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Fakten und Hintergründe zum Film "Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt "

Fakten und Hintergründe zum Film "Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt "

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Über den Film

Erfolg kann eine Bürde sein. Gerade wenn es sich um die Fortsetzung von PIRATES OF THE CARIBBEAN - DEAD MAN’S CHEST („Pirates Of The Caribbean – Fluch der Karibik 2“, 2006) handelt, dem dritterfolgreichsten Film aller Zeiten, der weltweit über eine Milliarde Dollar einspielte. Jerry Bruckheimer und Gore Verbinski waren dennoch entschlossen, noch einmal die Erwartungen des Publikums zu erfüllen – ja sogar zu übertreffen. „Es kann einem fast ein wenig Angst machen, einen so erfolgreichen Film zu drehen“, gibt Jerry Bruckheimer zu. „Man weiß ja nie! Es widersprach schon jeglicher Vernunft, dass ein Piraten-Film, basierend auf einer Themenpark-Attraktion, ein solcher Hit werden würde. Dann machten wir uns an den zweiten Teil. Und es ist nun mal eine Faustregel in unserem Geschäft, dass Fortsetzungen etwa 20 bis 30 Prozent weniger einspielen als der erste. Aber bis heute hat PIRATES OF THE CARIBBEAN - DEAD MAN’S CHEST („Pirates Of The Caribbean - Fluch der Karibik 2“, 2006) beinahe schon das Doppelte soviel eingespielt wie PIRATES OF THE CARIBBEAN – THE CURSE OF THE BLACK PEARL (“Fluch der Karibik”, 2003).“

Bruckheimer führt den Erfolg der beiden ersten Teile vor allem auf eines zurück: Die immense Arbeit, die Filmemacher und Schauspieler auf beiden Seiten der Kamera leisteten. „Alles fängt mit dem Drehbuch an und Ted Elliott und Terry Rossio erschufen großartige neue Figuren und eine aufregende Umgebung für diese Charaktere. Als nächstes benötigt man einen Regisseur, der so talentiert ist wie Gore Verbinski, der dem Publikum einen solchen Thrill mit dem ersten Film gab und im zweiten sogar noch zulegen konnte. Komplettiert wird das alles durch Schauspieler wie Johnny Depp, Keira Knightley, Orlando Bloom und Geoffrey Rush. Sie haben wirklich alles getan, um die Charaktere, die Szenen und die Schauplätze, die Gore, Ted und Terry mit so viel Herzblut, Köpfchen und Zeitaufwand erschaffen haben, so einnehmend, lustig, romantisch und clever zum Leben zu erwecken.“

Jerry Bruckheimer fährt fort: „Zu guter Letzt muss auch der Background bis ins kleinste Detail stimmen. Die fantastische Ausstattung von Rick Heinreichs, die exzellente Kameraarbeit von Dariusz Wolski, die grandiose Musik von Hans Zimmer und die Unmenge an Arbeit, die so viele Menschen in diese Filme steckten, machten diesen großen Erfolg erst möglich.

Für den dritten Teil ermutigten Produzent und Regisseur die Drehbuch-Autoren Ted Elliott und Terry Rossio den Rahmen zu sprengen, buchstäblich bis ans Ende der Welt zu gehen. „Gemeinsam mit Jerry, Gore und Johnny setzten wir uns für beide Fortsetzungen das Ziel, Filme zu erschaffen, die mit dem ersten in einer Reihe stehen und dennoch einzigartig sind und für sich selbst stehen können“, erklärt Ted Elliott. „Daher mussten wir so schnell es die Story erlaubte, die Erwartungen des Publikums erfüllen, um dann darüber hinauszugehen und diese zu übertreffen. Die Herausforderung war es, Handlungsstränge zu entwickeln, die niemand vorhersehen konnte. Und das ist nicht gerade einfach.“

Das Grundmotiv von PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT ist die Frage, was einen guten Menschen ausmacht. Und jeder muss sich dieser Frage stellen. Es dreht sich um die Idee, dass alle Piraten-Filme von moralischem Zwiespalt handeln, dass gute Menschen manchmal gezwungen werden, schlimme Dinge zu tun. Aus ihrer eigenen Perspektive war jeder Charakter mit solch einer Situation konfrontiert. Sie alle tun Dinge, die sie eigentlich nicht tun wollen, stehen vor einer schwierigen Alternative und müssen mit den Konsequenzen leben. Aus dieser Sicht hat jede Figur der Geschichte ihre schurkischen Momente.

„Im Grunde gibt es eigentlich zwischen keiner der Figuren im Film wahres Vertrauen“, fügt Jerry Bruckheimer hinzu. „Jeder verfolgt einen verschlagenen Plan, der am Ende nur ihm selbst nützen würde. PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT dreht sich deshalb immer um die Frage, wer schließlich das bessere Ende für sich hat, wer noch ein Ass oder einen Joker mehr im Ärmel hat.

Wie schon bei den ersten beiden Filmen waren Ted Elliott und Terry Rossio an jedem Set und Drehort dabei. „Ihr Beitrag war enorm“, sagt Jerry Bruckheimer. „Sie arbeiteten direkt mit Gore und den Schauspieler, deshalb entsprach exakt alles dem Film und den Figuren, die sie sich ausgedacht hatten.“

Er ergänzt: „Drehbücher zu schreiben ist eine echte Kunstfertigkeit. In den 30er und 40er Jahren engagierte Hollywood Heerscharen von Journalisten und Schriftsteller, eigentlich jeden, der schreiben konnte. Die meisten von ihnen versagten kläglich, wenn es darum ging ein Drehbuch zu Papier zu bringen. Es ist einfach eine ganz eigene Form des Schreibens, eine eigene Kunstform. Ted und Terry jedoch sind wahre Meister darin. Sie lieben Filme, alte wie neue, und sie wissen über alles, was im Film passiert, bestens Bescheid. Sie kennen jedes Geheimnis, das man für eine gute Figur braucht, weil sie genau das jahrelang untersucht und studiert haben. Außerdem sind sie frisch! Ted und Terry nehmen eine traditionelle Konvention des Piratenfilms, die seit Jahrzehnten banal und klischeehaft wirkt, stellen sie mehrfach auf den Kopf und urplötzlich ist das neu und interessant. Zusammen mit Gore haben sie eigentlich das Genre des Piraten-Films völlig neu erfunden!“

PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT spannt einen Bogen von der Karibik bis ins historische Singapur und noch weiter zu mythischen Orten. Neue Figuren wie der chinesische Pirat Captain Sao Feng werden etabliert und ein entscheidender Charakter kehrt zurück: Captain Barbossa! Frisch zurück aus dem Jenseits schließt er eine brüchige Allianz mit seinem alten Widersacher Jack Sparrow gegen die Mächte der East India Company. Das Publikum lernt auch die Piratenbruderschaft in ihrer Zuflucht Shipwreck Cove kennen, ein Sammelsurium von Halsabschneidern und Schurken aller Sieben Meere. Darunter findet sich auch der Bewahrer des Piratenkodex’ wieder, Teague, der von keinem Geringeren als Rolling Stones-Legende Keith Richards gespielt wird. Daneben kehren aus dem ersten Film auch Murtogg und Mullroy zurück, die beiden größten Dummköpfe, die im 18. Jahrhundert in englischen Uniformen steckten.

PIRATES OF THE CARIBBEAN - THE CURSE OF THE BLACK PEARL („Fluch der Karibik“, 2003) entstand nach der gleichnamigen Attraktion aus den Disney Themenparks. Walt Disney selbst legte bei ihrer Planung noch selbst Hand an. Und obwohl die Vorhersagen für „einen Film, der auf einer Achterbahn basiert“, wenig optimistisch waren, entwickelte er sich 2003 zum Kassenschlager, wo auch immer er anlief. Allein in den USA spielte er mehr als 305 Millionen Dollar ein, außerhalb der USA sogar noch mehr, was zu einem Gesamt-Einspielergebnis von 635.913.918 Dollar führte. Der Film erhielt insgesamt fünf Nominierungen für den Academy Award®, darunter Johnny Depp als Bester Schauspieler.

PIRATES OF THE CARIBBEAN - THE CURSE OF THE BLACK PEARL („Fluch der Karibik“, 2003) war so erfolgreich, dass schließlich sogar die Themenpark-Attraktionen in Disneyland in Anaheim und Walt Disney World in Orlando von Walt Disney Imagineering für den Filmstart von PIRATES OF THE CARIBBEAN - DEAD MAN’S CHEST („Pirates Of The Caribbean - Fluch der Karibik 2“, 2006) modifiziert wurden. Figuren aus dem Film wie Captain Jack Sparrow, Captain Barbossa und Davy Jones wurden behutsam in die Handlung der Themenpark-Attraktion eingefügt, in der Hoffnung, dass die Fortsetzung vielleicht genau so erfolgreich werden würde, wie der erste Film.

Doch nicht einmal Jerry Bruckheimer, Gore Verbinski oder die Walt Disney Studios hätten voraussagen können, wie sich der zweite Teil der Trilogie entwickeln würde, als er am 7. Juli 2006 startete. Die PIRATES OF THE CARIBBEAN-Saga passte wohl exakt in diesen mysteriösen, nicht einzuschätzender Faktor, der gemeinhin Zeitgeist genannt wird. Denn PIRATES OF THE CARIBBEAN - DEAD MAN’S CHEST („Pirates Of The Caribbean - Fluch der Karibik 2“, 2006) entwickelt sich sofort zum kulturellen Phänomen. Bereits am Eröffnungswochenende pulverisiert der Film mit 135.745.219 Dollar jeden vorhergehenden Boxoffice-Rekord. Zum Vergleich: SPIDER MAN („Spider-Man“, 2002), der Rekordhalter bis dahin, spielt 20 Millionen Dollar weniger ein. „Fette Beute für die Bruckaneers“ titelte damals Daily Variety und stellte fest, dass PIRATES OF THE CARIBBEAN - DEAD MAN’S CHEST („Pirates Of The Caribbean – Fluch der Karibik 2“, 2006) an einem Drei-Tages-Startwochenende sogar die Zahlen der Blockbuster mit einem Vier-Tages-Startwochenende locker übertraf. 55 Millionen Dollar am ersten Tag markierte ebenso einen sensationellen Boxoffice-Rekord wie 100,2 Millionen Dollar nach zwei Tagen. Überhaupt war PIRATES OF THE CARIBBEAN - DEAD MAN’S CHEST („Pirates Of The Caribbean – Fluch der Karibik 2“, 2006) der erste Film, der die 100-Millionen-Dollar Schallmauer nach nur 48 Stunden durchbrach.

