Obsession

   Kinostart: 28.08.1997

Obsession: Dramatische Dreiecksgeschichte: Eine Frau zwischen zwei Männern. Von Peter Sehr feinfühlig inszeniert.

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Filmhandlung und Hintergrund

Dramatische Dreiecksgeschichte: Eine Frau zwischen zwei Männern. Von Peter Sehr feinfühlig inszeniert.

Miriam, eine moderne Frau Anfang zwanzig, fotografiert zufällig John, der ihr nun nicht mehr aus dem Kopf geht. Sie macht sich auf die Suche nach dem Unbekannten. Miriam ist eigentlich mit dem Mediziner Pierre zusammen. Diesem will sie auch treu bleiben, doch durch Zufall trifft die junge Berlinerin wieder auf den geheimnisvollen John.

Dramatische Dreiecksgeschichte: Eine Frau zwischen zwei Männern. Von Peter Sehr feinfühlig inszeniert.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Obsession: Dramatische Dreiecksgeschichte: Eine Frau zwischen zwei Männern. Von Peter Sehr feinfühlig inszeniert.

    Eine märchenhaft-mysteriöse Dreiecksgeschichte präsentiert Peter Sehr vier Jahre nach seinem international erfolgreichen Film „Kaspar Hauser“. Die Gefühle dreier junger Menschen stehen in der Metropole Berlin auf dem Prüfstand. Für die Rolle der Frau, die sich nicht entscheiden kann und will, gewann der 46jährige Regisseur Heike Makatsch, die nun wohl endgültig den Sprung vom leichten Talk ins ernsthafte Schauspielfach geschafft hat.

    Gemeinsam mit Marie Noëlle schrieb Peter Sehr das Drehbuch. So läßt sich der franzöische Einfluß bei dieser ménage-à-trois nicht verleugnen, auch wenn sie größtenteils im hektischen Berlin der neunziger Jahre spielt. Die Hauptfiguren treffen erstmals auf einem U-Bahnhof zusammen: John, ein weißer Afrikaner aus Zimbabwe, der einem älteren russischen Juden bei der Flucht vor Kaufhausdetektiven helfen will, der französische Mediziner Pierre, der den Verfolgten vor dem Herzinfarkt rettet und Miriam, eine junge Bandmusikerin und Pierres Lebensgefährtin. Vor Gericht sagt Miriam als Zeugin für John aus, dem wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt die Abschiebung droht. Sie verlieren sich aus den Augen, aber wie durch Magie führt sie der Zufall wieder zusammen. John ist auf der Suche nach einem Dokumentarfilm über einen Drahtseilartisten, der mit einer Person auf seinen Schultern die Niagara-Fälle durchquert. Zwar hat er nur ein vergilbtes Zeitungsfoto, vermutet hinter dem Bild aber eine Familiengeheimnis, das er ergründen will. Während Miriam, obwohl sie sich zu John hingezogen fühlt, ihrem Pierre treu bleibt, zeigen sich erste Risse in der scheinbar stabilen Verbindung, die zu einem ernsthaften Konflikt ausarten, als Miriam eine Fehlgeburt erleidet. Nach langen, quälenden Auseinandersetzungen wagt das Paar in Frankreich einen Neuanfang. Und John, nach der Abschiebung wieder illegal in Deutschland, erhält ein ominöses Foto: Eine Landstraßenkreuzung mit dem Schild „Paris 277 km“. Er macht sich auf, um Miriam dort zu suchen.

    Den Kampf zweier Männer um die Liebe einer Frau inszeniert Peter Sehr mit zahlreichen, verwickelten Handlungssträngen, zeitweise gelingen ihm wunderbare Momente von Intimität und intensiver Nähe. Kameramann David Watkin (Oscar für „Jenseits von Afrika“) zaubert dazu Bilder von suggestiver Kraft. Geschickt pendelt die verschachtelte Lovestory zwischen Tragödie und Komödie, ohne ins Extrem zu fallen. Die internationale Besetzung mit Marie-Christine Barrault (drehte u.a. mit Eric Rohmer, Denys Arcand, James Cameron), Allen Garfield, Seymour Cassel und den Filmkontrahenten Charles Berling („Ridicule - Von der Lächerlichkeit des Scheins“) und Daniel Craig könnte dieser deutsch-französisch-britischen Coproduktion den Zugang zum internationalen Markt ermöglichen. Und Heike Makatsch zeigt Talent, beweist, daß sie schauspielerisch keine Eintagsfliege ist.

    Das komplizierte Beziehungsgeflecht und das Ausleben verbotener Sehnsüchte, ein Hauch von Poesie, die Verletzbarkeit aber auch die Stärke der Protagonisten wecken vor allem in der zweiten Hälfte Spannung, Anteilnahme und Neugier. Hätte es Peter Sehr bei dem im deutschen Film seltenen Bekenntnis zum Gefühl belassen, wäre „Obsession“ ein charmanter Liebesfilm, eine mitreißende Mélange aus französischer Leichtigkeit und teutonischem Tiefgang geworden. Daß er am Anfang unnötig und unglaubwürdig tief in die soziale Problemkiste greift, könnte den programmierten Erfolg des Films allerdings schmälern. mk.

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