Nur über meine Leiche

Kinostart: 31.08.1995

Filmhandlung und Hintergrund

In einer Ära des deutschen Films, in der über die Beziehungsschmunzeleien 30jähriger hinaus kaum ein echter Publikumserfolg gelingen will, zeigt der junge Regisseur Rainer Matsutani, daß Japaner vielleicht nicht die besseren Liebhaber, aber die besseren Filmemacher sind. Auch er besetzt mit seinem Kinoerstling das kassenträchtige Genre der Komödie, jedoch führt die Geschichte von „Nur über meine Leiche“ sehr schnell...

Die eifersüchtige Charlotte läßt ihren Ehemann Fred töten, doch auf dem Weg in die Hölle schließt der Egoist einen Pakt mit dem Teufel: Binnen drei Tagen soll er drei Frauen erlösen, denen er zu Lebzeiten Leid zufügte. Dabei geht er eine überraschende Allianz mit dem Mauerblümchen Rita und seiner als Truthahn reanimierten Mutter ein.

Fred hat es fein getroffen: Als Chef der Partnervermittlung „Amor“ macht er eine Menge aufregender Erfahrungen mit weiblichen Heiratsaspirantinnen. Aber eines Tages platzt seiner Ehefrau Charlotte der Kragen und sie schickt ihrem untreuen Gatten einen Profikiller an den Hals, der seinen Job auch prompt erledigt. Vor der Überfahrt in die Hölle wird Fred jedoch noch eine letzte Chance gewährt: Innerhalb von drei Tagen muß er drei Frauen glücklich machen, die seinetwegen gelitten haben.

Die eifersüchtige Charlotte läßt ihren Ehemann Fred töten, doch auf dem Weg in die Hölle schließt der Egoist einen Pakt mit dem Teufel: Binnen drei Tagen soll er drei Frauen erlösen, denen er zu Lebzeiten Leid zufügte. Skurrile Fantasy-Komödie mit Katja Riemann.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • In einer Ära des deutschen Films, in der über die Beziehungsschmunzeleien 30jähriger hinaus kaum ein echter Publikumserfolg gelingen will, zeigt der junge Regisseur Rainer Matsutani, daß Japaner vielleicht nicht die besseren Liebhaber, aber die besseren Filmemacher sind. Auch er besetzt mit seinem Kinoerstling das kassenträchtige Genre der Komödie, jedoch führt die Geschichte von „Nur über meine Leiche“ sehr schnell aus der Welt des ulkigen Ehekrieges hinüber in eine absurde Fantasy-Welt voll sprechender Truthähne, mutierter Monsterfische und possenreißender Zombies. Zunächst nimmt sich der Film Zeit, seine Charaktere sorgfältig vorzustellen: Da ist Fred (Christoph M. Ohrt), der selbstsichere Charmeur, der seine Stellung bei einer Partnerschaftsvermittlung vor allem dazu nutzt, sich selbst mit den Kundinnen zu verkuppeln. Seine Ehefrau und Chefin, die eiskalte Charlotte (Ulrike Folkerts), läßt ihn deshalb umbringen, doch Fred schließt auf seiner Fahrt zur Hölle mit dem Fährmann der Toten einen Deal: Drei Frauen, denen er zeitlebens Leid zufügte, muß er binnen drei Tagen erlösen, dann erhält er sein Lebenslicht zurück. Mit Freds Rückkehr als walking dead on a mission gewinnt die Story dann rasch an Tempo und skurrilem Witz, und beides wird bis zum perfekt inszenierten Showdown kontinuierlich gesteigert. Bis zum erlösenden Ende freilich geht Fred erst mit dem schüchternen Mauerblümchen Rita (Katja Riemann) eine ungewöhnliche Partnerschaft ein, trifft seine verstorbene Mutter in Gestalt eines (gerupften) Truthahns, kommt mehrfach durch Stürze, Pistolen- und Gewehrschüsse zu Tode, exorziert einen Geist und gewinnt seine uneheliche Tochter zurück. Diese eigenwillige und riskante Mischung aus Beziehungskomödie, Horror- und Slapstickfilm funktioniert tatsächlich, und sie funktioniert so gut, weil sich Matsutani nicht nur auf seinen unverdorbenen Enthusiasmus als Filmemacher verlassen kann, sondern auch auf ein solides Drehbuch und seine ausgezeichneten Darsteller. Katja Riemann zementiert als verhuschte, aber willensstarke Rita ihren Status als echter Kinostar, und Energiebündel Christoph Ohrt empfiehlt sich mit seiner darstellerischen Tour de Force unübersehbar als leading man für weitere Leinwandproduktionen. Nicht zuletzt aber sind es die zahlreichen Running Gags und Spezialeffekte, die auch nach dem Ende des Films noch für anhaltende Heiterkeit sorgen: Der mit nörgelnder Mutterstimme sprechende Truthahn etwa, ein wahrer „Wild Turkey“, oder die beiden von Freds ständiger Wiederkehr traumatisierten Sanitäter rissen das Publikum bei den vom Verleih organisierten Previews und bei der ausverkauften Premiere beim Münchner Filmfest zu Beifallsstürmen hin. evo.

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