Filmhandlung und Hintergrund

Komödie aus dem Iran, in dem eine Gruppe Frauen in Teheran alles daran setzt, trotz Frauenverbots ein Fußballspiel live sehen zu können.

In Teheran tritt die Fußballnationalmannschaft des Iran zum WM-Qualifikationsduell gegen die Truppe aus Bahrain an. Hunderttausend Zuschauer erwarten ein Feuerwerk auf dem Rasen, alle von ihnen sind Männer. Ein Mädchen, getarnt in Männerkleidern, hätte sich fast den Zutritt erschlichen, nun muss auch sie zu den anderen Frauen hinter die Barrikade, wo man nur am Geräuschpegel erkennt, ob ein Tor gefallen ist. Doch so schnell lässt sich ein echter Fußballfan bekanntlich nicht abschütteln.

Jafar Panani

Ein Fußballspiel im Teheraner Azadi-Stadion. Nur Männer sind zugelassen. Und doch versucht ein Mädchen, sich in Verkleidung den Weg zum Spiel zu bahnen. Doch sie wird abgefangen und in einen umzäunten Bereich gebracht, wo sich nach und nach immer mehr Frauen versammeln. Während man sie darben lässt, weil sie das jubelnde Publikum hören können, suchen sie nach immer neuen Wegen, doch noch ins Stadion zu kommen.

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Kritikerrezensionen

  • Offside: Komödie aus dem Iran, in dem eine Gruppe Frauen in Teheran alles daran setzt, trotz Frauenverbots ein Fußballspiel live sehen zu können.

    Clevere Farce um die Rechte von Frauen im Iran, getarnt als heiter turbulente Fußballkomödie mit WM-Aussicht.

    Das hätte man aus dem Iran kaum erwartet. Statt der üblichen karg und streng (Abbas Kiarostami, Rafi Pitts) oder poetisch (Samira Makhmalbaf) inszenierten Filme wartet Regisseur Jafar Pahani (Goldener Löwe Venedig 2000 für „Der Kreis“) mit einer cleveren Emanzipationskomödie auf, die die Rechte der Frauen im Land nicht beklagt oder einklagt, sondern die Absurdität ihrer Lage vermittelt, indem er sie mitten in ein entscheidendes Fußballspiel stellt, in diesem Fall das reale Ausscheidungsspiel für die WM 2006 in Deutschland, das der Iran 1:0 gegen Bahrain gewann.

    Während über Hunderttausend Menschen in das Männern vorbehaltene Stadion strömen, versucht ein schüchternes Mädchen als Junge verkleidet, am Checkpoint vorbei zu gelangen. Sie wird von Soldaten gefasst und zu Leidensgenossinnen, zu denen noch zwei weitere stoßen, hinter eine Barriere gesperrt. In den Diskussionen mit den Soldaten machen sie, während das Spiel läuft, auf die Absurdität ihrer Situation aufmerksam, besitzen Frauen doch die gleiche Sportbegeisterung wie Männer. Als ein Mädchen kurz vor der Halbzeit auf die Toilette muss, entwickelt sich eine urkomische Farce um sie, ihren Bewacher und die männlichen Zuschauer. Nach dem Spiel werden die Mädchen im Bus abtransportiert, aber die Siegesfeier in den Straßen Teherans sorgt für eine wunderschöne utopische Auflösung.

    Hinreißend natürlich und lebhaft gespielt, dynamisch und temporeich inszeniert, gelingt der Ballade um die Frauen, die vom Spiel nur Lärm und Kommentare der durch Gitter spähenden Soldaten mitbekommen, ein toller Stunt. Die Lächerlichkeit des Stadion-Verbots wird ebenso deutlich, wie die Zwänge der meist vom Land stammenden einfachen Soldaten, die in der Konfrontation mit den ausgefuchsten Großstadt-Girlies Teherans einen schweren Stand haben.

    Regisseur Jafar Pahani filmte trickreich an Stellen des Stadions, die ihm Durchblicke aufs Spielfeld ermöglichten. Das Ganze wirkt durch die Laiendarsteller, echten Spielstätten und Straßen und die Einheit der Zeit fast dokumentarisch und unterstreicht die gewollte Ambiguität: Ist man in einem Dokumentarfilm oder ist alles Fiktion? Auf jeden Fall unterhält man sich prächtig, und das bei Women’s Rights, gepaart mit ‚Kick it Like Ali Daei‘. Sollte vor der WM dringend ins Kino. ger.

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