Fakten und Hintergründe zum Film "Our Family Wedding"

Kino.de Redaktion |

Our Family Wedding Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

Regisseur Rick Famuyiwa ist ein großer Hochzeitsfan. „Das Schöne an Hochzeiten ist, dass man von lauter Fremden umgeben ist und kaum gibt man sich das Ja-Wort, gehören sie zur Familie.”

Seine Liebes- und Ehe-Philosophie verführte den Sundance-Film-Festival-Preisträger selbst auch dazu, ein zweites Mal vor den Altar zu treten. „Für mich bedeutet die Familie alles, besonders meine Frau und meine Kinder”, erzählt er. „Nichts ist wichtiger.” Sein Debütfilm (THE WOOD, 1999) dreht sich am Beispiel von vier Freunden sehr unterhaltsam um die männliche Haltung zur Ehe. In OUR FAMILY WEDDING betrachtet er jetzt augenzwinkernd die Liebe aus der Sicht zwei sehr unterschiedlicher Familien, die durch die überraschenden Hochzeitspläne ihrer Kinder aufeinander treffen – und kein bisschen auf das Drama vorbereitet sind, dass sie erwartet!

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„Bei Hochzeiten wird enorm viel Lebensenergie freigesetzt”, erklärt der Produzent Edward Saxon. „Verschiedene Generationen treffen aufeinander und eine Hochzeit hat auch immer etwas dramatisches, weil zwei Menschen vor einer großen Veränderung stehen.”

Der Produzent Steven J. Wolfe stimmt zu: „Jede Hochzeit entwickelt eine ganz eigene Dynamik”, ergänzt er. „In diesem Film dreht sich alles um zwei junge Menschen, die sich sehr lieben und deshalb auch ihre Familien zusammen bringen möchten – bis sie feststellen müssen, dass sich ihre Väter hassen! Im Endeffekt dreht sich der Film um zwei sehr gegensätzliche Familien, die einen Weg finden müssen, miteinander auszukommen.”

„Der Cutter und ich haben hatten unseren Spaß daran, dass der Film eigentlich eine Liebesgeschichte zwischen den beiden Vätern ist”, ergänzt Famuyiwa schmunzelnd, „weil die beiden die größten Hindernisse überwinden müssen.”

Während Famuyiwas einjähriger Arbeit am Drehbuch nahm auch die „Traumbesetzung” für die Rollen Gestalt an. Für den New Yorker Regisseur, der auch für sein mit viel Kritikerlob bedachtes Drama TALK TO ME das Drehbuch schrieb, war Forest Whitaker immer die beste Besetzung für die Rolle des Brad Boyd. Brad ist ein etwas verschrobener aber auch cooler, geschiedener Mann mittleren Alters, der zu den prominenten Radio-DJs von L.A. gehört. Er sammelt Kunst, Antiquitäten und junge Frauen – und er ist alleinerziehender Vater seines hochbegabten Sohnes Marcus (Lance Gross).

Der Autor/Regisseur war sich sicher, dass Whitaker in dieser Rolle unglaublich komisch sein würde. „In Komödien geht es um Wahrheit und Forests Fähigkeit, eine Rolle vollkommen zu ergründen, ist unübertroffen”, erklärt Famuyiwa.

Auch die innovativen Produzenten des Films Oscar-Gewinner Edward Saxon (PHILADELPHIA, 1993) und Independent-Produzent Steven J. Wolfe ((500) DAYS OF SUMMER, 2009) sind große Fans von Forest Whitaker. Sie hofften, dass die Aussicht zu Fox Searchlight Pictures zurückzukehren – das Studio hatte Whitakers Oscar-gekrönten Film DER LETZTE KÖNIG VON SCHOTTLAND – IN DEN FÄNGEN DER MACHT („The Last King of Scotland”, 2006)) herausgebracht – zusammen mit der Geschichte über widerstreitende Familienideale und der Herausforderung eine komische Rolle zu übernehmen, dem Schauspieler ausreichend Anreiz geben würden, um „ja” zu sagen. Und tatsächlich nahm Whitaker die Rolle an, weil er endlich eine Komödie machen wollte. „Ich habe schon viele Rollen gespielt, die emotional und psychologisch eine Herausforderung waren”, erklärt er. „Die Zeit war reif, eine neue Seite an mir auszuprobieren.” Auch alte Studienfreunde aus seiner Zeit an der University of Southern California rieten dem vierfachen Vater zu, endlich wieder eine Komödie zu machen, ein Genre, das er als Student sehr schätzte.

