Für Links auf dieser Seite erhält kino.de ggf. eine Provision vom Händler, z.B. für mit oder blauer Unterstreichung gekennzeichnete. Mehr Infos.
  1. Kino.de
  2. Filme
  3. Parker
  4. News
  5. "Parker": Interview mit Jason Statham

"Parker": Interview mit Jason Statham

Ehemalige BEM-Accounts |

Parker Poster

Action-Superstar Jason Statham muss in seinem neustem Thriller „Parker“ so einiges einstecken, wie er in einem exklusiven Interview mit CINEFACTS verrät.

„Mit meinen Ellenbogen habe ich mittlerweile echte Probleme!“

Jason Statham ist einer der erfolgreichsten Actionstars unserer Tage. Ein knallharter Kerl, mit dem auf den ersten Blick nicht gut Kirschen essen ist. So auch in der Krimi-Bestseller-Verfilmung „Parker“ nach Donald E. Westlake. Statham mimt einen Meisterdieb, der von seinen Kumpels brutal niedergeschossen wird, das Attentat aber überlebt und auf Rache sinnt. Ein rauer Thriller, der Statham mit Topstar Jennifer Lopez vereint. Die nannte Statham den besten Schauspieler Hollywoods. Wie sich das anfühlt, wie schwer es für Statham war, in „Parker“ mal den Verletzlichen zu mimen und noch viel mehr verriet der Star uns in einem exklusiven CINEFACTS-Interview.

CINEFACTS: Wie gefällt Ihnen Berlin?

Jason Statham: Ich bin nie lange hier, das finde ich unglaublich schade. Ich komme immer an und muss dann direkt wieder weg.

CINEFACTS: Also fliegen Sie heute schon weiter?

Jason Statham: Ja, in 1,5 Stunden geht’s schon wieder los.

CINEFACTS: Das ist ja wie in Ihren Filmen: Niemals gibt es Ruhe, immer herrscht Eile!

Jason Statham: (Lacht) Ja, das stimmt wohl. Ich bin immer im Stress.

CINEFACTS: Bevor Sie Schauspieler wurden, waren Sie ein berühmter Taucher und Schwimmer, stimmt das?

Jason Statham: Nein, ich war nie berühmt. Ich habe den Sport gerne gemacht, es war eine Art Hobby. Ich war im britischen Team und habe dadurch die Möglichkeit gehabt, viele Länder zu sehen. Es hat mir Spaß gemacht. Ich mochte die Wettkämpfe und bin gerne durch die Welt gereist. Wir sind an Orte gekommen, die man als Tourist wohl eher nicht sehen würde. In China und Russland zum Beispiel. Aber mir war immer klar, dass ich eigentlich etwas anderes machen wollte. Ich hatte immer schon ein Interesse am Kampfsport. Ich mochte Action, ich wollte Rennwagen fahren oder so was. Ich wollte immer das sein, was ich nicht war. Ich war jemand, der einfach nie mit dem zufrieden war, was er gerade tat.

CINEFACTS:
Mittlerweile machen Sie ja auch Ihre meisten Stunts selber. Erinnern Sie sich, welcher Ihrer Stunts der gefährlichste war?

Jason Statham: Na ja, es ist immer ein kalkuliertes Risiko. Ich war noch in keiner Situation, in der ich dachte: “Um Gottes Willen, hoffentlich geht das gut!” Man guckt sich die Sache an und überlegt, ob es eine bestimmte körperliche Fähigkeit gibt, die man dafür besitzen sollte und wenn ja, besitze ich sie dann. Dann frage ich mich, welche Gefahrenquellen es gibt und ob die Szene sehr davon profitiert, wenn ich es selber mache. So schätze ich ab, ob es das Ganze wert ist (lacht).

CINEFACTS: Haben Sie sich denn schon einmal verletzt?

Jason Statham: Ja, das kam schon wirklich oft vor. Meist sind es die Gelenke oder man landet auf den Ellenbogen. Mit denen habe ich mittlerweile echte Probleme.

CINEFACTS: Jennifer Lopez hat Sie doch glatt als den besten Schauspieler Hollywoods betitelt. Wie fühlt man sich da?

Jason Statham: Ich glaube Jennifer war da nicht ganz unvoreingenommen (lacht). Wir haben schließlich einen Film zusammen gedreht. Aber sie ist so lieb, wir hatten so viel Spaß zusammen. Es war eine tolle Erfahrung und ich habe wirklich gerne mit ihr gearbeitet. Sie ist weltweit so beliebt und nimmt momentan ihr zehntes Album oder so auf. Ich meine, sie ist Sängerin, Schauspielerin, Mutter – sie ist so vieles, aber unter alledem ist sie wirklich genau wie du und ich.