In kürzester Zeit hatte er Eventstatus erreicht, wie die Massen an Fans quer durch alle demografischen Schichten bewiesen, die stundenlang Schlage vor dem Kino standen. Nicht selten kamen sie in selbst gemachten Piraten-Outfits in die Vorstellungen und sahen selbst aus als wären sie eben von der Leinwand gesprungen.

PIRATES OF THE CARIBBEAN - DEAD MAN’S CHEST („Pirates Of The Caribbean – Fluch der Karibik 2“, 2006) übertraf die Marke von 200 Millionen Dollar Einspielergebnis nach acht Tagen, ein weiterer Rekord. Ebenso wie die 258,2 Millionen Dollar nach zehn Tagen. Zusätzlich spielte er in 23 Ländern außerhalb der USA und Kanada weitere 125 Millionen Dollar ein. Die letzten Unkenrufe, die dem Film einen schnellen Absturz in der Zuschauergunst prophezeiten, verstummten spätestens in der dritten Woche, als die Massen weiter in die Kinos strömten und PIRATES OF THE CARIBBEAN - DEAD MAN’S CHEST („Pirates Of The Caribbean – Fluch der Karibik 2“, 2006) als schnellster Film aller Zeiten in den USA und Kanada über die 300 Millionen Dollar-Grenze sprang – und ganz nebenbei in dieser Zeit bereits das Gesamt-Ergebnis von PIRATES OF THE CARIBBEAN – THE CURSE OF THE BLACK PEARL (“Fluch der Karibik”, 2003) übertraf.

Auch außerhalb Amerikas überall dasselbe Phänomen: PIRATES OF THE CARIBBEAN - DEAD MAN’S CHEST („Pirates Of The Caribbean – Fluch der Karibik 2“, 2006) startete in elf weiteren Ländern und schoss überall von Null auf Eins. Lange Schlangen vor den Kinos bestimmten das Straßenbild von Tokio über Bombay bis nach Warschau. Bis September 2006 erzielte der Film weltweit über eine Milliarde Dollar, und ist damit erst einer von drei Filmen überhaupt, die ein solches Einspielergebnis erzielen konnten. Das Publikum hatte gesprochen, laut und deutlich, und zwar auf der gesamten Welt!

PIRATES OF THE CARIBBEAN - DEAD MAN’S CHEST („Pirates Of The Caribbean – Fluch der Karibik 2“, 2006) wurde viermal für den Academy Award nominiert. John Knoll, Charles Gibson, Hal Hickel und Allen Hall gewannen den Oscar in der Kategorie „Best Visual Effects“.

Dennoch war den Filmemachern klar, dass solche Erfolge eine Hypothek für den dritten Teil darstellen würden. Gerade weil die ersten beiden Teile das Publikum so faszinierten, wird es von PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT nichts weniger als ein unglaubliches Spektakel erwarten, das noch einmal alles Dagewesene übertrifft. Und sie waren vorbereitet, diesen Erwartungen zu begegnen. „Wir wollten eine epische Geschichte über den Kampf zwischen Freiheit und Konformität erzählen“, erklärt der Ausführende Produzent Mike Stenson. „Eine grundlegende Frage des Filmes ist, warum wir Seeräuber mögen sollten. Wenn wir aufwachsen, wollen wir alle Piraten sein. Man will frei sein, keine Regeln befolgen, keiner Autorität unterworfen sein. Aber wenn man älter wird, lernt man, dass man Kompromisse schließen muss. Man muss sich mehr und mehr anpassen, lernt gewisse Regeln einzuhalten. Aber das heißt nicht, dass man nicht am Freitagabend aus dem Anzug schlüpfen möchte und für ein paar Stunden diese düstere, verwegene und unabhängige Version von sich selbst ausleben möchte. Das genau ist meiner Meinung nach, was die Leidenschaft der Menschen für diese Filme ausmacht.“

„PIRATES OF THE CARIBBEAN – THE CURSE OF THE BLACK PEARL („Fluch der Karibik“, 2003) war nicht einmal auf der Top Ten-Previewliste für den Sommer damals“, erinnert sich der Ausführende Produzent Chad Oman von Jerry Bruckheimer Films. „Dann war PIRATES OF THE CARIBBEAN - DEAD MAN’S CHEST („Pirates Of The Caribbean – Fluch der Karibik 2“, 2006) mehr als doppelt so erfolgreich, als wir es uns überhaupt erhofft hatten. Das war überwältigend, aber das Problem, das wir nun hatten, war, dass wir für PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT gezwungen waren, etwas Großes, etwas Außergewöhnliches zu erschaffen.“

Bruce Hendricks, Ausführender Produzent, ergänzt: „Der schönste Aspekt an der PIRATES OF THE CARIBBEAN-Saga ist, dass es sich zu einem eigenständigen kulturellen Phänomen ausgeweitet hat, das das Publikum leidenschaftlich für sich selbst einnimmt. Das ist in erster Linie Jerry, Gore, Ted, Terry und natürlich der Besetzung zu verdanken. Diese Filme haben das Genre des Piraten-Films, das im Grunde tot war, für immer verändert. Jetzt ist es neu erfunden, und ob wir oder jemand anderes nun Filme über Piraten machen werden, sie werden mit anderen Augen gesehen werden.“

Auch die Stars arbeiten nach dem weltweiten Erfolg von PIRATES OF THE CARIBBEAN - DEAD MAN’S CHEST („Pirates Of The Caribbean – Fluch der Karibik 2“, 2006) immer noch die Bedeutung auf. „Es ist überwältigend, ich bin immer noch etwas erstaunt, wie viele Menschen auf der ganzen Welt diese Filme und Captain Jack Sparrow begeistert aufgenommen haben, ja sogar in vielerlei Hinsicht, von diesem Charakter Besitz ergreifen und für sich reklamieren“, gibt Johnny Depp zu. „So etwas ist mir noch nie vorher passiert. Allerdings ist so etwas wie mit der PIRATES OF THE CARIBBEAN-Saga überhaupt noch nicht vielen Menschen passiert. Es ist sehr, sehr bewegend und tief emotional zu sehen, dass die Menschen eine enge Verbindung mit diesem Captain Jack fühlen. Kleine Kinder, die sich wie er anziehen, die wie er reden – das ist einfach beeindruckend.“

Johnny Depp konnte es kaum erwarten, die Reise und die Entwicklung von Captain Jack in PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT fortzuführen. „Am Schluss von PIRATES OF THE CARIBBEAN - DEAD MAN’S CHEST („Pirates Of The Caribbean – Fluch der Karibik 2“, 2006) sehen wir Jack wie er im Maul des Krakens verschwindet“, erklärt Johnny Depp. „Nun sitzt er in Davy Jones Gefängnis und das geht ja sogar noch über die Idee vom Fegefeuer hinaus! Denn Jack befindet sich ja quasi in ein einer Art Vorhölle, in der er nicht von seinen Dämonen, sondern von den zahlreichen Facetten seiner eigenen Persönlichkeit umgeben wird. Ein brillanter Kniff.“

„Es ist einfach interessant, dass Captain Jack einen bestimmten ehrlichen und Charakterzug hat, der ihm irgendwann das Genick bricht“, fügt Drehbuchautor Ted Elliott hinzu. „Er hat es bereits im ersten Teil prophezeit, wir haben es im zweiten Teil gesehen und nun im dritten sagt er sich: ‚Schau, ich hab’ es versucht, ehrlich zu sein. Wo hat es mich hin gebracht? Jetzt bin ich fertig damit!’ Das ist Jacks Kampf von nun an. Wie weit wird er gehen, um das zu bekommen, was er will?“

Johnny Depp ist ein ungewöhnlicher, ein einmaliger Schauspieler, der voller Überraschungen steckt“, sagt Jerry Bruckheimer. „Er kreiert Figuren, in die sich das Publikum einfach verliebt. Captain Jack ist ein Charakter, wie man ihn noch nie vorher auf der Leinwand gesehen hat. Ein betrunkener, verrückter Haudegen, der manchmal nicht einmal aufrecht stehen kann, und der dennoch so clever ist, dass er jeden in seiner Umgebung übers Ohr hauen kann. Und Johnny Depp ist in der Lage, solche Figuren in jedem seiner Filme zu erschaffen. Ob es Willy Wonka in CHARLIE AND THE CHOCOLATE FACTORY („Charlie und die Schokoladenfabrik“, 2005), J.M. Barry in FINDING NEVERLAND („Wenn Träume fliegen lernen“, 2005) oder DONNIE BRASCO („Donnie Brasco“, 1997) ist, er entwickelt etwas Unauslöschliches. Und niemand kann genau sagen wie er diese magischen Moment erschaffen hat.“

Geoffrey Rush, ein unerschütterlicher Enthusiast alle drei Filme hindurch, war ebenfalls begeistert, sich noch einmal in Captain Barbossa verwandeln zu dürfen. „Ich war immer der Meinung, dass PIRATES OF THE CARIBBEAN - DEAD MAN’S CHEST („Pirates Of The Caribbean – Fluch der Karibik 2“, 2006) und PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT in Wirklichkeit ein einziger großer Film sind – mit einem kleinen Cliffhanger in der Mitte“, schmunzelt Rush. „Das sage ich mit einem gewissen Egoismus, denn im zweiten Teil mache ich ja nichts. Ich bin tot. Ich habe lediglich einen fantastischen Schlusssatz am Ende. PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT aber ist das große Finale. Es führt 15 Handlungsstränge, die sich alle durch die ersten beiden Teile zogen, zusammen, verwebt sie und bringt so die gesamte Geschichte zum Abschluss.“