Dazu Wolfe: „Wir halten Forest Whitaker nicht für komisch, weil wir ihn in so vielen unvergesslichen ernsten Rollen gesehen haben, wie in DER LETZTE KÖNIG VON SCHOTTLAND – IN DEN FÄNGEN DER MACHT. Tatsächlich ist er ein großartiger Komödiant und ich glaube, die Zuschauer werden viel Spaß haben, diese Seite an ihm zu entdecken.”

In der Rolle des Brad Boyd spielt Whitaker eine ungewöhnliche Mischung aus Kultiviertheit und Neurose. „Wir haben ihn zusätzlich noch zu einem Kontrollfreak gemacht”, erklärt der Regisseur. Angefangen mit seinem modernen 50er-Jahre Haus bis hin zu dem Aston-Martin-Klassiker und seiner außergewöhnlichen Kunstsammlung –in Brads Leben zeugt einfach alles von seinem Streben nach Perfektion. „Er hat sein Leben bis ins letzte Detail durchdacht – sogar die Art, wie er Gläser aufstellt”, erklärt Famuyiwa.

Sein Gegenspieler wird verkörpert von dem herrlich respektlosen Stand-Up-Comedian Carlos Mencia. Er spielt Miguel Ramirez, den bodenständigen, äußerst streitbaren und sehr direkten Brautvater. Miguel ist ein hart arbeitender Ehemann und Vater, die Sorte, die sich immer wieder selbst an den Haaren aus dem Sumpf zieht. Er ist ein mexikanischer Einwanderer, der unermüdlich gearbeitet hat, um seine Auto-Restaurierungsfirma erfolgreich aufzubauen und seine Familie gut zu versorgen. Eine Tochter wird Anwältin (America Ferrera), die andere arbeitet als Mechanikerin (Anjelah Johnson) und wird hoffentlich eines Tages das Familienunternehmen übernehmen. Miguel träumt davon, dass beide Töchter Großes erreichen werden. Kein Wunder, dass Miguel durch die Decke geht, als er erfährt, dass Lucia die juristische Fakultät verlässt und heiraten will und ihr Mann einer ethnischen Minderheit angehört!

Mencia, der selbst Vater ist und das 17. von 18 Geschwistern, ließ sich für die Rolle von seinen eigenen Familienmitgliedern und tatsächlich stattgefundenen Situationen inspirieren. „Miguel ist die Sorte Vater der sagt: 'Moment mal, den kenne ich doch gar nicht! Was soll das heißen, ihr wollt heiraten? Was ist aus ‘Darf ich Ihre Tochter zum Essen ausführen’ geworden? Das überspringen wir einfach?! Und ihr hattet noch keinen Sex, stimmt’s?!!'”

Mencia gibt zu, dass er anfangs Bedenken hatte neben Whitaker aufzutreten. „Ich dachte ‘Oh mein Gott! Er hat einen Oscar. Ich muss unglaublich gut sein, um da mithalten zu können’”, scherzt Mencia. Am Set entdeckten die beiden dann schnell Gemeinsamkeiten, aus denen ein ganz natürliches gegenseitiges Verständnis erwuchs. „Forest sah mich an und fragte ‘hast Du das auch so empfunden?’ Und ich antworte ‘Ja, das fühlt sich richtig an’ oder ‘nein, das war irgendwie merkwürdig.’ Und dann haben wir die Szenen besprochen. Es ist großartig, wenn man in der Lage ist, mit Jemandem so zu reden”, erinnert sich der in Honduras geborene Komiker. Für Mencia, der es als Stand-Up-Comedian gewohnt ist, allein zu arbeiten, war die größte künstlerische Herausforderung, sich an die intensive Zusammenarbeit am Set zu gewöhnen. „Ich bin so daran gewöhnt allein auf der Bühne zu stehen… kein Regisseur, kein Produzent, kein Beleuchter… einfach niemand, nur ich und mein Mikrofon und ich versuche, den Zuschauer einfangen”, erklärt er.