„Der zu sein, der die Schläge abkriegt – das war nicht mein Ding.“

CINEFACTS: War es denn immer Ihr Traum, einmal zur Schauspielerei zu kommen?

Jason Statham: Nein, es war nie ein Traum. Ich war eigentlich immer sehr realistisch, was gewisse Dinge anging. Wenn man auf der Straße Parfüm verkauft, ist es eher unwahrscheinlich, dass man auf einen Regisseur oder einen Produzenten trifft und der einen dann in seinen nächsten Film steckt. Ironischerweise bin ich so an meine Rolle in „Bube Dame König Gras“ gekommen. Guy Ritchie war auf der Suche nach einen Straßenbetrüger, und nach der Schule hatte ich nichts anderes als das getan. Er hat sich nur für mein Leben auf der Straße interessiert. Ob ich mal im englischen Team geschwommen war, das war ihm egal. Er wollte einfach jemanden, der die Sprache der Straße sprach und Erfahrung damit hatte. Und so kam eines zum anderen. Ich war am richtigen Ort, zur richtigen Zeit. Und so ging es los. Und plötzlich tut man etwas, das man nie für möglich gehalten hätte. Ich wäre gerne Stuntman geworden und dachte immer, meine Chancen, einmal in einem Film aufzutauchen, würden sich darauf beschränken, aus einem brennenden Fenster zu springen. Aber jetzt hab ich es natürlich gut und kann beides machen. Ich kann schauspielern und darf den ganzen verrückten Stuntkram trotzdem noch machen!

CINEFACTS: In „Parker“ spielen Sie ja auf einmal jemanden, der verletzlich ist. Wie war das für Sie?

Jason Statham: Das hat mir ehrlich gesagt nicht so gefallen. Um nicht zu sagen, dass ich es gehasst habe (lacht). Der zu sein, der die Schläge abkriegt und bei dem man nicht weiß, ob er bis zum Ende des Films durchhält – das war nun so gar nicht mein Ding. Ich bin lieber der Selbstbewusste, der austeilt. Ich bevorzuge die Szenen, in denen ich den Starken spielen muss. Jemand zu sein, der gerade so eben überlebt, war auf jeden Fall Neuland für mich!

CINEFACTS: „Parker“ basiert auf mehreren Romanen von Donald E. Westlake. Kannten Sie die Bücher?

Jason Statham: Ja, die Bücher waren mir ein Begriff. Und nachdem ich das Drehbuch gelesen habe, habe ich mich natürlich noch mehr damit auseinandergesetzt. Ich finde es interessant, dass es ganze 24 Bücher über diesen Kerl gab.

CINEFACTS: Glaube Sie demnach, dass es vielleicht eine Fortsetzung geben wird?

Jason Statham: Ob ich das glaube? Ich weiß es wirklich nicht. Eine Fortsetzung ist doch nur dann relevant, wenn der erste Film ein voller Erfolg war. Ich glaube niemand dreht ein Sequel, wenn man nicht mit einer riesen Menge an Zuschauern rechnet. Es geht da doch eigentlich wieder nur um’s Geld. Und wenn man damit einen großen Profit schlagen kann, klopft es bei mir wahrscheinlich irgendwann an der Tür, und sie wollen eine Fortsetzung machen. Wenn „Parker“ aber nicht solche immensen Mengen Geld einspielt, dann klopft bei mir sicher auch niemand an. Das Publikum entscheidet eigentlich, ob es Fortsetzungen geben wird. Ohne das öffentliche Interesse funktioniert das nicht.

CINEFACTS: Am Anfang des Filmes sehen Sie komplett anders aus. Mit Perücke und voller Haarpracht. Wie haben Sie sich da gefühlt?

Jason Statham: Beim Blick in den Spiegel wurde mir bewusst, dass es Schlimmers gibt, als eine Glatze zu haben (lacht). Ich hab nun schon so lange kaum noch Haare, da war es wirklich seltsam, mich so zu sehen.

CINEFACTS: In „Parker“ geht es ja ganz schön zur Sache. Einige Szenen sind überaus gewalttätig.

Jason Statham: Ja, es soll schockieren. So ist es doch, wenn man ins Kino geht. Man will unterhalten werden. Und manchmal gehört es dazu, dass man sich schocken lassen will. Das ist ein Teil des Vergnügens. Es gibt immer wieder Leute, die solche Filme nicht mögen. Das ist eben Geschmackssache, so wie bei allem im Leben. Vielleicht mögen Sie gerne Sushi und der nächste liebt sein Steak. Und so ist es auch bei Filmen. Es ist schwierig, jeden zufrieden zu stellen. Es wird immer diejenigen geben, denen zuviel Gewalt in dem Film ist, genauso wie diejenigen, die den Film total toll finden oder die, denen er vollkommen egal ist. Damit muss man sich abfinden. Ich bin kein Filmemacher, aber ich glaube schon, dass es wirklich schwer wird, wenn man versucht, es jedem gerecht zu machen.