„Barbossas Charakter hat sich im Verlauf dieser Story deutlich verändert“, fährt Rush fort. „Davy Jones schwang sich in PIRATES OF THE CARIBBEAN - DEAD MAN’S CHEST („Pirates Of The Caribbean - Fluch der Karibik 2“, 2006) zum Erzschurken, zum finsteren Zentrum der Handlung auf. Nach seiner Abwesenheit kehrt Barbossa nun im dritten Teil quasi als eine Art „Politiker“ zurück. Das war großartig für mich, denn ich konnte der Figur andere Nuancen, andere dramaturgische Schemata verleihen, als noch in PIRATES OF THE CARIBBEAN – THE CURSE OF THE BLACK PEARL (“Fluch der Karibik”, 2003), wo Barbossa ja auf die Gegenspieler-Rolle von Captain Jack Sparrow beschränkt ist. Diese Rivalität ist natürlich immer noch da. Aber die Funktion von Barbossa ist nun eine andere. Er muss dafür sorgen, dass das wahrhaft romantische Erbe der Piraten-Bruderschaft, als Vagabunden der Meere erhalten bleibt. Im Kampf gegen die ruchlose East India Company, die die Seeräuber ausmerzen will. Das macht mich zu einer Art Erz-Manipulator, einer Figur die Leute betrügt und sie Dinge tun lässt, die diese eigentlich nicht tun wollen. Das kommt Barbossas bekannten Qualitäten sehr entgegen und ist meiner Ansicht nach die Art und Weise wie die Figur funktioniert.“

„Wir alle sind immer noch in unseren Figuren“, erklärt Orlando Bloom. „Aber glücklicherweise entwickeln sich diese im dritten Teil sehr stark. Will Turner zum Beispiel bekommt gleich eine ganze Reihe ziemlich rauer Kanten. Im zweiten Teil muss er sich zwischen seinem Vater und seiner Liebe zu Elizabeth entscheiden. Er möchte auf zwei Hochzeiten tanzen. Er will seinen Vater, Stiefelriemen Bill Turner, retten. Aber gleichzeitig möchte er auch bei dem Mädchen sein, dass er liebt. Aber dieses Ziele passen nicht zusammen, es sind Pole die sich gegenseitig abstoßen.“

„Zu Beginn von PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT hat sich Will, um seine eigenen Ziele zu verfolgen, mit dem Kodex der Piraten abgefunden, den er am Beginn von PIRATES OF THE CARIBBEAN – THE CURSE OF THE BLACK PEARL (“Fluch der Karibik”, 2003) noch so sehr verachtet hat“, erklärt Orlando Bloom. „Er hat einen Eid geschworen, das Leben seines Vaters zu retten. Und er wird nichts unversucht lassen, dieses Versprechen zu erfüllen. Dennoch versucht er immer noch irgendwie zu Elizabeth zurückzukehren, die er nach wie vor liebt. Der dritte Teil schließlich offenbart die wahre Natur aller Figuren und es ist großartig diesen Weg mit Will fortzuführen. Einen Weg von dem man nicht weiß, wohin er führen wird.“

„Elizabeth fühlt sich schuldig, am Ende von PIRATES OF THE CARIBBEAN - DEAD MAN’S CHEST („Pirates Of The Caribbean - Fluch der Karibik 2“, 2006) Jack dem Kraken ausgeliefert zu haben“, charakterisiert Keira Knightley ihre immer stärker und entschlossener werdende Filmfigur. „Zu diesem Zeitpunkt war dies die einzige Alternative, die sie hatte. Nun jedoch muss sie entdecken, dass sie Jack retten muss. Also schreitet sie zur Tat. Denn schließlich ist sie mittlerweile weit mehr als nur das kleine Mädchen, das in der Ecke steht und wartet, bis etwas passiert. Es machte großen Spaß eine Frau zu spielen, die so couragiert und entschlossen ist, die keine Angst hat zu kämpfen.“

„Keira entwickelte sich in der Zeit, in der wir die drei Filme drehten, auch selbst zu einer außergewöhnlichen Frau“, beobachtete Jerry Bruckheimer. „Elizabeth spiegelt diese Entwicklung wieder. Sie ist zu Beginn die verwöhnte Tochter eines reichen Gouverneurs, wird aber im Verlauf der Handlung zu einer Frau, die sich über Konventionen hinweg setzt und die ebenso grimmig und hart kämpfen kann wie Will und Captain Jack.“

Auch Bill Nighy war erpicht darauf, seine Figur des Davy Jones im dritten Film noch ein gutes Stück weiter zu entwickeln und den Oberschurken mit Menschlichkeit auszustatten: „Davy steht nun in Diensten von Lord Cutler Beckett und der East India Company. Sicherlich das erste Mal, dass er für jemand anderen arbeitet. Er ist nicht länger der freie Herrscher der Meere. In PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT sieht man nun auch, wie Liebe und Verrat sein Leben zu Grunde richteten. Er leidet Höllenqualen und will vom endlosen Schmerz seiner Liebe befreit werden. Davy Jones ist ein Romantiker, aber er wurde unglaublich tief durch den Verlust seiner Frau verletzt. Menschen wie er binden sich eigentlich nie an andere. Wenn sie es dennoch tun und dabei verletzt werden, bleiben sie in diesem Trauma für immer gefangen. Dieser Schmerz, dieser emotionale Schaden, ist es, der Männer wie Davy so gefährlich macht. Denn sie kommen über solch einen Verlust nie hinweg.“

Stellan Skarsgard, der erneut als Stiefelriemen Bill zu sehen ist, betont die enge Verbindung zu Regisseur Gore Verbinski: „Gore und ich haben nun schon einige Male miteinander gearbeitet und es war immer sehr angenehm. Das ist schon ein wenig überraschend, denn man würde als Schauspieler in einer so großen Produktion erwarten, dass die Arbeit vor der Kamera sehr unterschiedlich ist im Vergleich zu den Independent-Filmen, die ich vorher gemacht haben. Aber es gibt kaum Unterschiede. Alles ist sehr intim und man dreht eigentlich auf genau dieselbe Art und Weise. Man hat die Freiheit, Dinge auszuprobieren. Gore ist nicht nur ein Regisseur, der großen Wert auf den technischen Aspekt legt. Er ist auch ein Regisseur, der sehr interessiert an den Schauspielern ist und an dem Resultat ihres Werks. Das ist einer der Gründe, warum ich diese Rolle wollte. Als ich PIRATES OF THE CARIBBEAN – THE CURSE OF THE BLACK PEARL (“Fluch der Karibik”, 2003) sah, sah ich einen Haufen guter Schauspieler, die eine Menge Spaß zusammen hatten.“

Stiefelriemen Bill hat eine der interessantesten Entwicklungen des Filmes vor sich. „Es ist ziemlich traurig, denn sein Verfall nimmt immer mehr zu“, erklärt Skarsgard. „Er zerfällt förmlich und kann sich nur noch schemenhaft an seine Geschichte und seine Beziehungen zu den Menschen erinnern. Wie die anderen Crew-Mitglieder der Flying Dutchman, so wird auch Bill immer mehr zu einem Teil des Schiffes und verliert seine Menschlichkeit.“

Jack Davenport wiederum überspitzt seine Rolle des James Norrington: „Am Ende des zweiten Filmes musste ich immer noch diesen „Obdachlosen-Chic“ tragen, allerdings hatte ich das Herz von Davy Jones in meinem Besitz. Und obwohl ich genau wusste, dass Beckett so ziemlich die letzte Person auf der Erde, oder besser den Sieben Meeren, war, der ich es hätte geben sollen, tue ich es. Denn so kann ich nun wieder in meinem geliebten „Faschingskostüm“ rumlaufen – ich fühle mich in meiner Uniform einfach viel wohler. Ich bekomme sogar meine weiße Perücke zurück, die mir so gut steht! Also ich habe wieder eine Menge Spaß!“ Etwas ernster charakterisiert er Norrington so: „In PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT stellt er fest, dass er einen schrecklichen Fehler gemacht hat und dass er nun damit leben muss. Im Bezug auf Elizabeth ist er nicht mehr dieser blutleere Bursche, der er noch im ersten Teil war. Das tut der Figur gut, verleiht ihr Tiefe. Sie brach ihm das Herz, in aller Öffentlichkeit und sehr peinlich für ihn. Deshalb macht er sich meiner Meinung nach keine Illusionen mehr über seine große Liebe. Im dritten Teil schaut er dem Chaos, das er angerichtet hat, eher hilflos zu, bis er eine Möglichkeit bekommt, das Blatt zu wenden.

Der charmante Brite Tom Hollander spielt erneut den unverwechselbar charmefreien Lord Cutler Beckett. Auch er war vom Erfolg von PIRATES OF THE CARIBBEAN - DEAD MAN’S CHEST („Pirates Of The Caribbean - Fluch der Karibik 2“, 2006) überwältigt. „Im dritterfolgreichsten Film aller Zeiten mitzuwirken, ist schon eine tolle Sache. Ich fühlte mich ungefähr so, als würde ich mit dem Erfinder des Penicillins auf einer Stufe stehen“, scherzt der Schauspieler. „Es war atemberaubend, einfach sensationell. Teil von etwas zu sein, das die Menschen so lieben, ist wundervoll. Es war zwar ein hartes Stück Arbeit, aber ebenso aufregend.“ Im dritten Film steigert sich Becketts Kaltblütigkeit erneut. Er ist heimtückischer als jemals zuvor. „Davy Jones ist der Oberbösewicht in PIRATES OF THE CARIBBEAN - DEAD MAN’S CHEST („Pirates Of The Caribbean - Fluch der Karibik 2“, 2006). Doch in PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT wird Beckett sein neuer Boss. So gesehen bin ich im dritten Teil in der Hackordnung der Bösewichte ganz oben. Das Herz von Davy Jones ist meine Geheimwaffe, mein größtes Kapital“, fügt Hollander grinsend an. „Derjenige, der das Herz besitzt, kontrolliert die Sieben Meere. Obwohl Beckett Davy Jones physisch nicht gefährlich werden kann, ist er durch dessen Herz, diesem ekligen und Furcht erregenden Ding, doch in der Lage, ihn zu steuern.“

Zusätzlich zu den bereits etablierten Stars der beiden ersten Filme, brachten Bruckheimer und Verbinski einige neue Gesichter mit an Bord von PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT. Allen voran spielt der internationale Superstar Chow Yun-Fat den Seeräuber Sao Feng. „Man will immer extrem talentierte Schauspieler, die auf dem Zenit ihres Könnens stehen“, sagt Bruckheimer. „Und das ist genaue die Definition von Chow Yun-Fat. Er ist ein Meister seines Fachs, ein auf der ganzen Welt bekannter Schauspieler und deshalb die perfekte Ergänzung für die Trilogie.“

