Over the Rainbow

  1. Ø 5
   1999
Over the Rainbow Poster

Filmhandlung und Hintergrund

Over the Rainbow: Hippe Teenager-Zeitgeist-Story mit Horror-Elementen in Clip-Ästhetik.

Das Girl-Trio Iris, Astrud und Marie hat ein Faible für makabre Wetten. Ihre letzte droht ihre Freundschaft zu sprengen, denn alle drei wollen soviel Zeit wie möglich mit dem angeblich so coolen Rockidol Ray verbringen. Als Groupies schaffen sie es in seine Wohnung, eine düstere Fabrikbaracke. Sie werfen sich ihm an den Hals, trinken und rauchen, was das Zeug hält, spielen einander und Ray aus – bis das Spiel groteske Formen annimmt.

Darsteller und Crew

Bilder

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Eine Art Horror-Märchen ist die Zeitgeist-Story aus Leipzig – oder wie eine der drei Bad Girls Astrud ihre Erkundung jenseits des Regenbogens beschreibt: „Das ist ein Alptraum“. Der erste Film, der ausschließlich im „Osten“ gedreht wurde und erster Kinofilm von Regisseur und Co-Autor Jan Peter und Autor Yury Winterberg versucht seine vornehmlich junge Zielgruppe mit einem flippig-taffen Mädelstrio, einem Rock-Star mit Marylin-Manson-Attitüde, samt entsprechendem Indie-Rock-Soundtrack mit Songs von Think about Mutation und Nina Miranda und greller Clip-Ästhetk zu ködern.

    Die Freundinnen Astrud, Iris und Marie (Newcomer Mareike Fell, Annett Renneberg und Mina Tander schlagen sich beachtlich) markieren Alleebäume am Straßenrand mit ihren Initialen. Nachts crasht ein Auto mit Disco-Heimkömmlingen in einen mit I. Iris jubiliert. Sie hat die Wette gewonnen. Doch die nächste Wette droht die Freundschaft des teuflischen Trios zu zerstören: Wer schafft es am längsten mit dem verehrten Rock-Idol Ray (der in der Schweiz anerkannte Darsteller Pascal Ulli) zusammenzubleiben. Als Groupies landen alle drei bei ihm zu Hause – eine düstere Fabrik-Baracke, von der Kamera von Sönke Hansen („Angel Express“) in Grün und dunkle Schatten getaucht – in der fortan jede die andere ausspielt, um sich Ray an den Hals und in sein Bett zu werfen – bis ein wahrer Teufel ins Spiel kommt, Rays alter ego und Vorbild Spin (Bela B. von „Die Ärzte“). Von Partylaune mit coolem Bad-Girl-Talk über Sex und Drogen verändert sich die Stimmung zum horror-mäßigen Psycho-Duell, bei dem die eine der anderen schon mal das Gesicht in Glasscherben drückt oder eine mit einer blutigen Katzenleiche im Bett aufwacht – „Verhängnisvolle Affäre“ läßt grüßen. Peter hat aber auch ruhigere Szenen dazwischen geschnitten, in denen Astrud und Ray unterm Sternenhimmel ihrer poetischen Ader nachhängen. Überhaupt haben die Filmemacher keine Scheu Genre-Grenzen zu überspringen, vom Teenie-Film über Psycho-Thrill zu Horror-Referenzen mit klassisch knarzenden Türen, Katzenaugen und Kaktus, an dessen Stachel Spin genüßlich eine Fliege aufspießt. Auch optisch probierte das junge Team (für Ausstattung und Art-Direction zeichnen die Clip erfahrenen Peter Weber und Raban Ruddigkeit verantwortlich) eine Menge aus. Vor allem bei den Konzert-Szenen wimmelt es von Überblendungen und Farbspielereien, und auch die Location, das Fabrikgelände mit Dachausblick auf eine Raffinerie ist Werbe-ästhetisch ins Bild gerückt.

    Nicht alle dürften den auf cool gebürsteten Dialogen, der zwischen den Extrempolen angelegten Psychologie der Figuren und den krassen Stimmungs-Wechseln gespannt folgen. Ein nicht rundum gelungenes Experiment, alle Farben des Regenbogens auszuprobieren. hai.

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