Patchwork

  1. Ø 0
   2008
Patchwork Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Patchwork: Fernsehfilm um das aktuelle Thema Patchwork-Familie.

Die mollige Jana ist alleinerziehende Mutter. Sie sei gar nicht auf der Suche, versichert sie beim Speed-Dating, kann aber die Augen nicht von einem schmucken Kerl abwenden. Freundin Grit schnappt ihn ihr zwar vor der Nase weg, aber Jana lässt nicht locker. Bald zappelt Daniel am Haken und zieht samt Stieftochter sogar bei ihr ein, bleibt aber auf Distanz. Als Jana mit einer Schwangerschaft klare Verhältnisse erzwingen will, erreicht sie prompt das Gegenteil. Doch dann hauen die Kinder ab.

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Kritikerrezensionen

  • Selten hat ein Titel so treffend und lakonisch beschrieben, worum es in einem Film geht. Die schönste Szene hat Autorin Laila Stieler für den Schluss aufgehoben: Da versucht ein Polizist verzweifelt, herauszufinden, wer mit wem liiert ist und zu wem die verschiedenen Kinder gehören.

    „Patchwork“, Flickwerk, ist allerdings auch der Stil des Films, denn das Drehbuch verzichtet mit seiner episodischen Erzählweise auf eine gradlinige Handlung: Gerade noch lässt eine Frau die Pille weg, unmittelbar drauf stopft sie Schinken in sich rein und rennt aufs Klo. Aber da diese Sprunghaftigkeit Methode hat, gewöhnt man sich dran, zumal Stieler, Autorin etwa der Andreas-Dresen-Filme „Die Polizistin“ oder „Willenbrock“, im Grunde eine einfache Geschichte erzählt.

    Jana (Gabriela Maria Schmeide) arbeitet im Supermarkt und ist alleinerziehende Mutter. Sie sei ja gar nicht auf der Suche, sagt sie zu Beginn beim Speed-Dating, zu dem sie ihre Freundin Grit (Sophie Rois) geschleppt hat, kann aber die Augen nicht von einem schmucken Kerl (Fritz Karl) abwenden. Zwar schnappt Grit ihr den Typen vor der Nase weg, aber Jana lässt nicht locker. Bald zappelt Daniel am Haken und zieht samt Stieftochter sogar bei ihr ein, bleibt aber stets auf Distanz. Als Jana mit einer Schwangerschaft klare Verhältnisse erzwingen will, erreicht sie prompt das Gegenteil. Doch dann hauen die beiden Kinder ab.

    Der Film lebt vor allem von den vielen alltäglichen Szenen, die die im Umgang mit Filmkindern erfahrene Regisseurin Franziska Buch („Das fliegende Klassenzimmer“, „Emil und die Detektive“) mit feiner Ironie inszeniert. Dieser Humor zwischen den Bildern sorgt dafür, dass „Patchwork“ nie zu jener Tragödie wird, die trotzdem stets spürbar bleibt, denn eigentlich hätte die mindestens mollige Jana auch ziemlich viel Grund zu stiller Verzweiflung. Schmeide verkörpert diesen Gegensatz aus „merkeliger“ Verhärmtheit und überbordender Lebensfreude in jeder Hinsicht überzeugend. Aber der Trübsinn verfliegt, wenn Töchterchen Alex (Amber Bongard) ihr Zimmer aufräumt, indem sie das Chaos unter die Bettdecke oder in den Kleiderschrank verlagert, wo es Jana prompt entgegenstürzt; oder wenn Jana und Daniel mittags „Hasch mich, ich bin der Frühling“ spielen und die entgeisterte Alex früher als sonst nach Hause kommt. Markant besetzt sind auch die jeweiligen Ex-Partner (hier Oscar Maria Sanchez als chilenischer Liedermacher, dort Maria Schrader als Psychologin), die ebenfalls irgendwann mitmischen, zumal gerade Alex von einer Versöhnung ihrer Eltern träumt. Spätestens bei der Suche nach den Kindern sind dann alle leiblichen und so genannten Eltern vereint. Ein sehenswerter Ensemblefilm, der sich bei allem Realismus sogar eine gelegentliche Märchenhaftigkeit leisten kann und natürlich auch eine Botschaft hat: „Das Herz wächst mit“, erklärt Daniels Stieftochter Nelly (Marie-Luise Stahl) gegen Ende ihrer Quasi-Schwester, die bezweifelt, dass ihre Mutter sie noch lieben wird, wenn erst mal das Baby da ist. tpg.

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