Polizeiruf 110: Aquarius

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   2010
Polizeiruf 110: Aquarius Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Polizeiruf 110: Aquarius: Zweiter "Polizeiruf 110" mit dem neuen NDR-Ermittlerteam Anneke Kim Sarnau und Charly Hübner.

Als ein alter Kumpel Bukows tot aus dem Hafenbecken gefischt wird, sucht Katrin König zunächst nach Verbindungen zur Balkan-Mafia. Eine Kiste mit alten Bundeswehrpistolen führt die Ermittler jedoch zuerst in die Vergangenheit der DDR und dann zurück in die Gegenwart: Eine Gruppe ehemaliger Kampfschwimmer ist durch Zufall in den Besitz eines Goldschatzes gekommen und dezimiert sich nun gegenseitig.

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • Nach dem vielversprechenden Auftakt unter der Regie von Eoin Moore („Einer von uns“) hat Edward Berger die Inszenierung des zweiten Films mit dem neuen „Polizeiruf“-Team aus Rostock übernommen. Die Geschichte (Drehbuch: Berger und Martin Rosefeldt) greift den zentralen Handlungskern auf und verknüpft ihn fast unmerklich mit einem neuen Fall.

    Auf der horizontalen Erzählebene geht es auch diesmal wieder um die angeblichen Verbindungen Kommissar Bukows (Charly Hübner) zur Balkan-Mafia, schließlich ist LKA-Kollegin Katrin König (Anneke Kim Sarnau) ja extra deshalb auf ihn angesetzt worden. Dieser Strang wird nahtlos fortgesetzt, als sie entdeckt, dass ein alter Kumpel Bukows, dem er im Revier einen Job als Bürobote verschafft hat, auf ihrem Rechner in der Akte des Mafia-Bosses rumschnüffelt. Kurz drauf wird der Mann tot aus dem Hafenbecken gefischt, in seinen Adern mehr Alkohol als Blut, in seiner Lunge aber kein Salz-, sondern Süßwasser: Er ist in seiner eigenen Regentonne ersäuft worden.

    Und noch etwas entdecken die Ermittler: Der frühere Kioskbesitzer ist zu unverhofftem Wohlstand gekommen. Eine Kiste mit alten Bundeswehrpistolen ist gewissermaßen der Wegweiser, der fort von der Mafia und dafür in die deutsch-deutsche Vergangenheit führt, als der Bereich Kommerzielle Koordinierung (KoKo) für die DDR Devisen beschaffte und damit den Untergang des Staates noch eine Weile hinauszögerte. Berger und Rosefeldt streifen das Thema jedoch nur. Es dient vor allem als historischer Hintergrund für eine Geschichte über Freundschaft und Verrat zwischen den Mitgliedern einer früheren Kampfschwimmereinheit der Volksmarine; und über Gold im Wert von vielen Millionen Euro. Besonders reizvoll dabei: Die beiden Antagonisten, Rivalen um Gold und Liebe, sind Brüder (Karl Kranzkowski, Hans Uwe Bauer).

    Parallel zur lange höchst undurchschaubaren Krimi-Ebene vertiefen Berger und Rosefeldt die Beziehung der beiden Hauptfiguren, die einander aus verschiedenen Gründen mit herzlicher Abneigung begegnen; einmal beschimpft der impulsive Bukow die Kollegin als „Quotenfrau“. Um so unvermittelter, aber keineswegs unglaubwürdig ist ein erotischer Traum mit Katrin König. Auch wenn er sich zum Nachtmahr wandelt: Die Basis für einen späteren Flirt ist gelegt. Berger schildert diese Entwicklung allerdings aufreizend beiläufig. Ohnehin wirkt der über weite Strecken mit teilweise zwei Handkameras gleichzeitig aufgenommene Film (Jens Harant sowie Berger selbst) stellenweise fast improvisiert. Konsequent verzichtet Berger auf die übliche TV-Ästhetik. Wenn es dunkel ist, ist es eben dunkel. Nachts müssen natürliche Lichtquellen genügen, was wiederum zur Geschichte passt. Die Schauspieler benehmen sich wie richtige Menschen und nicht wie Fernsehfiguren. Allerdings hat Berger ihnen zum Teil alles abverlangt: Für das dramatische Finale musste Bauer nicht bloß weitgehend nackt ins winterlich kalte Wasser, sondern anschließend auch noch bei Schneefall durch den Wald rennen. tpg.

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