Whitaker und Mencia liefern sich ununterbrochen Wortgefechte. Während der Dreharbeiten begeisterten ihre verbalen Schaukämpfe sowohl die Crew als auch die anderen Schauspieler. „Wenn sie einmal anfangen, sind sie nicht mehr zu stoppen”, erzählt die wandlungsfähige Schauspielerin Regina King, die im Film Whitakers beste Freundin und Anwältin spielt. „Sie versuchen sich gegenseitig zu übertrumpfen und man weiß nie, wer das letzte Wort haben wird.”

„Wir haben uns immer bemüht, noch eins drauf zu legen”, erzählt Whitaker lachend. „Die ganze Zeit versuchten wir, uns gegenseitig auszutricksen. Wir hatten sehr viel Spaß zusammen.”

Für America Ferrera und Lance Gross war es Spaß auf den ersten Blick. Sie spielen Lucia Ramirez und Marcus Boyd, ein junges Paar, das sich gerade verlobt hat und seine Heiratspläne geheim hält, bis sie ihre Familien sehr plötzlich damit überraschen. „Ich habe schon am ersten Drehtag mit America herumgealbert”, erzählt Gross und denkt dabei an die Dreharbeiten in der exklusiven Monique-Lhuillier-Braut-Boutique in Los Angeles.

Damals wurde ihm klar, dass seine Partnerin ein Tollpatsch ist. „Ich bin nicht wirklich so ungeschickt”, sagt Ferrera, der preisgekrönte Star der Erfolgsserie „Alles Betty! – Ugly Betty”. „Es fing alles mit einem jetzt fast schon berüchtigten Sturz in einem sehr großen, bauschigen Hochzeitskleid an”, erzählt sie verlegen und schiebt die Schuld auf die vielen Kabel, Lampen und anderen Gerätschaften, die am Set herumlagen. Gross teilt ihre Darstellung nicht ganz: „Sie ist schon ziemlich ungeschickt”, erzählt er lachend. „Ich habe ihr gesagt, dass ich zählen würde, wie oft sie sich beim Drehen verletzt.” In der vierten Woche hatte es Ferrera auf beachtliche 29 Mal gebracht. Lance schaute zu und zählte weiter. „Es ist nicht fair”, sagt Ferrera. „Er hat sogar die Male gezählt, wo er mich versehentlich angestoßen hat.”

Aber Ferrera bekam ihre Rache. „Lance hat das perfekte Lächeln und diese großen, weißen Zähne”, sagt sie. „Also haben wir eine Dialogzeile eingefügt, in der Carlos erklärt ‘Ich trauen keinem, der so viel lacht!’ Es ist eine kleine Stichelei gegen Lance – dem wir natürlich vertrauen und der ein wirklich toller Typ ist, mit dem es macht Spaß zu arbeiten… Aber ich glaube, er versucht sich mit diesem Lachen immer aus der Affäre zu ziehen.”

Fans, die Ferrera nur aus ihrer wöchentlichen Show „Alles Betty! – Ugly Betty” kennen, werden positiv überrascht sein, dass sie hier eine völlig andere Rolle spielt: eine junge, selbstsichere Städterin. „America steht für viele junge Frauen von heute“, erklärt Famuyiwa. „Sie ist unglaublich intelligent und genau die richtige Mischung aus Weltgewandtheit, Herz und Wärme, die ich mir für den Film vorgestellt hatte.“

Gross, der in Tyler Perrys wöchentlicher Comedy-Show „Meet The Browns“ auftritt, war glücklich bei diesem Film mit so vielen erfahrenen Schauspielern zusammen zu arbeiten, die er sehr bewundert. Zu allererst natürlich Forest Whitaker, der seinen Vater spielt. Um sich vor dem Dreh besser kennen zu lernen und sich näher zu kommen, gingen sie sogar zu einem Basketballspiel der Los Angeles Lakers. Während der Dreharbeiten lernte Gross viel von Whitaker.

