglaubliche Chance, aber auch eine krasse körperliche Herausforderung. Drei Wochen vor Drehbeginn begann mein Crashkurs, mit wahnsinnig anstrengenden acht Stunden Training jeden Tag.“ Doch der sportliche Erfolg kam nicht über Nacht, wie sie weiter erzählt: „Am Ende hatte ich es echt einigermaßen drauf, und ich will auf jeden Fall so bald wie möglich wieder auf die Piste. Aber bis es so weit war, war ich mehr als einmal mit meinen Nerven echt am Ende. Kennt ihr die Fernsehsendung ‚Faking It‘? Da mussten die Kandidaten immer quasi über Nacht lernen, eine völlig neue Identität anzunehmen. Genau so kam ich mir auch vor. Phil und ich hatten viele Diskussionen, weil er sich Sorgen machte und fand, ich dürfe nicht zu hart zu mir sein. Aber ich wollte so überzeugend wie möglich sein – und das klappte nur, weil ich körperlich bis an meine Grenzen ging.“

Jones’ Kollegin Tamsin Egerton stand vor ähnlichen Schwierigkeiten, denn sie musste wie eine erfahrene Skifahrerin wirken, ohne dass sie jemals zuvor auf Skiern gestanden hat. „Ich fühlte mich wie eine totale Idiotin“, lacht Egerton. „Aber zur Vorbereitung habe ich jeden Tag vier Stunden mit meinem Skilehrer Günther trainiert. Günther wurde mein Held, selbst wenn er unfassbar streng mit mir war. Er hat ganz viel Wert auf die technischen Aspekte gelegt und mir ganz viele Tricks beigebracht, die mir halfen, mich ziemlich schnell zu verbessern. Bei diesem Sport spielt sich ganz viel im Kopf ab, alles ist eine Frage des Selbstvertrauens.“ Krisen auf der Piste erlebte allerdings auch sie immer wieder: „Ich bin alles andere als ein Adrenalin-Junkie. Mich den Hang hinunterstürzen und abwarten, ob ich überlebe, ist überhaupt nicht mein Ding! Und ich kann nicht leugnen, dass ich manchmal dort auf dem Berg stand und echt geheult habe. Wie eigentlich wir alle! Ich kann das nicht, ich will das nicht, ich laufe zu Fuß wieder runter – so nach diesem Motto. Aber von Tag zu Tag wurde es ein bisschen einfacher und mittlerweile macht es mir eigentlich richtig Spaß. Zumindest bin ich stolz darauf, wie weit ich es schon gebracht habe.“

Nicht von allen Schauspielern wurde erwartet, dass sie auf der Piste eine gute Figur abgeben. Georgia King alias Jules kam sogar ganz ums Skifahren herum, wie sie erleichtert erzählt: „Ursprünglich gab es im Drehbuch ein paar Szenen, in denen man mich auf Skiern sehen sollte, doch die wurden irgendwann alle gestrichen. Jetzt muss ich einfach nur sehr oft in Skischuhen durchs Bild laufen.“ Das hätte Ed Westwick vermutlich nicht genügt, schließlich fährt er schon seit seinem elften Lebensjahr Ski. „Ich bin ein begeisterter Skifahrer, deswegen ist ein Film wie dieser für mich genau das Richtige. Wir haben das damals sogar in der Schule gelernt, deswegen wusste ich, anders als die meisten anderen, genau, worauf es ankommt. Aber ich bin wirklich beeindruckt, was Felicity schon nach kürzester Zeit auf dem Brett zustande brachte.“

