Polizeiruf 110: Farbwechsel

  1. Ø 1
   2007
Polizeiruf 110: Farbwechsel Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Polizeiruf 110: Farbwechsel: Die Schweriner Kommissare ermitteln wegen Mordverdachts gegen den Gründer einer Bürgerwehr.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Es gibt vermutlich nicht viele Gründe, dem Fernsehen der DDR heute noch dankbar zu sein; aber die Krimireihe „Polizeiruf 110“ hat dem ARD-Programm ohne Frage gut getan. Gerade die Filme aus München (BR) und Schwerin (NDR) sind oft besser als jeder „Tatort“, weil die Konzepte nicht so starr und die Autoren freier im Spiel mit den Figuren sind.

    Die Krimis aus „Meck-Pomm“, von Beate Langmaack (Grimme-Preis 2005) zur Blüte geführt, waren allerdings stets geprägt von einer gewissen melancholischen Düsternis. Davon ist „Farbwechsel“ weit entfernt, obwohl der Film alles andere als ein heiteres Thema behandelt. Aber Buch (Rolf Greulich) und Regie (Hans-Erich Viet) gewinnen gerade dem Duo Hinrichs/Tellheim (Uwe Steimle, Felix Eitner) geradezu komödiantische Seiten ab. Die Dialogduelle der beiden Ermittler sind zwar noch weit vom Slapstick des „Tatort“-Teams aus Münster entfernt, haben aber dennoch zuweilen durchaus kabarettistisches Format. Das gilt naturgemäß vor allem für die Darbietungen von Uwe Steimle, der in diesem Metier ja nicht ganz unerfahren ist. Wenn sich Hinrichs beispielsweise am Telefon hartnäckig als „Teilnehmer“ meldet (ein Insider-Gag für Zuschauer mit DDR-Erfahrung), an einem Bonsai-Bäumchen herumschnippelt oder über die einheimische Fauna doziert, schimmert stets eine kräftige Portion Parodie durch.

    Dabei ist die Handlung kein bisschen witzig: In einer Kleinstadt haben zwei türkische Imbissbuden gebrannt, ein vietnamesischer Junge ist übel verprügelt worden, und Tags drauf stirbt ein Großhändler. Natürlich hängt alles irgendwie zusammen. Doch während sich Tellheim noch freut, endlich eine alte Rechung mit einem osteuropäischen Schutzgelderpresser zu begleichen, dem er die Schuld am Tod seiner Schwester gibt, deutet immer mehr darauf hin, dass die Täter im Umfeld eines Heimatvereins zu suchen sind. Hinrichs wagt sich in die Höhle des Löwen, um einen Vortrag über die vom Aussterben bedrohte Sumpfschildkröte zu halten, und sieht sich nicht nur interessierten älteren Herrschaften, sondern prompt auch einem Haufen stiernackiger, stumpfsinniger Zeitgenossen gegenüber, die selbstredend als Brandstifter in Frage kommen. Bald zeigt sich zudem, dass die ehrenwerten Motive des Vereinsvorsitzenden (Bernhard Schütz) zumindest zweifelhaft sind: Der Mann hat eine Bürgerwehr gegründet, um die Gastronomie angeblich vor Erpressern zu schützen.

    Neben diversen komödiantischen Kleinodien am Rande der Handlung sorgt auch das neue Personal für Erheiterung: Hinrichs und Tellheim, bislang mehr oder weniger autonom, bekommen eine Chefin, Carla Knechthammer (Christine Schorn), eine „Kriminalistin mit entwaffnendem Humor“; und Tellheim flirtet auf ganz eigene Weise mit der neuen Pathologin Dr. Niethnagel (Katharina Heyer). Die beiden Damen und ihre Darstellerinnen sind eine echte Bereicherung. tpg.

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