Polly Blue Eyes

  1. Ø 0
   2004
Polly Blue Eyes Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Polly Blue Eyes: Schräge Gangsterklamotte von Tomy Wigand um eine komplett kleinkriminelle Familie.

Frisch aus dem Jugendknast entlassen, plant die zwanzigjährige Polly (Susanne Bormann) einen kompletten Neustart unter besseren Vorzeichen. Dazu gehören nach ihrer Ansicht erstens ein Job und zweitens eine solide Beziehung. Ersteres gibt’s beim Fast-Food-Restaurant um die Ecke, doch zweiteres lässt sich schlecht planen. Stefan, der Polizist, wäre einer, mit dem sie sich anfreunden könnte. Doch dann schleppt Pollys ältere Schwester ihren Freund Ronny (Matthias Schweighöfer) an, dessen überquellender Reichtum an haarsträubenden Geschäftsideen vor allem eines bedeutet: Ärger.

Raue Vorstadtrealität gibt sich im von bissigem Humor getränkten Familien-Crime-Drama von Tomy Wigand („Fußball ist unser Leben„) ein Stelldichein.

Gerade aus dem Jugendknast entlassen, will Polly eigentlich ein anständiges Leben führen. Wie gut, dass sich ein ehrenwerter Polizist in sie verknallt. Wäre da nur nicht ihre komplett kleinkriminelle Familie und deren neuer Freund Ronny, der alle zu einem großen Coup überreden und Pollys Herz gewinnen will. Natürlich geht alles komplett schief.

Nach ihrem Aufenthalt im Jugendgefängnis will Polly eigentlich nur eines: ein normales, anständiges Leben führen. Als sich ausgerechnet der sympathische Polizist Stefan, den sie in einem Fast-Food-Restaurant kennen lernt, in sie verliebt, scheint alles nach Plan zu verlaufen. Doch leider kommt Polly ihre eigene kleinkriminelle Familie in die Quere. Die lässt sich gerade auf dubiose Geschäfte mit dem Tunichtgut Ronny ein, der in Aluminiumfertighäuser macht, jede Menge illegale Ideen besitzt und auch noch ein Auge auf Polly geworfen hat.

Darsteller und Crew

Bilder

Kritiken und Bewertungen

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    Eine rundherum gelungene deutsche Komödie, bunt und prall, überraschend und eines Sacks voller Auszeichnungen würdig: Darsteller, Regie und Buch, Kamera und Musik, Licht und Schnitt und Ausstattung.

    Die junge, freche und coole Polly kommt aus den Gefängnis, will nun alles besser machen. Und es gelingt ihr auch schnell, eine eigene Wohnung, Arbeit und einen neuen Freund zu bekommen. Aber dann kommt ihr die Familie in die Quere, die unbedingt mit ihr gemeinsam ein großes Ding drehen will, und dies, obwohl ihr Vater so ungeschickt ist, dass er noch nicht einmal einen weißen Strich auf einer Straße ziehen kann.

    Der Film ist voller gut gesetzter Pointen und es ist bezeichnend für die warmherzige Art, mit der Regisseur Tomy Wigand all seine Filmfiguren in Szene setzt, dass sich sogar die vermeintlich dumme Blondine, die das ständige Opfer eines Running Gags ist, schließlich als eine patente, selbstbewusste Frau entpuppt. Susanne Bormann verkörpert Polly als eine rundherum positive und sympathische Heldin, und einige der in "Polly Blue Eyes" begangenen Straftaten gehen so komisch daneben, dass man mehr Mitleid mit den armen Tätern als mit ihren Opfern haben muss.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Mit britischen Vorbildern wie „Bube, Dame, König, Gras“ oder „Twin Town“ ist Tomy Wigands durchgeknallte, sympathische Gaunerklamotte „Polly Blue Eyes“ um eine komplette kleinkriminelle Familie ein bemerkenswert mutiger Vertreter deutschen Kinos.

    Schon mit „Fußball ist unser Leben“ zeigte sich Wigand sowohl thematisch als auch mit seiner schwarzhumorigen, lokalkolorierten und sozialkritischen Sicht auf einheimisches Arbeiterklassemilieu den britischen Kollegen verwandt. Bei der Inszenierung seiner schrägen Figuren aus „Polly Blue Eyes“ scheint sein Blick noch mehr auf die benachbarte Insel als auf einheimische Gegebenheiten gewandert zu sein. Kriterien der Glaubwürdigkeit sollte der Zuschauer so nicht unbedingt anwenden; sich stattdessen über weite Strecken bis hin zu einem nicht ganz so originellen Showdown vom Mut der Schauspieler, lakonischem Witz, der Kompromisslosigkeit des Regisseurs und den visuellen Überraschungen des Films unterhalten lassen – an hektischen Schnitten, Achsensprüngen und vielsagenden Close-Ups spart Wigand jedenfalls ebenso wenig wie ein Guy Ritchie. Seine Ganoven sind allerdings vergleichsweise harmlos: Gerade aus dem Jugendknast entlassen, will die blauäugige, blonde, selbstbewusste Polly (Susanne Bormann) ein anständiges Leben führen, und da passt es auch gut, dass sich gleich ein ehrenwerter Polizist mit Hausboot (Sebastian Ströbel) in sie verknallt. Aber Polly hat da noch ihre durchgeknallte Familie am Hals – einen verhinderten Bankräuber als Vater (Ulrich Noethen), eine sehr naive Mutter (Meret Becker) und eine nymphomanische Schwester (Maxi Warwell), die sich in der Zwischenzeit Pollys Ersparnisse bemächtigt haben und ihr stattdessen den neuen Hausfreund Ronny (Matthias Schweighöfer) präsentieren. Der hat’s vergleichsweise faustdick hinter den Ohren und eine Imbissbude, will gleich beide Schwestern, die Familie zu einem bekloppten Coup überreden und zwei fiese Geldeintreiber loswerden. Das Ganze erzählt Wigand in drei Handlungssträngen, die er am Ende zusammenführt. Dabei hätte er auf einige überzeichnete Nebenfiguren gut verzichten, je nach Geschmack den Figuren mehr Tiefe verleihen, alles straffen und Logiklöcher stopfen können. Aber er hat Dialoge, die einen bitterbösen Witz versprühen und für Tempo sorgen, und einen Matthias Schweighöfer, der als nie um eine Lüge verlegener Casanova und Nachwuchs-Gauner durch den Film fegt, dass es eine Freude ist. deg.

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