Damit die Ski- und Snowboard-Szenen wirklich authentisch wirkten, waren zusätzlich aber auch zahlreiche Profis am Start. Zum Beispiel Christian Stevenson, ein Filmemacher, DJ und Moderator, der im Film als Ansager der Snowboard-Meisterschaft zu sehen ist. „Früher habe ich mir meinen Lebensunterhalt mit dem Drehen von Snowboard-Videos verdient“, berichtet er. „Aber mittlerweile zieht es mich eher vor die Kamera. POWDER GIRL ist mein erster Kinofilm, und meine Aufgabe darin ist eigentlich nicht so weit weg von meinem Alltag, denn zusammen mit Ed Leigh präsentiere ich in London immer die beliebten Freeze-Events.“ „Ich bin eine echte Rampensau, deswegen liebe ich es, vor großem Publikum aufzutreten“, fährt er fort. „Spencer Claridge und Stuart Brass, die die britischen Ski- und Snowboard-Meister-schaften leiten und Berater des Films waren, empfahlen mich den Produzenten. Die suchten eigentlich nach einem prominenten Schauspieler, aber die beiden wussten, dass ich diesen Job im Schlaf beherrsche und dabei noch eine echte Show abziehe, mit wechselnden Outfits und lauter schrägen Gags. Zu sehen, wie so ein Film entsteht, war eine tolle Erfahrung. Nur die Zusammenarbeit mit Ed Westwick war ein echtes Problem, denn bei dem Kerl bekomme ich echt weiche Knie. Ich stehe eigentlich nur auf Frauen. Aber bei seinen Augen könnte ich wirklich schwach werden!“ Doch auch abgesehen von solchen Männer-

schwärmereien war Stevenson begeistert von den Schauspielern. „Felicity macht sich super zwischen all den echten Boardern, die auch mit dabei waren“, findet er. „Die Schauspieler mit so vielen Profis zu umgeben, war eine clevere Idee, denn natürlich lassen diese Könner auch die anderen besser aussehen. Es ist nicht leicht, einen solchen Film zu drehen, der wirklich cool und glaubwürdig ist und auch dem kritischen Auge der Insider standhält. Aber ich und ein paar andere Boarder haben vorher das Drehbuch unter die Lupe genommen, um sicherzustellen, dass alles passt und die Leute auch so sprechen, wie wir eben sprechen. Ich kenne mich aus, denn ich stand schon 1985 auf dem Brett, noch bevor das eine große Sache wurde.“

Kaum weniger Begeisterung für ihren Sport legt die vielfach mit Gold dekorierte Profifahrerin Tara Dakides an den Tag: „Ich fing mit 13 Jahren an zu boarden. Auch auf die Gefahr hin, dass ich jetzt furchtbar alt klinge, aber damals gab es noch nicht so viele von uns und der Sport steckte wirklich noch in den Kinderschuhen. So hatte ich das Glück mitzuerleben, wie unglaublich rasant sich das Snowboarden im Laufe der Zeit entwickelt hat. Früher war da nur eine Handvoll eigenwilliger Rebellen, die schräg angeguckt wurden. Heute ist Snowboarden olympisch und im Kino zu sehen. Andere Sportarten werden kurz zum Trend und verschwinden dann wieder, aber das Snowboarden hat sich wirklich durchgesetzt. Heute all die Kids und Familien mit ihren Brettern auf der Piste zu erleben, ist einfach ein tolles Gefühl.“ Während des Drehs war Dakides ehrlich erstaunt, wie schnell die jungen Schauspieler dazulernten. „Felicity ist schon richtig gut, das beeindruckt mich wirklich“, findet der Profi. „Als Anfänger fährt man eigentlich erst einmal vor allem geradeaus, aber sie hatte ziemlich schnell ein paar Sachen drauf, die man sonst erst mit der Zeit lernt. Sie hat wirklich Talent und man merkt, dass ihr die Sache Spaß macht. Ich freue mich sehr, dass ich ihr ein bisschen was bei- und meine Erfahrung in den Film einbringen konnte. Dass ich hier im Drehbuch verewigt wurde, ist natürlich eine große Ehre. Allerdings war ich auch ganz froh, dass Felicity mich im Film nicht schlägt, sondern ich wegen einer Verletzung ausscheide. Wäre es anders gewesen, hätte ich vielleicht nicht mitgemacht, denn ich bin zu sehr Wettkämpferin, als dass ich mich hätte besiegen lassen.“

Solcher Ehrgeiz liegt Bill Nighy vollkommen fern. „Ich stand noch nie auf Skiern oder einem Snowboard“, gibt er ehrlich zu. „Für mich war deswegen die größte Herausforderung, in Skischuhen zu laufen und dabei trotzdem noch entspannt und elegant auszusehen. Was übrigens ein Ding der Unmöglichkeit ist. Irgendwie erschließt sich mir die Faszination des Skifahrens nicht wirklich, und vor allem die entsprechende Bekleidung ist mir ein Graus. Ich bat die Kostümbildnerin sofort, ob ich wenigstens einen Skianzug in Blau tragen könnte, und erfreulicherweise hatte sie sich so etwas schon gedacht. Denn bei Neon-Orange oder Ähnlichem hätte ich wirklich Panik bekommen. Das meiste, was die Menschen auf der Piste tragen, ist doch ein echtes Verbrechen gegen die Mode und den guten Geschmack!“