„Ich habe ihn beobachtet, wie er sich vorbereitet, wie er seinen Text lernt und wie er an die Arbeit herangeht. Ich habe so viel wie möglich von ihm aufgeschnappt“, sagt Gross.

Als wir das junge Paar in Los Angeles kennen lernen, macht Marcus gerade seinen Abschluss in Medizin und Lucia ist nicht mehr sicher, ob sie wirklich Anwältin werden möchte. Sie entscheidet sich, ihr Jurastudium an den Nagel zu hängen und stattdessen Marcus bei seiner Arbeit für „Ärzte ohne Grenzen“ zu begleiten und Kinder in Sri Lanka zu unterrichten. Während eines zwanglosen Essens, bei dem sich ihre Eltern kennenlernen sollen, schockiert das Pärchen die Anwesenden mit ihren überraschenden Hochzeitsplänen, wodurch sich das Dinner in einen sehr explosiven, äußerst komischen gesellschaftlichen Fehlstart verwandelt.

„In der lateinamerikanischen Kultur ist alles überdimensioniert“, erzählt Diana Maria Riva, die Ferreras Mutter Sonia spielt. „Wir feiern große Feste und alle müssen dabei sein. Deshalb sind wir sehr schnell beleidigt, wenn jemand etwas tut, ohne die gesamte Familie daran zu beteiligen.“

Riva spielt eine Schmuck-Designerin, Hausfrau und Mutter von zwei erwachsenen Töchtern, die eines Morgens aufwacht und feststellt, dass ihrer Ehe die Würze fehlt. „Sie durchlebt eine Mini-Midlife-Krise“, erklärt Riva. „Sonia wünscht sich die Zeit zurück, als ihre Liebe wundervoll, leidenschaftlich, voller Lust und lebendig und frisch war. Sie vermisst die tieferen Gefühle in ihrer Ehe und deshalb ist sie so glücklich, dass ihre Tochter die wahre Liebe gefunden hat.“

Damit braucht man Oma Cecilia gar nicht erst zu kommen. Die Matriarchin Familie Ramirez ist absolut gegen die Hochzeit von Lucia und Marcus. Für Famuyiwa kam nur eine Person für Rolle der Über-Großmutter in Frage: Lupe Ontiveros, eine erfahrene Schauspielerin/Aktivistin und Produzentin, die seit über 30 Jahren die unterschiedlichsten Rollen in unvergesslichen Filmen wie dem Oscar-Gewinner EL NORTE (1983) gespielt hat und in der letzten Zeit in der Erfolgsserie „Desperate Housewives“ als Eva Longorias frivole Mutter überzeugt. „Ich habe sie in den letzten Jahren in vielen Rollen gesehen“, erklärt der Regisseur, „sie weiß ganz genau, was sie tut. Ihr komisches Timing ist perfekt. Es war ein Geschenk, von einer so erfahrenen Schauspielerin wie ihr zu lernen.“

Ontiveros, die ihre Figur als eine „alte Aufpasserin“ beschreibt, sagt über die Rolle: „Oma Cecilia ist unglaublich unhöflich!“ „Sie lebt immer noch in der Vergangenheit und hält an traditionellen Werten fest, die sie unversöhnlich und kompromisslos machen“, fügt der beliebte Star hinzu und dass sie sich besonders darüber freute, wieder mit Mencia und Ferrera vor der Kamera zu stehen. Ontiveros spielte Mencias Mutter, Mama Mencia, in seiner erfolgreichen TV-Show „Mind of Mencia“ und trat an der Seite der damals 17-jährigen Ferrerra in ECHTE FRAUEN HABEN KURVEN („Real Women Have Curves“, 2002) auf. „Ich nenn' sie mein Baby… Ich war schon bei ihrer High-School-Abschluss-Party und ich sage ihr immer, dass ich auch zu ihrer Hochzeit kommen will.“

