Für Links auf dieser Seite erhält kino.de ggf. eine Provision vom Händler, z.B. für mit oder blauer Unterstreichung gekennzeichnete. Mehr Infos.
  1. Kino.de
  2. Filme
  3. Pieces of a Woman
© Benjamin Loeb / Netflix

Pieces of a Woman

   Kinostart: 07.01.2021

Pieces of a Woman: Drama um eine Frau, die bei der Geburt ihr Baby verliert und versucht weiterzuleben.

Play Trailer
Poster Pieces of a Woman

Streaming bei:

Alle Streamingangebote

Filmhandlung und Hintergrund

Drama um eine Frau, die bei der Geburt ihr Baby verliert und versucht weiterzuleben.

Für Martha (Vanessa Kirby) und ihren Partner Sean (Shia LaBeouf) stand eine glückliche Zeit bevor. Die Hausgeburt ihrer gemeinsamen Tochter sollte der Start in das Familienglück sein, mündet jedoch in einer Tragödie. Nur kurz nach der Geburt stirbt das Neugeborene, die Rettungskräfte können nichts mehr für die Kleine tun. Der Schock sitzt tief für die Beteiligten.

Während Sean weiterarbeiten muss und Marthas Mutter Elizabeth (Ellen Burstyn) vermeintlich für ihre Tochter da sein will, will diese am liebsten mit niemanden etwas zu tun haben. Auf eigene Weise versucht sie, die Trauer zu bewältigen, eckt mit ihren Liebsten an jeder Stelle an. Eine Gerichtsverhandlung, in der die Hebamme Eva (Molly Parker) für den Tod des Babys verantwortlich gemacht werden soll, lässt Monate später niemanden zur Ruhe kommen.

Es wird emotional im Trailer von „Pieces of a Woman“

„Pieces of a Woman“ – Netflix-Start, Hintergründe, Besetzung

Hochkarätig besetzt, erscheint am 7. Januar 2021 das Drama „Pieces of a Woman“ bei Netflix im Abo. Zuvor haben interessierte Zuschauer*innen die Chance, das Drama in ausgewählten Kinos zu sehen. Mit Vanessa Kirby („The Crown“), Shia LaBeouf („Transformers“-Reihe) sowie Ellen Burstyn („Requiem for a Dream“) kann sich das Drama um den Verlust eines Kindes Chancen bei der Oscar-Verleihung 2021 in den Darsteller-Kategorien ausrechnen.

Bereits die Weltpremiere im Rahmen des Venediger Filmfestivals 2020 ließ den Preisregen beginnen: Vanessa Kirby wurde mit dem Preis als Beste Darstellerin ausgezeichnet. Besonders in Erinnerung bleibt die 30minütige Eröffnungsszene, die in einer Einstellung die Hausgeburt mit tragischem Ende für die Ewigkeit festhält.

Der ungarische Regisseur Kornél Mundruczó („Jupiter’s Moon“) inszeniert mit „Pieces of a Woman“ sein erstes englischsprachiges Werk. Seine Partnerin Kata Wéber steuerte das Drehbuch bei.

Bilderstrecke starten(3 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu Pieces of a Woman

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

4,0
3 Bewertungen
5Sterne
 
(1)
4Sterne
 
(1)
3Sterne
 
(1)
2Sterne
 
(0)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

  • Pieces of a Woman: Drama um eine Frau, die bei der Geburt ihr Baby verliert und versucht weiterzuleben.

    Drama um eine Frau, die bei der Geburt ihr Baby verliert und versucht weiterzuleben.

