Fakten und Hintergründe zum Film "Parkour"

Kino.de Redaktion |

Parkour Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Interview mit Christoph Letkowski (Richie)

Was ist Richie, den du in PARKOUR verkörperst, für ein Typ?

Ein energischer Gerüstbauer, Traceur und Freund, der sich psychisch wie physisch zu sehr herausfordert. Richies Vorstellung von einem gemeinsamen Leben mit Hannah hat oberste Priorität. Seine wachsende Eifersucht treibt ihn jedoch immer mehr in einen unberechenbaren Zustand. Ihm droht der gefürchtete Kontrollverlust.

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Was hat dich an der Rolle gereizt?

Die Möglichkeit zu bekommen, schauspielerische und körperliche Grenzen auszuloten und mich der damit verbundenen Verantwortung zu stellen. Vor allem war die Rolle des Richie für mich ein Tribut.

Welche Wesenszüge oder Charaktereigenschaften von Richie hast du eventuell schon an dir selbst entdeckt?

Alles und nichts, denn viele meiner Charaktereigenschaften unterliegen einem ständigen Wandel. Privat ist es oft wie bei Richie: Das Loslassen fällt mir schwer. Beruflich spielt Kontrolle auch eine große Rolle. Vor allem Selbstkontrolle. Da frage ich mich manchmal, ob es nicht etwas weniger davon sein könnte.

Was muss bei dir in einer Beziehung passieren, damit du eifersüchtig wirst?

An dieser Stelle könnte ich ein fünfzigseitiges tiefenpsychologisches Essay anbieten. Kurz gesagt: Meine Freundin verliebt sich ganz offiziell in einen gemeinsamen Bekannten, verspricht mir trotzdem, dass ich weiterhin der Mann ihrer Träume bin, wir eines Tages heiraten und die schönsten Kinder der Welt bekommen werden. Verdammt, sollte ich mir ’ne neue Beziehung suchen?

Das Parkour-Laufen erfordert sehr viel Training und ist nicht ganz ungefährlich. Wie hast du dich auf die Parkour Szenen vorbereitet?

Mit Mütze, Trainingshosen und den coolsten und besten Parkourlehrern Berlins. Das war eine tolle Zeit: Polizei, Hausverbot, aufgescheuerte Schienbeine. Herrlich! Nochmal!

Wie hast du dabei die Angst überwunden, zum Beispiel von einem hohen Hindernis herunter zu springen?

Durch Mut, Selbstvertrauen, Konzentration, vorsichtiges Herantasten bis hin zum (und da sind wie wieder beim) Loslassen. Letzteres fällt jedoch schwer, wenn man acht Meter über dem Boden an einer Plakatwand hängt. Dann helfen dir nur noch die Jungs von PARKOURONE.

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Wie bist Du zum Filmprojekt PARKOUR gekommen?

PARKOUR entwickelte sich 2005 aus einer wahren Geschichte, in der der Anführer einer Jugendclique von seinen besten Freunden auf offener Strasse hingerichtet wurde. Später kam heraus, dass dieser Anführer unter einer schweren Psychose litt und in den Jahren zuvor seine Freunde massiv bedroht und unter Druck gesetzt hatte. Dieser Mechanismus erschien mir anfangs sehr spannend und erzählenswert und war der Auslöser für PARKOUR. Dennoch hat sich die Geschichte dann aus verschiedenen Gründen in eine etwas andere Richtung entwickelt, die aber für mich ebenfalls sehr interessante Wendungen besitzt.

Wie bist Du auf die Idee gekommen, ausgerechnet Parkour als Sportart in den Film mit einzubauen?

Die erste Idee war, einen Film über die Freundschaft zwischen drei jungen Männern zu machen, die auf eine harte Probe gestellt wird. Um diese Freundschaft glaubhaft zu machen, war recht schnell klar, dass es ein gemeinsames Interesse eine Leidenschaft, eine Passion geben muss, die die Freunde zusammenschweißt. So stieß ich bereits in einer recht frühen Phase der Buchentwicklung auf Parkour und mir war schlagartig klar, dass diese phantastische Sportart sich für meine Geschichte wunderbar eignet, auch speziell deshalb, weil es beim Parkourlaufen immer darum geht, eigene Grenzen und scheinbar unüberwindbare Barrieren zu überwinden, sowohl äußerlich als auch im Geiste.

Was war die größte Herausforderung bei der filmischen Umsetzung des Drehbuchs?