Regina King, die Angela spielt, ist die Einzige, die dafür sorgt, dass Brad in seinem perfekt inszenierten Leben nicht die Bodenhaftung verliert. Whitaker betet King an und schätzt die Zusammenarbeit mit ihr sehr. Seit sie als Kind in der TV-Komödie „227“ auftrat, verzaubert die Schauspielerin ihr Publikum. Zu ihren ganz unterschiedlichen, aber allesamt unvergesslichen Rollen gehören ihre Auftritte in MISS UNDERCOVER 2 („Miss Congeniality 2: Armed and Fabulous“, 2005) und JERRY MAGUIRE –SPIEL DES LEBENS („Jerry Maguire“, 1996) sowie aktuell in der TV-Serie: „Southland“. „Regina ist umwerfend“, sagt Whitaker. „Sie besitzt eine Offenheit, die einem das Gefühl gibt, direkt in ihr Herz zu sehen. Dadurch hat man in jeder Szene mit ihr das Gefühl, etwas Außergewöhnliches könnte passieren.“

In OUR FAMILY WEDDING spielen Whitaker und King gute Freunde, die sich seit ihrer Studienzeit nah geblieben sind, auch während Brads Scheidung. Die erfolgreiche Anwältin liebt Brad, ohne es ihm je zu zeigen. Kompliziert wird ihre Beziehung, als sie eine überraschende romantische Wendung nimmt. „Wir spielen alte Freunde, die nach Jahren den Schritt wagen und nun herausfinden müssen, wie es weiter gehen soll“, erzählt King. „Viele von uns, die über Dreißig sind, haben diese Erfahrung gemacht, nur in Filmen taucht das Thema nicht so oft auf… deshalb ist es besonders cool!“ King war vor allem begeistert neben Whitaker in einer Komödie aufzutreten, einem Genre, in dem ihn die Wenigsten kennen. „Dabei zu sein, wenn etwas tolles Neues für die Zuschauer entsteht, ist total aufregend“, erzählt sie. „Forest besitzt ein gutes Selbstvertrauen, das einem das Gefühl gibt, er kann alles machen, wenn er nur will. Während des Lesens dachte ich mir schon, dass die Dreharbeiten unglaublich Spaß machen würden!! Und es stimmte.“

Dank der Komikerin Anjelah Johnson, die Ferreras liebenswerte, burschikose Schwester Isabella spielt, wurden die Dreharbeiten zu einem besonderen Vergnügen. Johnson, die mit der Erfolgsserie „Mad TV“ auf sich aufmerksam machte, war glücklich mit Kollegen zusammenzuarbeiten, die während des Drehs zu einer Familie zusammenwuchsen. „Isabella und Lucia sind ganz gegensätzlich und das Gleiche trifft auf America und mich zu“, erklärt Johnson. „Zum Mittagessen bestellt sie Spinatsalat und Lachs während ich Backhähnchen mit Kartoffelpüree und Maiskuchen esse… wir sind total verschieden!“ Die junge Schauspielerin sprühte am Set vor Energie und herzlichem Charme. „Wir haben so viel gelacht“, erinnert sich Ferrera. „Wir waren wie Schwestern.“ Einmal mussten die beiden allerdings so sehr lachen, dass sie die Quittung dafür bekamen. „Es war eine so peinliche Situation“, erzählt Ferrera, windet sich ein bisschen und lächelt. „Sie sagten ‚Raus mit Euch, ihr lacht zu viel und wir müssen mit der Arbeit fertig werden!’“ Diese Art Geplänkel und Fröhlichkeit war typisch für die gesamten Dreharbeiten. Zusätzlich zur guten Stimmung am Set hatte das Ensemble das große Glück, dass Famuyiwa Improvisationen sehr schätzt und sie ganz selbstverständlich in seinen Regiestil einbindet – wodurch völlig neue und ungewöhnliche Sachen am Set passierten. „Rick ist ein absolut wunderbarer Regisseur“, sagt Ontiveros. „Er hat uns die Möglichkeit gegeben, unsere eigenen Ideen einzubringen. Dadurch hat der Film eine unglaublich freche Spontanität.