„Sao Feng ist weder einer der Good Guys, noch ist er einer der Schurken. Er ist wie alle anderen ein Pirat“, stellt Chow Yun-Fat fest. „Da Verrat nun einmal in solchen Kreisen an der Tagesordnung ist, verhält er sich wie ein Geschäftsmann bei einer schwierigen Transaktion. Es gibt kein Gut oder Böse in der Welt der Seeräuber. Sie sind alle Piraten, und das ist es nun einmal, was Piraten tun.“ Chow Yun-Fat erklärt den globalen Erfolg der Seeräuber-Saga so: „Jeder Mensch hat doch die Fantasie, verbotene Dinge zu tun, sich über die Regeln der Eltern hinwegzusetzen, Autoritäten zu missachten und Konventionen zu brechen. Piraten sind Rebellen, und deshalb sprechen sie besonders die Herzen von jungen Menschen an. Überall auf der Welt. Und deshalb hat der Film einen globalen Ansatz.“

Für so versierte Piraten-Veteranen wie Lee Arenberg und Mackenzie Crook, die das kongeniale Duo Pintel und Ragetti spielen, präsentiert PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT die Möglichkeit, ihre Charaktere weiter zu entwickeln. „Im ersten Film waren wir ziemlich wild“, sagt Crook. „Wir schossen die Diener im Hause des Gouverneurs einfach über den Haufen. Üble Burschen. Im zweiten Film wurden unsere Charaktere etwas aufgehellt. Aber ich denke, dass Gore, Ted und Terry einen gewissen bösartigen Anstrich der beiden beibehalten wollen. Schließlich sind wir Piraten, und deshalb können wir nicht einfach immer nur rumhängen und Späße machen. So komme ich im dritten Teil auf einen beachtlichen Bodycount. Die ein oder andere Seele geht auf mein Konto.“

„Wir waren lustige Bösewichte im ersten Film, und ziemlich lustige gute Kerle im zweiten“, fügt Arenberg hinzu. „Nun sind wir eben sehr lustige Burschen, egal auf welcher Seite wir gerade stehen. Eines jedoch ist sicher. Wir haben nicht eine einzige Gehirnzelle hinzubekommen. Ich würde sogar behaupten, Pintel und Ragetti teilen sich eine Gehirnhälfte.“

Jede Saga muss irgendwo beginnen …

Und für PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT begann diese am 6. April 2005, als die erste Szene für den Film in Wallilabou Bay auf der Insel St. Vincent (Westindische Inseln) gedreht wurde. Rick Heinrich erschuf dort ein wunderbares Set der Piratenstadt Tortuga. Ironischerweise war diese Szene einer der letzten Momente im Film.

Die Dreharbeiten überschnitten sich mit den Aufnahmen zu PIRATES OF THE CARIBBEAN - DEAD MAN’S CHEST („Pirates Of The Caribbean - Fluch der Karibik 2“, 2006). Und vermutlich hätte die Aussicht für den Produzent, den Regisseur, Cast und Crew, nicht einen, sondern gleich zwei solcher epischen Filme zu drehen, nicht abschreckender sein können. Aber der Punkt war, dass es keine Alternative gab und das Team deshalb dieses Mammutprogramm absolvieren musste. „Einen solchen Film zu machen, ist eine große Herausforderung“, sagt Jerry Bruckheimer. „Aber zwei solcher Filme zum selben Zeitpunkt zu machen, ist es eine riesige Herausforderung. Doch aus meiner Sicht war es wegen vieler Aspekte der einzig gangbare Weg, den zweiten und dritten Teil auf einmal abzudrehen. Du hast Gore Verbinski, einen gefragten Regie-Star. Du hast Johnny Depp, der seit Jahren ein großer Star ist und mit PIRATES OF THE CARIBBEAN - DEAD MAN’S CHEST („Pirates Of The Caribbean - Fluch der Karibik 2“, 2006) ein großes Mainstream-Publikum für sich erobern konnte. Du hast Orlando Bloom, der bereits vor dem ersten Film einen steilen Aufstieg erfuhr, und nach dem Release ein Superstar wurde. Und dann hast du Keira Knightley, eine phänomenale junge Schauspielerin, die selbst auf dem Weg nach ganz oben ist. Um sie alle für zwei separat gedrehte Filme wieder vereinen zu können, würde es drei oder vier Jahre dauern, weil sie alle volle Terminkalender haben. Deshalb war es der einzige Weg, zumal wir unbedingt neben Gore auch die Drehbuchautoren, sowie die restliche Crew wieder dabei haben wollten.

Obwohl der Hauptteil der Dreharbeiten auf St. Vincent und der anschließenden Shootings auf Dominica für PIRATES OF THE CARIBBEAN - DEAD MAN’S CHEST („Pirates Of The Caribbean - Fluch der Karibik 2“, 2006) gemacht wurden, konnte Verbinski auch für die exotischen Hintergründe PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT die Vorteile der Location voll ausnutzen. Ein Konvoi von Fahrzeugen der Produktion bahnte sich seinen Weg über kaum befestigte Straßen auf der St. Vincent zum Black Point Beach. Ein spektakulärer Landstrich mit Sandstrand und hohen Wellen. Auf Dominica wurden die ersten Szenen auf der neu konstruierten Black Pearl gedreht. 2000 Seemeilen entfernt von der Steiner Schiffswerft in Alabama, wo das Schiff ursprünglich gebaut worden war. In dieser Szene treffen erstmals Johnny Depp und Geoffrey Rush, in der Rolle seines Widersachers Barbossa, aufeinander. Hier auf Dominica, genauer gesagt am Capucine Port, entstand die Szene, in der die Black Pearl und ihre Passagiere auf Shipwreck Island landen, einem der spektakulärsten Sets von PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT.

Trotz der Tatsache, dass von St. Vincent und Dominica in PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT deutlich weniger zu sehen ist als in PIRATES OF THE CARIBBEAN - DEAD MAN’S CHEST („Pirates Of The Caribbean - Fluch der Karibik 2“, 2006), weist der ausführende Produzent Erik McLeod darauf hin, dass dieser Film an mehr Drehorten entstand, als PIRATES OF THE CARIBBEAN - DEAD MAN’S CHEST („Pirates Of The Caribbean - Fluch der Karibik 2“, 2006). „Zusätzlich zu St. Vincent, Dominica, Exuma und den Bahamas wurde PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT auch an verschiedenen Locations in Süd- und Zentral-Kalifornien gedreht, sowie auf Hawaii, Grönland und an den Niagara-Fällen, wo die Second Unit aufnahm. Gores Absicht ist es, das Publikum an Orte zu entführen, die es noch nie zuvor gesehen hatte.“

Singapore Sling

Der Löwenanteil der Dreharbeiten in dieser Zeit war jedoch für PIRATES OF THE CARIBBEAN - DEAD MAN’S CHEST („Pirates Of The Caribbean - Fluch der Karibik 2“, 2006), es folgte eine Sommerpause, in der das große Wasserbassin auf den Bahamas gebaut wurde. So kam es, dass die nächste Szene des Films nicht vor dem 31. August 2005 gedreht wurde. Hierfür stieß Chow Yun-Fat als Captain Sao Feng zur Crew. Es standen die Szenen auf der Empress an, dem Flaggschiff des chinesischen Piraten. Für die Innenaufnahmen an Bord der Empress und speziell in der Kabine Sao Fengs erschuf Rick Heinrichs grandiose Sets auf einer Soundstage. Zwei Tage später begannen die Dreharbeiten in der ersten richtigen Großkulisse des Filmes. Und wie viele meinten, war dieses Set Heinrichs’ Meisterwerk: ein großzügiger, fantasiereicher Nachbau des Singapurs des 18. Jahrhunderts.

Diese beeindruckende Megakulisse entstand in den Universal Studios. In einem riesigen, 25 x 45 Meter großen Wassertank wurden mehr als 40 einzelne Strukturen und Gebäude errichtet. Gebaut im authentischen südostasiatischen Stil, mit Stroh gedeckten Dächern und auf Stelzen, den so genannten Kampongs, bildeten diese die Hafenlandschaft der legendären Metropole. Dubiose Figuren tummeln sich in den kleinen Gassen, auf dem Marktplatz und in dem Zentrum dieses Sets, dem großen Badehaus. Heinrichs entwarf und baute sogar ein kleines Nebengebäude, indem die Angestellten des Hauses das Wasser in großen Kesseln erhitzen. Dies ist die Bühne für eine frühe und sehr entscheidende Szene in PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT. Elizabeth und Barbossa suchen hier nach geheimen Karten, die sie zu Davy Jones’ Gefängnis, und damit zu Captain Jack Sparrow führen könnte, der am Ende von PIRATES OF THE CARIBBEAN - DEAD MAN’S CHEST („Pirates Of The Caribbean - Fluch der Karibik 2“, 2006) vom Kraken dorthin verschleppt wurde. Es folgt eine gigantische Action-Szene, in der sich die Piraten mit den Schergen der East India Company eine wilde Schlacht liefern.

