Polizeiruf 110: Jenseits

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   2007
Polizeiruf 110: Jenseits Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Polizeiruf 110: Jenseits: Ein trauriger Fall um den Tod eines Jungen fordert Tauber und Obermaier auf je eigene Weise.

Ein Junge ist überfahren worden. Die Obduktion ergibt allerdings, dass das Kind schon tot war. Die Leiche weist zwar Spuren früherer Misshandlungen auf, doch die Polizei tappt völlig im Dunkeln. Kommissar Tauber ist ohnehin vor allem als Beistand und weniger als Ermittler gefordert, weil er sich hingebungsvoll um die Mutter des Opfers kümmert. Nachdem ihr mehrfach verwehrt wird, den Jungen zu sehen, entführt sie die sterblichen Überreste kurzerhand.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Es gibt Krimis, bei denen die Auflösung keine Erleichterung bringt, sondern das Elend nur noch verstärkt. Der Beginn dieses Films mit dem treffenden Titel „Jenseits“ nimmt das zumindest atmosphärisch bereits vorweg.

    Düster wummert die Musik, Nebelschwaden ziehen durchs Bild, als eine Frau einen Jungen überfährt. Die Obduktion ergibt allerdings, dass das Kind bereits tot war. Die Suche nach dem Mörder gestaltet sich fast aussichtslos. Die Leiche weist zwar Spuren früherer Misshandlungen auf, doch die Ermittler (Edgar Selge, Michaela May) tappen völlig im Dunkeln. Das Drehbuch (Markus Thebe, Bearbeitung: Boris Gullotta) setzt ohnehin einen völlig anderen Schwerpunkt: Im Mittelpunkt der Geschichte steht das schwere Los von Polizisten, den Angehörigen der Opfer die schlechten Nachrichten zu überbringen. Zentrale Figur ist die Mutter des Jungen, die von Ulrike Krumbiegel mit einer ergreifenden Intensität verkörpert wird. Mit beinahe quälender Geduld schaut der Film zu, wie diese Frau neben all ihrem Schmerz auch noch die Gleichgültigkeit trauerfeindlicher Gesetze erleiden muss. Immer wieder wird ihr verwehrt, endlich ihr Kind sehen zu können: Erst will der Rechtsmediziner den Fall noch mit seinen Studenten durchgehen, dann ist ein Detail entdeckt worden, dass genauerer Untersuchung bedarf; kein Wunder, dass die Mutter schließlich ausrastet und die sterblichen Überreste kurzerhand entführt.

    Filme, in denen Kinder ums Leben kommen, stellen immer eine Zumutung dar. „Jenseits“ aber fordert nicht allein Eltern eine Menge ab. Die Geschichte beginnt bereits mit der suchenden Mutter; diese Rolle wird sie bis zum Ende nicht ablegen, und sie drängt die gleichzeitige Suche nach dem Täter immer mehr in den Hintergrund. Gerade Tauber (Selge) ist diesmal vor allem als Beistand und weniger als Ermittler gefordert. Die erste halbe Stunde besteht aus nichts anderem als seinem Versuch, der Frau die schlechte Nachricht möglichst schonend beizubringen. Endgültig fast zur Farce wird die kriminalistische Ebene, wenn am Ende klar wird, dass das Duo den Mörder eigentlich schon hatte.

    Trotzdem ist „Jenseits“ kein deprimierender Film. Geschickt weben Buch und Regie immer wieder kleine, mitunter fast verspielte Lichtblicke in den Handlungsteppich, einen Regenbogen zum Beispiel oder einen Schmetterling. Auch andere Details sind Eoin Moore sehr schön gelungen, etwa die hemmungslose Schwärmerei einer jungen Rechtsmedizinerin für ihren Professor. Trotzdem bleibt der Film düster, weil die Trauerbilder mächtiger sind. Ein Mal bedeckt die Mutter in ihrer Verzweiflung im strömenden Regen den Kreideumriss auf der Straße mit ihrem Körper. tpg.

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