Produktion: Design und Dreharbeiten

Für die erfahrene Designerin Hope Hanafin entwickelte sich die Aufgabe, die Kostüme für die unterschiedlichen Rollen in OUR FAMILY WEDDING zu finden, zu einer künstlerisch sehr inspirierenden Erfahrung. Ihre Aufgabe bestand u.a. darin, die unterschiedlichen Kulturen und sozialen Hintergründe der Figuren auch visuell herauszuarbeiten. Für Forest Whitaker, der den sehr wählerischen Playboy Brad Boyd spielt, wählte sie zwei ganz unterschiedliche Looks aus. „Er ist sehr pingelig und sein Stil definiert sich durch klare Linien und einen 50er-Jahre Minimalismus“, erklärt Hanafin. Inspiriert vom „Brat Pack“ wählte sie für Whitakers Filmrolle eine Mischung aus sportlicher Kleidung und eleganten, klassischen Anzügen.

Mit der Ausnahme von Regina King, deren Rolle als Anwältin ein zurückgenommenes, kultivierte Outfit verlangt, trägt der Rest der Schauspieler während des ganzen Films lässige, bequeme Sachen.

Die Idee für die Kostüme in der Hochzeitsszene entstand während einer Besprechung mit dem Regisseur. Hanafin streute bunte Kristalle auf schwarzen Samt. Famuyiwa war sofort von ihrer Vision begeistert und gab ihr grünes Licht, die Hochzeitskostüme in glitzernden Regenbogenfarben anfertigen zu lassen.

Für die erfahrene Designerin, die schon hunderte von Menschen für Hochzeiten im Film und im wirklichen Leben eingekleidet hat, ist der wichtigste Teil dieses künstlerischen Prozesses, die richtige Stimmung und das richtige Ambiente zu treffen. Sie erreichte es durch den Einsatz verschiedener Stoffe und Gewebe in unterschiedlichen Stilen und Farben. „Rick und ich einigten uns auf eine Farbskala, die mir die künstlerische Freiheit ließ, für die Schauspieler aus einer sehr breiten Palette von Farben auszuwählen, die ihren warmen Hauttönen schmeichelten“, erklärt Hanafin. „Sie sollten wie Blumen in einem Garten wirken“, fügt sie hinzu „also wählten wir eine gefällige Zusammenstellung von Farben – Orange, Lila, Gold und Türkis um den Look abzurunden“.

Im Film hat das Brautpaar nur zwei Wochen Zeit die Hochzeit zu planen. Auf den ersten Blick die beste Voraussetzung für ein Katastrophe. Hanafin ist allerdings im Gegensatz zur langläufigen Meinung der Auffassung, dass eine bis ins kleinste Detail geplante Hochzeit noch keine Garantie für den späteren Erfolg der Ehe ist.

„Ich war bei wunderbaren, unvergesslichen Hochzeiten“, erzählt Hanafin, „einige davon bis ins letzte Detail durchdacht. Trotzdem haben einige dieser Ehe nur ein paar Jahre gehalten.“ Und fügt hinzu: „Ich war aber auch bei einigen sehr schnell zusammen geschusterten Hochzeiten, so wie meine eigene, und die hält nun schon seit 22 Jahren. Und da die Kunst das Leben imitiert, hat dank ihrer Liebe auch unser Filmpaar eine Chance. Wenn sie den Weg bis zum Altar schaffen, können sie auch auf der Langstrecke bestehen.“

Einer der Höhepunkte von Hanafins Arbeit für den Film war ihre Zusammenarbeit mit Monique Lhuillier, eine national anerkannte Designerin exklusiver Hochzeitsmoden. Auch America Ferrera, die schon mehrere Kreationen der Designerin auf dem Roten Teppich getragen hat, gehört zu ihren langjährigen Fans. „Ich liebe ihre Abendkleider“, sagt Ferrera. „Sie schmeicheln Frauen wirklich.“

Die auf den Philippinen geborene Designerin hat schon Stars wie Britney Spears, Hilary Duff und E!-Moderatorin Giuliana Rancic eingekleidet. Zusammen mit Hanafin und Ferrera wählte sie ein einfaches, figurbetontes, cremefarbenes Kleid aus, das die herrlichen Kurven der preisgekrönten Schauspielerin umschmeichelt. „Sie sah einfach hinreißend aus“, erinnert sich Hanafin. „Sie war wirklich ganz die schöne, errötende Braut.“ In OUR FAMILY WEDDING präsentiert Lhuillier ihre Kollektion für Brautjungfern zum ersten Mal der Öffentlichkeit.