„Singapur ist eine Mischung aus unterschiedlichen Architekturrichtungen, auf die wir bei der Recherche stießen“, sagt Heinrichs. „Es gibt sehr wenige Dokumente und Abbildungen von Singapur bis zum 19. Jahrhundert. Also sahen wir uns eine ganze Reihe anderer chinesischer Städte an. Wir entschieden uns dann für eine individuelle Architektur, unser Singapur ist eine expressionistische, chinesisch-malaiische wirkende Version der Stadt, wie sie damals ausgesehen haben mag.“

„Das Badehaus ist nicht unbedingt ein Musterbeispiel an Hygiene. Verglichen mit dem Sauberkeitswahn, der in heutigen Spas herrscht, ist es geradezu schmutzig“, fährt Heinrichs grinsend fort. „Die hölzernen Badewannen sind übersät mit Schimmel und anderen Pilzen. Ja sogar die Piraten selbst, die eine Menge Zeit in diesen Wannen verbringen, setzten Schimmel an. Sie scheinen ihre verschmutzte Lebensweise nicht auf den Schiffen zu lassen, sondern bringen diese mit in die Städte. Das alles soll dem Publikum einen wunderbaren Eindruck dessen liefern, was die Piraten doch für dreckige Burschen sind. Wir verwendeten eine Menge von Bindemitteln und Farben, damit selbst das Wasser ungesund aussieht. Captain Sao Feng hat sein eigenes Séparée mit einem kaiserlichen Drachen an der Wand in diesem Badehaus. Wir wollten für den Fußboden einen gewundenen, fast organischen Look, deshalb mussten wir jede einzelne der Dielen von Hand schnitzen lassen.“

Die Set-Dekorateurin Cheryl Carasik ist eine langjährige Mitarbeiterin von Heinrichs und wurde mit ihm für ihre gemeinsame Arbeit an LEMONY SNICKET’S A SERIES OF UNFORTUNATE EVENTS („Lemony Snicket – Rätselhafte Ereignisse“, 2004) und PIRATES OF THE CARIBBEAN - DEAD MAN’S CHEST („Pirates Of The Caribbean - Fluch der Karibik 2“, 2006) jeweils für einen Academy Award nominiert. Sie beschreibt ihre Zusammenarbeit so: „Ich habe mit Rick in kurzer Zeit an vier Filmen gearbeitet, wir harmonieren einfach sehr gut. Er legt von Anfang an los, deshalb habe ich bereits von Beginn des Aufbaus an genügend Informationen, und kann mich auf die kleinen Details konzentrieren.“

Carasiks Dekorationen für das Singapur-Set wurde zur Hälfte aus Asien importiert. Sie erschuf ein wunderbares Sammelsurium aus Körben und Scheffeln, Kisten, Fässern, Eimern, Papierrollen, chinesischen Laternen, ja sogar Nahrungsmitteln. Die auf Leinen aufgehängte Wäsche wurde eigens aus Rattan hergestellt, Bambusblätter, Tropenholz und Palmwedeln komplettieren den Look, alles wirkt, als wäre man tatsächlich in Südostasien.

„Es war eines der größten Sets, das ich in meiner Karriere geschaffen habe. Und wahrscheinlich auch das schwierigste, wegen der geringen Zeit, die uns zur Verfügung stand. Jeder Winkel, die ganzen kleinen Läden, Apotheken, Verkaufsstände und Häuser mussten ausgestattet und eingerichtet werden, weil man bei Gore nie weiß, wo er drehen will.“

Das Singapur-Set fühlte sich auch atmosphärisch exakt wie Südostasien an. Denn die Tausenden von Litern von Wasser in dem Tank sorgten in Verbindung mit der Hitze der Scheinwerfer für eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit. Es bildete sich dicht über der Wasseroberfläche sogar ein Nebel, der den authentischen Eindruck einer Hafenstadt optisch verstärkte.

PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT stellte jedoch auch an Stunt-Koordinator George Marshall Ruge, Stunt-Assistent Dan Baringer und ihr fantastisches Team, das dieses Mal um eine große Anzahl asiatischer Martial Arts-Spezialisten erweitert werden musste, neue und außergewöhnliche Herausforderungen.

In den Szenen in Singapur kamen Captain Barbossa, Will Turner, Elizabeth Swann, Gibbs, Tia Dalma, Pintel und Ragetti, Cotton samt Papagei, Marty, Captain Sao Feng, Jack der Affe und annähernd 200 chinesische Piraten, Soldaten der East India Company und Stadtbewohner zum Einsatz. Sie alle liefern sich ausgehend vom Badehaus eine wilde Jagd durch die Gassen und über die Stege, die die auf Stelzen gebauten Häuser oberhalb des Hafens miteinander verbinden.

„Diese Sequenz war für uns eine völlig unbekannte Größe“, hält Ruge fest. „Im Drehbuch wird sie mit einer einzigen Zeile beschrieben, und ohne Vorwarnung entwickelte sie sich zu einer der größten Herausforderungen im ganzen Film. Wir mussten mit einem komplexen Set arbeiten, hatten sehr wenig Zeit für die Vorbereitung, die Choreografie und das Training der Action-Szenen. Weil an den Kulissen immer noch gebaut wurde oder die Farbe noch nicht trocken war, mussten wir teilweise mitten in der Nacht die Szenen für den nächsten Drehtag einüben.“

„Die Szene am Badehaus stellte uns vor die größten Probleme“, fährt Ruge fort. „Die Choreografie der Kämpf war außerordentlich schwierig, weil wir auf sehr begrenztem Raum mit sehr vielen Leuten arbeiten mussten. Dazu standen auch noch jede Menge Gegenstände dort herum, die immer gewisse Risiken mit sich bringen. Zu allem Überfluss war der Boden wegen des Wassers und des Dampfes auch noch sehr rutschig. Die Action sollte knackig und frisch sein, mit Fokus auf die Figuren. Mit all den Schusswaffen und den umher fliegenden Schwertern konnten wir uns deshalb nicht den kleinsten Fehler erlauben. Als sich der Kampf schließlich aus dem Badehaus auf die Straße verlagerte, standen wir vor weiteren Problemen. Die schmalen Holzstege erforderten eine exakte Choreografie. Darüber hinaus mussten viele Stuntleute von diesen Stegen aus etwa fünf Metern Höhe ins Wasser springen, das in dem Tank nur einen Meter hoch über dem Betonboden stand.“

Ruges Lösung für dieses Dilemma waren spezielle Schaumstoff-Matten, die er auf dem Boden des Bassins befestigen ließ. Chow Yun-Fat, der bereits einige Szenen auf den Bahamas gedreht hatte, war einer der gefragtesten Schauspieler am Singapur-Set. Viele der Schauspieler, Stuntleute und Statisten verfolgten seinen Aufstieg im amerikanischen und asiatischen Kino seit Jahren. „Er sagte immer, was es für eine Ehre für ihn sei, hier dabei zu sein“, erinnert sich Reggie Lee, der Sao Fengs Adjutanten Tai Huang spielt. „Er ist ein Mega-Star, ein Idol für uns alle. Und dabei ist er so freundlich und nett zu jedermann. Seine Leistungen sind bewundernswert, er hat ein tolles Arbeits-Ethos und für mich war es ein echter Höhepunkt meines Lebens, mit ihm drehen zu dürfen.“

An dem Kampf in Singapur nehmen jedoch nicht nur Menschen teil. Auch zahlreiche tierische Darsteller unter der Obhut von Tier-Koordinator Boone Narr und Trainer Mark Harden kommen zum Einsatz. Allen voran wieder Jack der Affe, der entweder von dem Weibchen Chiquita oder dem Männchen Pablo gespielt wurde, je nachdem welche Fähigkeit für die Szene erforderlich war. PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT gab mehr noch als die ersten beiden Filme Chiquita und Pablo die Chance, sich als Darsteller in Szene zu setzen, trugen sie doch in der Singapur-Szene chinesische Kostüme. Und sogar in den Kampf greift Jack entscheidend ein: Er stiehlt ein Römisches Licht, zündet das Feuerwerk und erhellt so den Raum, in dem Piraten und die Soldaten der East India Company kämpfen. „Das war eine große Sache“, erinnert sich Harden, „Pablo und Chiquita mussten eine brennende Kerze anfassen und damit die Lunte entzünden. Wir hatten mehr als 60 Takes zu drehen, ehe die Szene im Kasten war, und daran waren nicht nur die Affen schuld. Alles, was in der Szene schief gehen konnte, ging auch schief. Dennoch war ich danach glücklich. Nicht weil mich alle wegen der 66 Takes aufzogen, sondern weil meine beiden Affen 66 Takes bereitwillig mitgespielt haben, um es richtig zu machen!“

In jeder Szene des Filmes, in der der stumme Pirat Cotton, gespielt von David Bailie, auftritt, sind auch entweder Chip oder Salsa zu sehen, die beiden Aras, die den kreischenden Papagei des Seeräubers spielen. Auf die Frage, ob er mit den Tieren eine Beziehung aufbauen konnte über die Dauer der drei Filme, antwortete Bailie verschmitzt: „Beziehung? Wir sind eine nicht zu unterscheidende Einheit! Die Leute haben mich doch nur erkannt, wenn der Vogel auf meiner Schulter saß.“

Rückkehr auf die Bahamas

Nach drei harten, aber erfolgreichen Wochen, in denen die Singapur-Sequenzen gedreht wurden, kehrte die gesamte Crew Ende September 2005 zurück auf die Bahamas, um die Dreharbeiten für PIRATES OF THE CARIBBEAN - DEAD MAN’S CHEST („Pirates Of The Caribbean - Fluch der Karibik 2“, 2006) in dem großen Tank und auf offener See fortzusetzen. Marine Coordinator Dan Malone und Will White, Koordinator für die Schiffe im Film, ergänzten nun das Team mit ihrer Mannschaft aus Dutzenden Handwerkern, die für alles verantwortlich waren, was schwimmen sollte.

Nach einer Pause zu Weihnachten und Neujahr kehrte das Team in der zweiten Januarwoche 2006 ein letztes Mal auf die Bahamas zurück. Zuerst, um auf dem kleinen Sandstreifen am White Cay und auf Exuma die Parlay-Szene zu drehen. Daran waren Johnny Depp, Geoffrey Rush, Orlando Bloom, Keira Knightley, Bill Nighy und Tom Hollander beteiligt. Unterbrochen wurden diese Aufnahmen von den finalen Szenen für PIRATES OF THE CARIBBEAN - DEAD MAN’S CHEST („Pirates Of The Caribbean - Fluch der Karibik 2“, 2006). Denn der furiose Schwert-Kampf des Filmes, war bis jetzt noch nicht abgedreht worden.

