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Kommissarin Herz auf der Suche nach einem verschwundenen Mädchen...

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Kritikerrezensionen

  • Polizeiruf 110: Geliebter Mörder: Kommissarin Herz auf der Suche nach einem verschwundenen Mädchen...

    Dieser Film wird den Besonnenen wenig Freude machen. Pädophilie gilt als unheilbar, weshalb es aus Sicht hartgesottener Zeitgenossen nur eine Lösung gibt: wegsperren, und zwar für immer. Die Alternative, eine Kombination aus Therapie und Behandlung mit Medikamenten, bietet keine Garantien gegen einen Rückfall. Als ein Mädchen von der Schule nicht nach Hause kommt, zieht die Potsdamer Kommissarin Herz (Imogen Kogge) andere Lösungen daher gar nicht erst in Erwägung: Für sie gibt es keinen Zweifel daran, dass Jens Schrader das Kind verschleppt hat.

    Der Mann hat vor acht Jahren schon mal ein Mädchen ermordet. Es war vom gleichen Typ, hatte ebenfalls ein geblümtes Kleid an, und die Tat trug sich in just jenem Waldstück zu, in dem Vera, der tüchtige Schäferhund des noch tüchtigeren Polizeihauptmeisters Krause (Horst Krause), den erstochenen Hund von Marie aufgespürt hat. Gewiss, es gäbe noch andere Verdächtige; den neuen Freund (Dirk Borchardt) von Maries Mutter zum Beispiel; oder sogar ihren Vater, der sie gern heimlich an der Schule abgeholt hat. Für Frau Herz aber ist der Fall klar. Schrader kam nach seiner Untat nicht ins Gefängnis, sondern in die geschlossene Psychiatrie. Nun soll er rehabilitiert werden. Am Tag der Tat hatte er Freigang, um sich Arbeit zu suchen. Aber er ist verlobt, hat ein Alibi und schluckt überdies brav die Hormontabletten, die seine Sexualität, wie es der behandelnde Arzt (Hannes Hellmann) ausdrückt, „auf Kastrationsniveau“ absenkt. Trotzdem lässt sich die Kommissarin nicht beirren; und das macht diesen Krimi zur Gratwanderung.

    Selbst wenn Christiane Balthasar bei ihrer konzentrierten Inszenierung auf alle Spekulativität verzichtet und die Fixierung der Beamtin auch im Kollegenkreis für Irritation sorgt: Die Geschichte (Buch: Daniela Mohr) ist kaum geeignet, um Vorurteile abzubauen. Sogar die Besetzung des pädophilen Hauptverdächtigen trägt dazu bei: Stephan Grossmann verkörpert den Kindermörder als ätherischen, fragilen Typen, dem man gerade wegen seiner vermeintlichen Harmlosigkeit beinahe alles zutraut. Schrader wird am Ende zwar nicht aus seiner Schuld entlassen, erfährt aber doch zumindest eine gewisse Rehabilitation (was ihm freilich nichts mehr nützt); dennoch ist der jüngste „Tatort“ aus Köln („Verdammt“) zum beinahe selben Thema ungleich differenzierter ausgefallen. Hier wie dort wird das getrübte Denkvermögen der Ermittler übrigens durch familiären Zuwachs getrübt: In Köln wurde Freddy Schenk Opa, in Potsdam wird Herz Oma; ein Seitenstrang, der jedoch nur den Stress der zwischen Tochter und Tatort hin- und hergerissenen Kommissarin erhöht, nicht aber den Unterhaltungswert der Geschichte. Lässt man die grundsätzlichen Bedenken mal beiseite, ist „Geliebter Mörder“ trotzdem sehenswert, zumal Horst Krause in seinem Mikrokosmos wieder mal heimlicher Star des Films ist. Daher kann man auch verschmerzen, dass Gabriele Maria Schmeide, in „Krauses Fest“ zuletzt noch Berlinerin auf der Durchreise, nun als Mutter des verschwundenen Mädchens fest in dem Brandenburger Dörfchen verwurzelt ist. tpg.

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