Polizeiruf 110: Keiner schreit!

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   2008
Polizeiruf 110: Keiner schreit! Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Polizeiruf 110: Keiner schreit!: Schmücke und Schneider ermitteln in der Motocross-Szene.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Das war ein Mordversuch, keine Frage: Die Gabel der Moto-Cross-Maschine wurde angesägt; der junge Fahrer hatte Glück, dass er sich nicht das Genick gebrochen hat. Aber der Anschlag kann unmöglich ihm gegolten haben, denn das Motorrad war spontan ausgeliehen.

    Es gehört dem Jugendtrainer Raake (Ole Puppe). Ein Verdächtiger drängt sich förmlich auf: Raake ist vor einigen Jahren wegen Betrugs verurteilt worden. Die Schuld hat er damals auf seinen Chef abgewälzt; der musste ins Gefängnis, Raake nicht. Der Ganove ist zwar wieder draußen, hat aber zum Glück ein lupenreines Alibi, denn die Hauptkommissare aus Halle, Schmücke (Jaecki Schwarz) und Schneider (Wolfgang Winkler), kommen eher durch Zufall einem abscheulichen Verbrechen auf die Spur: Der kleine Tim (Leonard Carow) hat alles und jeden auf dem Gelände des Moto-Cross-Vereins gefilmt. Ein Datum im Videotagebuch auf seinem Laptop ist allerdings leer. Die Rekonstruktion zeigt eine Geldübergabe zwischen Raake und Tims Vater (Hans Heller). Offenbar handelt es sich um Erpressung. Als der ohnehin verhaltensauffällige Tim im Schulklo eine obszöne Zeichnung hinterlässt, vermuten die Ermittler, er könne von seinem verwitweten Vater missbraucht werden. Die Kommissare können nicht ahnen, dass die Spur völlig falsch ist – und trotzdem richtig.

    Geschickt erzählt das Drehbuch von Annette Hess und Alexander Pfeuffer die Geschichte nach der bewährten Zwiebeldramaturgie: Jede richtige Antwort führt umgehend zu neuen Fragen. Der Motorradunfall ist bloß der Anlass, der den ganzen Fall ins Rollen bringt. Angesichts der vorzüglich entwickelten Handlung kann man es sogar verschmerzen, dass die Inszenierung (Jürgen Brauer) wie immer bei den Krimis aus Halle äußerst gemächlich daherkommt. Die Darstellerführung lässt selbst gestandene Schauspieler wie Schwarz und Winkler mitunter ungelenk wirken, wenn sie sich beispielsweise mit Nachdruck inszenierte vielsagende Blicke zuwerfen müssen. Allerdings machen die beiden Routiniers das durch Erfahrung wieder wett. Den Darstellern der Nebenrollen gelingt das nicht immer.

    Entscheidender ist jedoch ohnehin die geschickt konstruierte Handlung, die gleich mehrere Familiendramen miteinander verknüpft und ein höchst heikles Thema sehr feinfühlig angeht. Die üblichen Frotzeleien zwischen den Kommissaren wären da deplatziert gewesen, aber Schwarz und Winkler durften sich gut eine Woche zuvor in dem Freitagsfilm „Das Traumpaar“ austoben. tpg.

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