Die größte Herausforderung bestand für mich als Geschichtenerzähler darin, die doch sehr verschiedenartigen Elemente des Buches gekonnt miteinander zu verweben, ohne dass der Film auseinander fällt. Eine Geschichte über krankmachende Eifersucht, die in einer Psychose endet, zu verbinden mit dem Freiheitsgefühl einer Sportart wie Parkour war teilweise schwierig, aber auch gerade der Reiz des Buches. Es musste auch ständig der Verlockung widerstanden werden, einen reinen Sportfilm zu machen. Das Drehbuch hat aber mit seinen thrillerhaften Zügen und den enormen Tempiwechsel schon immer einen einzigartigen Reiz auf mich ausgeübt, so dass es mir leicht fiel, mich da immer wieder hineinzusteigern. Ein weiterer elementarer Teil der Arbeit war es, die Bögen der einzelnen Charaktere so glaubhaft und so intensiv wie möglich auszuarbeiten, weil gerade dieser allmähliche, unaufhaltbare Zerfall aller Strukturen so wichtig für die packende, soghafte Wirkung der Geschichte ist.

PARKOUR ist Dein erster Langfilm. Bedeutete dies bei den Dreharbeiten eine große Umstellung für Dich?

Im Prinzip ist ja die Arbeitsweise die gleichewie bei einem Kurzfilm und daher fiel es leicht, sich wieder in die gewohnten Strukturen zu begeben. Natürlich ist alles etwas größer, es sind mehr Mitarbeiter beteiligt und es gibt natürlich immer auch viele Dinge, die noch dazugelernt werden müssen. Der große Unterschied liegt auf jeden Fall in der Erzählweise und der Dauer der Dreharbeiten. Auch kann man während des Drehzeitraumes noch Einfluss auf die Geschichte nehmen. Das ist ein Vorteil, der auch gerade den Schauspielern sehr entgegenkommen kann.

Was muss bei Dir in einer Beziehung passieren, damit Du eifersüchtig wirst?

Eifersucht ist eines der Grundgefühle menschlichen Seins, ähnlich wie Neid und Angst. Selbst Kleinkinder sind teilweise schon eifersüchtig auf ihre Geschwister oder auch auf den Hund, wenn der mehr Aufmerksamkeit bekommt als sie. Es ist auch eines der Gefühle, die schon viel Leid und Zerstörung über die Welt gebracht haben und von daher bin ich glücklich, kein übermäßig eifersüchtiger Mensch zu sein. Was aber nicht heißt, dass nicht auch mir oder auch jedem anderen Menschen so etwas wie unserem Richie in PARKOUR widerfahren kann. Eifersucht kann sehr hinterhältig sein.

Ist der Autor in Dir beim Anblick des fertigen Films mit dem Regisseur in Dir zufrieden?

Es ist nicht so einfach, wenn man sich so lange Zeit mit einer Geschichte beschäftigt hat, noch den richtigen Abstand zu besitzen, um hier eine klare Trennung vornehmen zu können. Denn immer ist der Regisseur ja auch der Autor und umgekehrt. Außerdem war ich in diesem Falle ja auch nur Koautor und Ideengeber. Ich wünsche jedoch sowohl dem Drehbuchautor als auch dem Regisseur in mir für die Zukunft viel Kraft, Glück und Mut.

Hintergrund: Was ist Parkour?

Le Parkour – l’art du déplacement (dt: die Kunst der Fortbewegung)

Bei Parkour geht es darum, sich die geistigen und körperlichen Voraussetzungen anzueignen, um jegliche Hindernisse, welche sich einem in seiner Umgebung in den Weg stellen, effizient und sicher zu überwinden. Hierbei gibt es keine vorgegebenen Wege, Techniken und Hilfsmittel. Ziel des Parkourtrainings ist es, vor keinem Hindernis Halt machen zu müssen und jederzeit bereit zu sein, Problemsituationen zu meistern. Der Sportler, der Parkour ausübt, wird Traceur genannt.

ParkourONE ist die Gemeinschaft der erfahrensten Traceure im deutschsprachigen Raum, die sich zum Ziel gesetzt hat, gegenüber Medien, Institutionen und Unternehmen als Ansprechpartner für die Sportart aufzutreten. Wir verstehen uns dabei als Bindeglied zwischen der Öffentlichkeit und den Traceuren, wobei es unser Anliegen ist, dass Parkour nicht zu fremden Zwecken verformt, sondern durch uns Ausübende der Öffentlichkeit in seiner ursprünglichen Form kompromisslos präsentiert wird. Grund für das stetig steigende Interesse an diesem Sport ist ohne Frage das Wertesystem von Parkour (kein Wettkampf, Kreativität, Respekt, Bescheidenheit, Ehrlichkeit) im Verbund mit intensiver sportlicher Betätigung, die eine ganzheitliche Schulung im gehobenen Maßstab und auf allen erdenkbaren Schwierigkeits- und Anspruchsniveaus ermöglicht.

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