Pizza und Marmelade

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   2008
Pizza und Marmelade Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Pizza und Marmelade: TV-Tragikomödie: Ein bislang auf großem Fuße lebender Architekt muss sich nach überraschender Insolvenz als Pizzabäcker verdingen...

In einem Münchener Wohnsilo treffen Menschen aufeinander, die allesamt eine Vergangenheit, aber keine Zukunft haben. Architekt Florian war am Ziel seiner Wünsche, als seine Firma pleite machte; die alleinstehende Lucia hat gerade ihren kleinen Sohn verloren; ein alter Mann, Experte für arabische Literatur, kann sich dank seiner Verbindungen zum Geheimdienst eines muslimischen Nebenbuhlers entledigen, der Tag und Nacht über eine schöne Syrerin wacht.

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Kritikerrezensionen

  • „Auf den Augenblick!“: Schon allein dieser Trinkspruch ist Ausdruck tiefer Melancholie. Oliver Dieckmanns traurig-schönes Regiedebüt über die Einsamkeit der Großstädter ist so nah am Alltag, dass es fast weh tut.

    Die Hauptfiguren der Geschichte (Drehbuch: Andrea Stoll) sind Gestrandete des Lebens, die das Schicksal in ein abweisendes Wohnsilo gespült hat. Dort treffen nun Menschen aufeinander, die allesamt eine Vergangenheit, aber keine Zukunft haben: Architekt Florian (Max von Thun) wähnt sich am Ziel seiner Wünsche, als er endlich sein erstes großes Projekt leiten darf. Aber dann kracht ein Kollege aus großer Höhe auf sein Auto: Der gemeinsame Arbeitgeber hat pleite gemacht, und weil Florian nur auf Rechnung gearbeitet hat, wird er nach unten durchgereicht und landet als Aushilfskellner in einer Pizzeria. Lucia (Stefanie Stappenbeck) hat kürzlich durch einen tragischen Autounfall ihren kleinen Sohn verloren, und weil ihr Mann schuld war, ist auch die Ehe in die Brüche gegangen. Das aber erfährt man erst viel später, als sich Florian und Lucia nach diversen vergeblichen Versuchen endlich näherkommen.

    Und dann ist da noch der alte Herr Büchner (Michael Hanemann), ein Experte für arabische Literatur, dessen Vorleben gänzlich im Dunkeln bleibt. Allerdings hat er Verbindungen zum Geheimdienst, und die macht er sich zunutze, um endlich bei Fatima (Meral Perin) freie Bahn zu haben. Die wird Tag und Nacht von ihrem argwöhnischen Schwager überwacht, denn der hat in der Tat selbst ein Auge auf die schöne Syrerin geworfen. Ein Anruf genügt, und der Nebenbuhler ist weg vom Fenster. Der Fluch der bösen Tat sorgt jedoch dafür, dass sich Herr Büchner, der seine Nachbarn regelmäßig mit selbstgekochter Marmelade versorgt, nicht lange an Fatimas Gunst erfreuen kann.

    Kameramann Bernhard Jasper hat gar nicht erst versucht, die Kehrseite Münchens in ein angenehmes Licht zu rücken; selbst wenn der Schnee das düstere Stadtbild etwas gnädiger erscheinen lässt. Ein gemeinsamer Kirchenbesuch von Florian und Lucia hat allerdings eine fast schon überirdische Leuchtkraft. Eine sparsame, überaus treffende Musik (Patrick Buttmann) unterstreicht die allgemeine Schwermut noch, sorgt aber immer wieder auch für emotionale Aufhellungen. Dies sind dann die Augenblicke, auf die es sich zu trinken lohnt, denn eigentlich ist „Pizza und Marmelade“ aller Tristesse zum Trotz ein Liebesfilm. Das wunderlichste Paar bilden Claudio und Mariella (Helmfried von Lüttichau, Clelia Sarto), über ein paar Ecken Cousin und Cousine sowie Betreiber der Pizzeria. Immer wieder sabotiert sie seine „Blind Dates“ mit Frauen, die er über eine Single-Börse im Internet kennen gelernt hat. Aber erst Florian gibt der Beziehung den nötigen Schubs, und mit einem Mal wird aus der verhuschten Mariella ein bezaubernd schöner Schwan.

    Weil Dieckmann immer wieder auch heitere Momente in die Geschichte einstreut, ist „Pizza und Marmelade“ eine sensibel erzählte, wunderbar gespielte Melanchomödie der leisen Töne. Ein großer Film über das kleine Glück, still und besinnlich. tpg.

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