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Fakten und Hintergründe zum Film "Outsourced - Auf Umwegen zum Gl?ck"

Fakten und Hintergründe zum Film "Outsourced - Auf Umwegen zum Gl?ck"
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Über den Film

Drei Faktoren brachten Regisseur und Co-Drehbuchautor John Jeffcoat auf die Idee zum Film OUTSOURCED: erstens seine persönlichen Erfahrungen über Kulturschock, kulturelle Anpassung und individuelle Weiterentwicklung auf seiner langen Reise durch Nepal, zweitens die Tatsache, dass auch er im Low-Budget-Produktionsstandort Indien seinen ersten Kinospielfilm realisieren wollte und drittens das wachsende Phänomen des Outsourcings ganzer Abteilungen US-amerikanischer Firmen in Billiglohnländer.

Filmemacher John Jeffcoat und Drehbuchautor George Wing leben und arbeiten beide in Seattle. Es entstanden viele gemeinsame Ideen, die jedoch kein lokaler Produzent finanzieren wollte. Als Student verbrachte Jeffcoat ein Semester in einem Kulturaustauschprogramm in Nepal. „Nepal deshalb, weil ich einmal etwas völlig Anderes erleben wollte, in einem Land, in dem kein Englisch gesprochen wird und in dem ich gezwungen war alles Amerikanische abzulegen, um mich völlig an die neue Kultur anzupassen“, so Jeffcoat. Diese Monate, in denen er durch das Land reiste und bei Einheimischen in einfachen Häusern oft ohne Strom oder fließend Wasser lebte, veränderte seine Lebenseinstellung komplett.

Im Jahr 2002 reiste er erneut nach Südasien, und zwar nach Indien, wo er einen Dokumentarfilm über die indische Filmindustrie Bollywood drehte. Während des Drehs stellte er schnell für sich fest, dass Indien das ideale Land zum Filmemachen ist: ausgerüstet mit einer vollständigen und professionellen Filminfrastruktur mit gleichzeitig niedrigen Produktionskosten – hier ließe sich sein erster Kinospielfilm realisieren! Zurück in Seattle, nahm Jeffcoat die Tragweite des Themas Outsourcing durch die wachsende mediale Präsenz immer deutlicher wahr. Mitarbeiter verloren ihre Jobs nach Indien, mussten aber gleichzeitig ihre Nachfolger in Indien einarbeiten. Kunden beschwerten sich, dass sie nur noch indische Call-Center-Mitarbeiter am Apparat hätten, wenn sie die Hotline von Firmen wie Dell oder der Bank of America anwählten. „Es war eine große Aufregung und Ärger in dieser Zeit über das Thema Outsourcing in Amerika zu spüren.“

Ich wollte einen persönlichen Film mit einem aktuellen Hintergrund machen. Und so war die Idee zu OUTSOURCED geboren“, so Jeffcoat. Drehbuchpartner George Wing war sofort von der Idee überzeugt. In den darauf folgenden Wochen schrieben sie gemeinsam das Drehbuch. „Ich konnte gar nicht glauben, dass dieser Stoff noch nicht verfilmt worden war. Er hatte eine derartige Brisanz, dass uns sofort klar war, dass wir uns beeilen mussten, wenn wir die ersten sein wollten, die diese Geschichte auf die Kinoleinwand bringen“, so Wing. „Ganz besonders wichtig war uns“, beschreibt Jeffcoat, „dass wir Indien so zeigen, wie es mit all seinen Traditionen auf dem Land gelebt wird. Gleichzeitig sollte aber auch deutlich werden, in welchem Aufschwung sich das Land durch die ausländischen Investitionen befindet. Ein voll funktionsfähiges Call-Center in einem halb gebauten Rohbau mitten in der indischen Provinz, das amerikanischen Kitsch verkauft - so haben wir uns das vorgestellt.“

Produktionsnotizen

Das Drehbuch war fertig und Wing und Jeffcoat organisierten in Seattle eine öffentliche Drehbuch-Lesung, zu der auch Produzent David Skinner der Produktionsfirma ShadowCatcher Entertainment erschien. Der Kontakt zur Produktionsfirma kam einige Zeit vorher zustande, da diese auf der Suche nach einem ortsansässigen Drehbuchautor war und George Wing und sein Drehbuch zu „50 erste Dates“ entdeckte.

Die beiden Produzenten David Skinner und Tom Gorai fanden das Drehbuch von Wing und Jeffcoat sofort fantastisch: „Es war witzig, charmant und super-zeitgemäß. Außerdem war es die Geschichte eines Kerls aus Seattle, so wie wir.“ Zur selben Zeit waren bereits George Wings Hollywood-Agenten dabei, den Film als Big-Budget-Produktion mit Starbesetzung den großen Studios zum Kauf anzubieten. Die Umsetzung sollte so ähnlich wie „50 erste Dates“ erfolgen. Wing zweifelte von vornherein an einer Studio-Umsetzung des Films, da dadurch seiner Meinung nach der Charme verloren ginge

und der Kern der Geschichte nicht richtig spürbar gemacht werden könnte. Außerdem wollte er an Regisseur Jeffcoat festhalten, der von den Studios und Hollywoodstars als Erstlingsregisseur nicht akzeptiert und deshalb nicht engagiert worden wäre.