    Es gibt Filme, die sind wie ein entzündeter Nerv, ihre Emotionen sind so roh, dass man sie als Zuschauer ganz unmittelbar spürt, die sind so direkt und gehen tiefer, als man es gewohnt ist im Kino, das ja auch immer eine Flucht vor der Realität ist. Das mag der Grund sein, warum „Pieces of a Woman“ von Kornél Mundruczó gerade mit Cassavetes verglichen wird oder mit Bergman, den beiden ewigen Wahrheitssuchern des Weltkinos, für die Filme immer auch offene Wunden waren, die man nicht bedecken und verarzten, sondern schonungslos untersuchen und sezieren muss. Zumindest auf die erste halbe Stunde des ersten komplett auf Englisch und mit amerikanischen und englischen Schauspielern gedrehten Films des ungarischen Filmemacher trifft das unbedingt zu, wenn man als Zuschauer in einer ungeschnittenen Einstellung miterlebt, wie eine Hausgeburt den schlimmst möglichen Ausgang nimmt: Zwar gelingt es der Hebamme, den zunehmend schwachen Herzschlag des Babys zu stabilisieren und es lebend auf die Welt zu bringen, doch dann hört es in den Armen der Mutter unvermittelt auf zu atmen und stirbt. Es ist ein erschütternder Filmauftakt, nur deshalb zu ertragen, weil der Regisseur, sein Kameramann und seine Schauspieler auf absolut höchstem Niveau agieren. Der Moment ist so echt, wie Kino sein kann, und hat doch eine transzendierende Kraft: Warum würde man sonst noch weiterzusehen wollen, wenn der nackte Horror gleich am Anfang des Films steht?

    In sieben weiteren Kapiteln, jeweils getrennt von ungefähr einem Monat, sieht man zu, wie Martha, die Mutter des todgeborenen Säuglings, mit der Tragödie umgeht und für sich versucht, wieder einen Zugang zu ihrem Leben zu finden, während die Öffentlichkeit ihren Blick auf den Gerichtsprozess richtet, in dem sich die Hebamme wegen Vernachlässigung ihrer Pflichten zu verantworten hat. Martha, in einer wundersamen Darstellung gespielt von Vanessa Kirby, die völlig zurecht eine Coppa Volpi in Venedig gewinnen konnte, stammt aus wohlhabendem Haus, ist aber froh, sich von ihrer dominanten Mutter, gespielt von Ellen Burstyn, abgenabelt zu haben. Vielleicht liebt sie ihren Lebensgefährten Sean ganz besonders, weil ihre Mutter ihre Abneigung gegen den ungeschlacht wirkenden Brückenbauarbeiter aus einfachen Verhältnissen kaum verhehlen kann. Doch in der Zeit nach der Katastrophe wird alles auf den Prüfstand gestellt. Während Martha sich zurückzieht in ihr Schneckenhaus, reagiert ihr Lebensgefährte mit aggressiven Gefühlsausbrüchen. Die Darstellung von Shia LaBeouf ist die eine Schwachstelle des Films: Sein Mut ist bewundernswert, und doch beschleicht einen das Gefühl, dass hier ein Schauspieler dem Irrglauben aufsitzt, mehr bedeute automatisch besser. Wie sich der aufbrausende und stolze Mann in einer Schlüsselszene doch mit Marthas Mutter arrangiert und den ultimativen Verrat begeht, ist auch eine schöne Abrechnung mit den Fallstricken des Machismo: Eben noch plustert er sich auf, dann reicht ein Scheck, dass er von der Bildfläche verschwindet.

    Aber das ist nur ein Nebenschauplatz. Unterstützt von dem eleganten, virtuosen Filmemachen Mundruczos, der hier selbst seine beeindruckenden Vorgänger „White God“ und Jupiter’s Moon“ mühelos übertrumpft, und dem punktgenauen Drehbuch von Kata Weber, die auch die vorherigen Filme des Regisseurs geschrieben hatte, legt Vanessa Kirby, bekannt als Prinzessin Margaret aus „The Crown“ und Weiße Witwe im letzten „Mission: Impossible“, einen Auftritt hin, der sie auf einen Schlag unsterblich macht. Wie sie ihre Figur nie den Mut verlieren, Frieden mit sich schließen und die Kraft finden lässt, wieder nach vorne zu schauen, geht einem ungemein nah. In einem flapsigen WhatsApp-Kommentar schrieb ich einem Freund spontan: „Sie ist die neue Cate Blanchett.“ Aber ich denke, das kann man stehenlassen. Man spürt es einfach, wenn ein guter Schauspieler den entscheidenden Schritt macht hin zum Star. Für Kirby ist es dieser Film, den man nicht mehr vergessen kann. Und den man immer wieder ansehen wird.

    Thomas Schultze.
    Mehr anzeigen

News und Stories