CINEFACTS: Würden Sie auch gerne mal wieder in Europa drehen?

Jason Statham: Ich liebe Europa. Ich würde so gerne wieder hier drehen. Ich wollte schon immer einen Film in Deutschland machen und einen in Russland. Ich finde einfach, dass die Architektur Europas und das hiesige Lebensgefühl sehr gut zu dem passen, was ich gerne machen würde.

„Ich hasse Greenscreens!“

CINEFACTS: Also fühlen Sie sich Europa noch immer viel mehr verbunden als den USA?

Jason Statham: Ja, selbstverständlich. Ich habe einen britischen Pass und das wird sich auch nicht ändern. Ich lebe in Hollywood, aber ich werde meinen Akzent genauso wenig ändern wie meine Nationalität. Hollywood oder Amerika hat mir natürlich eine tolle Karriere ermöglicht. Das alles wäre mir nie passiert, wenn man mir nicht so offen entgegengekommen wäre. Die Amerikaner nahmen mich sehr freundlich auf, und in Hollywood ermöglicht man auch denen etwas, die keine Schauspielschule absolviert haben. London ist da ein bisschen versnobbt. Wenn man nicht an der Shakespeare Company studiert hat, braucht man es mit der Schauspielerei gar nicht erst zu versuchen. Diese Blasiertheit wurde mit in Hollywood nie entgegengebracht. Aber ich reise soviel, dass es im Grunde schon schwer ist, festzulegen, wo ich wirklich lebe. Ich verbringe mehr Zeit außerhalb der USA, obwohl ich eigentlich dort wohne. Aber eigentlich lebe ich die meiste Zeit nur aus einem Koffer.

CINEFACTS: Aber Ihr Herz wird immer britisch bleiben?

Jason Statham: Ja, für immer, ganz sicher.

CINEFACTS: Arbeiten Sie viel mit Greenscreens?

Jason Statham: Eigentlich nicht wirklich. Die meisten körperlichen Stunts sind echt. Es sind meist nur kleine Dinge, die digital erschaffen werden um eine Szene zu verbessern. Ich persönlich bin kein Freund des Greenscreens. Ehrlich gesagt, ich hasse sie. Dafür hab ich doch nicht all die Jahre trainiert! Da ist es mir in jedem Falle lieber, selber Hand anzulegen und die Stunts wirklich durchzuziehen. Aber man kann natürlich nicht leugnen, dass sich vieles heutzutage sehr einfach digital erschaffen lässt und dass ein sehr effizienter Weg ist, bestimmte Effekte zu erschaffen. Die Technologie ermöglicht einfach Dinge, die so schon gar nicht mehr zu bewerkstelligen sind. Die Filme, die ein Budget von mehreren hundert Millionen haben, kennen wirklich keine Grenzen mehr. Es ist unglaublich, was alles möglich ist.

CINEFACTS: Kommen Sie selber auch noch dazu, ins Kino zu gehen?

Jason Statham: Ja, ich gehe wirklich gerne ins Kino.

CINEFACTS: Welcher Film hat Ihnen in letzter Zeit am besten gefallen?

Jason Statham: Oh, da muss ich überlegen. „Zero Dark Thirty“ habe ich vor Kurzem gesehen. Ein Freund von mir bekommt die ganzen DVD Screener und so gucken wir auch viele Filme. „Silver Linings“ hat mir zum Beispiel sehr gut gefallen. Der war wirklich lustig und hat Spaß gemacht. Ich weiß jetzt gar nicht mehr, welchen Film ich mir zuletzt wirklich im Kino angesehen habe.

CINEFACTS: Werden Sie nicht oft erkannt, wenn Sie ins Kino gehen?

Jason Statham: Ja, das passiert ab und zu, aber das macht ja nichts (lacht). Ich muss ja trotzdem noch leben und kann mich nicht in einer Schachtel verkriechen. Ich komme gerne unter Leute. Ich verhalte mich einfach normal. Ich bin ja nun auch nicht Robert Pattinson (lacht).

CINEFACTS: Haben Sie das Gefühl, dass die Menschen großen Respekt vor Ihnen haben und vielleicht Angst davor, Sie anzusprechen, weil sie immer so harte Rollen spielen?

