Pianese Nunzio - 14 im Mai

  1. Ø 5
   1996
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Pianese Nunzio - 14 im Mai Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Pianese Nunzio - 14 im Mai: Engagiertes Politdrama, das einen fast dokumentarischen Blick auf die Altstadt von Neapel wirft.

Der junge, neapolitanische Priester Lorenzo Borrelli will die (Über-)Macht der Mafia in seinem Viertel nicht hinnehmen und ruft in seinen Predigten zum Widerstand auf. Er kümmert sich auch um gestrauchelte Jungs, u.a. den 13jährigen Pianese Nunzio, der sogar bei ihm übernachtet. Die Mafia schwärzt den kämpferischen Priester im Gegenzug bei der Staatsanwaltschaft an – wegen Verführung Minderjähriger.

Der 35jährige Priester Lorenzo Borelli hat neapolitanischen Camorristi den Kampf angesagt. Er verweigert toten Gangstern Segen sowie Totenmesse und ruft während des Gottesdiensts die Gläubigen zum Widerstand gegen das organisierte Verbrechen auf. Gleichzeitig freundet er sich mit dem Teenager Pianese an, der in seiner Konfirmandenklasse sitzt und für illegale TV-Sender Liebeslieder singt Diese ungewöhnliche Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt als die Mafia das Gerücht lanciert, die beiden unterhielten eine homosexuelle Beziehung…

Engagiertes Politdrama, das einen fast dokumentarischen Blick auf die Altstadt von Neapel wirft.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die katholische Kirche, die Sexualität von Priestern, die Macht der Camorra in Neapel und die Probleme von Freundschaft, Liebe und Tabubruch stehen als thematische Keulenschläge im Zentrum dieses ungewöhnlichen italienischen Polit- und Sozialdramas, das die unziemliche Affäre eines jungen Priesters zu einem Dreizehnjährigen inmitten der Nöte eines Altstadtviertels komplex verschachtelt. Regisseur und Drehbuchautor Antonio Capuano bringt die Vorurteile und Vorbehalte gegenüber den Motivkreisen Glaube, Sexualität und Kriminalität geschickt in Verbindung mit der Struktur seines Films, der quasi die eigenen Schwierigkeiten reflektiert.

    Da, wo vor dreißig Jahren Sophia Loren und Marcello Mastroianni in „Gestern, heute und morgen“ sich auf den Treppen und in den engen Wohnstuben humorvolle und melodramatische Eheschlachten lieferten, kämpft heute der 35jährige Priester Lorenzo Borelli gegen das organisierte Verbrechen, indem er Segen und Totenmessen für die Camorristi verweigert und in der Kirche die einfachen Leute zum Widerstand aufruft. Parallel freundet er sich mit dem titelgebenden Nunzio an, der in seiner Konfirmandenklasse sitzt, für illegale TV-Sender Schmalzlieder singt und in dem Vorbild-Priester einen Weg sieht, der kaputten Familie zu entkommen und Neapels Krakenkrankheit zu überwinden.

    Bis es die lokale Mafia mit Druck von allen Seiten – erotische Avancen, Vergewaltigung der Cousine, Verhöre durch ergebene Polizisten und Sozialarbeiter – schafft, Nunzio zur Aussage beim Staatsanwalt zu bewegen, erlebt man ein packendes Plädoyer für Toleranz und Engagement. Die Inszenierung setzt auf eine raffinierte Mischung aus Kammerspiel, Visionen, dokumentarischem Gestus und intelligentem Diskurs über die moralischen Zwänge, die sich unweigerlich bei dem „unwürdigen“ Priester einstellen. In Italien nicht zur Aufführung gelangt, wird es der an den englischen Film „Der Priester“ erinnernde Balanceakt hierzulande als besonderer Film in Programmkinos hoffentlich leichter haben. ger.

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