Entscheidend zum Erfolg aller Szenen im Schnee trugen Second-Unit-Regisseur Jens Hoffmann aus München und Second-Unit-Kameramann Guido Perrini mit ihren jeweiligen Teams bei, die beide zu den weltweit besten und bekanntesten Outdoor- und Extremsport-Filmemachern zählen. Um Kims Fortschritt auf der Leinwand zu zeigen, mussten alle Snowboard-Szenen nach Schwierigkeitsgraden bewertet, sorgfältig choreografiert und schließlich von Stunt- und Sportdoubles sowie – je nach Versicherungslage – Felicity Jones selbst umgesetzt werden. „Jens und seine Männer haben sich wahnsinnig ins Zeug gelegt und in enger Zusammenarbeit mit Phil, dem Kameramann Ed Wild und dem Stunt-Koordinator Torsten Jerabek dafür gesorgt, dass alle sportlichen Aspekte des Films und vor allem natürlich die finalen Wettkampfszenen richtig professionell und authentisch aussehen“, berichtet Wolfgang Behr dankbar. „Ohne sie hätten wir das nicht geschafft.“

Bei so vielen jungen Menschen auf einem Haufen blieb es natürlich nicht aus, dass der Spaß noch weiterging, wenn die Kameras längst nicht mehr liefen. „Wir sind alle zusammen ausgegangen, wann immer wir die Gelegenheit dazu hatten“, denkt Traill lachend zurück. „Diese gemeinsamen Nächte waren für den Film eine gute Sache, denn wir hatten immer so viel Spaß, dass die Stimmung am Set danach jedes Mal super war. Die frische Bergluft tat dann für unsere Energie ihr Übriges!“

„Gleich am ersten Abend in den Bergen stürmten wir an der Piste in St. Anton einen Laden namens Krazy Kanguruh“, erinnert sich Ed Westwick. „Das war der Hammer! Eine Party im Studentenwohnheim ist nichts dagegen, so wild haben wir gefeiert.“ Und natürlich ging es auch in den berühmten Mooserwirt.

Ken Duken war natürlich insbesondere begeistert vom Dreh in seinem Heimatort Garmisch-Partenkirchen. „Vom ersten Tag an waren die Arbeiten einfach großartig und das durchweg, bis zum Ende der Dreharbeiten. Ich weiß, das klingt jetzt wie eine dieser typischen professionellen Antworten, aber es war schlicht und einfach so.“

Bill Nighy und Brooke Shields schlossen sich den Ausflügen ins Nachtleben mit Freude an. „Die jungen Hüpfer haben uns da netterweise nicht außen vor gelassen“, berichtet Nighy. „Ich musste also nicht abends allein in meinem Zimmer sitzen. Wir gingen zum Thailänder und in einen Burger-Laden. Und dann war da noch diese legendäre Nacht auf der Bowlingbahn, wo wir alle sehr viel Spaß hatten, wenn ich mich recht erinnere.“

Shields fühlte sich bei all dem manchmal hin und her gerissen: „Einerseits gaben sie mir das Gefühl dazuzugehören, aber andererseits fühlte ich mich zwischen ihnen natürlich auch wie eine alte Schachtel“, lacht die Schauspielerin. „Immerhin spielte ich die Mutter, da konnte ich doch nicht gleichzeitig mit ihnen um die Häuser ziehen. Aber das Schönste bei diesem Film war sowieso, das niemand zickig oder kompliziert war. Wir hatten wirklich harte Drehtage bei manchmal schwierigen Bedingungen, aber unserem kameradschaftlichen Zusammenhalt konnte das nichts anhaben. Es passiert nicht oft, dass eine Gruppe so unterschiedlicher Menschen jeden Tag miteinander verbringt und dabei so gut harmoniert. Es klingt vielleicht wie ein Klischee, aber das war wirklich etwas Besonders und ich vermisse jeden Einzelnen von ihnen. Denn wir haben zusammen etwas erlebt, das uns für immer verbinden wird.“

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