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Otomo

Kinostart: 16.03.2000
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Filmhandlung und Hintergrund

Sozial engagiertes Drama, das den letzten Tag eines Asylbewerbers schildert, der schließlich Amok läuft.

Frederic Otomo, der schon seit Jahren in Deutschland lebt, versucht mal wieder vergeblich beim Arbeitsamt einen Job zu finden. Doch Asylbewerber dürfen nicht arbeiten. Als er bei einer Fahrausweiskontrolle festgehalten wird, wehrt er sich und flüchtet. Bei seiner ziellosen Wanderung kommt er mit Gisela ins Gespräch, doch die ruhigen Momente währen nur kurz. Die Polizei ist ihm auf der Spur.

Ein Blutbad auf offener Straße erschüttert Anfang August 1989 die Bevölkerung Stuttgarts: Der westafrikanische Asylbewerber Frederic Otomo wird um sechs Uhr morgens auf dem Weg zur „Jobbörse“ des Arbeitsamts bei einer Fahrausweisüberprüfung in der Straßenbahn festgehalten. Er gerät in Panik, reißt sich gewaltsam los und flieht. Als Otomo einige Stunden später auf einer Brücke gestellt wird, ersticht er zwei Polizisten, verletzt drei weitere schwer und stirbt dann selbst im Kugelhagel.

An Tatsachen angelehntes Dokudrama, mit dem Regisseur Frieder Schlaich einen Beitrag zur Diskussion um Ausländerfeindlichkeit in Deutschland liefert: Der westafrikanische Asylbewerber Frederic Otomo gerät bei einer Fahrkartenkontrolle in der Stuttgarter Straßenbahn in Panik und flieht. Stunden später wird er von mehreren Polizisten gestellt, ersticht zwei von ihnen und wird erschossen.

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Kritikerrezensionen

  • Otomo: Sozial engagiertes Drama, das den letzten Tag eines Asylbewerbers schildert, der schließlich Amok läuft.

    Ein Blutbad auf offener Straße erschütterte am 8. August 1989 die Bevölkerung Stuttgarts: Der westafrikanische Asylbewerber Frederic Otomo erstach zwei Polizisten und starb selbst im Kugelhagel. Frieder Schlaich beleuchtet die - fiktiven - Hintergründe der Tat, legt den Schwerpunkt auf die Verzweiflung eines „geduldeten“ Farbigen, die in Aggression mündet.

    Die Planung zu diesem Projekt ging vom Dokumentarfilm über ein Essay hin zum Spielfilm. Ausgangspunkt sind die Fragen, was treibt einen Menschen zu solch einer Tat, warum geht er bewaffnet auf die Straße? Direkt nach dem Ereignis versuchte Schlaich den Fall zu rekonstruieren, gab aber auf, die zuständigen Stellen zeigten sich ablehnend. Erst 1997 griff er das Thema erneut auf, begann zu recherchieren. Das Schicksal des Asylanten Otomo, der bei der frühmorgendlichen Jobbörse wegen mangelnder Arbeitserlaubnis weggeschickt, in der Straßenbahn als vermeintlicher Schwarzfahrer festgehalten wird, sich gewaltsam losreißt und damit eine Fahndung auslöst, ist als vorhersagbares Drama inszeniert. In Parallelmontage erfährt man vom Arbeitsablauf der beiden jungen Polizisten. Als Otomo wenige Stunden später gefasst wird, ersticht er die zwei Beamten mit einem Bajonettmesser, verletzt drei weitere und wird erschossen. Was in den Stunden dazwischen vielleicht geschah, erzählt Schlaich in bewegenden Bildern. Otomo leidet nach jahrelanger Isolation im Asylantenheim unter Einsamkeit und Perspektivlosigkeit, seine verdeckte Wut bahnt sich in einer ausweglosen Situation Bahn. Die bundesrepublikanische Wirklichkeit stellt sich trist und ausländerfeindlich dar, taxierende Blicke und abfällige Bemerkungen - der alltägliche Rassismus eben. Der Regisseur wagt sich auf schwankenden Boden, obgleich er Schuldzuweisungen vermeidet. Die Gratwanderung gelingt dennoch, nicht zuletzt wegen der schauspielerischen Präsenz von Isaach de Bankolé. Trotz wohlmeinenden Willens überrascht die Holzschnittartigkeit der Figuren, vor allem Eva Mattes als Gutmenschin mit Herz und Hang zum afrikanischen Tanz. „Otomo“ gehört zur Kategorie honoriger, wenn auch streckenweise bemüht wirkender Film, bestens geeignet für politisch-moralische Erziehung. Im Kino funktionieren diese hehren Anliegen nur bedingt. mk.

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