Die Dreharbeiten für OUR FAMILY WEDDING dauerten sechs Wochen und fanden in der Umgebung von Los Angeles und im San Fernando Valley statt. Am ersten Drehtag wurde in der Brautmoden-Boutique von Monique Lhuillier in der Melrose Avenue gedreht, wo Lucia, ihre Mutter und ihre Schwester zu einer Anprobe-Party eingeladen sind. Der Dreh in den beengten Räumlichkeiten war für die über 100 Personen umfassende Crew eine logistische Herausforderung, besonders weil er in einem Tag abgeschlossen werden musste. Aber natürlich schafften sie es!

Auch der nächste Drehort – das Haus von Familie Ramirez – entpuppte sich als schwierig. Der Regisseur hatte zusammen mit den Produktionsdesignern und dem Location-Team ein historisches, viktorianisches Haus in den Angeleno Heights von Los Angeles ausgesucht. Es gibt dort eine ganze Reihe historischer Gebäude, die restauriert wurden oder aus anderen Teilen der Stadt hierher versetzt wurden. Auf der einen Seite gab es also die Pracht und die Schönheit des bis ins letzte Detail perfekt restaurierten Hauses, auf der anderen Seite musste man den Schwierigkeiten kämpfen, die ein so unglaublich beengter Raum bei Dreharbeiten mit sich brachte. „Im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert wurden die Häuser mit sehr vielen verschiedenen Salons und Zimmern gebaut“, erklärt die Produktionsdesignerin Linda Burton. „Sie sind allerdings im Innern wesentlich kleiner als sie von außen wirken.“ Wie schon am ersten Drehtag bedeutete es, dass die umfangreiche Ausrüstung sowie Schauspieler und Crew für eine Woche in sehr kleinen Räumen untergebracht werden mussten. „Im Film sieht es toll aus“, erzählt Produzent Wolfe „aber wir waren wirklich froh, als wir die Arbeit dort beenden konnten.“

Zum größten und aufwendigsten Drehort entwickelte sich „Brads Haus“ – ein sehr schicker 50er-Jahre Bungalow – in dem Forest Whitaker lebt. Der in den 40er-Jahren begonnene und 1951 beendete Bau steckt voller Hollywood-Nostalgie. Frank Sinatra lebte einst dort; Lucille Ball mietete das Haus für sich und ihre beiden Kinder nach der Trennung von Dezi Arnaz; die letzten Fotoaufnahmen von Marilyn Monroe wurden am Swimmingpool des Bungalows gemacht, Judy Garland wurde auf dem Grundstück getraut und vor Kurzem konnte man dort noch Paul McCartney am Klavier bewundern.

Das Haus liegt in Chatsworth auf einem Hügel am Ende einer gewundenen Straße – kein Wunder also, dass die Produktionsdesignerin Linda Burton diese Location für die Hochzeitsvorbereitungen auswählte. Neben dem atemberaubenden Blick hatte es ihr vor allem die unaufdringliche Einfachheit des Hauses angetan, die ihr viel kreativen Freiraum gab. „Wir verwendeten sehr viele wunderschöne Orange-, Rot- und Goldtöne, um die warme, festliche Sinnlichkeit der lateinamerikanischen Kultur der Braut zu unterstreichen“, erzählt sie. Dieser warme Look steht im krassen Gegensatz zur minimalistischen Schlichtheit von Brads Haus.

Während es offen war, ob das junge Paar es tatsächlich vor den Traualtar schaffen würde, wurden die Proben für die Hochzeitsfeier und die anderen Hochzeitsvorbereitungen wie geplant gedreht. Die Schauspieler und Hunderte von Statisten mussten die Szenen bei 38 Grad im Schatten und trockener Hitze drehen. „Wir benutzten jede Menge Sonnenschutzmittel, trugen Hüte und machten einfach weiter“, erinnert sich Famuyiwa, der seine Schauspieler und die Crew für ihren außergewöhnlichen Einsatz lobt. „Der Film ist der Beweis für die Hingabe aller Beteiligten“, erklärt er. „Alle haben unglaublich viel gearbeitet, es war sehr heiß und trotzdem hatten wir sehr viel Spaß. Ich war wirklich vom Glück verwöhnt.“

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