Jason Statham: (Lacht) nein, das ist mir bis jetzt noch nicht aufgefallen. Aber ich kann verstehen, dass es für jemanden wie zum Beispiel Robert Pattinson schon frustrierend sein kann, wenn er wirklich nirgendwo mehr hingehen kann. Das ist schon sehr schade. Es ist der Fluch, der damit einhergeht, so beliebt zu sein. So schlimm ist das bei mir natürlich nicht.

CINEFACTS: Und wenn Sie sich bei den diesjährigen Oscar Nominierungen für einen besten Film entscheiden müssten – hätten Sie da einen Favoriten?

Jason Statham: Oh, da sage ich nun nichts zu (lacht). Ich habe ehrlich gesagt einige Favoriten. Ich finde Tarantinos Film toll und bin schon seit Ewigkeiten ein Fan von ihm. Aus persönlichen Gründen fände ich das also nicht schlecht. Ich halte ihn einfach für einen großartigen Filmemacher. Gar nicht unbedingt wegen „Django Unchained“, sondern einfach, weil er noch nie etwas gemacht hat, das mir nicht gefiel. Er hat einfach solches Talent.

CINEFACTS: Haben Sie einen absoluten Lieblingsfilm?

Jason Statham: Nein, nicht wirklich. Ich schaue gerne alte Filme. „The Sting“ mit Paul Newman, viele der Steve McQueen Filme, oder Clint Eastwood und Kurt Douglas. Ich kann gar nicht genau sagen, warum, aber ich mag die alten Klassiker wirklich sehr gerne. Auch Musicals gefallen mir gut.

CINEFACTS: Wenn Ihnen „Silver Linings“ so gefiel – würden Sie dann nicht auch gerne mal eine Komödie drehen?

Jason Statham: Wenn ich ein Angebot von David O. Russell bekäme, wenn er mich darum bitten würde, einen Film mit ihm zu drehen, dann würde ich selbstverständlich nicht nein sagen. Aber ich will nicht auf Teufel komm raus eine Komödie machen, einfach nur, um etwas anderes zu tun. Wenn ich mich schon auf so neues Terrain begebe, dann möchte ich es mit jemandem wie Russell tun, der wirklich Ahnung davon hat und wo ich weiß, dass es ein tolles Projekt ist. Also bleibe ich geduldig. Vielleicht kommt so ein Angebot nie, oder vielleicht kommt es auch nächste Woche. Aber ich werde ganz bestimmt nicht krampfhaft versuchen, etwas neues zu machen, nur damit ich eine Komödie zu verzeichnen habe. Es müsste schon ein vielversprechendes Angebot auf dem Tisch liegen. Und dafür wäre es erst einmal Voraussetzung, dass mich jemand als mehr als nur einen Actionstar wahrnimmt und mir eine andere Rolle anbietet.

CINEFACTS: In „Parker“ spielen Sie einen professionellen Dieb. Haben Sie auch schon mal etwas mitgehen lassen?

Jason Statham: Ach, Sie wissen doch genau, dass ich Ihnen das nicht verrate (lacht). Da pfeife ich lieber vor mich hin.

CINEFACTS: Wir sprachen eingangs von Ihrem stressigen Leben. Was machen Sie, um runter zu kommen?

Jason Statham: Ich habe mich neuerdings am Surfen versucht. Da draußen auf den Wellen zu sein hat auch einen beruhigenden Effekt. Ich wollte es als Kind schon immer versuchen. Ich finde, das alles, was mich in Verbindung mit der Natur bringt, eigentlich dazu beiträgt, dass es mir besser geht. Die Sonne, der Horizont. Das ganze Klischee. Oder Tiefseetauchen, das ist auch ganz wunderbar. Das empfehle ich wirklich jedem. Jeder sollte es einmal ausprobieren.

News und Stories

  • Unterwasser-Milbe nach Jennifer Lopez benannt

    Unterwasser-Milbe nach Jennifer Lopez benannt

    Ehemalige BEM-Accounts17.07.2014

    "Litarachna Lopezae" heißt die in Puerto Rico entdeckte Art. Wissenschaftler hörten auf ihrer Expedition J.Los Songs und sahen ihren Auftritt bei der Fußball-WM...

  • "Parker" im Juli auf DVD & Blu-ray

    Ehemalige BEM-Accounts15.05.2013

    Constantin Film veröffentlicht den Action-Thriller "Parker" mit Jason Statham, Jennifer Lopez und Nick Nolte im Juli für das Heimkino. Die technische Ausstattung der DVD und Blu-ray liest sich ordentlich.

  • "Parker": Interview mit Jason Statham

    Ehemalige BEM-Accounts21.02.2013

    Action-Superstar Jason Statham muss in seinem neustem Thriller "Parker" so einiges einstecken, wie er in einem exklusiven Interview mit CINEFACTS verrät.