Ponette

   Kinostart: 29.10.1998

Filmhandlung und Hintergrund

Einfühlsames, zum Teil auch humorvolles Drama um ein Kind, das den Tod seiner Mutter verstehen will.

Nach dem Unfalltod ihrer Mutter muß die kleine Ponette kurzfristig bei ihrer Tante leben, weil der Vater geschäftlichen Verpflichtungen nachgehen muß. Dort muß sie den Verlust der Mutter verarbeiten - keine leichte Aufgabe, zumal die Erwachsenen ihr allesamt unzureichende Auskünfte über das Wesen des Todes geben können. Am Grab der Mutter kommt es schließlich zu einer bewegenden Szene.

Einfühlsames, zum Teil auch humorvolles Drama um ein Kind, das den Tod seiner Mutter verstehen will.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ponette: Einfühlsames, zum Teil auch humorvolles Drama um ein Kind, das den Tod seiner Mutter verstehen will.

    Sein Talent, mit Kindern zu arbeiten, bewies der Franzose Jacques Doillon schon in „Der kleine Gangster“ oder „Eine Frau mit fünfzehn“. Mit „Ponette“, einer anrührenden Geschichte über ein vierjähriges Mädchen, das nach dem Tod der Mutter wieder ins Leben zurückfinden muß, gelingt ihm eine existentielle Reflexion über Trauer, Schmerz und Verlust aus kindlicher Sicht mit fast dokumentarischen Qualitäten.

    Sehr sensibel greift Jacques Doillon ein tabuisiertes Thema auf, den Umgang mit dem Tod. Ponette will den Verlust ihrer Mutter bei einem Autounfall nicht wahrhaben, hofft fest auf ihre Rückkehr und läßt sich von nichts und niemanden ihren Glauben daran nehmen. Als der Vater sie bei einer Verwandten mit Kindern unterbringt, kann auch deren Gesellschaft sie nicht trösten. Am liebsten bleibt das Häufchen Elend allein, um ungestört Kontakt zur Mutter aufnehmen zu können. Das Mädchen isoliert sich immer mehr und beginnt, von zu Hause auszureißen. Der Aufenthalt in einem Sommercamp soll sie auf andere Gedanken bringen. Dort trifft sie die gleichaltrige Ada, die behauptet, ein Kind Gottes zu sein und Ponette zu Mutproben anfeuert, um den lieben Gott für ihr Anliegen gnädig zu stimmen. Aber alle Versuche, Verbindung zur Toten (Mutter) aufzunehmen, scheitern und Ponette reißt wieder aus. In einer herzzerreißenden Szene am Grab der Mutter lernt sie endlich, die Realität und den Verlust zu akzeptieren.

    Sehr zurückhaltend und mit großer Sensibilität läßt der 54jährige Regisseur den Zuschauer an der Zerrissenheit und Verzweiflung eines Kindes teilhaben, das dem ersten großen Schmerz seines jungen Lebens hilflos ausgeliefert ist, das auf Unverständnis und Routine bei den Erwachsenen stößt und Fragen über Gott, Glauben und ein Leben nach dem Tode stellt, ohne eine befriedigende Antwort zu erhalten. Getragen wird das Drama von der erst vierjährigen Victoire Thivisol, die 1996 bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig den Preis als Beste Hauptdarstellerin erhielt - einer wegen ihres Alters umstrittenen Entscheidung. „Ponette“ ist kein lupenreiner „Kinderfilm“, auch wenn Medienpädagogen ihm dieses Etikett aufkleben, sondern der erschütternde Blick in die hermetisch abgeschlossene Gefühlswelt eines Kindes, die Erwachsene wegen der starken Empfindungen fremd scheint und in der letztendlich die eigene Kraft und der Überlebenswille triumphieren. Mehr als ein Achtungserfolg in Programmkinos sollte diesem außergewöhnlichen Film schon aufgrund des Themas und der Besetzung sicher sein. mk.

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