Achja, wieder mal eine Teenie-Komödie in Aschenbrödel-Manier. Allerdings gibt sich Plötzlich Star oder Monte Carlo wie der passendere Originaltitel lautet deutlich Mühe, sich von den unzähligen Vorgängern abzuheben. Zum einen gibt es nur noch eine Stiefschwester, die lediglich ein bisschen spießig ist, aber Aschenbrödel sonst eigentlich nichts Böses will. Zum anderen natürlich der Handlungsort: Paris wie auch Monte Carlo werden hervorragend in Szene gesetzt und entfachen definitiv Reiselust beim Zuschauer.
Alles anderes ist dann schon nicht mehr so ganz neu und innovativ. Standardsituation reiht sich an Standardsituation: Grace jobbt in einem Diner und muss ihre Mitschüler bedienen, die sie für einen Loser halten, natürlich entpuppt sich das durchaus komfortable Hotel als absolute Bruchbude, natürlich hat dieses Verwechslungsspiel keine ernsten Konsequenzen ganz im Gegenteil und selbstverständlich hält die Komödie für jedes der drei Mädchen ein persönliches Happy End bereit. Und wie in diesem Genre unabdingbar darf auch hier die pädagogische Message keinesfalls fehlen: Nein, sie lautet nicht Lügen haben kurze Beine, sondern eher Bleib dir selber treu! und die Reichen sind keinesfalls die besseren Menschen!. Schadet ja nix, den Teenies das mal beizubringen. Wie glaubwürdig das Ganze vor der Kulisse Monte Carlos mit diesen durch und durch herzensguten, bezaubernden, wunderhübschen Protagonistinnen ist, muss dann der Teenie selbst entscheiden.
Immerhin, die Macher des Films sind sich der wohl berühmtesten Monegassin, die gleichzeitig eine der bekanntesten Schauspielerinnen ihrer Zeit war und heute noch ist, bewusst: Grace Kelly, die 1956 ihre Filmkarriere beendete als sie Fürst Rainier III. von Monaco heiratete und zu Gracia Patricia wurde. In Plötzlich Star finden sich mehrere Verweise auf die Filmdiva: Die Protagonistin heißt Grace, ihre beste Freundin Emma sieht Grace Kelly, während des Abendessens mit dem Prinzen Domenico, in ihrem gelben Kleid mit den hochgesteckten Haaren unfassbar ähnlich und Emma ist es auch, die sich wenige Szenen später den Grace-Kelly-Film Über den Dächern von Nizza im Fernsehen ansieht. Allerdings ist zweifelhaft, dass das gemeine Teenie-Girl diese Verweise bemerkt und sogar einzuordnen weiß. Viel spannender sind da eher die zahlreichen tollen Kleider, der überdimensionalgroße Schminkkoffer und allem voran der sündhaft teure Schmuck.
Positiv zu erwähnen ist aber unbedingt Leighton Meester in der Rolle der Stiefschwester Meg. Nicht nur, dass ihre Storyline eigentlich die interessanteste ist, sie spielt die anderen beiden bildhübschen Mädels an die Wand. Im Gegensatz zu Grace und Emma, die zu dem Schluss kommen, dass es nicht nötig ist, sich zu ändern, wandelt sich Meg von einem eigenbrötlerischen College-Girl zu einer aufgeschlossenen jungen Frau, und es macht Spaß, ihr bei dieser Wandlung zuzusehen.
Fazit: Süße Teenie-Komödie mit toller Kulisse, die zumindest Zielgruppe entzücken dürfte.
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