„Der Dreh auf den Exuma, den wir in beiden Filmen verwendeten, war extrem schwierig, aber unglaublich gut organisiert“, sagt Dave Venghaus, First Assistend Director. „Eigentlich hatte ich mit erheblich mehr Schwierigkeiten gerechnet. Wir kamen dreimal an diese Locations zurück, um die Arbeit fertig zustellen, und glücklicherweise verfügten wir über eine außergewöhnliche Crew, die wirklich alles in die Tat umsetzen konnte. Logistik und das Marine Departement bauten erneut am White Cay das Basislager auf. Mit kleineren Booten brachten wir Cast und Crew schließlich an die Drehorte auf den Inseln. Die Mannschaft akzeptierte die Herausforderung und meisterte sie wirklich hervorragend.“

Anschließend ging es zurück auf die Bahamas, zurück in den Wassertank. Abwechselnd wurden hier die allerletzten Szenen für PIRATES OF THE CARIBBEAN - DEAD MAN’S CHEST („Pirates Of The Caribbean - Fluch der Karibik 2“, 2006) gedreht - mehr als ein Jahr nachdem die erste Klappe gefallen war – und die Wasserszenen für PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT. Das Wetter auf den Bahamas hatte sich schon merklich abgekühlt, so sehr, dass die dicken Mäntel für die Nacht-Dreharbeiten herausgeholt werden mussten. Das Klima frischte auch merklich das Meer auf. Das mussten Verbinski und die Crew schmerzhaft in der Nacht des 24. Februar 2006 erfahren. In einer Szene, in der Elizabeth Swann und eine Gruppe chinesischer Piraten aus ihrem Gefängnis auf der Flying Dutchman fliehen und sich über ein Tau auf Sao Fengs Schiff Empress hangeln, verwandelte eine steife Brise die See in ein tosendes Meer. Die Flying Dutchman und die Empress wurden umher geschleudert wie Spielzeug-Schiffe. Die kleineren Begleitboote gerieten beinahe in Seenot. „Das war surreal“, erinnert sich Stunt-Koordinator George Marshall Ruge. „Die Stunt-Männer mussten sich an einem 50 m langen Seil entlang hangeln. Physisch wäre das auch bei gutem Wetter schon schwierig gewesen, aber Sturm und raue See hatten wir nicht vorausgesehen. Wir reden hier nicht von einer sanften Dünung, wir reden von tobenden Wellen. Das Meer wurde so wild, dass die kleineren Boote nicht navigieren konnten. Das Seil zwischen der Empress und dem Flying Dutchman hob und senkte sich um mehr als 5 Meter. Die Bedingungen hätten nicht schlechter sein können. Wir mussten schließlich ein anderes Schiff mit Deckaufbauten verwenden, um die Stunt-Männer vom Seil zu bekommen. Dabei musste das Dach verstärkt werden, denn es war nicht konstruiert, um das Gewicht so viele Leute zu tragen. Zusätzlich mussten die Stunt-Leute genau planen, wie sie vom Seil auf das Dach gelangten. Man kann sagen, dass die echten Stunts in dieser Nacht hinter der Kamera abliefen.“

Zum Glück wurde niemand verletzt. Doch diese schwierige Situation mit den tapferen Stunt-Männern und den verzweifelt gegen das Kentern ankämpfenden Schiffen blieb dem Ausführenden Produzenten Eric McLeod dauerhaft in Erinnerung. „Schauen Sie sich das genau an! Wahrscheinlich werden sie nie wieder sehen, dass ein Film so gemacht wird. Bald werden solche Szenen komplett vor dem Blue Screen gedreht werden. Das aber war Filmgeschichte.“

Auf den Bahamas herrschte ein reges Kommen und Gehen. Je nachdem, ob sie für die Dreharbeiten gebraucht wurden oder nicht, war die zusätzlich Besetzung anwesend. „Das war ein echter Luxus“, erinnert sich Jonathan Pryce, der Gouverneur Swann spielt. „Seitdem wir mit den Dreharbeiten angefangen hatten, stand ich neben PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT auch noch für ein Theaterstück am Westend und für ein Broadway-Musical auf der Bühne. Es war immer sehr nett zurückzukommen, ein paar Freunde zu treffen, für ein paar Tage oder Wochen zu bleiben, und dann wieder weg zu gehen und etwas komplett anderes zu machen.“

„Es macht mich froh, dass die Kollegen freundlicher waren, als ich ankam. Wäre doch schlimm, wenn sie sich mehr gefreut hätten, als ich abreiste“, fügt Pryce mit einem Lachen hinzu. „Ich bin voller Bewunderung für die Crew, die zum Großteil an allen drei Filme arbeitete. Ihre Energie schien niemals auszugehen, ebenso wenig wie Gore Verbinskis Enthusiasmus und Einfallsreichtum. Er hielt diese Maschinerie am laufen. Gore fand immer Zeit für die Schauspieler und deren Arbeit, denn er weiß, dass das das Ultimative ist, worauf das Publikum achtet. Bei Dreharbeiten solchen Ausmaßes gibt es keinen Platz für Egoismen. Es ist ein wenig wie beim Musical, wo kein Platz für Zynismus ist. Wir haben eine Menge bei den Dreharbeiten zu PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT gelacht. Und der Spaß resultierte aus der Gruppe, dem Gemeinschaftsgefühl heraus.“

Erstaunlicherweise war genau die letzte Szene, die für PIRATES OF THE CARIBBEAN - DEAD MAN’S CHEST („Pirates Of The Caribbean - Fluch der Karibik 2“, 2006) gedreht werden musste, die Szene, in der Johnny Depp als erstes im Film auftritt. Darin springt er aus einem Korb, der gerade ins türkische Meer versenkt wird. Von diesem Zeitpunkt an, konnte sich Gore Verbinski einzig und allein auf PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT konzentrieren.

Der Großteil der Handlung von PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT spielt auf dem Meer, deshalb musste Rick Heinrichs neben der Black Pearl und der Flying Dutchman noch eine ganze Reihe weiterer Schiffe für den Film kreieren. Die Empress und die Hai Peng sind beide chinesische Dschunken. Dennoch unterscheiden sich beide sehr. Die Empress ist ein kunstvoll gearbeitetes, überreich verziertes Flaggschiff des chinesischen Captains Sao Feng. Die Hai Peng ist bedeutend einfacher in ihrer Ausführung. Eine Dschunke, die wirklich wie eine klassische Dschunke aussieht, bestehend aus faulendem Holz und einem Stroh gedeckten Dach auf ihrem Deck. „Für die Empress hatten wir die Idee, dass Kapitän Sao Feng eitel wie ein Pfau ist“, erklärt Heinrichs. „Es gibt Designelemente, die dies widerspiegeln, Die Grundform ist bedeutend länger und schmaler als bei Dschunken. Am Heck des Schiffes läuft sie fast wie ein Schwanz aus. Die Segel besitzen Erweiterungen an den Seiten, die in ihrer Form Federn gleichen.“

Die kunstvolle Kabine von Sao Feng wurde separat auf einer Soundstage der Walt Disney Studios gebaut. Die Inneneinrichtung mit reflektierenden Stoffen, der Vielzahl von Kerzen, und die Tür, die aussieht wie ein Mond, erschaffen eine ganz besondere Atmosphäre und Licht.

„Um ein Schiff wie die Empress zu bauen, muss man ein echter Künstler sein“, sagt Chow Yun-Fat. „Das einzige Problem, das ich damit hatte, war, dass ich aus einer Familie von Bauern stamme. Ich war noch nie auf einem Schiff. Also wurde ich, als ich die Empress betrat, sofort seekrank. Und obwohl das Schiff so wunderschön ist, konnte ich mich nicht so recht dafür begeistern, weil es mir nicht besonders gut ging.“

Von der Endeavour, dem imposanten Flaggschiff der East India Company unter dem Kommando von Lord Cutler Beckett, wurde die Hälfte des Schiffes als reales Set auf den Bahamas aufgebaut, der Rest wurde per CGI am Computer hinzugefügt. Becketts Kabine entstand wiederum als eigenes Set im Studio. Die Inneneinrichtung spiegelt Becketts Selbstbild als großer Eroberer wieder. Rick Heinrichs fasst diesen Aspekt so zusammen: „Durch den großen Globus im Interieur wollten wir einen Hauch von Charley Chaplins DER GROSSE DIKTATOR einbringen. Auch die große Weltkarte in seinem Büro in Port Royale soll diesen Charakterzug Becketts reflektieren. Auf seinem Schreibtisch an Bord befinden sich viele Schiffsmodelle und bestimmte nautische Gegenstände, die aussehen und angeordnet sind, als wären sie Folterinstrumente. Beckett will nicht nur die Welt erobern, er will dies auch möglichst brutal tun!“

Die lange Zeit, die das Team auf See verbringen musste, stellte auch den Eifer des härtesten Seeräubers auf eine harte Probe, vor allem als es Herbst wurde und die Temperaturen sanken und es sehr windig wurde. „Wir verbrachten bis zu 14 Stunden auf den Schiffen, ohne die Möglichkeit, eben mal ein wenig spazieren zu gehen und den Kopf frei zu bekommen“, erinnert sich Martin Kleba. „Man ist auf dem Boot gefangen, mit etwa 100 Menschen, die alle unter der Anspannung standen, den Film optimal in die Kamera zu kriegen. Natürlich wurden wir rundum perfekt versorgt mit Essen und Trinken, aber niemand hat Kontrolle über den Wind und das Meer. Deshalb wird man Stunde um Stunde auf See hin und her geschleudert. Das laugt dich mental irgendwann völlig aus. Am Ende eines Drehtages geht man dann zurück ins Hotel, schläft ein bisschen und wenige Stunden später geht es wieder von vorne los. Mit der Zeit hat man sogar im Bett oder vor dem Computer das Gefühl, dass alles vor und zurück schaukelt. Es fühlt sich an wie in einer Achterbahn und man wird sogar an Land noch seekrank.“

„Das schreckliche an einem Dreh auf dem Meer ist, dass man seine Arbeitsweise völlig umstellen muss“, fügt Kevin R. McNally hinzu, der Joshamee Gibbs spielt. „An Land spielst du deine Szene, gehst hinter die Kamera, trinkst einen Kaffee und wartest in aller Ruhe auf die nächste Szene. Auf der Black Pearl aber kam, sobald man sich irgendwo hingesetzt hatte, immer irgendjemand auf einen zu und verscheuchte dich, weil er die Kanone umstellen oder genau hier eine Blutlache ausgießen musste. Wir verbrachten die mehr als zehn Stunden am Tag damit, wie Katzen permanent über das Boot zu streunen. Das ist anstrengend.“

Zwei Tage bevor die Dreharbeiten für PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT am 3. März 2006 auf den Bahamas und damit in der Karibik endgültig abgeschlossen wurden, stand ein echter Höhepunkt auf dem Programm: Die Szene, in der die Mannschaft der Black Pearl die riesige Totenkopf-Flagge hisst. Via Lautsprecher wurde dafür eigens der hymnische Score, den Hans Zimmer für diese Sequenz geschrieben hatte, in voller Lautstärke gespielt. Einer der wenigen Momente, in denen sich die Arbeit an dem Film wirklich wie ein völlig reales Piratenabenteuer anfühlte. Wohl jeder an Bord hatte in diesem Augenblick eine Gänsehaut. So stellen sich die Menschen vermutlich vor, dass Filme gemacht werden.

