Filmhandlung und Hintergrund

Der Fall des Frankfurter Pleitiers Jürgen Schneider, gekrönt vom Zitat des Deutsche-Bank-Präsidenten, die 1,2 Milliarden Mark nach Schneiders Flucht flötengegangener Kredit seien nur „Peanuts“, sorgte vergangenes Jahr für amüsierte Ungläubigkeit in den Medien. Eine „Realsatire“ erkannte man in den tolldreisten Betrügereien des Baulöwen, besser als jeder Film. Genau da liegt das Problem bei Carlo Rolas flugs den...

Auf Anraten seiner extravaganten Geliebten beschließt der Bauunternehmer Jochen Schuster, der bisher immer nur kleine Brötchen backen durfte, sein Image von Grund auf zu ändern. Tatsächlich gelingt es ihm dank Maßanzug und nagelneuem Toupet, dem aalglatten Banker Hackmann einen Zehn-Millionen-Mark-Kredit für ein windiges Bauvorhaben aus dem Kreuz zu leiern. Erst als Schusters Schuldenberg auf satte vier Milliarden Mark angewachsen ist, beginnen die hohen Herren der Kreditinstitute das falsche Spiel zu durchschauen.

Bauunternehmer nimmt Kredite in Millionenhöhe auf, um ein windiges Bauvorhaben zu finanzieren bzw. seine extravagante Geliebte zu befriedigen. Bitterböse Satire über den Frankfurter Pleitier Jürgen Schneider.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der Fall des Frankfurter Pleitiers Jürgen Schneider, gekrönt vom Zitat des Deutsche-Bank-Präsidenten, die 1,2 Milliarden Mark nach Schneiders Flucht flötengegangener Kredit seien nur „Peanuts“, sorgte vergangenes Jahr für amüsierte Ungläubigkeit in den Medien. Eine „Realsatire“ erkannte man in den tolldreisten Betrügereien des Baulöwen, besser als jeder Film. Genau da liegt das Problem bei Carlo Rolas flugs den Schlagzeilen hinterhergedrehter Komödie.

    Stillschweigend ihrem Publikum Gedächtnismängel unterstellend, malten die Filmemacher ihre Zentralfigur mit breitem Pinsel nach realem Vorbild: Dr. Jochen Schuster heißt der Mann, ist erfolgloser Bauunternehmer und wird erst durch das Aufkleben eines Toupets und das Aufnehmen von Millionenkrediten als Immobilienkünstler mit nationalem Auftrag respektiert und hofiert. Ulrich Mühe spielt den Schwindler recht elegant mit schläfrigem Blick und kleinen Manierismen, und der Satire wegen gibt er in einer Doppelrolle auch gleich noch einen glücklosen Kleinunternehmer, der als Schneider-Lookalike und running gag ständig Schusters Wege und Blicke kreuzt. Der Aufstieg des kleinen Kaufmanns zum Kaiser ohne Kleider vollzieht sich geradlinig und 95minütig: Von tumben Bankdirektoren mit immer größeren Summen versorgt, wickelt er immer größere Immobiliengeschäfte ab, bis er schließlich über sein Vorhaben stolpert, den Reichstag zu kaufen.

    Seinen Humor zieht der Film, wenn das Nachstellen der bizarren Finanzaktionen von Schneider/Schuster allmählich ermüdend wirkt, aus den derben sexuellen Attacken seiner (mit Ausnahme von Schusters Ehefrau) zur Gänze nymphoman veranlagten weiblichen Figuren (allen voran Iris Berben als libidinöse Pressesprecherin) und einem furzenden italienischen Chauffeur mit Hang zum Telefonsex (adäquat: Ralf Richter). Möchte man dem naiv-großmannsüchtigen Schuster anfangs noch bei seinen finanziellen Eulenspiegeleien folgen, verliert sich zaghafte Zuneigung rasch zwischen all den geldgierigen, unsympathischen Charakteren, wenn der Kaufmann sich nach seinen bisweilen durchaus unterhaltsamen napoleonischen Anwandlungen schließlich als ganz normaler Betrüger entpuppt. Helmut Dietls brillante Farce „Schtonk“ mag für „Peanuts“ als Vorbild gedient haben, den großen Kinobildern und dem intelligenten Spott Dietls jedoch steht hier eine visuell wenig aufregende und zusammengeschustert wirkende Komödie gegenüber. Dennoch: Mit etwas Glück profitiert „Peanuts - Die Bank zahlt alles“ ja von neuen Schlagzeilen, wenn Jürgen Schneiders bevorstehende Auslieferung an die deutschen Gerichte mit dem Kinostart am 14. März zusammenfällt. evo.

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