Die beiden Produzenten von ShadowCatcher Entertainment trafen sich mit Jeffcoat und erfuhren in langen Gesprächen alles Wesentliche über ihn. Aufgrund seiner Erfahrungen im Ausland hatte er jeden einzelnen Charakter und Moment der Geschichte verinnerlich, kannte jedes Detail der Entwicklung und jede witzige Situation beim Aufeinanderprallen der Kulturen im Alltag – ein anderer Regisseur hätte lange recherchieren müssen, um dieses Gefühl verstehen und umsetzen zu können. Jeffcoats Kurzfilme und Werbefilme zeigten ein Talent, das ihnen gefiel und so festigte sich das Vertrauen in eine gemeinsame Arbeit an OUTSOURCED. Ellen Chenoweth, die normalerweise für die Coen-Brüder, George Clooney oder Sidney Lumet arbeitet, übernahm das Casting für den Film, was ebenso für das Projekt sprach und den Produzenten Mut machte. Josh Hamilton wurde ziemlich schnell in New York gecastet, die Suche nach der Besetzung der indischen Hauptrollen – Asha und Puro – fand in Indien statt. Dort waren sie sofort sowohl von Ayesha Dharkar für Asha, als auch von Asif Basra für den Part von Puro begeistert. Sie holten Hamilton nach Indien, um sicher zu gehen, dass die Chemie zwischen ihm und seiner Partnerin stimmte. Das war sofort der Fall.

Als Kameramann wollten die Produzenten jemanden, dem es Spaß macht, mit einem jungen Regisseur an seinem ersten Spielfilm zu arbeiten und der auch Lust auf das Abenteuer Indien hatte. Teo Maniaci war ihr Mann – er flog sogar drei Wochen vor Filmstart nach Indien, um sich schon mal an Land und Leute zu gewöhnen. Das Produktionsteam wurde aus Mitarbeitern aus Mumbai zusammengestellt, die bereits Erfahrung mit amerikanischen Drehteams hatten. Die größte Herausforderung war, die Location für die Kleinstadt Gharapuri irgendwo in der pulsierenden Großstadt Mumbai aufzuspüren. „Ich erinnere mich noch genau an den Tag, als wir nach Banganga kamen. Ich lag mit einer bösen Magen-Darm-Verstimmung im Bett, als mich die anderen holten und mich in das Viertel brachten. Ich traute meinen Augen nicht, es war wie eine Oase mit einem See mittendrin, in dem die Menschen badeten und wo sie zusammen mit Hunden, Vögeln, Fischen, Katzen, Hühnern und Ochsen lebten. Wie in einer richtigen indischen Kleinstadt“, so Tom Garai. Die meisten Szenen wurden in Banganga gedreht.

Ingesamt dauerte der Dreh in Mumbai vier Wochen und das Team war mehr als begeistert von den Bildern, die dabei entstanden. Es gab natürlich auch witzige Momente, die die Produzenten gerne erzählen. Wie zum Beispiel von Schauspieler Matt Smith, der Dave spielt und sofort eine böse Magen-Darm-Erkrankung bekam. „Was soll’s“, meinte er, „ich muss ja auch in meiner Rolle einen spielen, der krank ist.“ „Es wurde jedoch so schlimm, dass er fast das Bewusstsein verlor und ihm alles gesagt werden musste: Matt, zieh den Schuh an, Matt, geh zur Tür raus. Aber es war super, er sah so schlimm aus, das hätte man nicht besser spielen können“, so Jeffcoat.

Zwischen den indischen und den amerikanischen Mitarbeitern der Crew gab es keine Unterschiede. Alle waren konzentriert bei der Sache und die Inder waren total begeistert

von der Geschichte, die völlig von den stereotypischen Filmen abwich, die sie sonst von ausländischen Drehteams gewohnt waren. Manchmal hat die Kommunikation zwischen Indern und Amerikanern nicht sofort funktioniert, was aber viel Spaß brachte. Im Grunde hat das Team ähnliche Situationen witziger Missverständnisse erlebt, wie es Todd im Film passiert. „Für mich war die Tatsache, dass ich meinen ersten Spielfilm in Indien drehte, ein einziger Nervenkitzel“, so Jeffcoat. „Ich danke meinen Produzenten und meinem Team von ganzem Herzen für ihren riesigen Einsatz. Alles hat immer super funktioniert, auch wenn es auf den ersten Blick schwierig aussah oder die Bedingungen ungemütlich waren. OUTSOURCED ist ein Beweis dafür, wie viel Spaß es macht in Indien zu arbeiten.“