Die Black Pearl wurde anschließend vom Bug bis zur Mastspitze auf einen riesigen Yacht-Carrier geladen, die Servant 3. Dieses Schiff nahm die Pearl Huckepack mit auf die Reise über Südflorida und den Panamakanal bis nach Ensenada in Mexiko. Von dort aus segelte die Black Pearl eigenständig bis nach Los Angeles, wo im August nach dem höchst erfolgreichen Filmstart von PIRATES OF THE CARIBBEAN - DEAD MAN’S CHEST („Pirates Of The Caribbean - Fluch der Karibik 2“, 2006) die Dreharbeiten zu PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT wieder aufgenommen wurden.

Die Flying Dutchman dagegen segelte, nachdem sie ihre Pflicht für den zweiten und dritten Film erfüllt hatte, von Freeport nach Castaway Cay auf den Bahamas. Dort dient sie bis heute als Attraktion für die Gäste der Disney-Karibikkreuzfahrten. Bis zu diesem Zeitpunkt, als die Produktion eine Pause für die Herausbringung von PIRATES OF THE CARIBBEAN - DEAD MAN’S CHEST („Pirates Of The Caribbean - Fluch der Karibik 2“, 2006) einlegte, waren die Dreharbeiten für PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT zu etwa 35 Prozent abgeschlossen. Es war ein hartes Stück Arbeit, und dennoch war das Team noch lange nicht über den Berg.

Heiße Tage in Utah und die Rückkehr nac

Die Strapazen sollten erst noch beginnen! Am 3. August 2006 nahm das Team in Utah an den berühmten Bonville Salzseen die Arbeiten an PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT wieder auf. Das Wetter war unerträglich heiß, das Thermometer kletterte auch im Schatten weit über 40 Grad. Nichtsdestotrotz war die Location ideal als Kulisse für die Szenen, in denen Captain Jack Sparrow in Davy Jones’ Gefängnis den Verstand zu verlieren droht. Doch bevor die Aufnahmen in der flirrenden Salzwüste gedreht werden konnte, verfolgte das für die PIRATES OF THE CARIBBEAN-Saga typisch schlechte Wetter das Team sogar bis nach Utah. „Zwei Tage, bevor im Salzsee die erste Klappe fallen sollte, begann es in Strömen zu regnen“, erzählt First Assistant Director Dave Venghaus. „Und wenn es dort regnet, versickert das Wasser nicht, es bildet sich ein riesiger, reflektierender Wasserfilm an der Oberfläche. Das versetzte uns in Panik, denn wir wollten für diese Szenen einen staubtrockenen Look, keinen nass-salzigen. Als wir dort ankamen, fuhren wir die 10 Meilen zum Drehort durch feuchten Salzmatsch, nicht eine trockene Stelle weit und breit. Im Grunde hat es mich eigentlich nicht überrascht, denn egal wo wir waren, irgendwie kam uns immer wieder das Wasser in die Quere, sogar in der Wüste. Zu unserem Glück verdunstete das Wasser aber dann so schnell, dass wir mit den Aufnahmen pünktlich beginnen konnten.“

Der Ausführende Produzent Eric McLeod fügt hinzu: „Im August herrscht in Utah üblicherweise das wärmste Wetter. Wir aber kommen dort an, und das Wasser steht drei Zentimeter hoch. Wenn man also für eine bestimmte Region völlig ungewöhnliches Wetter haben wollte, dann musste man nur dafür sorgen, dass die PIRATES OF THE CARIBBEAN-Crew dort drehte!“

Nach den tropisch-schwülen Dreharbeiten in der Karibik, dem Aufenthalt in der Wüste und einem kurzen Trip nach Santa Maria an der Kalifornischen Küste, hatte die Crew das große Reisen glücklicherweise hinter sich und konnte fortan die Dreharbeiten zu PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT quasi vor der Haustür fertig stellen. Es folgten Aufnahmen auf der Flying Dutchman und der Endeavour, für die Rick Heinrichs Sets und Kulissen in den Disney Studios errichtet hatte, sowie Dreharbeiten auf der Black Pearl, die nun vor San Pedro und Redondo Beach kreuzte.

Das wiederum stellte die Produktion jedoch vor neue Probleme. Denn der Pier in Redondo Beach ist eine Touristenattraktion und jedermann zugänglich. Schaulustige, Fans und nicht zuletzt die Medien belagerten das Camp Tag für Tag, eine Situation, die das Team an den abgeschiedenen Drehorten auf den Bahamas, St. Vincent und Dominica nie zu meistern hatte. Die wenigen Bewohner dort hatten offensichtlich anderes zu tun, als Filmstars um Autogramme zu bitten.

„Ich bemerkte erst bei der Premiere von PIRATES OF THE CARIBBEAN - DEAD MAN’S CHEST („Pirates Of The Caribbean - Fluch der Karibik 2“, 2006), wie große diese gesamte Saga geworden war“, sagt Kevin R. McNally. „Es fühlte sich an, als ob man plötzlich einer der Beatles sei. Aber als wir dann nach Redondo Beach umzogen, drehten die Leute völlig durch. Es war beeindruckend und ich betrachte es als große Ehre, an einem Film mitzuarbeiten, den so viele Menschen lieben.“

Nachdem die Crew bereits so viele Stunden auf dem offenen Meer in der Karibik und auf dem Atlantik gedreht hatte, waren es ironischer Weise ausgerechnet die eigentlich recht ruhigen Gewässer vor Rancho Palos Verde, die sich am stürmischsten erwies. Die Wellen warfen die Black Pearl hin und her, und versetzten auch die Mägen einiger ihrer Besatzungsmitglieder in Aufruhr. Nicht wenige der tapferen Mitglieder von Besetzung und Filmcrew hing in diesen Tagen mit grünen Gesichtern über die Reling. Doch bei diesem Seegang mussten sie sich dafür auch wirklich nicht schämen.

Der meiste Andrang herrschte natürlich um Johnny Depp. Und der Star weiß, was er seinen Fans schuldig ist. Sogar nach 12 oder 14 Stunden auf der Black Pearl nahm er sich Tag für Tag bis spät in die Nacht Zeit, um Autogramme zu geben und für Bilder zu posieren. „Ich denke Johnny ist die großartigste Erfindung seit geschnittenem Brot“, scherzt Schauspiel-Kollege David Bailie. „Er ist der vollendete Gentleman. Wie er jeden im Team und auch die Heerscharen seiner Fans behandelt, ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie man sich als echter Star zu verhalten hat. Ich habe in den 60ern mit Laurence Olivier am Theater gearbeitet. Auch er war immer höflich gegenüber seinem Publikum. Er wusste genau, dass seine Fans es waren, denen er alles zu verdanken hat. Und Johnny verhält sich genau so wie er.“

Nach den Dreharbeiten an Redondo Beach machte sich die Crew in Trucks, Jeeps und Bussen auf nach Norden, nach Rancho Guadalupe Dunes an Kaliforniens malerischer Küste. Die Gegend atmet quasi Filmgeschichte, wurden dort doch schon zahlreiche große Filme gedreht, unter anderem auch Cecil B. DeMilles legendärer THE TEN COMMANDMENTS („Die Zehn Gebote“, 1923). Einige der Kulissen, die über die Jahre dort aufgebaut wurden, wurden nie wieder abgerissen. Sie lugen heute nur noch teilweise aus den Dünen hervor und sind so ein skurriles Freiluftmuseum der Geschichte Hollywoods. Anders als ihre Vorgänger ließen Bruckheimer und Verbinski dort keine ausrangierten Sets zurück und verließen die ursprüngliche Umgebung so, wie sie sie vorgefunden hatten.

Die Versammlung der Bruderschaft

Das letzte der fantastischen Sets, die für die Trilogie in den Disney Studios errichtete wurde, war Shipwreck Cove. Dort treffen sich die Anführer aller Piraten auf der ganzen Welt, um ihre Allianz gegen Beckett und die Armada der East India Company zu schmieden. „Shipwreck Cove wurde von Gore als eine Art Ruhestandsdomizil für alte Piraten erdacht“, erzählt Rick Heinrichs. „Es besteht zum Großteil aus ausrangierten Schiffen, verborgen in einem erloschenen Vulkan. Die Versammlung der Bruderschaft trifft sich in einem der Schiffe. Hinter diesem Schiff haben wir eine 100 Meter lange Kulisse gebaut, die liebevoll ausgestattet und gestrichen wurde. Gute alte Hollywood-Handarbeit!“

„Die Vorstellung, eine Gruppe von Halsabschneidern dort sitzen zu lassen und diplomatische Einigungen anzustreben, ist einfach lustig“, erklärt Drehbuch-Autor Ted Elliott. „Sao Feng hat in dieser Sequenz eine tolle Textpassage. Er sagt, dass Piraten entweder Kapitäne sind oder Mannschaftsmitglieder. Und neun Kapitäne sind in seinen Augen acht zu viel.“ Doch die Umstände zwingen die Seeräuber zum Handeln, deswegen müssen sie sich wohl oder übel verbünden. „Wir wollten in diesen Szenen einen internationalen Touch, deshalb kommen die Seeräuber aus aller Herren Länder“, fährt Elliot fort. „Und erstaunlicherweise gibt es für diese Versammlung der Piratenbruderschaft sogar ein historisches Vorbild.“ Obwohl Ted Elliot und Terry Rossio gerne mit historischen Parallelen spielen, und „spielen“ trifft den Nagel auf den Kopf, gibt es für die Versammlung der Bruderschaft einen realen Kern. Die meisten der Piraten sind echte Seeräuber-Legenden der Sieben Meere und wie Kapitän Chevall, Ammand, der Korsar, Gentleman Jocard, Captain Villanueva und Sri Subhajee historisch verbürgt - obgleich sie nicht alle zur selben Zeit die Weltmeere unsicher machten.

Heinrichs verbindet in seiner Kulisse die einzelnen Schiffshüllen durch kleine Stege und erschafft so eine eigentümliche Stadt-Architektur aus Piratenbooten. In Zentrum finden wir den Versammlungs-Saal der Bruderschaft, der durch 3500 Kerzen in ein einzigartiges Licht gehüllt wird. Die Galionsfiguren geplünderter Schiffe dienen als Dekoration oder werden von den Piraten für Trainingskämpfe verwendet. Die lange Tafel, an der die Piratenführer verhandeln, wurde von Heinrichs und Cheryl Carasik in der Werkstatt der Walt Disney Studios aus massivem Holz gebaut. „Wir haben auch einen speziellen Kronleuchter in Ankerform gefertigt“, sagt Carasik. „Er sieht aus als wäre er aus Eisen, in Wirklichkeit verwendeten wir einen schnell trocknenden Spezialschaum. Um den Anschein zu erwecken, dieser Kronleuchter hängt dort seit Jahrzehnten, schmolzen wir Tausende von Kerzen und tropften das Wachs auf den Leuchter.“

Die Dreharbeiten für die Versammlung begannen im September 2006 und nahmen insgesamt sieben Tage in Anspruch. Das Set war dabei bevölkert mit allen Stars des Films und einer großen Anzahl weiterer berühmter Darsteller wie Ghassan Massoud, der bereits in KINGDOM OF HEAVEN („Königreich der Himmel“, 2005) Orlando Blooms Gegenspieler Saladin gespielt hatte.

Eine weitere entscheidende Figur in dieser Szene ist Captain Teague, der Hüter des legendären Piraten-Kodex, dem auch der letzte gemeine Schurke auf dem Meer Folge zu leisten hat. Die Besetzung der Rolle war quasi vorherbestimmt. Seit über einem Jahr bereits kochte die Gerüchteküche über, dass Keith Richards, Gitarrist der Rolling Stones und enger Freund von Johnny Depp, diese Rolle spielen würde. Unüblich für Hollywood erwies sich dieses Gerücht als richtig.

„Als ich an die Rolle von Captain Jack Sparrow heranging, dacht ich mir, dass Piraten die Rockstars des 18.Jahrhunderts waren“, erinnert sich Johnny Depp. „Ihr Ruf eilte ihnen voraus, wochenlang, bevor sie im Hafen anlegten. Mit den Rockstars heute ist es kaum anders, auch um sie entsteht ein Riesenwirbel, lange bevor sie für ein Konzert in der Stadt sind.“

„Hey, es geht doch um Freiheit, Baby“, fügt Keith Richards hinzu. „Macht den Käfig auf, lasst die Tiger raus, jemand muss schließlich die Schmutzarbeit erledigen. Die Rolle ist mir auf den Leib geschneidert, schließlich geht es weniger darum, das Establishment zu zerstören, sondern das Establishment daran zu hindern, dich zu zerstören. Das ist genau mein Ding!“

Dennoch hatte Richards zuerst Bedenken, die Rolle von Captain Teague zu übernehmen. „Ich dachte mir, um Gottes Willen, das ist doch eher eine Nummer für Elvis Presley. Am Ende kommst du da rein und musst vielleicht auch noch singen“, so Richards. „Als ich aber dann im Drehbuch las, wie die Figur von Teague funktioniert, war mir klar, dass ich das konnte. Ich fühlte mich eigentlich ganz natürlich, und zu allem Überfluss haben sie mir ja auch noch eine wunderbare Gitarre in die Hand gedrückt.“

Mit dieser Gitarre, die auf Wunsch von Ausstatter Kris Peck eigens von Instrumentenbauer Danny Farrington für ihn gefertigt wurde, und einer kunstvollen Steinschloss-Pistole in der Hand, eroberte Richards das Set im Sturm. „Wir waren sehr glücklich, Keith überhaupt für so einen langen Dreh verpflichten zu können“, erinnert sich Johnny Depp. „Aber als er dann am Set ankam, war es schlichtweg unglaublich. Plötzlich tauchten Leute auf, die ich seit Woche nicht gesehen hatte und die eigentlich hier gar nichts zu tun hatten.“

Die besondere Verbindung zwischen Teague und Sparrow beschreibt Johnny Depp so: „Man hat von Anfang an das Gefühl, dass beide eine echte Hassliebe für einander empfinden. Teague ist einer dieser Piraten, die dir erst um den Hals fallen und dir im nächsten Moment den Kopf wegschießen. Oder vielleicht schießt er dich erst über den Haufen und umarmt dich dann. Man weiß nie, was man von ihm zu erwarten hat.“

„Es war sehr interessant zu sehen, dass Keith vom ersten Drehtag an vor den Schauspielern und der Crew ebensolchen Respekt hatte, wie sie vor ihm“, sagt Jerry Bruckheimer. „Ich bin mir sicher, er hatte eine Menge Spaß und fühlte sich sehr wohl. Er wollte ja das Set gar nicht mehr verlassen. Normalerweise verschwinden Schauspieler sofort in ihrem Wohnwagen und bereiten sich auf die nächste Szene vor. Keith aber war ständig hinter der Kamera zu finden, wenn er nicht drehte. Ich glaube mich zu erinnern, dass er seinen eigenen Stuhl und sein Kostüm als Erinnerung mitgehen ließ.“

„Halte dich an den Piraten-Kodex!“ ist ein Satz der sehr oft in der Trilogie fällt. Aber nur in PIRATES OF THE CARIBBEAN -– AM ENDE DER WELT bekommt das Publikum den wirklichen Kodex, dieses Monstrum von einem Buch wirklich zu sehen. In Wirklichkeit jedoch ist auch der Kodex nur ein weiteres Meisterwerk des Art Departments. „Es dauerte eine geraume Weile, bis wir da Buch schließlich fertig hatten“, erinnert sich Kristopher Peck, Requisiteur bei PIRATES OF THE CARIBBEAN – DEAD MAN’S CHEST („Pirates Of The Caribbean – Fluch der Karibik 2“, 2006) und PIRATES OF THE CARIBBEAN -– AM ENDE DER. „Sehr viele Leute arbeiteten an dieser relativ kleinen Requisite. Aber das Buch ist sehr bedeutend für den Film und Gore achtet außerordentlich genau auf solche Details. Deshalb musste es über jeden Zweifel erhaben sein.“

„Die ersten Entwürfe stellten uns nicht zufrieden“, so Peck weiter. „Deshalb wandte ich mich an Tom Mallory und Mark Van Stone. Mallory ist ein Journalist in San Diego und arbeitet für zahlreiche Zeitungen. Mark ist Spezialist für Kalligrafie und altertümliche Schriften. Ich holte die zwei nach Los Angeles. Nach einem Meeting am Morgen mit Gore arbeiteten wir im Produktionsbüro bis zwei Uhr Morgens. Tom schrieb den Text nach den Entwürfen und Anmerkungen von Ted Elliott und Terry Rossio. Mark setze diesen direkt in kunstvolle Schriften um. Wir hielten uns streng an die Informationen, die man über den Kodex aus den ersten beiden Filme erfährt. Und als wir nach diesem Gewaltakt das Büro verließen, hatten wir den Kodex in seiner Grundform fertig.“

Peck und Van Stone hatten allerdings auch schon gute Vorarbeit geleistet. Sie studierten das handschriftliche Archiv der UCLA nach alten Manuskripten, um sich Eindrücke von historischen Schriften aus der Zeit zu verschaffen. „Im Keller der Universität befindet sich eine wundervolle, große Bibliothek. Das Licht ist gedimmt, es wirkt fast wie im Louvre. In der Mitte des Raums ist eine 10 Meter lange Tafel, auf der die Angestellten des Archivs dutzende von Büchern, Handschriften und Dokumenten für uns vorbereitet hatten. Wir haben sie unter dem Mikroskop untersucht. Mark notierte Tipps und Anregungen, die er diesen Dokumenten entnahm. Sachen, die mir nie im Leben aufgefallen wären. Wir blieben zehn Stunden dort, und hatten anschließend unser Rüstzeug beisammen. Wir wussten, dass Pergament selten und kostbar war zu dieser Zeit, deshalb wurden die Seiten oft mehrmals verwendet. Man kratzte vorsichtig die Tinte von der Seite ab und überschrieb das Pergament einfach neu. Der Look, den die Bücher dadurch erhielten war genau das, was wir auch für den Kodex wollten. Weitere Inspirationen holten wir uns aus der Filmwelt, in der wir uns bewegten. Wir kamen auf die Idee, dass sich auf den Seiten eines Piratenbuches auch die Reste von Pfeifentabak finden würde, den jemand bei Rauchen auf den Seiten verstreut hatte. Wir entschieden uns für rau gegerbtes Schweineleder, bei dem noch die Ansätze und Poren der Borsten durchscheinen.“

Nachdem Peck Mallory und Van Stone ihren ersten gemeinsamen Entwurf fertig gestellt hatten, trat James Ward Byrkit, der für die Konzeption der Designs verantwortlich war, hinzu. Er zeichnete die Illustrationen und half bei der Material-Auswahl für den Einband und kleinere Details. „Jim überraschte uns dann noch einmal mit einigen exzellenten Idee“, sagt Peck. „Er schuf ein Manual, eine Bedienungsanleitung für den modernen Piraten des 18. Jahrhunderts. Wie greift man ein Schiff an? Wie eine Festung? Wo findet man in Singapur das beste Bordell? Jim half uns, den Charakter des Buches voll zu entwickeln. Blut- und Weinflecken, Brandspuren, zerbrochene Siegel aus Wachs, Fußnoten – all diese Kleinigkeiten integrierten wir schließlich Seite für Seite.“

Final maß der Piratenkodex 21 mal 30 Zentimeter, die Umschlagdeckel sind noch etwas größer. In Pecks Wunschversion umfasste er mehr als 1000 handgefertigte Seiten und wog knapp 40 Kilogramm! „Wir stellten schließlich zwei Bücher her“, sagt Peck. „Denn die beiden Bibliothekare der Piraten sind schließlich schon alte Männer und sehen aus wie die Jungs von ZZ Top mit 90 Jahren. Und die müssen den Kodex schließlich herumtragen. Auch Keith Richards als Bewahrer des Kodex’ wollten wir etwas an die Hand geben, was etwas leichter zu handhaben ist. Also wog die zweite und endgültige Version des Kodex’ schließlich nur noch um die 5 Kilo.“